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Gebärdensprache

Beschreibung des Fachs

Der Magisterstudiengang Gebärdensprache und Gehörlosenkultur wurde im Wintersemeter 1992/93 als Modellstudiengang an der Uni HH eingerichtet und ist seit 1996 fest etabliert. Er wird von hörenden und gehörlosen Studierenden gleichermaßen belegt und von hörenden und gehörlosen Lehrenden durchgeführt. Daher finden die meisten Seminare zweisprachig statt: Sie werden simultan in Gebärdensprache oder Lautsprache gedolmetscht.

Dieser Studiengang ist den Studiengängen anderer Sprachen wie Deutsch, Englisch, Französisch usw. vergleichbar und kann als Haupt- oder Nebenfach studiert werden.

Inhaltlich gliedert sich das Studium in drei Bereiche:

Gebärdensprachpraxis

In diesem Bereich geht es darum, die Deutsche Gebärdensprache sowie eine weitere Gebärdensprache praktisch zu erlernen. Daneben gibt es die

Gebärdensprachlinguistik,

die sich mit der sprachwissenschaftlichen Analyse der Gebärdensprache, einer kontrastiven Sprachbetrachtung von Gebärdensprache und Laut-/Schriftsprache sowie mit psycho- und soziolinguistischen Aspekten der Gebärdensprachverwendung befaßt.

Gehörlosenkultur

Dieser Bereich beinhaltet die psychologischen, soziologischen, geschichtlichen und kulturellen Aspekte der Gebärdensprachgemeinschaft als sprachlicher Minderheit.

Als weitere Möglichkeit können Studierende der Gehörlosen-/Schwerhörigenpädagogik mit dem Unterrichtsfach Deutsch das Fach Gebärdensprache als Schwerpunkt in den Studienplan Germanistik einbinden.

Gebärdensprachdolmetschen

Der Diplom-Studiengang Gebärdensprachdolmetschen, der im Wintersemster 1993/94 als Modellversuch begonnen hat, wurde ebenfalls 1996 fest etabliert. Das Studium, das in enger Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen der Universität stattfindet, gliedert sich in sieben Schwerpunktbereiche: Soziologie, Linguistik, Theorie des Dolmetschens, Dolmetschtechniken, Textproduktion, Gebärdentechnik und Verwaltung.

Neben diesen Bereichen wird eine Einführung in folgende Sachfächer angeboten: Medizin, Psychologie, Jura, Informatik, Pädagogik, Sport, Religion, Touristik und Kultur.

Der Studiengang schließt mit einer Diplomprüfung für den akademischen Grad Diplom-Gebärdensprachdolmetscherin bzw. -dolmetscher ab. Das Studium dauert in der Regel 8 Semester und ein Examenssemester.

Berufsmöglichkeiten

Dauer des Studiums

Regelstudienzeit: 9-10 Semester; Bakkalaureatsprüfung: 6 Semester + 1 Semester Prüfungszeit

Abschlußmöglichkeiten

  • Bakkalaureat (im Hauptfach)
  • Magister (als Haupt- oder Nebenfach) im Fach Gebärdensprache
  • Diplom im Fach Gebärdensprachdolmetschen

Adressen

Ein ausführlicher Studienplan ist erhältlich am

Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser
Binderstr. 34 (Raum 201)
20146 Hamburg
Tel: 040/42838-3240
Fax: 040/42838-6109
Schreibtelefon: 040/42838-6738

Adresse der Fachschaft:

Fachschaft Gebärdensprache
Rothenbaumchaussee 45, Raum 101
20148 Hamburg

Voraussetzungen

Wer sich bewerben will, muß über das Reifezeugnis eines staatlichen oder staatlich anerkannten Gymnasiums verfügen oder eine von der zuständigen Behörde als gleichwertig anerkannte Vorbildung nachweisen. Bewerbungsunterlagen sind jeweils 8 Wochen vor Ende der Bewerbungsfrist zum Winter-/Sommersemester (15. Juli/15. Januar) bei der Zulassungsstelle der Universität (Studentensekretariat, Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg) erhältlich.

Stand: September 2000

  Impressum   Letzte Änderung: 28. Juni 2001