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Deutsche Sprache (Linguistik) Sommer-Semester 2010
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| TEILFACH V O R L E S U N G E N 52-120 Ingrid Schröder Einführung in das Studium der Linguistik [DSL-E1][DE-E1][DSL-W][GL-W] 2st. Di 14-16 (Kernzeit) Hörsaal Phil A. Achtung! Wird im Zeitraum 01.06. bis zum 13.07.2010 in Saal 5 des Cinemaxx-Kinos am Dammtor verlegt! Beginn: 06.04.2010 Die Vorlesung soll einen Überblick über die wichtigsten sprachwissenschaftlichen Theorien vermitteln, die im Laufe der Geschichte der Disziplin "Linguistik" / "Sprachwissenschaft" ausgebildet wurden. Die einzelnen Theorien werden in ihren wissenschaftsgeschichtlichen Kontext eingebettet und in ihrer Wirkung aufeinander dargestellt. Dabei sind die zentralen Fragestellungen und Begrifflichkeiten zu erörtern. Die Reichweite der einzelnen Ansätze kann anhand von exemplarischen Analysen kritisch diskutiert werden. Die Vorlesung ist für alle Studierende des BA-Studiengangs "Deutsche Sprache und Literatur" und der Lehramtsstudiengänge Deutsch im Modul Einführung in die Linguistik des Deutschen (DSL-E1 / DE-E1) obligatorisch. Ein Reader mit Basistexten wird zur Verfügung gestellt. 52-121 Svend Sager Etholinguistik [DSL-V1][DE-V1][GL-M1][GL-M5][DSL-W][GL-W][ASW-M9] 2st Mo 12-14 Hörsaal Phil B. Achtung! Wird im Zeitraum 31.05. bis zum 12.07.2010 in Saal 7 des Cinemaxx-Kinos am Dammtor verlegt! Beginn: 12.04.2010 Seit den 1970er Jahren gab es Überlegungen, die von K. Lorenz und N. Tienbergen begründete Wissenschaft der Ethologie - also der vergleichenden Verhaltensforschung, die sich mit dem Verhalten von Tieren befasste - auch auf den Menschen und vor allem auf seine Sprache anzuwenden. Diese sehr fruchtbaren und weitreichenden Überlegungen ermöglichten einen ganz neuen und veränderten Blick auf den Menschen, sein Verhalten und seine spezifische symbolische Kommunikation in Form der verbalen Sprache. Allerdings hat die Linguistik, die sich zu der Zeit in den Umwälzungen der pragmatischen Wende befand, in keiner Weise Notiz von dieser bedeutenden Entwicklung genommen - und hat es im Grunde genommen bis heute nicht getan. Dennoch muss man feststellen, dass ein ethologischer Blick auf Sprache und Kommunikation sehr viel umfassender und grundlegender eine Beschreibung und Erklärung vieler sprachlich kommunikativer Phänomene erlaubt. Angeregt durch frühe Arbeiten von vor allem Eibl-Eibesfeldt habe ich selbst dann Anfang der 1980er Jahre begonnen, unter dem Etikett einer 'linguistischen Ethologie' diese ignorierte und vernachlässigte Verbindung von Verhaltensforschung und kommunikationsorientierter Linguistik herzustellen. Die theoretischen Konzepte wie empirischen Befunde, die in dem Zusammenhang im Laufe von nun mehr als 25 Jahren entwickelt wurden, sollen in einer zusammenfassenden Gesamtschau im Rahmen der Vorlesung entfaltet werden. Dabei geht es um Themen wie Sprache als Handeln und Verhalten, konstitutionelle und konventionelle Komponenten der Sprache, Aspekte der evolutionären Entwicklung verbaler Kommunikation und um vergleichende Betrachtungen zum Verhalten subhumaner Primaten. Schließlich soll der Zusammenhang von Verhalten, Sprache und Kultur im Rahmen einer von Malinowski begründeten, von Wuketits aufgegriffenen und schließlich von mir selbst weitergeführten Transpositionstheorie erläutert werden. Dies führt uns zur Integration des sozialwissenschaftlichen Konzepts der Lebenswelt (Schütz/Luckmann) mit einer anthropologischen Symboltheorie (N. Elias). Dabei werden die Etiketten 'Etholinguistik', 'linguistische Ethologie' und 'Gesprächethologie' zu diskutieren sein, um sie möglicherweise als Komponenten einer allgemeinen Kommunikationsanthropologie zu bestimmen. 52-122 Kristin Bührig Funktionale Grammatiken und Grammatikvermittlung [DSL-A1][DE-A1][DSL-V7][DE-V7][GL-M11][DSL-W][GL-W][ASW-M4/M10| 2st. Mo 14-16 (Kernzeit), Hörsaal Phil D ab Mo 31.05. bis einschl. 12.07.2010 im Hörsaal B1 des WiWi-Bunker Beginn: 12.04.2010 In der Vorlesung sollen Traditionen und Konzepte der funktionalen Sprachbetrachtung vorgestellt und diskutiert werden, die ihren Niederschlag in Grammatiken, grammatischer Forschung und Werken der Sprachvermittlung gefunden haben. Ausgehend von einer Rekonstruktion des jeweiligen Funktionsbegriffs soll die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Grammatik und Interaktion im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen. 51-123 Kristin Bührig Formen und Manifestationen mehrsprachiger Kommunikation (DaF) [DSL-V6][DE-V6][GL-M4][GL-M7] [GL-M9][DSL-W][GL-W][ASW-M12] 2st. Mi 12-14 Hörsaal Phil G. Achtung! Wird im Zeitraum 02.06. bis zum 14.07.2010 in Saal 2 des Cinemaxx-Kinos am Dammtor verlegt! Beginn: 07.04.2010 In der Vorlesung sollen unterschiedliche Konstellationen mehrsprachiger Kommunikation vorgestellt bzw. recherchiert werden. In die bisherige Forschungsdiskussion sind bislang neben Fragen des Erwerbs mehrerer Sprachen vor allem Phänomene der Sprachmischung, des Übersetzens und Dolmetschens sowie der rezeptiven Mehrsprachigkeit eingegangen. Diese Phänomene sind wichtige Programmbausteine für die Veranstaltungen und werden durch Fragen nach den Voraussetzungen für mehrsprachige Kommunikation ergänzt. 51-124 Renata Szczepaniak Sprachgeschichte II [DSL-V1][DE-V1][DSL-A2][DE-A1][GL-M3][GL-M12][DSL-W][GL-W] 2st. Frei 14-16 (Kernzeit) Hörsaal Phil B. Achtung! Wird im Zeitraum 04.06. bis zum 19.07.2010 in Saal 7 des Cinemaxx-Kinos am Dammtor verlegt! Beginn: 09.04.2010 Diese Vorlesung bildet den zweiten Teil einer zweisemestrigen Vorlesungsreihe, in der das Grundwissen zur Sprachgeschichte des Deutschen vermittelt wird. Als Fortsetzung von "Sprachgeschichte I" (WiSe 2009/10) setzt dieser Vorlesungsteil im Mittelhochdeutschen an und beschäftigt sich mit den zentralen Wandelphänomenen des Mittel-, Früh- und Neuhochdeutschen. Die Vorlesung kann problemlos auch ohne Teilnahme an "Sprachgeschichte I" besucht werden, auch wenn Kontinuität von Vorteil ist. Nach seiner Ausgliederung aus dem Germanischen erfährt das Deutsche Veränderungen auf allen sprachlichen Ebenen, die zum Teil zu tiefgreifendem typologischem Wandel führen. Neben der phonologischen Neuorientierung von einer Silben- zu einer Wortsprache ist auf der lexikalischen Ebene ein Wandel zu einer sog. Mischsprache, auf der syntaktischen zur Klammersprache, auf der orthographischen zu einem tiefen, semantisch basierten Schriftsystem beobachten. Für die morphologische Ebene ist zentral, dass das Deutsche als einzige germanische Sprache (neben dem Luxemburgischen) den Umlaut funktionalisiert hat. Empfohlene Literatur: Nübling, D. et al. (22007): Historische Sprachwissenschaft des Deutschen. Eine Einführung in die Prinzipien des Sprachwandels. Tübingen. ---------Koordination: Ingrid Schröder, Myriam Richter, Hans-Harald Müller Ringvorlesung Hundert Jahre Germanistik in Hamburg 2st Mi 16-18 ESA C Beginn: 07.04.2010 Was ist eigentlich Germanistik? Was war und ist Germanistik in Hamburg? Was könnte sie sein? Wissenschaftsgeschichte ist keine Disziplin für Besserwisser - Wissenschaftsgeschichte kann allerdings mehr als nur interessante Geschichten erzählen, die uns nichts mehr angehen. Sie kann aus der Gegenwarts-Perspektive die Geschichte der Disziplin ziemlich genau beschreiben und damit auch einen Beitrag zur Abschätzung der Folgen leisten, die all die (gegenwärtigen) Maßnahmen im Bereich von Forschung, Lehre und Studium haben können. Unter dem Blickwinkel der Wissenschaftsgeschichte lassen sich verschiedene Richtungen eines Faches im Wandel integrieren; auf diese Weise ermöglicht sie nicht zuletzt auch eine Orientierung in dem zuweilen schwer überschaubaren Studienalltag. Obwohl die Anfänge einer Hamburger Germanistik etliche Jahrhunderte zurückliegen, beginnt ihre institutionelle Geschichte doch erst 1910: Das eigenständige 'Deutsche Seminar' wurde an der Schnittstelle von Allgemeinem Vorlesungswesen, Lehrerinnenausbildung und Kolonialinstitut eingerichtet und 1919 in die neu gegründete Universität eingegliedert. Im Jubiläumsjahr des nunmehr 100-jährigen Bestehens präsentiert die Ringvorlesung eine reiche Tradition, die offenbart, dass die Germanistik im Allgemeinen und die Hamburger Germanistik im Besonderen keine Disziplin ist, die sich von innen heraus kontinuierlich entwickelt hat, sondern auf gesellschaftliche und politische Entwicklungen sehr sensibel reagierte und es noch immer tut. Multiperspektivisch werden die einzelnen Beiträge sowohl Dimensionen der Fach-, Institutionen- und Konzeptionsgeschichte in den Blick nehmen, als auch eine Reihe bedeutender Hamburger Germanistinnen und Germanisten porträtieren: Zu nennen wären etwa Conrad Borchling, Agathe Lasch, Robert Petsch, Heinrich Meyer-Benfey, Walter A. Berendsohn, Hans Pyritz, Ulrich Pretzel, Karl-Robert Mandelkow. Gerade bei diesen biographischen Studien geht es nicht allein darum, die Leistung der Wissenschaftler/innen kritisch zu würdigen; es soll vielmehr versucht werden, das politische, soziale, intellektuelle und kulturelle Umfeld zu beschreiben, das Leistungen solcher Art ermöglichte oder beförderte. 07.04.2010 Zwischen Allgemeinem Vorlesungswesen und Kolonialinstitut: Die Gründung des Deutschen Seminars (Myriam Richter, IfG II) 14.04. "Frei soll die Lehre sein und frei das Lernen". Wandlungsprozesse der Hamburger Universität im 20. Jahrhundert (Rainer Nicolaysen, Historisches Seminar / Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte der Universität Hamburg) 21.04. Conrad Borchling und der Ausbau des Deutschen Seminars (Niederdeutsch) (Ingrid Schröder, IfG I) 28.04. Agathe Lasch - die erste Germanistikprofessorin Deutschlands an der Hamburgischen Universität (Christine Kaiser, Freie Lektorin und Autorin, Königslutter am Elm) 05.05. Robert Petsch und der erste Lehrstuhl für neuere deutsche Literaturgeschichte in Hamburg (Hans-Harald Müller, IfG II) 12.05. Professoren ohne Lehrstuhl: Heinrich Meyer-Benfey und Walter A. Berendsohn (Dirk Hempel / Hans-Harald Müller, IfG II) 19.05. Paul Theodor Hoffmann und die Hamburger Theatersammlung (Michaela Giesing, IfG II/Hamburger Theatersammlung) 02.06. Die Hamburger Germanistik im Nationalsozialismus (Myriam Richter / Hans-Harald Müller, IfG II) 09.06. Entnazifizierungsverfahren in der Philosophischen Fakultät (Anton Guhl, Historisches Seminar) 16.06. Germanistik nach 1945: Ulrich Pretzel, Hans Pyritz (Myriam Richter / Mirko Nottscheid, IfG II) 23.06. Goethe in Hamburg: Robert Petsch, Hans Pyritz, Karl Robert Mandelkow (Bernd Hamacher, Goethe-Wörterbuch, Arbeitsstelle Hamburg der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen / IfG II) 30.06. Lektoren - Vilma Mönckeberg-Kollmar, Annemarie Hübner, Willy Krogmann (Mirko Nottscheid, IfG II) 07.07. Editionsphilologie in Hamburg (Rüdiger Nutt-Kofoth, Goethe-Wörterbuch, Arbeitsstelle Hamburg der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen / IfG II) 14.07. Germanistische Literaturwissenschaft in Hamburg von 1970 bis 2010 (Jörg Schönert, IfG II) |
