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Forschungskolloquium

Lehrplan ÄdL
Lehrende ÄdL
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
Teilfach Ältere Deutsche Literatur
Sommer-Semester 2010

Bitte beachten: Das Anmeldeverfahren erfolgt für alle Seminare über STiNE.


ZUR BEACHTUNG: Aktuelle Änderungen werden in blauer Schriftfarbe wiedergegeben.

Hinweise zu den Studienschwerpunkten, Modulcodierungen [Zusatz in eckigen Klammern] und Abkürzungen siehe hier


V O R L E S U N G E N (kolloquial)

(Die Vorlesung aus dem Modul [DSL-E2][DE-E2] findet in jedem WiSe statt.)

52-163 Michael Baldzuhn
Text - Wissen - Institution: Schule und Literatur in Mittelalter und Früher Neuzeit

[DSL-A3][DE-A3][MASt-A1]DSL-W][DSL-V2][DE-V2][MASt-V1][DL-M1]
2st. Mo 16-18 (Kernzeit), Hörsaal Erzwiss. VMP 8.Achtung! Die Lehr-VA fällt in der 24. – 27. Woche wegen Krankheit aus.
Beginn: 12.04.2010

Schulen und Universitäten, die einen seit karolingischer Zeit als Institution in der mittelalterlichen Kultur etabliert, die anderen seit dem Hochmittelalter entstehend, sind ein zentraler Ort der Rezeption, Distribution und Produktion von Texten. In ihnen werden Praktiken des Umgangs mit dem geschriebenen Wort eingeübt in engem Zusammenspiel mit dem gesprochenen Wort und zunächst ausschließlich in lateinischer Sprache, seit dem Spätmittelalter zunehmend aber auch in der Volkssprache. So oder so werden in der Volkssprache arbeitenden Autoren in Schule und Universität (ebenso aber auch auf Nebenwegen, im Rahmen geringer institutionalisierter Formen von Unterricht) elementare litterale Praktiken vermittelt.
Schule und Universität sind aber nicht nur Orte der Vermittlung von bereits vorhandenen litteralen Techniken und Wissen. Beide partizipieren auch selbst und in vielfacher Weise an einem zentralen historischen Prozess der Modernisierung der mittelalterlichen Kultur: dem Vordringen von Schriftlichkeit. Entsprechend "lernen" auch Schule und Universität über die Jahrhunderte, Schrift für ihre eigenen Zwecke zunehmend effizient zu gebrauchen.
Die Vorlesung verfolgt zwei Ziele. Sie versucht zum einen Einblicke in den Prozess der Verschriftlichung der mittelalterlichen Gesellschaft zu geben, indem sie u. a. an der Evolution des Schulbuchs die Entfaltung des Mediengebrauchs in Schule und Unterricht von Karl dem Großen bis ins 16. Jahrhundert verfolgt. Sie versucht zum anderen nachzuzeichnen, auf welche Weise grundlegende Veränderungen in den Techniken der Bewahrung, Aufbereitung und Weitergabe von Texten und Wissen in der jeweils zeit-genössischen literarischen Produktion alt-, mittel- und frühneuhochdeutscher Texte sich niederschlagen.


52-164 Nikolaus Henkel
Das Drama im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Feier und Spiele des 11.-16. Jahrunderts[DSL-A3][DE-A3][MASt-A1][DSL-V2][DE-V2][MASt-V1][DSL-W][DL-M1][DSL-V4](T/M)

2st. Di 14-16 Hörsaal ESA M (Kernzeit)
Beginn: 06.04.2010

Das Drama der Antike, an dem sich Autoren im 16./17. Jh. orientieren konnten, Shakespeare beispielsweise, war dem Mittelalter unbekannt. Vom 11. Jh. an lassen eigenständige Formen theatrale Gestaltung beobachten, zunächst im Raum der Kirche, später auch außerhalb, im weltlichen Literaturbetrieb. Es geht um geistliche Feiern zum Oster- und Weihnachtsfest, um publikumswirksame geistliche Dramen, die auf den Marktplätzen aufgeführt wurden oder schwankhafte Sujets in den Fastnachtspielen des 15. und 16. Jahrhunderts bis hin zu Hans Sachs. - Die Vorlesung will ausgewählte Texte analysieren und die Geschichte der Gattung an exemplarischen Stücken nachzeichnen. Dabei werden das Verhältnis von Text und Aufführung, die Modalitäten der Performanz, die Wirkmechanismen gesellschaftlicher Akzeptanz zu untersuchen sein, ebenso aber auch die Überlieferung der Stücke in Handschriften und frühen Drucken und die dort sichtbaren Übergänge vom Aufführungstext zum Lesedrama. Vorbereitung: JOHANNES JANOTA, Geschichte der deutschen Literatur Bd. III,1: Orientierung durch volkssprachliche Schriftlichkeit, Tübingen 2004, S. 356-377. Text: Fastnachtspiele des 15. und 16. Jahrhunderts, hg. von DIETER WUTTKE, 7. Aufl. Stuttgart: reclam 2006 (Anschaffung erbeten; auch frühere Ausgaben möglich)


