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IndogermanistikBeschreibung des FachsDie Indogermanistik untersucht die indogermanischen oder indoeuropäischen Sprachen vom Standpunkt ihrer sprachlichen Verwandtschaft. Diese Wissenschaftsrichtung stützt sich auf die im 18. Jahrhundert entdeckte Tatsache, daß sich Sprachen im Laufe der Zeit verändern und auseinanderentwickeln können, und daß auf diese Weise viele Sprachen Europas und einige Sprachen Asiens auf einer mehrere Jahrtausende zurückliegenden Ebene miteinander verwandt sind. Es sind dies
Dazu gesellen sich die erst in diesem Jahrhundert entdeckten, längst ausgestorbenen
sowie manche fragmentarisch überlieferten sogenannten 'Restsprachen' vor allem im mediterranen Gebiet. Als Bezugspunkt für die Indogermanistik fungiert das durch Hypothesen gewonnene und am Material ständig überprüfte Bild der indogermanischen Grundsprache. Für die Sprachwissenschaft sind die Existenz einer solchen Grundsprache und die Möglichkeit ihrer teilweisen hypothetischen Erschließung von Interesse; denn dadurch wird es möglich, über die mündlich oder schriftlich überlieferten Sprachen hinaus eine historische Perspektive für das Verständnis ihrer Grammatik und ihres Lexikons zu gewinnen. Der Ausgangspunkt für die Rekonstruktion sind naturgemäß in der Regel nicht die modernen, sondern die ältest erreichbaren Stufen der jeweiligen Sprachen und Sprachgruppen. Das Arbeitsgebiet der Indogermanistik ist somit sehr vielfältig und differenziert. Es handelt sich um eine sprachhistorische Disziplin, die ihr Material zum großen Teil aus nicht mehr gesprochenen Sprachformen mit sehr verschiedenem Alter, Überlieferung und geschichtlichem Kontext bezieht. Das Studium der Indogermanistik Im Rahmen eines Magisterstudiengangs vermittelt das Fach faktische und methodische Kenntnisse in der Sprachgeschichtsforschung und in den Hauptzügen des indoeuropäischen Sprachbaus sowie einen Überblick über das indoeuropäische Sprachgebiet. Hauptfachstudenten machen sich außerdem mit einigen altindoeuropäischen Sprachen vertraut. Dazu gehören vor allem das Altgriechische und das Altindische, die in der Indogermanistik eine besondere Rolle spielen. Sofern Kenntnisse des Altgriechischen nicht bereits vorhanden sind, können sie durch einführende Lehrgänge an der Universität erworben werden. Auch für das Studium sonstiger altindoeuropäischer Sprachen besteht eine Zusammenarbeit mit den einzelnen philologischen Fächern. Die Indogermanistik in Hamburg Die Indogermanistik wird nur an relativ wenigen Hochschulen gelehrt und zu diesen gehört auch die Universität Hamburg. Allerdings ist sie dort nur durch eine Professur vertreten. Durch Zusammenarbeit mit KollegInnen aus anderen Fächern versuchen wir, das Spektrum zu vergrößern und ein möglichst vielseitiges Studium zu ermöglichen. Umgekehrt spielt die Indogermanistik als fachübergreifende Sprachgeschichtsforschung in der Lehre auch für andere Fächer eine Rolle. Ein besonderes Augenmerk in der Forschung gilt den keltischen Sprachen. BerufsmöglichkeitenEin Fach wie Indogermanistik kennt natürlich außerhalb der wissenschaftlichen Forschung wenig direkte Anwendung, und die Motivation für ein Studium leitet sich im Prinzip aus wissenschaftlichem Interesse ab. Innerhalb der Sprachwissenschaft und der Philologie finden ihre Erkenntnisse allerdings vielfache Anwendung, sowohl im Studium der Sprachgeschichte, als auch im Studium von alten Sprachen und Texten. Dauer des StudiumsRegelstudienzeit: 9-10 Semester; Bakkalaureatsprüfung: 6 Semester + 1 Semester Prüfungszeit Abschlußmöglichkeiten
AdressenEin ausführlicher Studienplan ist erhältlich am Institut für Allgemeine und Angewandte Sprachwissenschaft Adresse der Fachschaft: Fachschaften für Phonetik, Allgemeine Sprachwissenschaft und Indogermanistik VoraussetzungenWer sich bewerben will, muß über das Reifezeugnis eines staatlichen oder staatlich anerkannten Gymnasiums verfügen oder eine von der zuständigen Behörde als gleichwertig anerkannte Vorbildung nachweisen. Bewerbungsunterlagen sind jeweils 8 Wochen vor Ende der Bewerbungsfrist zum Winter-/Sommersemester (15. Juli/15. Januar) bei der Zulassungsstelle der Universität (Studentensekretariat, Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg) erhältlich. Stand: September 2000 |
| Impressum | Letzte Änderung: 28. Juni 2001 |