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| S E M I N A R E Für alle Ia-Seminare besteht eine Teilnehmerbegrenzung. Anmeldung und Zulassung über STiNE. 52-125 Frederike Eggs Einführung in die Linguistik des Deutschen [DSL-E1][DE-E1] 2st. Mo 12-14 Phil 256/58 (Wahlzeit) Beginn: 12.04.2010 + 2st. Übung in Gruppen Mi 14-16 Phil 708 + MI 14-16 PHIL 1013 (s. Aushang/STiNE) Die Veranstaltung dient der Einführung in linguistische Fragestellungen und linguistisches Arbeiten. Zunächst werden wir uns mit grundlegenden Theorien darüber befassen, was eigentlich unter `Sprache' zu verstehen ist, um uns sodann den verschiedenen Teilgebieten des Faches zuzuwenden. Hierzu gehören Semantik, Pragmatik, Phonetik und Phonologie, Morphologie und Wortbildung, Graphematik und nicht zuletzt die Syntax. Zentrale Elemente der hier relevanten theoretischen Konzepte, Kategorien und Methoden sollen vorgestellt bzw. auf der Grundlage von entsprechendem Material selbst entwickelt und anschließend anhand kleiner Analyseaufgaben erprobt und überprüft werden; zwar stehen die Besonderheiten der deutschen Sprache im Mittelpunkt, jedoch werden hier und da auch Vergleiche zu anderen Sprachen vorgenommen. Ziel des Seminars ist es, neue Sichtweisen auf das uns so vertraute Werkzeug 'Sprache' zu erlangen und damit zugleich das für das weitere Studium grundlegende linguistische Begriffs- und Analyseinstrumentarium zu erarbeiten. Durch die gemeinsame Lektüre von ausgewählten Grundlagentexten der Sprachwissenschaft soll zudem an den Umgang mit wissenschaftlicher Fachliteratur herangeführt werden. Die Veranstaltung ist vierstündig konzipiert: Zwei Stunden finden als wöchentliche Plenumssitzung statt (Mo), zwei Stunden, die von zwei studentischen TutorInnen in Kleingruppen mit betreut werden, sind für vor- und nachbereitende Übungen bzw. die vorbereitende Bearbeitung der Grundlagentexte vorgesehen (Mi). Für den Leistungsnachweis ist neben der regelmäßigen Teilnahme an beiden Terminen und dem erfolgreichen Bestehen der Abschlussklausur das Anfertigen eines Plenumsprotokolls erforderlich. Weitere Einzelheiten zu Programm und Organisation werden in der ersten Sitzung besprochen. Die erforderliche Basisliteratur wird in einem Seminarordner in der Bibliothek und auf der Internetplattform AGORA bereitgestellt. 52-126 Svend Sager Einführung in die Linguistik des Deutschen [DSL-E1][DE-E1] 2st. Di 10-12, Phil 256/58 + 2st. Übung in Gruppen DO 16-18 PHIL 570 + FR 14-16 PHIL 1013 (s. Aushang/STiNE) Beginn: 06.04.2010 In diesem Seminar soll der Bereich sprachlicher Kommunikation von einem fächerübergreifenden Standpunkt aus erarbeitet werden. Wir werden die Linguistik in Verbindung setzen zu Bereichen der Human-, Sozial- und Verhaltenswissenschaften. Sprache soll in dem Zusammenhang als interaktives Sprachverhalten, als kognitive Fähigkeit und als abstraktes Regelsystem erkannt werden. Wir werden die zentralen Arbeitsgebiete der Linguistik, also die Laut-, Wort-, Satz- und Bedeutungslehre sowie die Handlungs- und Verhaltenstheorie der Sprache erarbeiten und zu einem einheitlichen Konzept einer umgreifenden Kommunikationsanthropologie zusammenfassen. Die menschliche Fähigkeit zur Sprache wird dabei als ein sozio-biologisches Phänomen zu bestimmen sein, das in seiner ganzen Komplexität nur im Zusammenhang von geistes- und naturwissenschaftlichen Ansätzen erfasst werden kann. Ziel des Seminars Neben der Vermittlung eines solchen Grundverständnisses von Sprache und Linguistik sollen zwei weitere Ziele verfolgt werden: 1) Es soll ein Orientierungsschema der wichtigsten Teildisziplinen der Linguistik vermittelt werden, auf dessen Grundlage in den folgenden Semestern das gesamte Gebiet der Linguistik erschlossen werden kann; 2) es sollen die wichtigsten linguistischen Konzepte, Begriffe und Methoden verfügbar gemacht werden. Vorgehen im Seminar Der Schwerpunkt der Arbeit im Seminar liegt auf der Präsentation und Analyse von Sprach- und Gesprächsmaterial. Die Arbeit außerhalb des Seminars soll in kleinen Gruppen stattfinden. Die Gruppen werden die in den Sitzungen behandelten Themen jeweils gemeinsam nachbereiten. Tutorien Neben den eigentlichen Seminarsitzungen wird es zusätzliche Tutorensitzungen geben, in denen es um die Vor- und Nachbereitung der Sitzungen sowie um ein kleines empirisches Projekt gehen soll. 52-127 Renata Szczepaniak Einführung in die Linguistik des Deutschen [DSL-E1][DE-E1] 2st. Frei 12-14 Phil 256/58 + 2st. Übungen in Gruppen DI 8-10 PHIL 708 + MI 8-10 PHIL 708 Beginn: 09.04.2010 Dieses Seminar liefert Grundlagen für das Studium der germanistischen Linguistik, indem es an ausgewählten Phänomenen aus dem Gegenwartsdeutschen in die sprachwissenschaftlichen Kernbereiche: Phonetik/Phonologie, Morphologie, Syntax, Lexik, Pragmatik und Graphematik einführt. Dabei werden besondere Merkmale des Deutschen, auch im Vergleich mit anderen Sprachen, diskutiert und hervorgehoben, darunter das reiche Vokalinventar, die Existenz der schwachen und starken Adjektivflexion, die Satztypen, die höfliche Anrede mit Sie und die satzinterne Großschreibung. Besprochen werden auch die spannenden Fragen, wie und warum es z.B. zur Entwicklung der "typisch deutschen" satzinternen Großschreibung gekommen ist. Die Studierenden erwerben auf diese Weise das Analyseinstrumentarium, das sie für das weitere Studium des Fachs "Deutsche Sprache und Literatur" benötigen. Anhand ausgewählter Texte wird auch der Umgang mit linguistischer Fachliteratur geübt. Die begleitenden Tutorien dienen speziell dazu, die zentralen Inhalte der Sitzungen in Übungen zu vertiefen, ausgewählte Fachtexte für die Diskussion in der Hauptveranstaltung vorzubereiten und die Präsentation eines Gruppenthemas zu besprechen. Bedingungen für den Erwerb eines Scheins sind 1) regelmäßige, aktive Teilnahme, 2) Präsentation eines Gruppenthemas (mit Thesenpapier bzw. PowerPoint-Präsentation), 3) Lektüre ausgewählter Fachtexte und 4) Bestehen der Abschlussklausur. 52-128 Pamela Steen Einführung in die Linguistik des Deutschen [DSL-E1][DE-E1] 2st. Do 14-16 Phil 256/58 (Wahlzeit) + 2st. Übungen in Gruppen MO 12-14 PHIL 708 + Beginn: 01.04.2010 Dieses Seminar richtet sich an Studierende des Faches Deutsche Sprache und Literatur, die sich zu Beginn ihres Studiums einen Überblick über das Fachgebiet der Linguistik verschaffen möchten. In den Plenumssitzungen werden die Grundlagen der Linguistik erarbeitet: Was ist der Ursprung der Sprache? Was ist ein Zeichen? Welche Funktionen hat Sprache? Wie lässt sich Kommunikation beschreiben? Zudem werden die verschiedenen Teilbereiche der Linguistik besprochen, wie z.B. Phonetik, Morphologie, Semantik, Syntax. Mit der Text- und Gesprächsanalyse werden die zwei wichtigsten konkreten Erscheinungsformen von Sprache betrachtet. Hierbei geht es um die Analyse der besonderen Bedingungen, unter denen Sprache gebraucht wird. Neben den Plenumssitzungen werden zweistündige Arbeitsgruppensitzungen angeboten. Die Tutorinnen und Tutoren betreuen hier die Seminarteilnehmer bei vertiefenden Übungen und bei der Lektüre wissenschaftlicher Texte. Bedingungen für den Scheinerwerb sind die regelmäßige Teilnahme an den Sitzungen und das erfolgreiche Bestehen einer Abschlussklausur. Eine Literaturliste wird zu Beginn des Seminars zur Verfügung gestellt. |
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| K U R S E 52-130 Angelika Redder, Koord. Christoph Breitsprecher Übung Effektiv studieren I (für Studierende aller Einführungsmodule) [DSL-E] [DE-E] [DSL-W für BA-Nebenfach Germanistik] Kurs A (15 TN) Mo., 9-12h, Raum 2 (Binderstr. 34) 12.04., 26.04., 10.05., 07.06., 21.06. Kurs B (15 TN) Mo., 9-12h, Raum 2 (Binderstr. 34) 19.04., 03.05., 17.05., 14.06., 28.06. Kurs C (15 TN) Mo., 14-17h, Phil 1101 12.04., 26.04., 10.05., 07.06., 21.06. Kurs D (15 TN) Mo., 14-17h, Phil 1101 19.04., 03.05., 17.05., 14.06., 28.06. Kurs E (15 TN) Fr., 8-11h, Phil 708 09.04., 23.04., 07.05., 04.06., 18.06. Kurs F (15 TN) Fr., 8-11h, Phil 708 16.04., 30.04., 14.05., 11.06., 25.06. Kurs G (15 TN) Fr., 11-14h, Phil 708 09.04., 23.04., 07.05., 04.06., 18.06. Kurs H (15 TN) Fr., 11-14h, Phil 708 16.04., 30.04., 14.05., 11.06., 25.06. Kurs J (12 TN) Fr., 14-17h, Phil 259 09.04., 23.04., 07.05., 04.06., 18.06. Kurs K (15 TN) Fr., 14-17h, Phil 708 09.04., 23.04., 07.05., 11.06., 25.06. Kurs L (15 TN) Sa., 10-13h, Phil 1013 10.04., 24.04., 15.05., 05.06., 19.06. Kurs M (15 TN) Sa., 10-13h, Phil 1013 17.04., 08.05., 22.05., 12.06., 26.06. Erwerb von Schlüsselqualifikationen für Studierende der Germanistik für das mündliche und schriftliche Handeln in der Universität. Ziel der Übung ist die Einführung in die Besonderheiten des sprachlichen Handelns an der Universität, insbesondere in den Seminardiskurs sowie den Wissenschaftsdiskurs. In ES I wird nicht nur die Propädeutik im technischen Sinne im Vordergrund stehen, sondern auch der Einstieg in die wissenschaftliche Reflexion der eigenen Studienpraxis unternommen. Im Einzelnen werden Literaturrecherche, Bibliographieren, Zitieren, Exzerpieren, Protokollieren etc. vermittelt und die verschiedenen wissenschaftlichen Diskurs- und Textarten wie z.B. Referat und Seminararbeit erarbeitet. Inhaltliche Verankerung im Studium Deutsche Sprache und Literatur (DSL) bzw. Unterrichtsfach Deutsch (DE): 'Effektiv studieren I' ist begleitend zu den drei Einführungsmodulen E1, E2 und E3 angelegt. Entsprechend wird es allen Teilnehmenden der Einführungsmodule dringend empfohlen; es sollte im ersten oder im zweiten Fachsemester belegt werden. Verankerung in den Studienplänen DSL sowie Unterrichtsfach Deutsch (DE) für LAPS, LAGym, LAB, LAS: 'Effektiv studieren I' ist verpflichtend für alle BA-Studierenden des Hauptfaches DSL bzw. des Unterrichtsfaches Deutsch (sowie für alle Studierenden, die zum Magister- oder Lehramtsstudiengang Deutsche Sprache und Literatur mit dem Sommersemester 06 oder später zugelassen worden sind.) Mit der erfolgreichen Teilnahme an ES I werden von DSL-Hauptfach-Studierenden 2 ABK-Leistungspunkte, von Unterrichtsfach-DE-Studierenden 2 Leistungspunkte für das Modul DE-E1 und von DSL-Nebenfach-Studierenden 2 Leistungspunkte im Wahlbereich erworben. (Studierende anderer Studiengänge (Magister, Lehramt vor WS07/08, Diplom) können sich 1 SWS im Bereich fakultative Veranstaltungen anrechnen lassen.) Organisatorische Verankerung in STiNE: Für DSL-Hauptfach-Studierende wie auch für Unterrichtsfach-DE-Studierende ist 'Effektiv studieren I' mit Modulbezug zum Modul E1 zu belegen, d.h. zunächst muss eine Anmeldung für dieses Modul erfolgen bevor eine Anmeldung für den Modulbestandteil 'Effektiv studieren I' erfolgen kann. Für DSL-Nebenfach-Studierende ist ES I als Wahlbereichsveranstaltung ohne Modulbezug zu belegen. Kurszeiten: Die zur Auswahl stehenden Kurszeiten entnehmen Sie bitte STiNE, dem AGORA-Projektraum 'Effektiv studieren' oder dem Aushang am Koordinationsbüro Phil 261. Anmeldung: Die Anmeldung erfolgt ausschließlich über STiNE. Die Belegung von 'Effektiv studieren I' kann im ersten oder zweiten Fachsemester erfolgen. Sollten Sie nach der ersten StiNE-Anmeldephase KEINEN Platz für einen der ES-I-Kurse zugewiesen bekommen haben, wenden Sie sich bitte umgehend per Mail an die Koordination. Raumangaben: Die Raumangaben werden nach der Anmeldung für einen der Kurse in STiNE per Mail bekannt gegeben. Koordination des Tutorenprogramms 'Effektiv studieren': Christoph Breitsprecher (M.A.) Universität Hamburg - Institut für Germanistik I Phil 261, Von-Melle-Park 6, 20146 Hamburg Tel.: 040-428 38 - 2046 christoph.breitsprecher@uni-hamburg.de AGORA-Projektraum 'Effektiv studieren' 52-131 Angelika Redder, Koord. Christoph Breitsprecher Tutorin: Dr. Susanne Guckelsberger Effektiv Studieren II: Wissenschaftliches Reden & Schreiben [DSL-W] 1st. Blockseminar (für alle Studierenden in SLM I + SLM II/ESL) Fr., 14-18h, Phil 708 30.04., 21.05., 02.07., 09.07. In diesem Teil des Programms Effektiv studieren sollen akademisches Reden (Kurzvortrag, Referat) und Schreiben (Seminararbeit), Scheidung