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SprachlehrforschungBeschreibung des FachsDas Fach: Wie hat es angefangen? 1973 initiierte die Deutsche Forschungsgemeinschaft ein Schwerpunktförderungsprogramm "Sprachlehrforschung", um Projekte zu fördern, die das Fremdsprachenlernen und -lehren erforschen sollten. Das Fach Sprachlehrforschung wurde dann 1976 mit der Gründung des Seminars für Sprachlehrforschung an der Universität Bochum in Deutschland eingeführt und zwei Jahre später im gerade gegründeten Zentralen Fremdspracheninstitut der Universität Hamburg etabliert. Seit 2001 gehört das Fach zum Institut für Angewandte Sprachwissenschaften. Sprachlehrforschung hat in den angelsächsischen Ländern unter der Bezeichnung 'Applied Linguistics' eine lange Tradition. Ziele: Warum macht man das? Sprachlehrforschung ist als Abkürzung von "Sprachlehr- und Sprachlernforschung" zu verstehen. Sprachlehrforschung befaßt sich mit dem durch Unterricht gesteuerten Lehren und Lernen von Fremdsprachen. Damit verbunden sind sowohl theoretische als auch praktische Ziele - d.h., man will besser verstehen, wie Fremdsprachen gelernt werden, um die Lehre von Fremdsprachen zu verbessern. Beide Ziele sind eng miteinander verbunden, da natürlich das Lernen im Unterricht zumindest teilweise als Konsequenz der Lehre stattfindet (oder nicht stattfindet!). Beim Versuch, das Fremdsprachenlernen besser zu verstehen, sind alle Lernkontexte wie auch alle Sprachen relevant, z.B. der Deutschunterricht an japanischen Universitäten ebenso wie der Englischunterricht für AbiturientInnen an einem deutschen Gymnasium oder ein Projekt in Nordrhein-Westfalen, mit dem verschiedene Fremdsprachen systematisch in der Grundschule eingeführt werden. Ferner gilt, daß z.B. bilinguale Schulen (einige Schulfächer werden in einer Fremdsprache gelehrt und gelernt) oder andere innovative Formen des Fremdsprachenlernens wichtig sind. Es sind weiterhin Kenntnisse aus der Erforschung des Erstsprachenerwerbs und des "natürlichen" Zweitsprachenlernens (d.h., wie eine fremde Sprache gelernt wird, wenn man im Land wohnt, aber keinen Unterricht erhält) in der Sprachlehrforschung zu berücksichtigen. Forschung: Wie macht man das? Schlagwortartig kann der Forschungsansatz der Sprachlehrforschung als lernerbezogen, empirisch und interdisziplinär/integrativ bezeichnet werden. Alle drei Merkmale hängen miteinander zusammen. Der Ansatz versteht sich als lernerbezogen, da Prinzipien des Lehrverhaltens kaum festgelegt werden können, ohne daß deren Auswirkung auf Lerner und Lernerinnen erforscht wird. Eine effektive Fremdsprachenlehre, die nicht mit effektivem Fremdsprachenlernen verbunden ist, dürfte ein Widerspruch sein. Der Ansatz ist empirisch, d.h. Einsichten und Hypothesen müssen sich aus dem Unterricht selbst ergeben. Unterrichtsbeobachtung und -analyse bilden daher ein wichtiges Element des Studiums der Sprachlehrforschung. Der Forschungsansatz ist interdisziplinär in dem Sinne, daß mehrere Disziplinen sich mit isolierten Teilen des Fremdsprachenlernens beschäftigen, so z.B. die Linguistik, Pädagogik, Soziologie und Psychologie. Die Einsichten und Ergebnisse solcher "Bezugsdisziplinen" müssen natürlich zuerst überprüft und dann in einer Theorie des Fremdsprachenlernens integriert werden. Das StudiumSprachlehrforschung kann im Rahmen des Instituts für Allgemeine und