52-165 - Entfällt
[ - DSL-A3][MASt-A1][DSL-W]

2st. Do 10-12 Hörsaal Phil B
Beginn: s. Aushang


S E M I N A R E I a

Für alle Ia-Seminare besteht eine Teilnehmerbegrenzung. Anmeldung und Zulassung über STiNE.

Es wird dringend empfohlen, Vorlesung und Seminar Ia des Einführungsmoduls im selben Semester zu besuchen.

52-167 Michael Baldzuhn
Einführung in die ältere deutsche Sprache und Literatur. Hartmann von Aue:'Iwein'

[DSL-E2][DE-E2][MASt-E1][DSL-W]
Übung 2st. MI 12-14 PHIL 1013 + DO 14-16 PHIL 708 s. StiNE/Aushang. Achtung! Die Lehr-VA fällt in der 24. + 25. Woche wegen Krankheit aus! Die Übungen finden statt!
Beginn: 12.04.2010

Der Kurs vermittelt für das Verstehen von Werken der deutschen Literatur des Mittelalters erforderliche Grundkenntnisse. Als Veranstaltung des Einführungsmoduls wendet sich das Seminar insbesondere an Erst- und Zweitsemester. Es wird von einem obligatorischen zweistündigen Tutorium begleitet, in dem die Inhalte des Seminars eingeübt werden.
Eines der zentralen Ziele der Veranstaltung ist die Vermittlung elementarer Übersetzungskompetenz: Am Ende des Semesters sollen einfachere mittelhochdeutsche Texte im Original gelesen werden können. Die Kenntnisse der älteren Sprachstufe "Mittelhochdeutsch" leiten überdies dazu an, Phänomene der Gegenwartssprache in ihrer historischen Gewachsenheit zu verstehen und zu erklären.
Weiterhin wird mit elementaren Hilfsmitteln des Studiums vertraut gemacht, werden für das Verständnis mittelalterlicher Texte notwendige Grundbegriffe ihrer Analyse eingeführt und werden die besonderen kulturelle Rahmenbedingungen mittelalterlicher Textproduktion, -distribution und -rezeption reflektiert.
Voraussetzung für den Scheinerwerb ist neben regelmäßiger und aktiver Teilnahme und der Bereitschaft, Kurzreferate im Umfang von 10-15 Minuten zu halten, das Bestehen der zweistündigen Abschlussklausur, die in der letzten Sitzung geschrieben wird.
Textgrundlage: Hartmann von Aue: Iwein. Text der siebenten Ausgabe von G. F. Benecke, K. Lachmann und L. Wolff. Übersetzung und Nachwort von Thomas Cramer. 4. Aufl. Berlin 2001 [zur Anschaffung empfohlen]; Lexer, Matthias: Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch. 38. Aufl. Stuttgart 1992 [zur Anschaffung empfohlen; die Auflagen 34 bis 37 können, da text- und seitenidentisch, ebenfalls benutzt werden]; Weddige, Hilkert: Mittelhochdeutsch. Eine Einführung. 6. Aufl. München 2004 [zur Anschaffung empfohlen].
Zur Vorbereitung: Christoph Cormeau, Wilhelm Störmer: Hartmann von Aue. Epoche, Werk, Wirkung. 2., überarbeitete Auflage. München 1993. Gründliche Kenntnis der Einführung von Cormeau/Störmer ist bereits zur ersten Sitzung wünschenswert, ebenso die vollständige Textkenntnis des 'Iwein' in neuhochdeutscher Übersetzung.