von Forschungs- und Darstellungsprozess, Handlungen wie wissenschaftliches Einschätzen, Argumentieren und Kritisieren bis bin zum Leiten einer wissenschaftlichen Diskussion behandelt werden. Der Schwerpunkt wird auf dem Verfassen von Hausarbeiten und allen Tätigkeiten, die damit im Zusammenhang stehen, liegen. Weiterhin kann in diesem Rahmen auch auf Fragen des Bearbeitens, Zusammenstellens und Präsentierens von Themen als Seminarbeitrag (Referat, Präsentation, Input, Thesenpapier oder welche Formen auch immer vorgegeben sind) vertiefend eingegangen werden. (Als Grundlage der Besprechung dienen nach Möglichkeit die Studienarbeiten der Teilnehmer.) Dieser Kurstyp wird als Blockveranstaltung mit einem Gesamtumfang von 1 SWS bei max. 15 Teilnehmern pro Kurs angeboten. Mit der erfolgreichen Teilnahme können zwei oder drei Leistungspunkte (2 / 3 LP) für den Wahlbereich erworben werden bzw. es wird 1 SWS für fakultative Lehrveranstaltungen angerechnet. (Der Kurs steht allen Studierenden der Fachbereiche SLM I und II offen. Einzig für BA-Studierende der Germanistik (Hauptfach DSL oder Unterrichtsfach DE) besteht eine Teilnahmevoraussetzung: erfolgreiche Belegung von 'Effektiv studieren I'.) Kurszeit: Die Kurse finden in 4 Blöcken à 4 h statt am 30.04., 21.05., 02.07. sowie 09.07. Anmeldung über STiNE - außerhalb der Anmeldefristen bitte direkt bei der Koordination von Effektiv Studieren. Anmelde-Pfad in STiNE: Studium --> Anmeldung zu Veranstaltungen --> Wahlbereich --> Effektiv studieren 52-132 Angelika Redder, Koord. Christoph Breitsprecher Tutorin: Claudia Zech Effektiv Studieren III: Wissenschaftliche Lektüren [DSL-W] Blockseminar: (offen für alle Studierenden in SLM I + SLM II/ESL) (15 TN) 16.04., 14-15h, Phil 708 14.05., 14-18h, Phil 708 21.05., 14-18h, Phil 259 04.06., 14-18h, Phil 708 18.06., 14-18h, Phil 708 Im diesem Teil des Programms 'Effektiv studieren' stehen exemplarisch wissenschaftliche Lektüren im Mittelpunkt: Aktuelle Forschungsliteratur soll gemeinsam ausgewählt, relational zueinander referiert und diskutiert werden. Besondere Aspekte sind: wissensmäßige Einordnung nach Leitfragen, Methoden- und Kategorienklärung, Stellenwertbestimmung im Forschungszusammenhang und Fachkritik, eigene Einschätzung und Anknüpfung von Anschlussfragen; ggf. Bewertung nach Wissenschaftsstil und Brauchbarkeit für verschiedene Zielgruppen (Fachdisziplin, andere Disziplinen, nicht-akademisches Publikum). Sie widmet sich also dem Erschließen von wissenschaftlichen Diskursen. Dazu werden am Anfang des Kurses interessante, aktuelle Diskussionen ausgewählt und dazu gehörende Texte gelesen. Ein Ziel ist, nachzuvollziehen, wie wissenschaftliche Auseinandersetzungen in Texten geführt und wie dabei theoretische und methodische Konzepte deutlich werden. Dieser Kurstyp wird als Blockveranstaltung mit einem Gesamtumfang von 1 SWS bei max. 15 Teilnehmern pro Kurs angeboten. Mit der erfolgreichen Teilnahme können zwei oder drei Leistungspunkte (2 / 3 LP) für den Wahlbereich erworben werden bzw. es wird 1 SWS für fakultative Lehrveranstaltungen angerechnet. (Der Kurs steht allen Studierenden der Fachbereiche SLM I und II offen. Einzig für BA-Studierende der Germanistik (Hauptfach DSL oder Unterrichtsfach DE) besteht eine Teilnahmevoraussetzung: erfolgreiche Belegung von 'Effektiv studieren I'.) Kurszeit: Der Kurs findet in 4 Blöcken à 4 h statt am 14.05., 21.05., 04.06. sowie 18.06. (Die einstündige Sitzung am 16.04. dient der Vorbereitung.) Anmeldung über STiNE - außerhalb der Anmeldefristen bitte direkt bei der Koordination von Effektiv Studieren. Anmelde-Pfad in STiNE: Studium --> Anmeldung zu Veranstaltungen --> Wahlbereich --> Effektiv studieren Koordination des Tutorenprogramms 'Effektiv studieren' Christoph Breitsprecher (M.A.) Universität Hamburg - Institut für Germanistik I Phil 261, Von-Melle-Park 6, 20146 Hamburg Tel.: 040-428 38 - 2046 christoph.breitsprecher@uni-hamburg.de AGORA-Projektraum 'Effektiv studieren' M E N T O R E N P R O G R A M M 52-133 Carla Swiderski SLM Mentoring Weitere Informationen s. Aushang/STiNE |
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| S E M I N A R E ------ Kurt Braunmüller Etymologie (anhand der germanischen Sprachen) [DSL-A2][W] [ASW-M/|M8](s.LV-Nr. 52-100) 2st. Do 10-12 Phil 256/58 Beginn: 01.04.2010 Dieses Seminar wendet sich primär an Skandinavisten, Germanisten und Allg. Sprachwissenschaftler, die sich für die ältesten Stufen des Germanischen und seine Herkunft interessieren. Der Schwerpunkt liegt auf der Herkunft der Wörter (genauer, der Wortformen), aber auch Aspekte wie Wortentstehung (Benennung), Namenbildung, Wortgeschichte und allgemeine Verfahren zur etymologischen Erschließung von Wörtern sollen behandelt werden. Besonders interessante Fälle von Volksetymologie sollen ebenfalls analysiert werden. In jedem Fall sollen die zu untersuchenden Beispiele bis ins älteste Germanische/Prä-Germanische und, soweit möglich, in andere indoeuropäische Schwestersprachen (klass. Latein, Altgriechisch) zurückverfolgt werden. Ein weiterer Schwerpunkt des Seminars wird auf der Beobachtung liegen, dass viele Lexeme im Germanischen offenbar keine (oder keine überzeugende Etymologie) im Rahmen der Indogermania haben. Dazu soll insbesondere auf die Thesen von Vennemann zum Vaskonischen wie Phönizischen näher eingegangen werden. Teilnahmevoraussetzungen: gute Kenntnisse in den Methoden der strukturellen Linguistik, großes Interesse für frühere Sprachstufen der germanischen Sprachen sowie für theoretische Fragen im Rahmen der Sprachgeschichte. Literatur: Fox, Anthony (1995): Linguistic reconstruction. An introduction to theory and method. Oxford, New York: OUP [eine sehr gute, wenn auch etwas anspruchsvolle Einführung] Malkiel, Yakov (1993): Etymology. Cambridge etc.: CUP. [vergriffen] Seebold, Elmar (1981): Etymologie. Eine Einführung am Beispiel der deutschen Sprache. München: Beck [leicht verständlich, ist u.a. noch bei ZVAB antiquarisch zu bekommen]. (Auf die Nennung der zahlreichen populärwissenschaftlichen Werke wurde bewusst verzichtet, ebenso auf eine Auflistung der entsprechenden Nachschlagewerke [Wörterbücher].) 52-134 Jana Tereick Diskurs und Korpus - Einführung in die Mediendiskursanalyse [DSL-A1][DE-A1][GL-M5] 2st. Di 14-16 Phil 1350 Beginn: 06.04.2010 Das Seminar führt in Fragestellungen der Diskursanalyse ein. Was ist eigentlich ein (Medien) -Diskurs und wie kann er linguistisch untersucht werden? Wenn die Linguistik sich gesellschaftlichen Diskursen nähern will, so ist das abstrakte Gebilde ,Diskurs' für sie nur in Sammlungen von Texten - Korpora - greifbar. Auf Grundlage eines Korpus kann sie Fragen zum Diskurs stellen: Wie schlagen sich gedankliche Begriffe und Vorstellungen oder auch ideologische Vorstrukturierungen in den Medien sprachlich nieder? Wie werden über verschiedene sprachliche Formen verschiedenen Perspektiven auf Sachverhalte eröffnet? Im Seminar wird an beispielhaften Mediendiskursen zu aktuellen und brisanten Themen eine Methodik zur quantitativen und qualitativen Analyse von Korpora erarbeitet. Zudem werden Datenbanken und Analyse-Tools vorgestellt, die es erlauben, ein eigenes diskursspezifisches Korpus zu erstellen und zu untersuchen. Leistungsanforderungen: Regelmäßige aktive Teilnahme, Referat, Hausarbeit. 52-135 Martin Reisigl Sprache und Diskriminierung [DSL-A1][DE-A1][ASW-M9] 2st. Mo 12-14 Phil 570 Beginn: 12.04.2010 Probleme der sozialen Diskriminierung werden immer häufiger zum Gegenstand kritisch engagierter Sprachwissenschaft, vor allem einer Diskursanalyse und Forschung zur interkulturellen Kommunikation, die sich mit Vorurteilen und Stereotypen befassen. In den entsprechenden Studien rückt besonders die sprachliche Seite von Diskriminierung in den Blick. Gegenstand der Lehrveranstaltung sind der Zusammenhang von Sprache bzw. sprachlichem Handeln und unterschiedlichen Formen der sozialen Diskriminierung, darunter Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, Ethnizismus, Sexismus und Fremdenfeindlichkeit bzw. Xenophobie. Über den linguistischen Fokus hinaus wird es um die Erörterung der sozialen, politischen und historischen Bedingungen gehen, die Diskriminierung begünstigen oder erschweren. Zur Diskussion steht außerdem der mögliche Beitrag der Linguistik zur Bekämpfung von Diskriminierung durch Sprache. Eingangs des Seminars wird ein theoretisches Begriffsverständnis erarbeitet, welches dazu befähigt, die wichtigsten Bestimmungselemente des Begriffs der sozialen Diskriminierung zu identifizieren und unterschiedliche Formen der Diskriminierung zu unterscheiden (z.B. direkte versus indirekte Diskriminierung, explizite versus implizite Diskriminierung, einfache, zusammengesetzte und multiple Diskriminierung etc.). Anschließend gilt es, sich zu vergegenwärtigen, dass und inwiefern Sprache sowohl Mittel als auch Objekt der sozialen Diskriminierung ebenso wie der Antidiskriminierung ist. Dann wird dem Zusammenhang von Diskriminierung, mentalen Prozessen der Konstruktion von Vorurteilen und sprachlichen ebenso wie kognitiven Prozessen der Stereotypisierung analytisch nachgespürt. An empirischen Beispielen werden im Laufe des Semesters unterschiedliche diskursive Verfahren der Diskriminierung erörtert, darunter die folgenden: (1) Verfahren der Nomination bzw. Benennung durch Personenbezeichnungen und personenbezogene Deiktika (welche sozialen AkteurInnen werden diskriminierend benannt oder nicht benannt?), (2) Verfahren der Prädikation (welche Eigenschaften werden sozialen AkteurInnen diskriminierend zugeschrieben?), (3) Verfahren der Argumentation (wie wird diskriminierend argumentiert bzw. für oder gegen soziale Diskriminierung argumentiert?), (4) Verfahren der Perspektivierung (aus welcher Perspektive, von welchem Standpunkt aus, wird diskriminierend nominiert, prädiziert, argumentiert?) etc. Über die rein sprachliche Dimension hinaus wird es schließlich auch darum gehen, einen semiotisch basierten diskursanalytischen Rahmen vorzustellen, der es erlaubt, Diskriminierung auch im Bereich der visuellen Kommunikation zu erfassen. Methoden: Vortrag des LV-Leiters, verpflichtende Lektüre ausgewählter Texte zur Thematik, studentische Referate, Diskussionen und Erstellung von Hausarbeiten. Voraussetzungen für den Erwerb eines Scheins: aktive Mitarbeit, Referat und Abgabe einer Hausarbeit Literatur (eine Auswahl): Van Dijk, Teun A. (1984): Prejudice in discourse. Amsterdam: Benjamins. Jäger, Margret, Gabriele Cleve, Ina Ruth and Siegfried Jäger (1998): Von deutschen Einzeltätern und ausländischen Banden. Medien und Straftaten. Mit Vorschlägen zur Vermeidung diskriminierender Berichterstattung. Duisburg: DISS. Makkonen, Timo (2002): Multiple, Compound and Intersectional Discrimination - Bringing Experiences of the Most Disadvantaged to the Fore. Institute for Human Rights Research Reports No 11 (April 2002): http://www.abo.fi/instut/imr/norfa/timo.pdf Reisigl, Martin, Wodak, Ruth (2001): Discourse and discrimination. Rhetorics of racism and antisemitism. London: Routledge. Reisigl, Martin (2007): Discrimination in Discourses. In: Kotthoff, H., Spencer-Oatey, H. (eds.): Handbooks of Applied Linguistics. Volume 7: Intercultural Communication. Berlin, New York: Mouton de Gruyter (Herausgeber der Serie: Antos, Gerd, Knapp, Karlfried). S. 365-394. Suttnabb-Kangas, Tove, Robert Phillipson (eds.) (1994): Linguistic Human Rights. Overcoming Linguistic Discrimination. Berlin, New York; Mounton de Gruyter. Van Leeuwen, Teo (2000): Visual Racism. In: Reisigl, M., Wodak, R. (eds.), The