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SkandinavistikBeschreibung des FachsDas Fach Skandinavistik, an anderen Universitäten auch Nordistik oder Nordische/Nordgermanische Philologie genannt, kann im Rahmen eines Magisterstudiums als Hauptfach oder Nebenfach studiert werden. Gegenstand des Faches sind die Sprachen, Literaturen und Kulturen in den Teilen Skandinaviens, in denen eine germanische Sprache gesprochen wird. (Finnisch, Samisch/Lappisch und Grönländisch/Eskimoisch gehören also nicht dazu). Es handelt sich dabei um folgende Länder: Dänemark, Schweden, Finnland (soweit schwedischsprachig), Norwegen, Island und die zu Dänemark gehörenden Färöer (im Nordatlantik). Von den sechs skandinavischen/nordgermanischen Sprachen (Dänisch, Schwedisch, [norweg.] Bokmål, Nynorsk [Neunorwegisch], Isländisch und Färöisch) werden an der Universität Hamburg zur Zeit Dänisch, Schwedisch und Norwegisch (Bokmål) als Hauptsprachen angeboten. Begleitend zu diesen drei Hauptsprachen werden die entsprechenden Nationalliteraturen vermittelt, wobei der Schwerpunkt auf der Neuzeit (etwa ab dem Barock) liegt. Eine zentrale Rolle spielt jedoch die Zeit des 19. und 20. Jahrhunderts unter ausdrücklicher und verstärkter Einbeziehung der literarischen Entwicklungen seit 1945 (also der skandinavischen Gegenwartsliteratur). Gastvorträge und Dichterlesungen (insbesondere in Verbindung mit den alljährlich stattfindenden Nordischen Literaturtagen) unterstreichen noch diese Präferenz. Unverzichtbarer Bestandteil der vier aufeinander aufbauenden Sprachkurse (mit insgesamt 16 Semesterwochenstunden im Grundstudium) ist die Vermittlung der jeweiligen Kultur in exemplarischer Weise. Ergänzend treten weitere Kurse hinzu, die ihren Schwerpunkt in der Sprach- und Literaturwissenschaft haben (4 Semesterwochenstunden). Es werden darüber hinaus noch diverse weitere Seminare angeboten, insbesondere in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit anderen Fächern (Geschichte, Politologie, Geographie, Kunst- oder Musikgeschichte). Skandinavien wird dabei als historische wie kulturelle Einheit gesehen, was sich auch in den Lehrveranstaltungen wie in der Forschung widerspiegelt. Da die skandinavischen Sprachen des Festlandes nach einiger Eingewöhnungszeit wechselseitig verstehbar sind, wird auch im Unterricht großen Wert darauf gelegt, daß man nicht nur eine skandinavische Wahlsprache besonders gut aktiv (und passiv) beherrscht, sondern es wird auch davon ausgegangen, daß man sich in ähnlicher Weise um die beiden anderen im Lehrangebot vertretenen Sprachen kümmert, so daß man dem Unterricht in diesen Sprachen auch ohne Mühe folgen kann. Unterrichtssprachen sind, von einführenden und sprachenübergreifenden Lehrveranstaltungen einmal abgesehen, die drei genannten Sprachen (Dänisch, Schwedisch sowie Norwegisch). Studienschwerpunkte der Skandinavistik an der Universität Hamburg sind:
Der vierte Schwerpunkt, die Landeskunde, kann zur Zeit wegen der Nichtwiederbesetzung einer Professur für neuere (skandinavische) Geschichte leider nicht in dem erforderlichen Umfang angeboten werden. Grundsätzlich nicht angeboten werden Lehrveranstaltungen zur mittelalterlichen Literatur (Saga, Edda, Skaldik). Dafür tritt der Schwerpunkt (c) an diese Stelle, nicht zuletzt weil sich hieraus bessere berufliche Perspektiven für die Studierenden ergeben. Ziel des Studiums ist es, sichere Kenntnisse in mindestens zwei skandinavischen Sprachen sowie in ausgewählten Bereichen der skandinavischen Literatur und Kultur/Landeskunde zu erwerben. Dies geschieht, wie für die universitäre Ausbildung in Deutschland typisch, in exemplarischer Weise und unter besonderer Betonung der methodischen Aspekte, die die Absolventen später dazu befähigen soll, selbständig ihr Wissen anzuwenden und vor allem weiterzuentwickeln. Wichtig in diesem Zusammenhang sind auch ein mindestens halbjähriger Auslandsaufenthalt in einem der skandinavischen Länder, wenn möglich in Verbindung mit einem fachbezogenen Studienaufenthalt etwa über die europäischen Austauschprogramme (Leonardo) oder finanziert durch Stipendien. BerufsmöglichkeitenEs gibt nur wenige berufliche Tätigkeiten, die eine wissenschaftliche Ausbildung im Fach Skandinavistik erfordern. Eine "skandinavische" Qualifikation kann aber in Verbindung mit einer anderen Fachrichtung in einigen Berufsfeldern besondere Chancen eröffnen. In Frage kommen dafür die sogenannten Kulturberufe im In- und Ausland: Verlagslektor, Übersetzer; Mitarbeit in den Medien, am Theater, in Kultusverwaltungen, in Museen, Archiven und wissenschaftlichen Bibliotheken. Ein zweiter Tätigkeitsbereich liegt in den Bildungsorganisationen, besonders der Erwachsenen- und Ausländerbildung. Schließlich sind noch diejenigen Berufsfelder zu nennen, in denen zwar eine speziell "skandinavische" Qualifikation gefordert aber nur eine extrem geringe Zahl von Stellen für entsprechende Bewerber vorhanden ist: Die Hochschullaufbahn, die Lehrer- und Lektorentätigkeit an einer skandinavischen Bildungseinrichtung sowie Tätigkeiten im Kultursektor des auswärtigen Dienstes. Bisher durch eine skandinavistische Hochschulausbildung nur wenig erschlossene Berufsfelder sind in Wirtschaftsunternehmen und -verbänden, besonders, wenn Skandinavistik mit Jura oder Wirtschaftswissenschaften gekoppelt wird. LiteraturhinweiseZur allgemeinen Orientierung hinsichtlich der Sprachen sei auf folgendes Taschenbuch verwiesen, das vom zuständigen Fachvertreter für Skandinavistik an der Universität Hamburg verfaßt wurde: Kurt Braunmüller, Die skandinavischen Sprachen im Überblick. Tübingen: Francke-Verlag 1991 (UTB 1635). Dauer des StudiumsRegelstudienzeit: 9 - 10 Semester; Bakkalaureatsprüfung (im Rahmen des Magisterstudiengangs): 6 Semester + 1 Semester Prüfungszeit Abschlußmöglichkeiten
AdressenEin ausführlicher Studienplan ist erhältlich am: INSTITUT FÜR GERMANISTIK I Adresse der Fachschaft: Fachschaft Skandinavistik VoraussetzungenWer sich bewerben will, muß über das Reifezeugnis eines staatlichen oder staatlich anerkannten Gymnasiums verfügen oder eine von der zuständigen Behörde als gleichwertig anerkannte Vorbildung nachweisen. Stand: September 2000 |
| Impressum | Letzte Änderung: 28. Juni 2001 |