52-168 Michael Baldzuhn
Einführung in die ältere deutsche Sprache und Literatur. Hartmann von Aue: 'Iwein'

[DSL-E2][DE-E2][MASt-E1][DSL-W]
Übung 2st. FR 12-14 PHIL 1013 + DO 12-14 PHIL 1013 s. StiNE/Aushang. Achtung! Die Lehr-VA fällt in der 24. + 25. Woche wegen Krankheit aus!
Beginn: 06.04.2010

Der Kurs vermittelt für das Verstehen von Werken der deutschen Literatur des Mittelalters erforderliche Grundkenntnisse. Als Veranstaltung des Einführungsmoduls wendet sich das Seminar insbesondere an Erst- und Zweitsemester. Es wird von einem obligatorischen zweistündigen Tutorium begleitet, in dem die Inhalte des Seminars eingeübt werden.

Eines der zentralen Ziele der Veranstaltung ist die Vermittlung elementarer Übersetzungskompetenz: Am Ende des Semesters sollen einfachere mittelhochdeutsche Texte im Original gelesen werden können. Die Kenntnisse der älteren Sprachstufe "Mittelhochdeutsch" leiten überdies dazu an, Phänomene der Gegenwartssprache in ihrer historischen Gewachsenheit zu verstehen und zu erklären.
Weiterhin wird mit elementaren Hilfsmitteln des Studiums vertraut gemacht, werden für das Verständnis mittelalterlicher Texte notwendige Grundbegriffe ihrer Analyse eingeführt und werden die besonderen kulturelle Rahmenbedingungen mittelalterlicher Textproduktion, -distribution und -rezeption reflektiert.
Voraussetzung für den Scheinerwerb ist neben regelmäßiger und aktiver Teilnahme und der Bereitschaft, Kurzreferate im Umfang von 10-15 Minuten zu halten, das Bestehen der zweistündigen Abschlussklausur, die in der letzten Sitzung geschrieben wird.
Textgrundlage: Hartmann von Aue: Iwein. Text der siebenten Ausgabe von G. F. Benecke, K. Lachmann und L. Wolff. Übersetzung und Nachwort von Thomas Cramer. 4. Aufl. Berlin 2001 [zur Anschaffung empfohlen]; Lexer, Matthias: Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch. 38. Aufl. Stuttgart 1992 [zur Anschaffung empfohlen; die Auflagen 34 bis 37 können, da text- und seitenidentisch, ebenfalls benutzt werden]; Weddige, Hilkert: Mittelhochdeutsch. Eine Einführung. 6. Aufl. München 2004 [zur Anschaffung empfohlen].
Zur Vorbereitung: Christoph Cormeau, Wilhelm Störmer: Hartmann von Aue. Epoche, Werk, Wirkung. 2., überarbeitete Auflage. München 1993. Gründliche Kenntnis der Einführung von Cormeau/Störmer ist bereits zur ersten Sitzung wünschenswert, ebenso die vollständige Textkenntnis des 'Iwein' in neuhochdeutscher Übersetzung.


52-169 Christine Putzo
Einführung in die ältere deutsche Sprache und Literatur: Der Stricker, Verserzählungen
[DSL-E2][DE-E2][MASt-E1][DSL-W]

2st. Fr. 14-16 Phil 256/58 (Wahlzeit) + 2st. Übung in Gruppen DO 12-14 PHIL 708 + DI 14-16 PHIL 708 s. StiNE/Aushang
Beginn: 09.04.2010

Unter dem vermutlich sprechenden Namen "Der Stricker" ist eines der reichhaltigsten Œuvres mittelhochdeutscher Erzählliteratur im 13. Jahrhundert überliefert. Der nicht näher bekannte Verfasser dichtete vermutlich zwischen 1220 und 1250 und stammte ausweislich seines Dialekts aus dem fränkischen Raum. Mit seinem Namen sind neben zwei Romanen vor allem eine Reihe von Kurztexten teils reflexiver, teils erzählender, oft schwankhafter Natur verbunden. Das Seminar möchte am Beispiel einer Auswahl aus diesen Erzählungen in das Studium der Älteren deutschen Sprache und Literatur einführen. Vorrangiges Lernziel ist dabei der Erwerb elementarer Kenntnisse des Mittelhochdeutschen, die die erste Voraussetzung für das wissenschaftliche Verständnis der Textes und für das weitere Studium des Teilfachs sind.

Literatur:
Text: Der Stricker. Verserzählungen. Hg. von Hanns Fischer. 5., verbesserte Auflage besorgt von Johannes Janota. Tübingen 2000 (Altdeutsche Textbibliothek 53) [ISBN 3-484-20071-5, 9 €. Bitte anschaffen!]. - Benötigte Hilfsmittel: Matthias Lexer, Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Aufl., Stuttgart 1992 (oder eine andere Auflage): ISBN 3-777-60494-1 [bitte anschaffen oder ausleihen] ; Hilkert Weddige, Mittelhochdeutsch. Eine Einführung. München 62003 (auch ältere Auflagen möglich): ISBN 3406457444 o d e r Thordis Hennings, Einführung in das Mittelhochdeutsche. Berlin 2003 (auch erste Auflage möglich): ISBN3110178184.