Semiotics of Racism. Approaches in Critical Discourse Analysis, Wien: Passagen-Verlag, 333-350. Wagner, Franc (2001): Implizite sprachliche Diskriminierung als Sprechakt. Lexikalische Indikatoren impliziter Diskriminierung in Medientexten. Tübingen: Narr. 52-136 Shinichi Kameyama Deutsch - typologisch [DSL-A1][DE-A1][DSL-A12][DE-A12][GL-W] 2st. Mo 10-12 Phil 570 Beginn: 12.04.2010 "Was ist Deutsch eigentlich für eine Sprache?" - Das Deutsche - es scheint uns im alltäglichen Sprechhandeln wohl vertraut - und doch fällt es uns als Muttersprachlern des Deutschen bisweilen nicht leicht, jemandem, der diese Sprache als Zweit- oder Fremdsprache erlernen möchte, zu erklären, wie sie in bestimmten Bereichen sprachlichen Handelns funktioniert. Und während es eine Vielzahl an detaillierten Beschreibungen der Grammatik des Deutschen gibt, wird das Deutsche selten auch hinsichtlich seiner sprachtypologischen Merkmale im Kontrast zu anderen Sprachen der Welt beschrieben. Fragen wie: "Welche sprachtypologischen Besonderheiten hat das Deutsche?" oder "Worin unterscheidet es sich von anderen Sprachen der Welt?" bleiben darin häufiger unbeantwortet. In unserem Seminar wollen wir gezielt diesen Fragen nachgehen, wollen versuchen, uns in einzelne typologische Eigenarten des Deutschen hineinzudenken und sie linguistisch zu reflektieren. Dabei soll das Deutsche, soweit es uns möglich ist, mit verschiedenen anderen Sprachen der Welt verglichen werden. Von den Teilnehmenden wird die Bereitschaft erwartet, sich anhand von Grammatiken und konkreten Sprachdaten mit anderen Sprachen der Welt auseinanderzusetzen, um so einen erweiterten Blick auf das Deutsche zu gewinnen. Studierende mit anderen Erstsprachen als Deutsch sowie Studierende mit Fremdsprachenkenntnissen sind herzlich dazu eingeladen, sich aktiv an der Seminardiskussion und an der gemeinsamen Erarbeitung eines typologischen Profils der deutschen Sprache mitzuwirken. 52-137 Renata Szczepaniak Historische Worbildung [DSL-A1][DE-A1][DSL-A2] 2st. Mi 16-18 Phil 1350 (Wahlzeit) Beginn: 07.04.2010 Die Wortbildung umfasst Verfahren, die zur Bildung von neuen Wörtern führen. So kreiert man neue Adjektive u.a. dadurch, dass man einen Verbstamm (z.B. dreh- oder erklär-) mit dem Suffix bar kombiniert: dreh + bar > drehbar (eine drehbare Bühne). Die historische Wortbildung beschäftigt sich mit der Entstehung, dem Wandel, aber auch dem Schwund einzelner Wortbildungsmuster: So wird in diesem Seminar u.a. die Entstehung des bar Suffixes aus dem althochdeutschen Adjektiv *b_ri 'tragend' von ahd. beran 'tragen' verfolgt (vgl. gebären 'austragen', engl. to bear 'tragen'). Andere Affixe schwanden hingegen allmählich und wurden durch konkurrierende Affixe ersetzt: Das mhd. -e (wie noch in Tauf-e 'Vorgang des Taufens') wurde zunehmend durch -ung (wie in Grabung 'Vorgang des Grabens') und später durch den nominalisierten Infinitiv, z.B. das Graben, ersetzt. Darüber hinaus werden wir in diesem Seminar beobachten, wie sich das Deutsche allmählich zu einer kompositionsfreudigen Sprache entwickelt hat: Während im Althochdeutschen Komposita ' wie in vielen modernen europäischen Sprachen ' selten waren, nahm seit dem Frühneuhochdeutschen die Tendenz zur Bildung von zwei- und mehrgliedrigen Komposita zu (Autobahn, Autobahnausfahrt, Autobahndreieck, Autobahnpolizei, Autobahnpolizeistation). Empfohlene Literatur: Nübling, Damaris et al. (22007): Historische Sprachwissenschaft des Deutschen. Eine Einführung in die Prinzipien des Sprachwandels. Tübingen: Narr (daraus Kap. 3.2). 52-139 Svend Sager Gesprächsanalyse [DSL-A1][DE-A1] 2st. Do 14-16 Phil 570 Beginn: 08.04.2010 Die Analyse von Gesprächen ist neben der von Texten eine der zentralen Aufgaben einer empirischen, kommunikationsorientierten Linguistik. Gespräche sind zeitlich mehr oder weniger ausgedehnte Phänomene, in denen die unterschiedlichen Interessen und Ziele verschiedener Beteiligter ineinander greifen und zu komplexen und vielschichtigen sozial-kommunikativen Erscheinungen und Strukturen führen, die aber letztlich auf gut beschreibbaren Prozessen einer geregelten Hervorbringung von Ordnung basieren. Diese verschiedenen Strukturen, wie die dazu führenden Prozesse sind Gegenstand der linguistischen Gesprächsanalyse, mit der wir uns in diesem Seminar befassen wollen. Ziel ist es, die wissenschaftlichen Methoden der Rekonstruktion von Strukturen und Sinngestalten, die permanent in Gesprächen durch die gemeinsamen und aufeinander bezogenen Aktivitäten der Beteiligten entstehen, kennen zu lernen und anhand praktisch durchgeführter Analysen anzuwenden. Gesprächsanalyse ist eine konkrete Praxis, die man immer wieder aufs Neue anwenden und üben muss und die man nicht durch bloße Theoriereflexion erlernen kann. Und genau das wollen wir im Seminar anhand vielfältiger Materialien praktizieren. 52-140 Bernd Meyer Mehrsprachige Kommuniktion in Institutionen [DSL-A5][DE-A5][DSL-A14][DE-A14](Projektseminar) [GL-M2] 2st. Di 10-12 Phil 1350 Beginn: 06.04.2010 Deutschland ist durch ein hohes Maß an (migrantischer und autochthoner) sprachlicher Vielfalt geprägt. In dem Seminar wird der Umgang von Institutionen und öffentlichen Einrichtungen mit dieser Vielfalt untersucht. Im Mittelpunkt stehen soziodemografische Daten, Beobachtungen anhand von Kommunikationsexperimenten sowie Analysen mehrsprachiger Kommunikation. Untersucht werden der konkrete Sprachgebrauch, institutionelle Regelungen und rechtliche Vorgaben. Des weiteren sollen Möglichkeiten der Förderung und Verbesserung mehrsprachiger Kommunikationspraxis erörtert werden. Für den Erwerb eines Leistungsnachweises sind die Erhebung linguistischer oder ethnografischer Daten (Informanten-Interview, Experiment, Transkription) sowie die Erstellung einer schriftlichen Hausarbeit erforderlich. Eine Literaturliste wird zu Beginn der Veranstaltung zur Verfügung gestellt. 52-141 Kristin Bührig Lernersprache Deutsch (Projektseminar) [DSL-A14][DE-A14][GL-W] 2st. Mo 10-12 Phil 1350 Beginn: 12.04.2010 Die Frage danach, wie gut jemand das Deutsche als zweite Sprache bzw. als Fremdsprache spricht, ist lange Zeit im Sinne einer Beschreibung von Fehlern praktiziert worden. Mit dem Konzept der 'Lernersprache' werden nicht nur Lücken bzw. Defizite des Spracherwerbs erfasst, sondern auch das erfolgreiche sprachliche Handeln und ggfs. Erwerbs- und Formulierungsstrategien. Im Zuge der Veranstaltung sollen Wege erarbeitet werden, den Erwerbsstand von Lernerinnen und Lernern des Deutschen beschreiben zu können. Neben Vorschlägen und Beispielen aus der Forschungsliteratur sollen die Wege für eigene Bestandsaufnahmen derjenigen, die sich für diese Veranstaltung interessieren, diskutiert werden. Wünschenswert ist daher die Bereitschaft der an diesem Seminar Interessierten, eigene Daten zu erheben und zu dokumentieren. Fragen der Datenerhebung und ihrer Transkription bzw. ihrer Dokumentation werden in das Programm der Veranstaltung aufgenommen. Um einen Leistungsnachweis zu erwerben, ist das Anfertigen einer schriftlichen Hausarbeit erforderlich, in deren Rahmen exemplarische Analysen angefertigt werden. Eine Literaturliste wird zu Beginn der Veranstaltung zur Verfügung gestellt. 52-142 Bernd Meyer Linguistische Empirie: Transkription und Korpuserstellung [DSL-A5][DE-A5][DSL-A14][DE-A14] (Begleitseminar) 2st.Di 12-14 Hörsaal Phil F bis 31.05. (ab 01.06. Beginn: 06.04.2010 Gesprochene Sprache wird in der Sprachwissenschaft in verschiedenen Forschungszusammenhängen untersucht, etwa bei der Erforschung des Spracherwerbs und des Bilingualismus, der Analyse von Kommunikation in Institutionen, der interkulturellen Kommunikation, der Dialektologie usw. Je nachdem, welcher theoretische Ansatz und welche Fragestellung dabei gewählt werden, ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die Verschriftlichung gesprochener Sprache. In der Veranstaltung geht es darum, verschiedene Notationssysteme und Hilfsmittel für das computergestützte Transkribieren kennen zu lernen. Die Studierenden sollen am Ende in der Lage sein, verschiedene Notationssysteme zu erkennen und die Zweckmäßigkeit eines Verfahrens für ein bestimmtes Forschungsvorhaben zu diskutieren. Des Weiteren soll das Transkribieren im Seminar unter Anleitung geübt werden. Die dafür nötigen Audio-Aufnahmen gesprochener Sprache werden zur Verfügung gestellt, es können aber auch eigene Daten verwendet werden. Die Veranstaltung zielt insgesamt darauf ab, kleinere empirische Projekte im Rahmen einer Seminar- bzw. Abschlussarbeit vorzubereiten oder zu begleiten. Für die Teilnahme sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Einen Schein bekommt, wer regelmäßig teilnimmt und ein eigenes Projekt oder Transkript im Seminar vorstellt. ----------Yvonne Hettler Sprache in der Stadt (NdSL) [DSL-A1][DE-A1][DSL-A15][DE-A15][DSL-W] (s. Vorl.Nr. 52-180) 2st. Mi 16-18 Phil 256/58 (Wahlzeit) Beginn: 07.04.2010 Gegenstand der Stadtsprachenforschung ist der Kommunikationsraum Stadt, der sich insbesondere durch die Komplexität der kommunikativen Verhältnisse auszeichnet. Ausgehend von einer Beschreibung des kommunikativen Netzes Stadt (Kommunikationssituationen, -aspekte und -formen) werden wir uns im Seminar mit regionalen Sprachmerkmalen und ihrer Pragmatik beschäftigen sowie uns einen Überblick über die Schwerpunkte und Methoden der wichtigsten Untersuchungen zu Stadtsprachen im deutschsprachigen Raum (u. a. Basel, Berlin, Mannheim) verschaffen. Im letzten Teil des Seminars soll die Stadtsprache Hamburgs in den Blick genommen werden: Nach der Beschäftigung mit der spezifisch sprachlichen Ausgangslage der Stadt und dem Stand ihrer Erforschung soll eine kritische Auseinandersetzung mit der vorhandenen Forschungsliteratur erfolgen: Inwieweit erfüllen linguistische Untersuchungen zu Hamburg die Anforderungen einer modernen Stadtsprachenforschung, inwieweit lassen sich die Untersuchungen zu anderen Städten als Vergleich heranziehen? Leistungsanforderungen: Übernahme eines Kurzreferates, begleitende Lektüre, schriftliche Hausarbeit (10-15 Seiten). Eine Literaturliste wird zu Beginn der Veranstaltung zur Verfügung gestellt. Einführende Literatur: Möhn, Dieter (2003): Die Stadt in der neueren deutschen Sprachgeschichte I: Hamburg. In: Besch, Werner u. a. (Hrsg.): Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihrer Erforschung. Teilband. 3., 2. vollständig neu bearbeitete Auflage. (= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft Band 2.3.) Berlin, New York: de Gruyter, S. 2297-2312. Schildt, Joachim (2003): Die Stadt in der neueren deutschen Sprachgeschichte II: Berlin. In: Besch, Werner u. a. (Hrsg.): Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihrer Erforschung. Teilband. 