Universität Hamburg Abteilung Sprachlehrforschung #LOGO

Was ist Sprachlehrforschung?

  • Also, Sie beschäftigen sich mit Fremdsprachen. Meiner Meinung nach ist es beim Fremdsprachenlernen so ... Eine Fremdsprache kann man natürlich nur dann wirklich lernen, wenn man längere Zeit in einem Land lebt, wo diese Sprache benutzt wird. Außerdem müsste man am besten noch sehr jung sein, wenn man eine gute Chance haben will, eine wirklich tolle Aussprache zu bekommen. Andererseits ist es für Kleinkinder gefährlich, eine Fremdsprache zu erwerben. Entweder verlieren sie dabei ihre Muttersprache oder sie haben später in der Schule größere Schwierigkeiten - alles wird viel langsamer gelernt, da die zwei Sprachen im Kopf dem Kind irgendwie zu schaffen machen. Daher lassen wir es lieber doch bei der Schule, dort kann man sowieso einiges erreichen, vor allem wenn man die neueste und beste Lehrmethode einsetzt. Ich erwarte daher von der Uni oder von der 'Sprachforschung', oder wie das heißt, dass mir gesagt wird, welche Methode denn nun die beste ist. Nach zwanzig Jahren so genannter "Erforschung" müsste man längst eine Antwort auf diese Frage wissen. Also, ich höre ...
  • Leider gibt es keine beste Lehrmethode und es wird sie nie geben.
  • Na toll! Ich stelle eine einfache Frage und Sie geben mir keine Antwort! Vielen Dank. Auf Wiedersehen!
  • Warten Sie, bitte! Vielleicht gibt es eine andere Frage, die für Sie interessant sein könnte, nämlich, ob es eine beste Lernmethode gibt! Eigentlich ist das Lernen doch viel wichtiger als das Lehren, oder?
  • Nun ja, Lehrer würden das sicher anders sehen, aber Ihre Frage ist nicht uninteressant. Also, welches ist denn die beste Lernmethode?
  • Die gibt es so pauschal auch nicht!
  • Was Sie nicht sagen!
  • Aber man hat eine Menge herausgefunden bzgl. der Frage, was einen guten Fremdsprachenlerner ausmacht und welche so genannten Lernstrategien eher erfolgreich sind.
  • Klingt schon besser. Welche sind denn diese Tricks, die man beim Lernen anwendet?
  • Kann ich so nicht sagen. Es gibt einige Komplikationen, zum Beispiel was für ein Lernertyp Sie sind, was Sie mit der Sprache anfangen wollen, um welche Sprache es sich handelt, wie viel Zeit Sie investieren können und wollen und so weiter ...
  • Sie meinen, Sie haben herausgefunden, dass Menschen und Sprachen unterschiedlich sind?
  • So ungefähr. Die Frage ist aber: welche Unterschiede sind für den Zweitsprachenerwerb relevant, nicht wahr?
  • Was ist das denn? Das Gleiche wie Fremdsprachenlernen, oder was?
  • Nein, d.h. jein. Schauen Sie mal ... Warum lesen Sie nicht mehr über Sprachlehrforschung, statt mich so zu befragen?
  • Na gut, lesen kann ich auch ...
  • Schön. Übrigens, das mit den Vorteilen eines längeren Auslandsaufenthalts oder der guten Aussprache bei Kindern oder den Nachteilen einer bilingualen Erziehung, ist entweder schlicht falsch oder viel komplizierter.
  • Sie müssen wohl immer das letzte Wort haben, was!
  • Nein, das letzte Wort überlasse ich gerne Ihnen.
  • Vielen Dank.