-------- Angelika Redder, Koord. Christoph Breitsprecher
Übung „Effektiv studieren I-III“



S E M I N A R E I b

52-170 Michael Baldzuhn
Aspekte der mittelalterlichen Manuskriptkultur (Projektseminar)
[DSL-A3][DE-A3][DSL-A6][DE-A6][DSL-W][MASt-A1]

2st. Mi 14-16 (Wahlzeit 1), Phil 570. Achtung! Die Lehr-VA fällt in der 24. – 27. Woche wegen Krankheit aus.
Beginn: 07.04.2010

Mittelalterliche Literatur entsteht bis weit ins 15. Jahrhundert hinein für mündliche und/oder handschriftliche Verbreitung: Der Buchdruck uns bis heute als selbstverständliches Trägermedium von Literatur bekannt, setzt sich erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts nachhaltig durch. Die andersartigen medialen Bedingungen der mittelalterlichen Manuskriptkultur haben weitreichende Auswirkungen auf die zeitgenössische Produktion, Distribution und Rezeption von Texten und damit auch auf unseren eigenen Annäherungsversuche an Literatur vor 1500. Über diese Auswirkungen will das Seminar einen Überblick verschaffen.
Ergänzend zu dieser Veranstaltung kann das Begleitseminar "Kodikologie in der Praxis" besucht werden. Das Projektseminar kann aber auch separat besucht werden.
Referat und Hausarbeit (10-15 Seiten) sind Voraussetzung für den Erwerb eines Leistungsnachweises.
Um frühzeitige persönliche Anmeldung in meiner Sprechstunde wird gebeten.

Zur Vorbereitung: Nigel F. Palmer: Von der Paläographie zur Literaturwissenschaft. Anlässlich von Karin Schneider, Gotische Schriften in deutscher Sprache, Bd. I. In: PBB 113 (1991), S. 212-250; Hans Ulrich Gumbrecht: Beginn von 'Literatur' / Abschied vom Körper? In: Der Ursprung von Literatur. Medien, Rollen, Kommunikationssituationen zwischen 1450 und 1650. Hg. von Gisela Smolka-Koerdt, Peter M. Spangenberg und Dagmar Tillmann-Bartylla. München 1988, S. 15-50.


52-171 Michael Baldzuhn
Kodikologie inn der Praxis: Hamburger Handschriftenbestände (Begleitseminar)

[DSL-A6][DE-A6][DSL-W][MASt-A1][DL-M3 (Übung)]
Achtung! Die Lehr-VA fällt in der 24. + 25. Woche wegen Krankheit aus!
Beginn: 07.04.2010

Das Seminar führt an die praktische Arbeit mit mittelalterlichen Handschriften heran. Die Arbeitsgrundlage werden ausgewählte Handschriften der Hamburger Staatsbibliothek sowie Handschriften aus Bibliotheken des Bodenseeraumes bilden. Erstere können in der SUB bearbeitet werden, letztere werden im Rahmen einer einwöchigen Exkursion (Termin: 24.-29. Mai 2010) vor Ort konsultiert. Organisatorische Rückfragen sollten ggf. sehr frühzeitig in meiner Sprechstunde geklärt werden.
Für den Leistungsnachweis ist eine Handschrift in einem Referat dem Plenum vorzustellen und eine schriftliche Handschriftenbeschreibung anzufertigen.
Die Veranstaltung kann nur als Begleitseminar zum Projektseminar "Aspekte der mittelalterlichen Manuskriptkultur" besucht werden.
Um frühzeitige persönliche Anmeldung in meiner Sprechstunde wird gebeten.

Zur Vorbereitung: Karin Schneider: Paläographie und Handschriftenkunde für Germanisten. Eine Einführung. 2., überbearbeitet Auflage. Tübingen 2009 (Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte B. Ergänzungsreihe 8) [zur Anschaffung empfohlen].