3., 2. vollständig neu bearbeitete Auflage. (= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft Band 2.3.) Berlin, New York: de Gruyter, S. 2312-2321. ----------Bastian Weeke Einführung in die Textlinguistik (NdSL) [DSL-A1][DE-A1][DSL-A15][DE-A15][GL-W] (s. Vorl.Nr. 52-181) 2st. Mi 12-14 Phil 570. Achtung! Fällt am 2.6. wegen Krankheit aus! Beginn: 07.04.2010 Die Textlinguistik stellt für die Untersuchung von Gebrauchstexten ein differenziertes Analyseinstrumentarium zur Verfügung, das sowohl grammatische (semantische, syntaktische) als auch kommunikative (situative und funktionale) Aspekte umfasst. Im Seminar sollen zunächst die wichtigsten Mehrebenenmodelle zur Analyse von Texten und Textsorten und deren theoretische Verankerung in anderen sprachwissenschaftlichen Disziplinen betrachtet werden. Im Hauptteil des Seminars werden wir die erarbeiteten Grundlagen anwenden, indem wir Texte aus verschiedenen Kommunikationsbereichen (u.a. Politik, Printmedien, Fachkommunikation) analysieren. Texte mit primär werteorientiertem Sprachgebrauch (persuasive Texte, Versprachlichung von Weltbildern) werden dabei Texten mit primär sachorientiertem Sprachgebrauch (Instruktion, Information) gegenübergestellt. In einem weiteren Teil des Seminars werden wir uns darüber hinaus mit niederdeutschen Texten beschäftigen, deren Publikation heute häufig im Kontext des niederdeutschen Kulturbetriebs erfolgt. Dabei soll der Wechselbeziehung zwischen spezifischen kontextuellen Bedingungen (des niederdeutschen Kultursystems, des Dialektausbaus) und den funktionalen und strukturellen Merkmalen der vorgestellten Texte nachgegangen werden. Leistungsanforderungen: begleitende Lektüre - Vorstellen eines Analysebeispiels im Plenum, schriftliche Hausarbeit (10-15 Seiten). Literatur: Brinker, Klaus: Linguistische Textanalyse. Eine Einführung in Grundbegriffe und Methoden. (Grundlagen der Germanistik; 29). 6., überarbeitete und erweiterte Auflage, Berlin 2005. van Dijk, Teun A.: Textwissenschaft. Eine interdisziplinäre Einführung. (dtv Wissenschaft; 4364). Tübingen 1980. Heinemann, Margot/Heinemann, Wolfgang: Grundlagen der Textlinguistik. Interaktion - Text - Diskurs. (Reihe Germanistische Linguistik; 230). Tübingen 2002. Eine ausführliche Literaturliste steht am Anfang des Semesters zur Verfügung. 52-143 Kristin Bührig Konnektivität im Deutschen und im Vergleich mit anderen Sprachen [DSL-A1][DE-A1] [DSL-A12][DE-A12] (auch für Studierende der Zusatzausbildung PSK I) 2st. Mo 16-18 Phil 1013 Beginn: 12.04.2010 Konnektivität im Deutschen und im Vergleich mit anderen Sprachen Mit welchen Mitteln werden Zusammenhänge zwischen sprachlich-kommunikativen Einheiten in Texten und Diskursen hergestellt? Worin unterscheiden sich diese Mittel im Deutschen im Vergleich zu anderen Sprachen? Welcher Art sind die hergestellten Zusammenhänge? Zu welchem Zweck werden diese Zusammenhänge hergestellt? Die Liste der aufgeführten Fragen ist sicherlich noch zu ergänzen und wird die Seminardiskussion leiten. Welche Antworten gegeben werden können, werden wir in der Beschäftigung mit prominenten Forschungsansätzen sowie in der konkreten Arbeit an authentischen Materialien herausarbeiten. Um einen Leistungsnachweis zu erwerben, ist das Anfertigen einer schriftlichen Hausarbeit erforderlich, in deren Rahmen exemplarische Analysen angefertigt werden. Eine Literaturliste wird zu Beginn der Veranstaltung zur Verfügung gestellt. 52-144 Bernd Struß Müssen wir den Dativ retten? Tendenzen und Grenzen populärer Sprachkritik [DSL-A1][DE-A1] 2st. Do 12-14 Phil 256/58 Beginn: 01.04.10 Schenkt man den Verlautbarungen populärer Sprachpfleger Glauben, dann ist es um die Existenz der deutschen Sprache schlecht bestellt. Überall lauern Gefahren: Überfremdung des Wortschatzes durch Anglizismen, Verwahrlosung der Syntax durch grenzwertige Kasusdeklination, Verunstaltung des Schriftbilds durch Apostrophs an falschen Stellen usw. Sprachpflegevereine forderten unlängst eine Deutschpflicht für Politiker und riefen medienwirksam zum Sprachfasten auf, damit sich das geschundene Kulturgut endlich von massenmedialer Phrasendrescherei erholen kann. Die Lufthoheit über die Stammtische populärer Sprachkritik beanspruchen zumeist Quereinsteiger. Der Vorsitzende des Vereins Deutsche Sprache (VDS, ca. 30.000 Mitglieder) ist von Hause aus Professor für Wirtschaftsstatistik. Bestsellerautor Bastian Sick, der mit seinen Zwiebelfisch-Kolumnen inzwischen riesige Sporthallen zum Brodeln bringt, hat immerhin einen Magisterabschluss im Fach Geschichte vorzuweisen. Schmerzlich vermisst wird in der öffentlichen Debatte über aktuellen Sprachgebrauch die Expertise von ausgewiesenen Spezialisten, nämlich Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftlern. Ausgehend von einer kursorischen Rekonstruktion der Geschichte der Sprachkritik soll im Seminar die aktuelle Auseinandersetzung im Lichte linguistischer Empirie und Kategorienbildung kritisch beleuchtet werden. Ziel der Veranstaltung ist die Etablierung einer eigenständigen sprachkritischen Position, von der aus konkreter (mündlicher und schriftlicher) Sprachgebrauch wissenschaftlich fundiert beurteilt werden kann. Literatur: Law, Claudia (2002) "Das sprachliche Ringen um die nationale und kulturelle Identität Deutschlands. Puristische Reaktionen im 17. Jahrhundert und Ende des 20. Jahrhunderts"; in: Muttersprache, Jg. 112 (2002), Heft 1; S. 67-83. Spitzmüller, Jürgen/ Roth, Kersten Sven/ Leweling, Beate/ Rohning, Dagmar (Hg.)(2002): Streitfall Sprache. Sprachkritik als angewandte Linguistik? Mit einer Auswahlbibliographie zur Sprachkritik; Bremen: Hempen (= Freibuger Beiträge zur Linguistik; Bd. 3) Schiewe, Jürgen (1998): Die Macht der Sprache. Eine Geschichte der Sprachkritik von der Antike bis zur Gegenwart; München: Beck. Schiewe, Jürgen (2003): Wege der Sprachkritik nach 1945; in: Wengeler, Martin (Hg.)(2003): Deutsche Sprachgeschichte nach 1945. Diskurs- und kulturgeschichtliche Perspektiven. Beiträge zu einer Tagung anlässlich der Emeritierung Georg Stötzels; Hildesheim/ Zurüch/ New York: Olm (= Germanistische Linguistik; Bd. 169/170; S. 125-138. 52-145 Julia Bertram Die Sprachgeschichte des Deutschen anhand ausgewählter Texte [DSL-A1][DE-A1] 2st. Do 14-16 Phil 570 In dieser Veranstaltung soll der sprachliche Wandel des Deutschen gezeigt werden. Dabei werden die wichtigsten Prozesse an ausgewählten historischen Texten erläutert. Schwerpunkte werden die 1. und 2. Lautverschiebung, der Ablaut (singen sang gesungen) und der Umlaut (Arzt Ärzte) sein. Es wird aber auch ein Blick auf den graphematischen und syntaktischen Wandel geworfen. Dabei werden wir uns unter anderem mit der Entwicklung der Substantivgroßschreibung sowie der Wortstellung befassen. Auch der lexikalische und semantische Wandel (Lehn- Erbwortschatz sowie Bedeutungsveränderungen) werden mithilfe von Übungen gemeinsam erarbeitet. Es besteht die Möglichkeit, einen Schein zu erwerben. Bedingungen dafür sind 1) regelmäßige, aktive Teilnahme, 2) Lektüre ausgewählter Fachtexte und 3) Hausarbeit. ------Johan Corthals (s. LV-Nr.: 53.453) Einführung in das Althochdeutsche [DSL-A2][DE-A1][DSL-W][GL-W] 2st. Do 16-18 Phil 1322 Beginn: 01.04.2010 Erste Einführung in die früheste Schriftform des Hochdeutschen, d.h. die Sprache der Karolingerzeit. Als erklärenden Bezugspunkt dienen besonders die jüngeren Phasen der westgermanischen Sprachen (Hochdeutsch, Niederländisch, Englisch). Einfache Lektüre. ------Michaela Kuchenreuther (s.LV-Nr. 81-423) Probleme sprachlicher Kommunikation II (PSK II/Sem, Ib) Lernen in der zweiten Sprache 2st. Mo 16-18 Phil 708 (12./19./26.04. + 03.05.) 6st. 05./26.06./10.07. 10-16, Phil 256/58 Beginn: 12.04.2010 In den letzten Jahren hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die schulischen Schwierigkeiten von Kindern und Jugendlichen mit dem Deutschen als Zweitsprache nicht nur im Deutschunterricht, sondern gerade auch in den anderen Sachfächern eine große Rolle spielen. In diesen Fächern ist Deutsch die verbindliche Unterrichssprache, durch welche dann Schüler(innen) mit geringeren sprachlichen Kompetenzen aus dem Unterrichtsgeschehen ausgeschlossen werden. Viele Lehrer(innen) sind aufgrund ihrer Ausbildung, welche auf den muttersprachlichen Unterricht ausgerichtet ist, nur bedingt in der Lage, verdeckte Sprachschwierigkeiten in der Unterrichtskommunikation oder in Fachtexten zu entdecken und die Schüler(innen) angemessen bi ihren sprachlichen Problemen zu unterstützen. In diesem Seminar werden zum einen die diversen Merkmale der fachlichen und vorfachlichen Kommunikation bestimmt und zum anderen werden die Prozesse des Textverstehens analysiert. Anhand dieser Grundlagen werden dann versteckte Sprachschwierigkeiten für Schüler und Schülerinnen (insbesondere mit Deutsch als Zweitsprache) erarbeitet und Rückschlüsse für den Deutschunterricht und den sprachsensiblen Fachunterricht gezogen. Scheinbedingungen: a) Zusatzausbildung für LehrerInnen: - aktive und regelmäßige Teilnahme an der Seminardiskussion und Übungen - Vorbereitung eines Themas durch Erarbeitung und Beantwortung bestimmter Problemfragen zu einem Text und deren Darstellung in einem Handout b) Seminar Ib: - aktive und regelmäßige Teilnahme an der Seminardiskussion und Übungen - evtl. Vorbereitung eines Themas durch Erarbeitung und Beantwortung bestimmter Problemfragen zu einem Text und deren Darstellung in einem Handout - Erstellung einer Hausarbeit Literaturhinweise werden zu Seminarbeginn verteilt. ------Jutta Fienemann (s. LV-Nr.: 81-414) Strukturelle Bedingungen des Sprachgebrauchs I Grammatische Formen in verschiedenen Sprachen Blockveranstaltungen. Mo 10.5., 16-18 Phil 259 Sa. 5.6./19.6. u. 4.9. jeweils 10-18 Phil 708 Beginn: 10.5.2010 Im Seminar werden wir uns mit grammatischen Formen im Deutschen und in anderen Sprachen beschäftigen. Grundlage für den Vergleich ist die Funktion der einzelnen sprachlichen Mittel, die in den verschiedenen Feldern zusammengefasst sind. Symbolfeld-, Zeigfeld-, Lenkfeld-, operatives Feld- und Malfeldprozeduren werden anhand authentischer Texte und Diskurse analysiert. Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar ist die Bereitschaft, Gespräche aufzuzeichnen. Sie auszugsweise zu transkribieren und sie dann im Plenum vorzustellen. ------Dagmar Knorr (s. LV.Nr. 81-424) Strukturelle Bedingungen des Sprachgebrauchs II: Textkompetenz und Textroutine [DSL-A1][DE-A1] 2st. Mo 18-20 Phil 256/58 Beginn: 12.04.2010 Textkompetenz bezeichnet die die individuelle Fähigkeit, Texte lesen, schreiben und zum Lernen nutzen zu können (Portmann-Tselikas/Schmölzer-Eibinger 2008, 5). Hierfür spielen eine Reihe von Kompetenzen eine Rolle, die im Seminar näher betrachtet und mit anderen Konzepten zur Schreibkompetenz (Becker-Mrotzek/Schindler 2007) bzw. sprachlichen Basisqualifikationen (Ehlich et al. 2008) verglichen werden sollen. Im Seminar soll geprüft werden, inwieweit die Modelle Anstöße für den Unterricht geben können, um die Textkompetenz von Schülerinnen und Schülern mit, aber auch ohne Migrationshintergrund zu entwickeln. Wissen über Textroutinen (auf der Basis sprachlicher Prozeduren) und Kenntnis von Formulierungsmustern ist hierfür eine Möglichkeit. Scheinanforderungen a) für Studierende der Zusatzausbildung: aktive und regelmäßige Teilnahme am Seminar; Bearbeitung und Präsentation einer spezifischen Fragestellung b) Seminar 1b: aktive und regelmäßige Teilnahme am Seminar; Bearbeitung, Präsentation und schriftliche Ausarbeitung (ca. 5 Seiten) einer spezifischen Fragestellung Literatur Becker-Mrotzek, Michael und Kirsten Schindler (2007): Texte schreiben. [Kölner Beiträge zur Sprachdidaktik / Reihe A, 5]. Duisburg: Gilles & Francke. Ehlich, Konrad, Ursula Bredel und Hans H. Reich (2008): Sprachaneignung. Prozesse und Modelle. In: Ehlich, Konrad, Ursula Bredel und Hans H. Reich (Hrsg.): Referenzrahmen zur altersspezifischen Sprachaneignung. [Bildungsforschung; 29/I]. Berlin: BMBF, 9-34. Paul R. Portmann-Tselikas und Sabine Schmölzer-Eibinger (2008): Textkompetenz. In: Fremdsprache Deutsch 39 (2008), 5-16 Themenheft Textkompetenz In: Fremdsprache Deutsch 39 (2008) Weitere Literatur und eine Liste mit Referatthemen werden im Agora-Raum 81-424 Textkompetenz (Knorr) bereitgestellt. ------Jutta Fienemann Strukturelle Bedingungen des Sprachgebrauchs III: Bilingualismus (SBS III/Sem. Ib-Daf/DaZ) Blockveranstaltungen: Mo. 3.5., 16-18 Phil 259 Sa. 11.09./18.9. jeweils 10-18 Phil 708 Das Seminar befasst sich mit der Entwicklung komplexer Sprachfähigkeiten bei Kindern, die unter den spezifischen Bedingungen der Migration bilingual aufwachsen. Unter dem Begriff 'komplexe Sprachfähigkeiten' wird die Verfügung über diejenigen sprachlichen Mittel verstanden, die speziell zum Handeln in komplexen Diskurszusammenhängen befähigen, die also etwa bei der sprachlichen Darstellung absenter Sachverhalte, beim Erzählen, Berichten, Erklären, Erläutern sowie auch in anderen institutionsspezifischen Kommunikationsformen zum Einsatz kommen. Die Diskussion geht von folgenden Grundannahmen aus: (1) Komplexe Sprachfähigkeiten sind ein Teilbereich des natürlichen Spracherwerbs, der sich über die frühe Kindheit hinaus bis ins Jugendlichenalter hinein fortsetzt. (2) Sprachfähigkeiten werden in denjenigen Handlungszusammenhängen erworben und entwickelt, in denen sie kommunikativ erforderlich sind und verwendet werden. (3) Als eine Besonderheit von migrationsbedingtem Bilingualismus ist damit zu rechnen, dass nicht beide Sprachen mit allen Funktionsbereichen gesellschaftlich und institutionell gleichermaßen repräsentiert sind und dass dieses Auswirkungen auf den Erwerb komplexer Sprachfähigkeiten bei mehrsprachigen Kindern und Jugendlichen haben kann. Ziel des Seminars ist somit eine Sensibilisierung für solche grammatischen Strukturen, deren Erwerb je nach gesellschaftlicher Präsenz und institutioneller Förderung der beteiligten Sprachen unterschiedlich verlaufen kann. Die Arbeitsformen umfassen dabei Diskussionen von Arbeiten zu unterschiedlichen Bereichen der Konnektivität und zu relevanten Diskursarten sowie gemeinsame Analysen transkribierter mehrsprachiger Daten mit einem Hauptaugenmerk auf den betroffenen grammatischen Strukturen. Lektüre und Lektüretipps werden zu Beginn des Seminars bereitgestellt und während der Veranstaltung laufend ergänzt. Als Leistungsnachweise werden eine regelmäßige aktive Teilnahme, regelmäßige vor- und nachbereitende Lektüre mit laufenden Arbeitsaufgaben, wie Protokolle, Kurzreferate u.ä., für die Anerkennung als Ib-Seminarschein zusätzlich eine schriftliche Hausarbeit zu einem gewählten Schwerpunkt erwartet. |
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| Ü B U N G Z U S E M I N A R E 52-146 Christina Vertan Grundlagen der computergestützten Korpuslinguistik (Teilnahme nur in Verbindung mit LV-Nr. 52-148 oder 52-153 möglich) [DSL-V1][DE-V1][GL-M2][ASW-M13] 2st. Do 12-14 Phil 570 (Hinweis: Bitte nach Möglichkeit ein eigenes Notebook mitbringen) In der Übung werden exemplarisch Korpora mit Hilfe von computergestützten Techniken untersucht. Themen wie: Reguläre Ausdrucke, Textmining, Annotierung von linguistischen Merkmalen mit XML, werden zuerst von der Dozentin erklärt und anschließend von Studenten mit bestimmten Aufgaben erprobt. Zusätzlich werden grundlegende statistische Verfahren erklärt und eingesetzt. Für die Übung werden keine Programmierkenntnisse vorausgesetzt, nur der erfolgreiche Umgang mit Computern und Texteditoren wird erwartet. S E M I N A R E Grammatik im Formtief? Sprachwandel und Sprachkritik [DSL-V1][DE-V1][GL-M3][GL-M5][GL-W] 2st. Di 10-12 Phil 708 Die Sprache von meine Vorfahr war mehr kompliziert wie heut. Klingt so das Deutsch der Zukunft? Zweifellos befindet sich die Grammatik der Standardsprache im Wandel: Der beschleunigte Abbau der Kasusendungen (dem Bär, den Patient), der Rückgang der starken Konjugation (er fechtete) und das Vordringen umgangssprachlicher Satzmuster (auf dem Kunden seinen Wunsch hin) in schriftliche Dokumente sind nur einige der Anzeichen dafür. Sie deuten darauf hin, dass wir zurzeit einen Sprachwandel erleben, der an Intensität gegenüber früheren Perioden zugenommen hat. Normunsicherheiten, Diskussionen in der Öffentlichkeit und eine verstärkte Sprachkritik in den Medien (z.B. Bastian Sick) sind Reaktionen auf diesen Prozess. Im Seminar soll es darum gehen, diese Phänomene zu analysieren und ihren Ursachen auf den Grund zu gehen. Zu Beginn werden wir die dafür nötigen theoretischen Grundlagen erarbeiten. Dazu gehören grammatische Kategorien ebenso wie Theorien des Sprachwandels und der Grammatikalisierung. Im weiteren Verlauf werden wir uns konkreten Beispielen der aktuellen Sprachveränderung widmen und uns auch mit den sprachkritischen Urteilen darüber beschäftigen. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft, eventuelle Lücken im grammatikalischen Elementarwissen (Duden-Grammatik) selbstständig zu füllen, da hierfür im Rahmen des Seminars nur sehr begrenzt Zeit zur Verfügung steht. Zur Einstimmung: Krischke, Wolfgang: Ich geh Schule (Zeit, 29.6.2006; www.zeit.de/2006/27/C-Kiezdeutsch) Denkler, Markus et al. (Hg.) (2008): Frischwärts und unkaputtbar: Sprachverfall oder Sprachwandel im Deutschen. Münster 52-148 Jannis Androutsopoulos Mediengespräche [DSL-V1][DE-V1][GL-M2][GL-M5][ASW-M9/M19] 2st. Di 12-14 Hörsaal Phil F Beginn: 06.04.2010 Mediengespräche sind Kommunikationsereignisse, in denen verbale Interaktionen unter spezifischen Rahmenbedingungen von Medialität, Öffentlichkeit und Institutionalisierung vollzogen, inszeniert und ausgestrahlt werden. Ausgehend von diesen Kernelementen lassen sich zahlreiche Mediengesprächstypen im Hinblick auf ihre Teilnehmerkonstellation, Themenorientierung, Handlungs- und Aufgabenstruktur usw. unterscheiden. Das Seminar bietet eine Einführung in die einschlägige Fachliteratur und stellt Querbezüge zu den relevanten Teildisziplinen und Forschungsansätzen - Gesprächsforschung, Gattungsanalyse, Kritische Diskursanalyse u.a. - her. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die methodischen Verfahren der Mediengesprächsanalyse, insbesondere Transkription und Sequenzanalyse. Auf dieser Basis setzen wir uns mit der Analyse von Mediengesprächen in verschiedenen Gattungen und Formaten empirisch auseinander. Leistungsanforderungen (a) Regelmäßige aktive Teilnahme; (b) Hausarbeit (ca. 15 Seiten); (c) Kurzreferat bzw. andere Zusatzleistung (Transkription, Beteiligung an Gruppenprojekt). Hinweis für Masterstudierende: Die Belegung des Seminars im Modul [GL-M2] setzt einen empirischen Schwerpunkt voraus, der eigenständige Datentranskription und -analyse auf eine eigens entwickelte Fragestellung umfasst. Vorbereitendes Material Kernlektüre und weitere Materialien werden rechtzeitig auf STiNE bzw. Agora abgelegt. Im Seminar wird auch englischsprachige Fachliteratur verwendet, entsprechende Lektürebereitschaft und Kompetenz werden vorausgesetzt. Einführende Literatur Burger, Harald (1991) Das Gespräch in den Massenmedien. Berlin/New York: de Gruyter. " Burger, Harald (2005) Mediensprache. Berlin: de Gruyter. " Hutchby, Ian (2006) Media Talk: Conversation Analysis and the Study of Broadcasting. Maidenhead: Open University Press 52-149 Jannis Androutsopoulos Spracheinstellungen - Sprachideologien: Ansichten über Sprache und ihre Erforschung [DSL-V1][DE-V1][GL-M4][GL-M5][ASW-M9] 2st. Mi 10-12 Phil 1350 Beginn: 07.04.2010 Ansichten über Sprache werden gegenwärtig in verschiedenen Forschungsansätzen untersucht, die sich in ihrer theoretischen Verortung und Methodologie sowie ihren typischen Gegenständen in vielerlei Hinsicht unterscheiden. Ihre grundlegende Gemeinsamkeit ist die Überwindung der strukturalistischen Trennung von Sprache als System und Sprache als sozialer Praxis und die Konstituierung von Metasprache als legitimes sprachwissen-schaftliches Objekt. Im Seminar werden Grundlagen und Anwendungen von Spracheinstellungs- und Sprachideologieforschung an ausgewählter deutsch- und englischsprachiger Literatur vorgestellt und an Fallbeispielen aus dem deutschsprachigen Raum erläutert. Die Fallbeispiele suchen wir insbesondere in jenen Domänen und Wandelprozessen aus, in denen sich in spätmodernen, westlichen Gesellschaften metasprachliche Diskurse und sprachliche Moralpaniken immer wieder entstehen: Globalisierung (vgl. Anglizismen, "Denglisch"), Migration (Mehrsprachigkeit, Ethnolekte), Jugend, Technologie, "politische Korrektheit" usw. Leistungsanforderungen (a) Regelmäßige aktive Teilnahme; (b) Hausarbeit (ca. 15 Seiten); (c) Kurzreferat bzw. andere Zusatzleistung (z.B. Beteiligung an einem Gruppenprojekt). Hinweis für Masterstudierende: Die Belegung des Seminars im Modul [GL-M2] setzt einen empirischen Schwerpunkt voraus, der eigenständige Datensammlung und -analyse auf eine eigens entwickelte Fragestellung umfasst. Vorbereitendes Material Kernlektüre und weitere Materialien werden rechtzeitig auf STiNE bzw. Agora abgelegt. Im Seminar wird auch englischsprachige Fachliteratur verwendet, entsprechende Lektürebereitschaft und Kompetenz werden vorausgesetzt. Einführende Literatur " Aptum: Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur. [Präsenzbestand Bibliothek IfG I] Jaworski, Adam / Coupland, Nikolas / Galasinski, Dariusz (eds.) (2004) Metalanguage. Social and Ideological Perspectives. Berlin, New York: de Gruyter. " Johnson, Sally 2005 Spelling trouble?: language, ideology and the reform of German orthography. Clevedon: Multilingual Matters. Spitzmüller Jürgen (2005): Metasprachdiskurse: Einstellungen zu Anglizismen und ihre wissenschaftliche Rezeption. Berlin, New York: de Gruyter 52-150 Shinichi Kameyama Kommunikation in der Hochschule [DSL-V1][DE-V1][GL-M2][GL-M4][GL-M5][GL-M6][ASW-M9/M10] 2st. Mi 10-12 Phil 570 Beginn: 06.04.2010 Als Institution der Wissenschaft, in denen (im Idealfall) Forschung und Lehre aufeinander bezogen sind und sich gegenseitig befördern, weist die Hochschule eine große Vielfalt an verschiedenen Kommunikationsformen auf. Anhand von exemplarischen Diskursen und Texten wie etwa Vorlesung, Mitschrift, Referat, Seminardiskurs, Hausarbeit, Sprechstundendiskurs, wiss. Vortrag, wiss. Artikel, planerische Diskurse für Lehre, in Forschung, Selbstverwaltung und Verwaltung usw. wollen wir uns im Seminar empirisch mit diesen vielfältigen Formen von Hochschulkommunikation auseinandersetzen und versuchen, typische institutionelle Handlungsabläufe, Zwecke einzelner Diskurs- und Textarten sowie das Funktionieren einzelner sprachlicher Ausdrucksmittel in Hochschulkommunikation herauszuarbeiten. 52-151 Svend Sager Zur Semantik des Unsagbaren [DSL-V1][DE-V1][GL-M1] 2st. Do 10-12 Phil 570 (Wahlzeit) Beginn: 08.04.2010 Der Titel des Seminars bietet eine Paradoxie, die es aufzulösen gilt: Was unsagbar ist und somit auch nicht in Worte gefasst werden kann, kann auch keine Semantik aufweisen, denn diese ist eben an Worte gebunden. Wenn es aber eine Semantik gibt, so gibt es auch Worte und damit ein Sagbares. Kann also das Unsagbare überhaupt sagbar gemacht werden oder bleibt es unsagbar und damit unfassbar für die Semantik? Aber vielleicht ist im Gesagten immer auch ein Unsagbares enthalten, das dann vielleicht doch 'irgendwie' fassbar wird, das sich in der Semantik des Gesagten - zumindest indirekt - manifestiert und somit doch sagbar wird? Derartige Fragen sind Gegenstand des Seminars, das sich mit jenen Bereichen menschlicher Erfahrung befasst, die nur schwer oder nur indirekt sprachlich erfasst werden können. Dazu gehören sowohl bestimmte Bereiche der Wahrnehmung, wie Geruch, Geschmack und Gehör als auch solche der Abstraktion, der Spekulation, der Intuition und Vision. Wie also kann man über Gerüche, Geschmack, über Laute und vor allem über verschiedene künstlerische Manifestationen wie Musik, Tanz, bildende Kunst reden? Oder wie fassen wir sprachlich das Transzendente, das für uns Menschen Unfassbare und Unbegreifliche im Bereich der Philosophie, der Religion und der Mystik. Festzustellen ist zunächst einmal, dass wir Menschen über all dies ja reden. Wie also machen wir dies? Welches sind die sprachlichen Mittel, um dies alles zu bewerkstelligen. Auch wir werden im Seminar darüber reden. Wir werden uns selber dabei und anderen in ihren Texte zusehen und möglicher Weise dadurch der Semantik des Unsagbaren auf die Schliche kommen - vielleicht! 