Angewandte Sprachwissenschaft/ Abteilung Sprachlehrforschung als Haupt- und Nebenfach mit den folgenden Lehrsprachen studiert werden: Deutsch als Fremdsprache (DaF), Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch. Darüber hinaus können auch andere Sprachen gewählt werden. Das Studium gliedert sich in drei Bereiche: Sprachpraxis (in der zu wählenden 'Lehrsprache'), Sprachenlernen/Sprachenlehren, Sprachlehrpraxis. Es werden Seminare mit einzelsprachlicher Schwerpunktbildung als auch solche mit sprachübergreifender Thematik angeboten. Das Studium wird mit einem Magisterexamen abgeschlossen. Die Sprachlehrveranstaltungen in den oben genannten Sprachen dienen dem Erwerb von sprachpraktischen Fertigkeiten und von Kenntnissen über die jeweilige Fremdsprache und deren Kulturbereiche. Es werden bestimmte Themen im Zusammenhang mit Sprach- oder Literaturwissenschaft, Landeskunde und Fachdidaktik behandelt. Als kleinen Einblick in das Lehrangebot nennen wir einige Seminartitel: "Sprachkontraste Deutsch-Französisch als Lehr- und Lernproblem", "Grammatikvermittlung im Englischuntericht für Erwachsene", "Grundlagen und Praxis der Landeskunde im Deutsch als Fremdsprache-Unterricht", "Routinen beim Spracherwerb", "Lehrer-Feedback im Fremdsprachenunterricht", "Fehleranalyse (unter besonderer Berücksichtigung des Russischen)". Der Studienschwerpunkt 'Deutsch als Fremdsprache' nimmt im Fach Sprachlehrforschung einen wichtigen Stellenwert ein. Er zielt ab auf Sprachunterricht in der Erwachsenenbildung und eröffnet durch seine Aspekte Kulturkontakte, interkulturelle Kommunikation und Mehrsprachigkeit sowie ein breitgefächertes Praktikumsprogramm vielfältige Berufsperspektiven im In- und Ausland (z.B. in Fort- und Weiterbildungsinstitutionen, in Goethe-Instituten, Verlagen, Medien, im Hochschulbereich). Praktische Erfahrungen können Studierende der Sprachlehrforschung mit dem Schwerpunkt Deutsch als Fremdsprache auch im Rahmen der am Institut für Germanistik I angebotenen Intensivkurse Deutsch als Fremdsprache für ausländische Studierende sammeln (z.B. für das dringend empfohlene Inlandspraktikum). BerufsmöglichkeitenVermittlung von Fremdsprachen im außerschulischen Bereich (z.B. betriebliche Sprachausbildung, Jugendarbeit), wissenschaftliche Analyse und Planung von Fremdsprachenunterricht (z.B. in Schulbuchverlagen), Lehrerfortbildungen im In- und Ausland. LiteraturhinweisEdmondson, W.J. & House, J.: Einführung in die Sprachlehrforschung, Francke, 1993 Tübingen (Uni-Taschenbücher 1697). Dauer des StudiumsRegelstudienzeit: 9-10 Semester; Bakkalaureatsprüfung: 6 Semester + 1 Semester Prüfungszeit Abschlußmöglichkeiten
AdressenEin ausführlicher Studienplan ist erhältlich am Institut für Allgemeine und Angewandte Sprachwissenschaft Adresse der Fachschaft: Fachschaft Sprachlehrforschung VoraussetzungenWer sich bewerben will, muß über das Reifezeugnis eines staatlichen oder staatlich anerkannten Gymnasiums verfügen oder eine von der zuständigen Behörde als gleichwertig anerkannte Vorbildung nachweisen. Bewerbungsunterlagen sind jeweils 8 Wochen vor Ende der Bewerbungsfrist zum Winter-/Sommersemester (15. Juli/15. Januar) bei der Zulassungsstelle der Universität (Studentensekretariat, Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg) erhältlich. Stand: Oktober 2002 |
| Impressum | Letzte Änderung: 25. Oktober 2002 ogl |