52-172 Florian Schmid
The missing link: Spuren des Kulturellen Erbes
[DSL-A3][DE-A3][DSL-A10][MUK-A2][(T/M)[DSL-W] [MASt-A1]

2st. Fr 12-14 (Wahlzeit) Phil 570
Beginn: 09.04.2010

Seit Januar 2001 bietet "Wikipedia. Die freie Enzyklopädie" Wissen für alle von potenziell allen. Begibt man sich auf eine Spurensuche nach mittelalterlicher Literatur, dann ist zu beobachten, dass viele Einträge zu einzelnen Werken fehlen. Ziel dieses Seminars ist es, die Anzahl dieser "missing links" durch eigene Beiträge zu Werken und aktueller Forschung zu reduzieren. Statt Spuren zu suchen, wollen wir Spuren legen: In unserer Rolle als Multiplikatoren wollen wir einen Teil des deutschsprachigen kulturellen Erbes für die Öffentlichkeit erschließen: den der mittelalterlichen Literatur.
In einer ersten Seminarphase werden wir den Umgang mit Wikipedia kritisch reflektieren: Wie funktioniert das Wiki-Prinzip? Welche Chancen und Grenzen können wir feststellen? Wie kann die Qualität der Artikel gewährleistet werden? In einer zweiten Phase erarbeiten Sie nach literaturwissenschaftlichen Standards sukzessive einen eigenen, Lexikon tauglichen Artikel zu einem ausgewählten mittelhochdeutschen Werk


52-173 Susanne Warda
Konrad von Würzburg, Legendendichtungen ('Alexius' und 'Pantaleon')
[DSL-A3][DE-A3][MASt-A1][DSL-W]

2st. Di 16-18 Phil 256/58
Beginn: 06.04.2010

Konrad von Würzburg war ein außerordentlich vielseitiger Autor des 13. Jahrhunderts. Zu seinem umfangreichen Werk gehören neben Lyrik, Kleinepik bzw. maeren, einem höfischen Epos und einem monumentalen Trojaroman auch mehrere Verslegenden. Zwei von diesen, nämlich 'Alexius' und 'Pantaleon', sollen im Zentrum des Seminars stehen.
Neben gemeinsamem kommentierendem Lesen und Übersetzen werden wir uns den Dichtungen unter verschiedenen Gesichtspunkten nähern. Dabei wird u.a. auch nach den Kennzeichen und Besonderheiten der Gattung 'Legende' zu fragen sein. Die Heiligenverehrung als ein zentrales Element christlicher Glaubenspraxis im Mittelalter hat nicht nur eine reiche lateinische und volkssprachige Literatur hervorgebracht, sondern auch Aspekte des Alltagslebens entscheidend mitgeprägt. 'Alexius' und 'Pantaleon' sind zwei Beispiele hierfür, an denen wichtige Charakteristika von Heiligenfiguren und ihren Lebensgeschichten ('Viten') herausgearbeitet werden können.
Die Texte werden vorab über STiNE digital zur Verfügung gestellt, da leider zur Zeit keine passenden Textausgaben im Buchhandel erhältlich sind (bitte vor Seminarbeginn herunterladen).
Voraussetzung für den Scheinerwerb wird eine Hausarbeit zu einem der Seminarthemen sein.
Literatur in Auswahl:
Textausgaben:
Konrad von Würzburg. Die Legenden. Hg. von Paul Gereke. Bd. II: Alexius (Altdeutsche Textbibliothek, 20). Halle 1926. - Konrad von Würzburg: Pantaleon. Hg. von Winfried Woesler (Altdeutsche Textbibliothek, 21). 2. Aufl. Tübingen 1974.
Sekundärliteratur:
Rüdiger Brandt: Konrad von Würzburg. Kleinere epische Werke (Klassiker-Lektüren, 2). 2., neu bearb. und erw. Aufl. Berlin 2009. - Rüdiger Brandt: Konrad von Würzburg (Erträge der Forschung, 249). Darmstadt 1987. - Hartmut Kokott: Konrad von Würzburg. Ein Autor zwischen Autonomie und Auftrag. Stuttgart 1989. - Horst Brunner: Artikel'Konrad von Würzburg', in: Verfasserlexikon. Bd. 5. 2., völlig neu bearb. Aufl. hg. von Kurt Ruh. Berlin u.a. 1985, Sp. 272-304.
Weitere Forschungsliteratur wird im Seminar bekanntgegeben.