52-152 Renata Szczepaniak Frühneuhochdeutsch [DSL-V1][DE-V1][ DSL-V7][DE-V7][GL-M3/M11/M12] 2st. Mi 10-12 Phil E, ab 02.06. Phil 256/58 Beginn: 07.04.2010 Die Bedeutung der frühneuhochdeutschen Sprachperiode (13501650) für die Entwicklung des heutigen Deutsch ist kaum zu unterschätzen. In dieser Zeit begann nämlich die Entwicklung der überregionalen Standardsprache. Die Sprachwandelprozesse des Frühneuhochdeutschen sind somit für die Gestalt der heutigen deutschen Grammatik verantwortlich. So setzte sich im Frühneuhochdeutschen beispielsweise das werden-Futur gegenüber den Futurkonstruktionen mit Modalverben (u.a. wollen, vgl. das will-Futur im Englischen) durch, während verschiedene tun-Umschreibungen als negativ konnotierte Bildungen aus der Grammatik der Standardsprache allmählich verdrängt wurden (vgl. Schreiben tue ich gern). In diesem Seminar werden wir die zentralen Wandelphänomene des Frühneuhochdeutschen auf allen Sprachebenen betrachten: So gab es in der Phonologie wortverstärkende Prozesse, z.B. die t-Epenthese wie in mhd. nieman > frnhd. niemand oder mhd. mâne > Mond (vgl. engl. the moon). Auf der morphologischen Ebene fanden u.a. die Vereinfachungen in der Verbalflexion der starken Verben statt: So wurde im Frühneuhochdeutschen der Präteritalvokal vereinheitlicht (z.B. im Mhd. noch ich sang, wir sungen, heute ich/wir sang(en)). Zu den wichtigsten syntaktischen Veränderungen zählt die Herausbildung der heutigen Nebensatzklammer mit dem nachgestellten finiten Verb ( , dass sie gefragt worden ist). Empfohlene Literatur: Hartweg, Frédéric/Wegera, Klaus-Peter (1989): Frühneuhochdeutsch. Eine Einführung in die deutsche Sprache des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit. Tübingen: Niemeyer. 52-153 Renata Szczepaniak Korpuslinguistik (Teilnahme nur in Verbindung mit der Übung, LV-Nr. 52-146 möglich) [DSL-V1][DE-V1][GL-M2][ASW-M13] 2st. Mi 14-16 Phil 1350 Beginn: 07.04.2010 Korpora (und die Arbeit mit ihnen) sind in der historischen Sprachwissenschaft unumgänglich. Kein Wandelphänomen, kein diachroner Unterschied könnte ohne sie aufgespürt werden. Erst ein Vergleich zwischen (geschriebenen) Texten aus verschiedenen Sprachstufen zeigt, wie sich z.B. die Substantivgroßschreibung allmählich etabliert hat oder wie der Definitartikel entstanden ist. In diesem Seminar werden wir lernen, wie man Korpuslinguistik betreibt. Das Seminar wird im ersten Teil in die Problematik der Korpuslinguistik einführen (Arbeit mit digitalen Korpora, Erstellung eines eigenen Korpus, statistische Auswertung). Dies wird an ausgewählten Phänomenen aus dem Bereich der Morphologie, Syntax und Graphie exemplifiziert, darunter an der schon genannten Substantivgroßschreibung, am Negationswandel (von ahd. ni mohta > nhd. konnte nicht) und an der Entwicklung des Definit- und Indefinitartikels. Im zweiten Teil werden selbst gewählte Phänomene in Gruppenarbeit korpuslinguistisch untersucht. Die Ergebnisse sollen in abschließende Seminararbeiten einfließen. Voraussetzung zur Teilnahme sind EDV-Basiskenntnisse (Windows, Excel) und Kenntnisse des Windows-Explorer. Empfohlene Literatur: Scherer, C. (2006): Korpuslinguistik. Heidelberg: Winter. -------- Ingrid Schröder Da nicht für. Grammatik im Kontakt Hochdeutsch - Niederdeutsch (NdSL) (s. LV.Nr. 52-183) [DSL-V1][DE-V1][DSL-V7][DE-V7][GL-M3][GL-M11][GL-W] 2st. Mo 16-18 Phil 570 Beginn: 12.04.2010 Sprachliche Phänomene, die als typisch norddeutsch wahrgenommen werden, sind durch die historisch gewachsene Zweisprachigkeit Hochdeutsch-Niederdeutsch bedingt. Im norddeutschen Varietätenspektrum Hochdeutsch-Niederdeutsch sind wechselseitige Einflüsse der beiden Sprachformen zu konstatieren, insbesondere auch auf der morphologischen und der syntaktischen Ebene. Seit März 2008 werden in einem Forschungsprojekt (Sprachvariation in Norddeutschland, SiN) die Resultate dieses sprachlichen Kontakts untersucht. Im Seminar wollen wir mit den Sprachdaten arbeiten, die im Projekt erhoben worden sind. Transkripte von Aufnahmen aus den verschiedenen norddeutschen Regionen sollen korpuslinguistisch aufgearbeitet und miteinander verglichen werden. Ziel ist es, die Kontaktphänomene zu ermitteln, die in den einzelnen Regionen sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können und dadurch die spezifische Färbung der Sprache ausmachen. Dies versetzt uns in die Lage, den aktuellen Sprachwandel in Norddeutschland nachzuvollziehen. Erwartet wird aktive Mitarbeit bei der Materialaufbereitung und -analyse. Leistungsnachweis: Hausarbeit im Umfang von 20-25 Seiten. Literatur: Elmentaler, Michael/Schröder, Ingrid: Sprachvariation in Norddeutschland (SiN). In: Niederdeutsches Jahrbuch 132 (2009) (erscheint 12/2009). Schröder, Ingrid: Niederdeutsch in der Gegenwart: Sprachgebiet - Grammatisches - Binnendifferenzierung. In: Niederdeutsche Sprache und Literatur der Gegenwart. Hrsg. von Dieter Stellmacher (Germanistische Linguistik; 175-176). Hildesheim 2004, S. 35-97. 52-154 Kristin Bührig Höflichkeit in Text und Diskurs: Deutsch im Vergleich mit anderen Sprachen [DSL-V1][DE-V1] [DSL-V6][DE-V6][GL-M5][GL-M7][GL-M8][ASW-M9/M12] 2st. Di 10-12 Phil 570 Beginn: 06.04.2010 Der Gegenstand des Seminars sind Formen und Manifestationen höflichen bzw. unhöflichen Handelns im sprachlichen Handeln, dabei werden sowohl mündliche als auch schriftliche Formen Berücksichtigung finden. Innerhalb der Seminararbeit werden wir uns mit prominenten Ansätzen der Höflichkeitsforschung beschäftigen und diese anhand authentischer Beispiele diskutieren. Wünschenswert ist die Bereitschaft der an diesem Seminar Interessierten, eigene Daten zu erheben. Um einen Leistungsnachweis zu erwerben, ist das Anfertigen einer schriftlichen Hausarbeit erforderlich, in deren Rahmen exemplarische Analysen zu Fragen der Höflichkeit angefertigt werden. Eine Literaturliste wird zu Beginn der Veranstaltung zur Verfügung gestellt. 52-155 Martin Reisigl Deutsch - Deutsch - Deutsch. Standardvarietäten des Deutschen [DSL-V1][DE-V1][DSL-V6][DE-V6][DSL-V7][DE-V7][GL-M3/M7/M11][ASW-M2/M9] 2st. Mo 16-18 Phil 256/58 (Wahlzeit) Beginn: 12.04.2010 Ziel der Lehrveranstaltung ist es, die verschiedenen Standardvarietäten des Deutschen vor dem theoretischen Hintergrund des Konzepts einer plurizentrischen Sprache zu betrachten und dabei den Nachhall einer monozentrischen Optik kritisch in den Blick nehmen, die in der deutschsprachigen Linguistik lange Zeit vorherrschend war. Sie erhob den bundesdeutschen Standard zur Norm und stufte die österreichische und schweizerische Varietät als regionale Abweichungen ein. Das Hauptaugenmerk wird im Seminar auf die drei Vollzentren der deutschen Sprache (also auf Deutschland, Österreich und die Schweiz) gerichtet, wenngleich auch die Diskussion über die Frage nach eigenen Standardvarietäten des Deutschen in den vier Halbzentren (Liechtenstein, Südtirol, Luxemburg und Ostbelgien) Beachtung finden wird. Zu Beginn der Lehrveranstaltung gilt es, sich mit Grundbegriffen der Varietätenlinguistik auseinander zu setzen, im Besonderen mit den Konzepten Varietät, nationale Variante. Standard, Hochsprache, Schriftsprache, Nationalsprache, Amtssprache, Staatssprache, Umgangssprache, Dialekt, plurizentrische / polyzentrische Sprache, plurinationale Sprache, pluriareale Sprache usw. Im Anschluss daran wird ein Vergleich der bundesdeutschen, österreichischen und schweizerischen Standardvarietät unternommen. Die systematische Gegenüberstellung konzentriert sich auf standardsprachliche Besonderheiten in der Aussprache, Morphologie (z.B. Wortbildung), Syntax (Tempus, Konjugation, Modus, Genus, Gebrauch von Präpositionen usw.), Lexik (z.B. in Bereichen der Amtssprache, Fachsprache, Gastronomie, Idiomatik usw.), Orthographie und Pragmatik. Darüber hinaus richtet sich die Aufmerksamkeit auf Untersuchungen, in denen das Sprachbewusstsein und die Einstellungen von SchweizerInnen, ÖsterreicherInnen und Deutschen zu unterschiedlichen Varietäten oder Varianten des Deutschen erhoben werden. Das Seminar widmet sich ferner den zum Teil sehr leidenschaftlich geführten innerlinguistischen Debatten um den Status bestimmter Ausprägungen des Deutschen, und den sprachpolitischen Bemühungen um eine supranationale rechtliche Verankerung sprachlicher Besonderheiten in der Europäischen Union (z.B. österreichischer Bezeichnungen von Speisen). Außerdem wird im Seminar die Debatte um die Existenz einer eigenen nationalen Varietät des Deutschen in der DDR behandelt. Methoden: Vortrag des LV-Leiters, verpflichtende Lektüre ausgewählter Texte zur Thematik, studentische Referate, Diskussionen und Erstellung von Hausarbeiten. Voraussetzungen für den Erwerb eines Scheins: aktive Mitarbeit, Referat und Abgabe einer Hausarbeit Literatur (eine Auswahl): Ammon, Ulrich (1995): Die deutsche Sprache in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Problem der nationalen Varietäten. Berlin/New York: de Gruyter. Ammon, Ulrich (2000): Sprache - Nation und die Plurinationalität des Deutschen. In: Gardt, Andreas (Hrsg.): Nation und Sprache. Die Diskussion ihres Verhältnisses in Geschichte und Gegenwart. Berlin, New York: De Gruyter. S. 509-524. Ammon, Ulrich, Bickel, Hans, Ebner, Jakob, Esterhammer, Ruth, Gasser, Markus, Hofer, Lorenz, Kellermeier-Rehbein, Birte, Löffler, Heinrich. Mangott, Doris, Moser, Hans, Schläpfer, Robert, Schlossmacher, Michael, Schmidlin, Regula, Vallaster, Günter (2004): Variantenwörterbuch des Deutschen. Berlin/New York: de Gruyter. Clyne, Michael G. (2005): Pluricentric Language/ Plurizentrische Sprache. In: Ammon, Ulrich, Dittmar, Norbert, Mattheier, Klaus, Trudgill, Peter (Hrsg.): Sociolinguistics. An international Handbook of the Science of Language and Society / Soziolinguistik. Ein internationales Handbuch zur Wissenschaft von Sprache und Gesellschaft. 1. Teilband. S. 296-300. de Cillia, Rudolf (1997): Alles bleibt, wie es ißt. Österreichs EU-Beitritt und die Frage des österreichischen Deutsch. In: Jahrbuch Deutsch als Fremdsprache 23 (1997). S. 239-258. Dürscheid, Christa, Businger, Martin (Hrsg.) (2006): Schweizer Standarddeutsch. Beiträge zur Varietätenlinguistik. Tübingen: Narr. Ebner, Jakob (2009): Duden - Wie sagt man in Österreich? Wörterbuch des österreichischen Deutsch. 4., völlig überarb. Aufl. Mannheim, Wien, Zürich: Dudenverlag. Hägi, Sara, Scharloth, Joachim (2005): Ist Standarddeutsch für Deutschschweizer eine Fremdsprache? In: Linguistik online 24 / 3 (2005). (http://www.linguistik-online.de/24_05/haegiScharloth.html) Koller, Werner (2000): Nation und Sprache in der Schweiz. In: Gardt, Andreas (Hrsg.): Nation und Sprache. Die Diskussion ihres Verhältnisses in Geschichte und Gegenwart. Berlin, New York: De Gruyter. S. 563-609. Meyer, Kurt (2006): Schweizer Wörterbuch. So sagen wir in der Schweiz. Mit einem Beitr. von Hans Bickel Frauenfeld, Wien et al: Huber. Muhr, Rudolf, Schrodt, Richard (Hrsg.) (1997): Österreichisches Deutsch und andere nationale Varietäten plurizentrischer Sprachen in Europa. Wien: Hölder-Pichler-Tempsky Pollak, Wolgang (1992): Was halten die Österreicher von ihrem Deutsch? Eine sprachpolitische und soziosemiotische Analyse der sprachlichen Identität der Österreicher. Wien: Österreichische Gesellschaft für Semiotik/Institut für Soziosemiotische Studien. Scharloth, Joachim (2004): Zwischen Fremdsprache und nationaler Varietät. Untersuchungen zum Plurizentrizitätsbewusstsein der Deutschschweizer. In: TRANS. Internet-Zeitschrift für Kulturwissenschaften 15. (http://www.inst.at/trans/15Nr/06_1/scharloth15.htm) Sedlaczek, Robert (2004): Das österreichische Deutsch. Wien: Ueberreuter. Sieber, Peter: Das Deutsche in der Schweiz. In: Helbig, Gerhard/ Götze, Lutz/ Henrici, Gert/ Krumm, Hans-Jürgen (Hrsg.): Deutsch als Fremdsprache. Ein internationales Handbuch. Berlin/ New York: de Gruyter, 2001. 