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Finnougristik (Uralistik)

Beschreibung des Fachs

Das Fach "Finnougristik (Uralistik)" kann als Haupt- oder als Nebenfach im Rahmen eines Magister- oder Bakkalaureatstudiums studiert werden. Gegenstand der Finnougristik (Uralistik) sind die finnougrischen (uralischen) Völker und ihre Sprachen. Die größten Volks- und Sprachgruppen bilden die Ungarn, die Finnen und die Esten; daneben gibt es die sogenannten "kleineren" Völker und Sprachen, die zahlenmäßig deutlich schwächer repräsentiert sind. Am bekanntesten von ihnen ist das in Nordskandinavien beheimatete Saamische (Lappische), die übrigen "kleineren" finnougrischen (uralischen) Völker leben im europäischen Teil Rußlands und in Sibirien.

Innerhalb des Faches "Finnougristik (Uralistik)" werden die folgenden Studienrichtungen unterschieden:

  • Ungarisch
  • Finnisch
  • Estnisch
  • "kleinere" Sprachen

Hauptfachstudenten müssen zwei Studienrichtungen wählen, von denen eine schwerpunktmäßig studiert wird. Nebenfachstudenten brauchen sich nur für eine der vier Studienrichtungen zu entscheiden. Alle Studenten müssen außerdem an sieben einführenden Veranstaltungen zu allen Bereichen der Finnougristik (Uralistik) teilnehmen.

Innerhalb der vier Studienrichtungen können Schwerpunkte gesetzt werden:

1. Sprachwissenschaft (Linguistik)

Die finnougrische Sprachwissenschaft befaßt sich mit den finnougrischen Sprachen, ihrer Struktur, Geschichte und Gegenwart. Dabei werden sowohl die kommunikativen Funktionen dieser Sprachen als auch ihre Beziehungen zueinander oder zu anderen, nicht-finnougrischen Sprachen untersucht. Im Bereich der vergleichenden finnougrischen Sprachwissenschaft werden die geschichtlichen und gegenwärtigen Formen der einzelnen Sprachen unter Berücksichtigung verschiedener theoretischer Ansätze erforscht. Im Bereich der Einzelphilologien (Erforschung der einzelnen finnougrischen Sprachen) stehen die Gegenwartssprachen und ihre durch regionale, soziale, kulturelle, funktionale und historische Faktoren bedingten vielfältigen Erscheinungsformen im Vordergrund.

2. Literaturwissenschaft

Die finnougrische Literaturwissenschaft befaßt sich mit den Literaturen der finnougrischen Völker, wobei sowohl literarische (fiktionale) Texte im engeren Sinne und ursprünglich mündlich tradierte Texte der Volksdichtung berücksichtigt werden als auch nicht-fiktionale Texte, sofern sie für die Stilgeschichte und im weiteren Sinne für die gesamte Kultur- und Geistesgeschichte des jeweiligen Volkes wichtig sind.

Der literaturwissenschaftliche Schwerpunkt umfaßt folgende Bereiche: Literaturgeschichte und Literaturtheorie, Lektüre und Analyse der für die jeweilige Nationalkultur bedeutsamen Texte im Original (Finnisch, Ungarisch, Estnisch; auch Volksdichtung der "kleineren" Völker) oder in Übersetzung (im Falle der "kleineren" Sprachen).

3. Landes- und Kulturkunde

Die Landes- und Kulturkunde beschäftigt sich mit dem heutigen sozio-kulturellen Kontext, in den die finnougrischen Sprachgemeinschaften eingebettet sind. Die Studierenden sollen die für ein angemessenes Verständnis der finnougrischen Sprach- und Literaturwissenschaft erforderlichen landes- und kulturkundlichen Kenntnisse erwerben und Verständnis für die Kulturen und Zivilisationen der finnougrischen Sprachgemeinschaften entwickeln.

Sprachkenntnisse

Für das Studium der Finnougristik sind sprachliche Vorkenntnisse nicht erforderlich; die nötigen ungarischen, finnischen und estnischen Sprachkenntnisse können in den Sprachkursen erworben werden. Ein längerer Auslandsaufenthalt in Ungarn, Finnland oder Estland wird zur Vervollkommnung besonders der aktiven sprachlichen Fähigkeiten empfohlen, ist jedoch nicht Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluß des Finnougristik-Studiums. Die "kleineren" Sprachen außer dem Estnischen können in Hamburg zur Zeit noch nicht aktiv gelernt werden.

Zusätzliche Sprachanforderungen bestehen nicht, allerdings sind beim Studienschwerpunkt "Kleinere Sprachen" zumindest passive Russischkenntnisse erforderlich.

Berufsmöglichkeiten

Es gibt nur wenige berufliche Tätigkeiten, die eine wissenschaftliche Ausbildung im Fach "Finnougristik (Uralistik)" erfordern. Eine "finnougristische" Qualifikation kann aber in Verbindung mit einer anderen Fachausbildung in einigen Berufsfeldern besondere Chancen eröffnen. In Frage kommen dafür in erster Linie die sogenannten Kulturberufe im In- und Ausland: Verlagslektor, Übersetzer; Mitarbeiter an Zeitungen, Rundfunk, Fernsehen und Theater; Mitarbeiter an Kultusverwaltungen, Museen, Archiven und wissenschaftlichen Bibliotheken sowie Tätigkeiten im Kultursektor des Auswärtigen Dienstes. Ein zweiter Tätigkeitsbereich liegt in den Bildungsorganisationen, besonders der Erwachsenenbildung und der Ausländerbildung. Schließlich sind noch diejenigen Berufsfelder zu nennen, in denen zwar eine speziell "finnougristische" Qualifikation gefordert, aber nur eine extrem geringe Zahl von Stellen für entsprechende Bewerber vorhanden ist: die Hochschullehrerlaufbahn sowie die Lehr- und Forschungstätigkeit an einer finnougristischen Bildungs- und Forschungseinrichtung. Ein Studium der Finnougristik liefert nicht die Berufsqualifikation für die Übersetzer- und Dolmetschertätigkeit.

Dauer des Studiums

Regelstudienzeit: 9-10 Semester; Bakkalaureatsprüfung: 6 Semester + 1 Semester Prüfungszeit

Abschlußmöglichkeiten

  • Bakkalaureat (im Hauptfach)
  • Magister (als Haupt- oder Nebenfach)

Adressen

Der geltende Studienplan des Faches "Finnougristik/Uralistik" kann unter der folgenden Adresse angefordert werden:

Institut für Finnougristik/Uralistik der Universität Hamburg
Bogenallee 11
D-20144 Hamburg

Tel.: +49-40-42838 4836
Fax: +49-40-42838 6117
E-mail (Geschäftszimmer): fs1a003@uni-hamburg.de

Adresse der Fachschaft:

Fachschaft Finnougristik/Uralistik
Bogenallee 11, Raum 303
D-20144 Hamburg

Voraussetzungen

Wer sich bewerben will, muß über das Reifezeugnis eines staatlichen oder staatlich anerkannten Gymnasiums verfügen oder eine von der zuständigen Behörde als gleichwertig anerkannte Vorbildung nachweisen. Bewerbungsunterlagen sind jeweils 8 Wochen vor Ende der Bewerbungsfrist zum Winter-/Sommersemester (15. Juli/15. Januar) bei der Zulassungsstelle der Universität (Studentensekretariat, Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg) erhältlich.

Stand: Oktober 2000

  Impressum   Letzte Änderung: 28. April 2001