52-174 Susanne Warda
Rittertum im Spätmittelalter: Wernher der Gärtner,'Helmbrecht'
[DSL-A3][DE-A3][MASt-A1][DSL-W]

2st. Do 10-12 Phil 1013
Beginn: 08.04.2010

Der'Helmbrecht' ist sicherlich eine der bekanntesten Dichtungen des Mittelalters. Die Geschichte vom Bauernsohn, der sich über seinen angeborenen Stand erhebt, zum „Raubritter“ wird und am Ende eine fürchterliche Strafe für seinen Hochmut erleidet, hat zahlreiche interessante Aspekte zu bieten. An diesem Text lassen sich viele Züge erkennen, die typisch für die mittelalterliche Literatur und Weltsicht im allgemeinen sind.
In der Hauptfigur Helmbrecht zeigt sich ein Zerrbild der Konzeption von'Rittertum', das zentral für das Verständnis der Dichtung ist. Hier spielt auch die zeitgenössische Auffassung der Gesellschaftsordnung eine wichtige Rolle.
Geschichte gemacht hat des weiteren die am Anfang des Werks stehende Beschreibung von Helmbrechts seidenbestickter Haube, die als ein besonders schönes Beispiel mittelalterlicher Bildbeschreibungen ('descriptiones') gilt. Aber auch weitere Fragen von Motiv, Stoff und Erzähltechnik werden wir in den Blick nehmen, ebenso wie sprachliche Gesichtspunkte.
Der Text sollte angeschafft werden (Edition: siehe Literaturangaben).
Voraussetzung für die Scheinvergabe ist das Verfassen einer Hausarbeit.
Literatur (Auswahl):
Textausgabe:
Wernher der Gartenaere,'Helmbrecht' (Altdeutsche Textbibliothek, 11). Hg. von Hans-Joachim Ziegeler und Kurt Ruh. 10. Aufl. Tübingen 1993.
Sekundärliteratur:
Fritz Peter Knapp: Artikel'Wernher der Gärtner', in: Verfasserlexikon. Bd. 10. 2., völlig neu bearb. Aufl. hg. von Kurt Ruh. Berlin u.a. 1999, Sp. 927-936. - Ulrich Seelbach: Kommentar zum „Helmbrecht“ von Wernher dem Gartenaere (GAG 469). Göppingen 1987.
Zusätzliche Forschungsliteratur wird zu Beginn des Seminars bekanntgegeben.


S E M I N A R E I I

52-176 Henkel/Schindler
Vergils'Aeneis' und die mittelalterlichen Eneas-Romane
[DSL-V2][DE-V2][MASt-V1][DL-M1][DL-M5][DL-M6][KphV2][Lgym Lat 7][GLP-M1][GLP-M2/M4/M9/M12/M15/W]
[DL-W]
2st. Do 14-16 Phil 1350
Beginn: 08.04.2010

Heinrich von Veldeke ist der Begründer der Gattung Roman in deutscher Sprache. Sein'Eneasroman' (um 1176/86) erzählt für seine hochmittelalterliche Gegenwart eine Geschichte neu, deren ersten weltliterarischen Entwurf der bedeutendste Dichter der römischen Antike, Vergil (70-19 v. Chr.), in seiner'Aeneis' geschaffen hatte. Ihr Held ist der Trojanerfürst Aeneas, der aus dem brennenden Troja flieht, um auf Befehl der Götter ein zweites Troja zu begründen, aus dem das Römische Imperium hervorgehen wird. Die Faszination dieses Werks reicht weit über das Mittelalter hinaus und führte u.a. Heinrich von Veldeke dazu, es neu für die Adelswelt des Hochmittelalters zu formulieren.
In diesem Seminar treffen sich Studierende der Germanistik und der Latinistik zu gemeinsamer Arbeit. Sie gilt den beiden genannten Texten im kontrastierenden Vergleich und widmet sich u.a. Fragen des Aufbaus und der Struktur beider Werke, ihrer Poetik und den jeweiligen Wirkungsabsichten und Publikumsbezügen. Erwartet wird die Bereitschaft zur Zusammenarbeit über die Fachgrenzen hinweg, vor allem zum Lesen der Texte (mit Übersetzung).
Ergänzt wird das Seminar durch eine Exkursion zur Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, wo wir mittelalterliche Handschriften und frühe Drucke mit Werken Vergils und deutscher höfischer Literatur studieren wollen.
Text: Heinrich von Veldeke, Eneasroman. Mittelhochdeutsch/neuhochdeutsch, mit einem Stellenkommentar von DIETER KARTSCHOKE, durchges. u. erg. Aufl., Stuttgart: reclam 1997, Nachdruck 2004 (Anschaffung erbeten; auch frühere Ausgaben möglich). - Vergil, Aeneis. Lat.-dt. hg. und übers. von J. Götte. München: Heimeran 7. Aufl. 1988 (oder spätere Nachdrucke).

Vorbereitung: ELISABETH LIENERT, Deutsche Antikenromane de Mittelalters, Berlin 2001, S. 72-102. - Kurt Ruh, Höfische Epik. Bd. 1, 2., verb. Aufl. Berlin 1977, S. 70-87 [hervorragende Gattungseinführung].
Themenvergabe für Germanisten: Mi, 3.2. und Do. 4.2.2010 jeweils 10 Uhr sowie in den Feriensprechstunden und im Sekretariat (Frau Wulff), Phil 308, wo auch Themenliste und Literaturverzeichnis aufliegen.


52-177 Eckart Conrad Lutz
Arbeiten an der Identität mittelalterlicher Personen und Gruppen. Profilbildungen in Text, Bild und Gespräch (mit Exkursion)
[DSL-V2][DE-V2][MASt-V1][DL-M1][DL-M6][DL-M7]
[DL-W]
2st. Fr 10-12, (Wahlzeit) Phil 1013
Beginn: 07.04.2010
(mit Exkursion nach Wienhausen und Wolfenbüttel)

Prozesse der Identitätsbildung in mittelalterlichen Texten sind in der Germanistischen Mediävistik gerade in den letzten Jahren wiederholt und in unterschiedlichen Kontexten thematisch geworden: In Hinblick auf die Herausbildung eines Nationalbewusstseins, im Rahmen der Emotionalitätsforschung und im Zusammenhang der Wahrnehmung des Eigenen und Fremden, der Differenzerfahrung (vgl. die Buchtitel unten). Im hier angebotenen Seminar geht es um einen pragmatisch-materialbezogenen Zugang, bei dem allerdings die Beobachtung der Medialität von Texten und Bildern im Fluchtpunkt steht. Es geht um den ihnen eingeschriebenen Anspruch, Prozesse der Herausbildung und Entwicklung personaler und kollektiver (gruppenspezifischer) Identitäten auszulösen und zu begleiten, einen Prozess, an dem die mündliche Kommunikation maßgeblich, wenn auch heute schwer fassbar, beteiligt ist. Es sollen Auszüge aus einem breiten Spektrum an literarischen und nicht-literarischen Texten gelesen und erörtert werden, die drei Gruppen bilden: Varianten der volkssprachigen höfischen Versdichtung (Thomasin von Zerclaere - Gottfried von Strassburg - Ulrich von Liechtenstein und Heinrich Wittenwiler), gelehrte politisch-historiographische Texte (Baudri de Bourgueil - Otto von Freising - Gervasius von Tilbury und Rudolf von Ems) sowie Texte aus monastisch-religiösem Umfeld (Speculum virginum - Rulman Merswin - Passionstraktate - Brauchtexte der windesheimischen Reform). Wie sich in den höfischen Verstexten auf unterschiedliche Weise mehr oder minder kollektive Modelle höfischer Bildung, ihrer Inhalte wie ihrer Aneignung, abzeichnen, so reißen die Texte der zweiten Gruppe Verstehens- und Verhaltenshorizonte auf, die an einzelne fürstliche Adressaten gebunden sind, auch wenn sie einen Geltungsanspruch implizieren, der über die unmittelbar Adressierten hinausreicht. In der dritten Gruppe von Texten begegnet man hingegen dezidiert gemeinschaftsbildenden Entwürfen einer exemplarischen religiösen und sozialen Identität. Eine in mehrfacher Hinsicht grenzständige süddeutsche Tafelsammlung soll das Zusammenspiel von Bild und Text, religiöser und weltlicher Thematik, gelehrten und lebenspraktischen Dimensionen usw. veranschaulichen. Die Zugänge, die hier zur Diskussion gestellt werden sollen, sind in den letzten Jahren im Kontext von Freiburger Projekten und Seminaren entwickelt worden. - In Verbindung mit der dritten Themengruppe sind Besuche in niedersächsischen Frauenklöstern (Ebstorf, Wienhausen, Heiningen und Dorstadt) und eine Begegnung mit den Mitarbeitern des Wolfenbütteler Forschungsprojekts'Rekonstruktion und Erforschung niedersächsischer Klosterbibliotheken des späten Mittelalters' und den von ihnen untersuchten Heininger und Steterburger Handschriften vorgesehen.

Literatur: Identität und Krise? Zur Deutung vormoderner Selbst-, Welt- und Fremderfahrungen, hg. v. CHRISTOPH DARTMANN / CARLA MEYER, Münster 2007. - Unverwechselbarkeit. Persönliche Identität und Identifikation in der vormodernen Gesellschaft, hg. v. PETER VON MOOS, Köln 2004. - UTA GOERLITZ, Literarische Konstruktion (vor-)nationaler Identität seit dem Annolied. Analysen und Interpretationen zur deutschen Literatur des Mittelalters (11.-16. Jahrhundert) (Quellen und Forschungen zur Literatur- und Kulturgeschichte 45), Berlin/New York 2007. - MONIKA SCHAUSTEN, Suche nach Identität. Das "Eigene" und das "Andere" in Romanen des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit (Kölner germanistische Studien. N.F. 7), Köln etc. 2006. - ELKE KOCH, Trauer und Identität. Inszenierungen von Emotionen in der deutschen Literatur des Mittelalters (Trends in medieval philology 8), Berlin/New York 2006. - ECKART CONRAD LUTZ, Arbeiten an der Identität. Zur Medialität der cura monialium im Kompendium des Rektors eines reformierten Chorfrauenstifts (Scrinium Friburgense 28), Berlin/New York 2010.


52-178 Michael Baldzuhn
Edition in Theorie und Praxis: Lieddichtung des 14. Jahrhunderts
[DSL-V2][DE-V2][MASt-V1][DL-M1][DL-M3][DL-M5]
[DL-W]
2st. Di 8-10 (Wahlzeit 2), Phil 1350.Achtung! Die Lehr-VA fällt in der 24. – 27. Woche wegen Krankheit aus.
Beginn: 06.04.2010

Die späte Sangspruchdichtung/frühe meisterliche Lieddichtung des 14. Jahrhunderts hat bisher noch nicht die ihr gebührende Aufmerksamkeit des Faches gefunden. Ein schlichter, aber wesentlicher Grund dafür ist die Tatsache, dass zahlreiche der einschlägigen Texte entweder nur in veralteten Ausgaben vorliegen oder sogar noch gar nicht ediert, d. h. nur über die Handschriften selbst zugänglich sind. Ziel dieses Seminars ist es, gemeinsam ein Editionskonzept zu erarbeiten, das die besonderen Überlieferungsgegebenheiten der meisterlichen Lieddichtung berücksichtigt. Dazu werden wir uns ebenso das Spektrum der gegenwärtig verfügbaren germanistischen Editionsverfahren theoretisch erarbeiten wie mit den besonderen Gegebenheiten der Überlieferung meisterlicher Liedkunst vertraut machen müssen. Vor allem aber sollen in ausgewählten Fallstudien anhand von Texten, die aus den Handschriften selbst überhaupt erst noch zu transkribieren sind, Editionsvorschläge praktisch erarbeitet und gemeinsam diskutiert werden.
Um frühzeitige persönliche Anmeldung in meiner Sprechstunde wird gebeten.

Zur Vorbereitung: Klaus Grubmüller: Edition. In: Reallexikon der germanischen Altertumskunde. Begründet von Johannes Hoops. 2., völlig neu bearbeitete Auflage hg. von Heinrich Beck [u. a.]. Berlin, New York 1973-2007, Bd. 6 (1986), Sp. 447-453; Frieder Schanze: Meisterliche Liedkunst zwischen Heinrich von Mügeln und Hans Sachs. München 1983-84 (Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters 82f.), Bd. 1, S. 369-392 ("Zu einer historischen Typologie der Gattung zwischen dem 14. und dem 16. Jahrhundert.").


OBERSEMINAR UND FORSCHUNGSKOLLOQUIUM

52-179 Hartmut Freytag
OS/Abschlusssmodul
[DSL-Abschlussmodul][DE-Abschlussmodul][DL-Abschlussmodul][DL-M20]

1st. 14tgl. Fr. 16-18 Phil 256/58
Beginn: s. Aushang

Das Kolloquium richtet sich an Kommilitoninnen und Kommilitonen, die mit mir verabredet haben, ihr Examen (Magister und Höheres Lehramt, mündliche Prüfung und gegebenenfalls Klausur) im Jahr 2010 und 2011 bei mir abzulegen. Danach werde ich nicht mehr prüfen.
Das Kolloquium wird im Wintersemester 2010/ 2011 fortgesetzt.
Im Wintersemester 2009/ 2010 hat mein letztes Seminar II/ Hauptseminar stattgefunden.










  Impressum   Letzte Änderung: 05. Juli 2010