491-506. Wiesinger, Peter (2000): Nation und Sprache in Österreich. In: Gardt, Andreas (Hrsg.): Nation und Sprache. Die Diskussion ihres Verhältnisses in Geschichte und Gegenwart. Berlin, New York: De Gruyter. S. 525-562. Wiesinger, Peter (2008): Das österreichische Deutsch in Gegenwart und Geschichte. 2., durchgesehene und erweiterte. Aufl. Wien et al: LIT. 52-156 Martin Reisigl Diskursbegriffe im interdisziplinären Vergleich [DSL-V1][DE-V1][GL-M4][GL-M5][ASW-M10] 2st. Mi 14-16 Phil 256/58 die LV am 12.05.10 entfällt, Ersatz ist Mi 19.05.2010, die LV am 30.06.10 entfällt, Ersatz ist Mi 23.06.2010, Beginn: 07.04.2010 Ziel des Seminars ist es, einen Überblick über eine Auswahl von zwölf verschiedenen diskurstheoretischen und diskursanalytischen Ansätzen zu bieten. Die in der Lehrveranstaltung zu vergleichenden Ansätze entstammen der Soziologie, Philosophie, Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft, Pädagogik, Literaturwissenschaft und Sprachwissenschaft. Gegenstand des Vergleichs sind im Konkreten (1) die Diskursethik von Jürgen Habermas, (2) die archäologische und genealogische Diskursanalyse von Michel Foucault, (3) die automatische Diskursanalyse von Michel Pêcheux, (4) die wissenssoziologische Diskursanalyse von Rainer Keller, (5) die politikwissenschaftliche Diskurstheorie von Ernesto Laclau und Chantal Mouffe, (6) die von Armin Landwehr und Philipp Sarasin vertretene geschichtswissenschaftliche Diskursanalyse, (7) der erziehungswissenschaftliche Ansatz einer (thematischen) Diskursanalyse von Thomas Höhne und Daniel Wrana, (8) der literaturwissenschaftliche Ansatz einer (generativen) Diskursanalyse von Jürgen Link, (9) die historische Diskurssemantik von Dietrich Busse, (10) die Kritische Diskursanalyse (Teun van Dijk, Norman Fairclough, Klaus Gloy, Siegfried und Margret Jäger, Franz Januschek, Martin Reisigl, Ruth Wodak, Theo van Leeuwen etc.), (11) die korpusbasierte Düsseldorfer Diskursanalyse (Karin Böke, Martin Wengeler, Thomas Niehr und Matthias Jung etc.) und (12) die funktional-pragmatische Diskursanalyse (Konrad Ehlich, Jochen Rehbein, Angelika Redder, Ludger Hoffmann, Kristin Bührig etc.). Das Seminar ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil führt der Lehrveranstaltungsleiter allgemein in die Thematik ein und erörtert er unter anderem die Unterscheidung zwischen Diskurstheorie und Diskursanalyse. Im zweiten Teil sind die Studierenden aufgefordert, die zur Diskussion stehenden Ansätze theoretisch und methodologisch kennen zu lernen und in Referaten zu präsentieren, um so einen systematischen Vergleich der diskursbezogenen Zugänge zu ermöglichen. Die Gegenüberstellung lässt Ähnlichkeiten, Gemeinsamkeiten und Unterschiede sowie Anschlussmöglichkeiten und Inkompatibilitäten erkennbar werden. Am Ende der Lehrveranstaltung wird ein kontrastives Resümee gezogen. Methoden: Vortrag des LV-Leiters, verpflichtende Lektüre ausgewählter Texte zur Thematik, studentische Referate, Diskussionen und Erstellung von Hausarbeiten. Voraussetzungen für den Erwerb eines Scheins: aktive Mitarbeit, Referat und Abgabe einer Hausarbeit Literatur (eine Auswahl): Busse, Dietrich (1987): Historische Semantik. Analyse eines Programms. Stuttgart. Klett-Cotta. Ehlich Konrad (2007): Die Diskurse und ihre Analysen. In: Ehlich Konrad (2007): Sprache und sprachliches Handeln. Band 3: Diskurs - Narration - Text - Schrift. Berlin, New York: de Gruyter. S. 113-128. Foucault, Michel (1991): Die Ordnung des Diskurses. Frankfurt am Main: Suhrkamp. S. 9-49. Habermas, Jürgen (31989): Wahrheitstheorien (1972). In: Habermas, Jürgen (31989): Vorstudien und Ergänzungen zur Theorie des kommunikativen Handelns. Frankfurt am Main: Suhrkamp. S. 127-183. Höhne, Thomas (2003): Die Thematische Diskursanalyse - dargestellt am Beispiel von Schulbüchern. In: Keller, Reiner, Hirseland, Andreas, Schneider, Werner, Viehöver, Willy (Hrsg.) (2003): Handbuch Sozialwissenschaftliche Diskursanalyse. Band 2: Forschungspraxis. Opladen: Leske + Budrich. S. 389-419. Jäger, Siegfried (32001): Kritische Diskursanalyse: Eine Einführung. Duisburg: DISS. Keller, Rainer (22004): Diskursforschung. Eine Einführung für SozialwissenschaftlerInnen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. Laclau, Ernesto (1993): Discourse. In: Goodin, Robert E., Pettit, Philip (Hrsg.) (1993): A companion to contemporary political philosophy. Oxford, Cambridge: Blackwell. S. 431-437. Landwehr, Achim (2008): Historische Diskursanalyse. Frankfurt am Main, New York: Campus. Link, Jürgen (1983): Elementare Literatur und generative Diskursanalyse. München: Fink. Pêcheux, Michel (1995): Automatic discourse analysis. Hrsg. v. Tony Hak und Niels Helsloot. Übersetzt v. David Macey. Amsterdam et al: Rodopi. Sarasin, Philipp (2003): Geschichtswissenschaft und Diskursanalyse. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Wodak, Ruth, Meyer, Michael (2009): Methods of Critical Discourse Analysis. London et al. Sage. 2nd revised edition. 52-157 Martin Reisigl Sprache und Politik - Sprachpolitik - Sprachenpolitik [DSL-V1][DE-V1][GL-M4][GL-M9][ASW-M10] 2st. Di 12-14 Phil 570 die LV am 11.05.10 entfällt, Ersatz ist Mi 02.06.2010, Beginn: 06.04.2010 Politik und Sprache hängen auf vielfältige Weise zusammen. Gleichwohl wurde die Untersuchung von politischer Sprache lange Zeit primär als sprachwissenschaftliche und politikwissenschaftliche Nebenbeschäftigung politisch interessierter LinguistInnen und sprachinteressierter PolitologInnen praktiziert. Folglich gerieten die Analysen oft theoretisch flach, methodologisch unsystematisch und empirisch vage. Im Seminar wird es darum gehen, politisches Sprechen und Schreiben vor dem Hintergrund einer gleichermaßen politik- wie sprachwissenschaftlich fundierten Herangehensweise zu analysieren. Dabei sollen zunächst grundlegende Begriffe geklärt werden, die sich auf den Untersuchungsgegenstand selbst und auf den analytischen Zugang zum Feld beziehen, darunter Politik, das Politische, Sprache, Sprachpolitik, Sprachenpolitik, Sprache der Politik, Politik der Sprache, Politikersprache, politische Sprache, Sprache in der Politik, politische Sprachwissenschaft, Politolinguistik etc. Es wird aufgezeigt, dass Sprache und Politik unter zumindest zwei Gesichtspunkten zu betrachten sind: Sprache fungiert einerseits als Mittel der Politik, wird andererseits aber auch zum Objekt von Politik (bzw. der politischen Veränderung). Im Seminar erörtern wir, inwiefern sich beide Sachverhalte und Betrachtungsweisen überschneiden können. Zweck der Lehrveranstaltung ist es zudem, charakteristische Unterschiede zwischen politischer Außenkommunikation (die sich mit politischer Mediensprache stark überlappt) und politischer Binnenkommunikation herauszuarbeiten. Zudem werden einschlägige Kommunikationstypologien im Bereich der Politik erörtert. Sie orientieren sich an Kriterien wie Schriftlichkeit versus Mündlichkeit, Primat der politischen Dimension (formale Dimension, inhaltliche Dimension, prozessuale Dimension), politische AkteurInnen und politischer Interaktionsrahmen bzw. politische Funktionalität (z.B. Gesetzgebung, öffentliche politische Meinungs-, Einstellungs- und Willensbildung, innerparteiliche Meinungs-, Einstellungs- und Willensbildung, zwischenparteiliche Meinungs-, Einstellungs- und Willensbildung, internationale Beziehungsgestaltung, politische Administration, politische Werbung, politische Kontrolle). Aus diachroner Perspektive gilt es, den historischen Wandel der Konstitutionsbedingungen von politischer Rhetorik nachzuzeichnen, um die auffälligsten Kennzeichnen moderner politischer Kommunikation zu bestimmen. Ein Hauptziel des Seminars ist schließlich auch, mit einer Reihe von spezifischen Analysekategorien unterschiedlicher Ansätze vertraut zu machen, die ein präzises Erfassen des zur Diskussion stehenden Untersuchungsgegenstands erlauben. Methoden: Vortrag des LV-Leiters, verpflichtende Lektüre ausgewählter Texte zur Thematik, studentische Referate, Diskussionen und Erstellung von Hausarbeiten. Voraussetzungen für den Erwerb eines Scheins: aktive Mitarbeit, Referat und Abgabe einer Hausarbeit Literatur (eine Auswahl): Burkhardt, Armin (1996): Politolinguistik. Versuch einer Ortsbestimmung. In: Klein, Josef, Diekmannshenke, Hajo (Hrsg.) (1996): Sprachstrategien und Dialogblockaden. Linguistische und politikwissenschaftliche Studien zur politischen Kommunikation. Berlin, New York: de Gruyter. S. 75-100. Dieckmann, Walther (1981): Politische Sprache - Politische Kommunikation. Vorträge - Aufsätze - Entwürfe. Heidelberg: Carl Winter Universitätsverlag. Girnth, Heiko (2002): Sprache und Sprachverwendung in der Politik. Eine Einführung in die linguistische Analyse öffentlich-politischer Kommunikation. Tübingen: Niemeyer. Girnth, Heiko, Spieß, Constanze (Hrsg.) (2006): Strategien politischer Kommunikation. Pragmatische Analysen. Berlin: Erich Schmidt Verlag. Hermanns, Fritz (1982): Brisante Wörter. Zur lexikographischen Behandlung parteisprachlicher Wörter und Wendungen in Wörterbüchern der deutschen Gegenwartssprache. In: Wiegand, Herbert Ernst (Hrsg.) (1982): Studien zur neuhochdeutschen Lexikographie II. Hildesheim, New York: Olms. S. 87-108. Holly Werner (1990): Politikersprache. Inszenierungen und Rollenkonflikte im informellen Sprachhandeln eines Bundestagsabgeordneten. Berlin, New York: de Gruyter. Klein, Josef (1996): Insider-Lesarten. Einige Regeln zur latenten Fachkommunikation in Parteiprogrammen. In: Josef Klein, Hajo Diekmannshenke (Hrsg.) (1996): Sprachstrategien und Dialogblockaden. Linguistische und politikwissenschaftliche Studien zur politischen Kommunikation, Berlin, New York: de Gruyter. S. 201-209. Klein, Josef (2000): Textsorten im Bereich politischer Institutionen (Text Types in the Field of Political Institutions). In: Brinker, Klaus, Antos, Gerd, Heinemann, Wolfgang, Sager, Sven F. (Hrsg.) (2000): Text- und Gesprächslinguistik / Linguistics of Text and Conversation. Ein internationales Handbuch zeitgenössischer Forschung / An international Handbook of Contemporary Research. 1. Halbband / Volume 1. Berlin, New York: de Gruyter. S. 732-755. Kühn, Peter (1995): Mehrfachadressierung. Untersuchungen zur adressatenspezifischen Polyvalenz sprachlichen Handelns. Tübingen. Niemeyer. Maas, Utz (1989): Sprachpolitik und politische Sprachwissenschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Meyer, Thomas (2000): Was ist Politik? Leske + Budrich: Opladen (UTB). |
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| O B E R S E M I N A R E 52-158 Angelika Redder Oberseminar Linguistische Pragmatik [DSL/DE-Abschlussmodul][GL-Abschlussmodul][ASW-Abschlussmodul/ASW-M15] Blockveranstaltung Fr 11.06. 1018 Uhr Phil 708 52-159 Svend Sager Oberseminar: Sprache und Wissen in der Lebenswelt [DSL/DE-Abschluss-modul][ASW-M8/M10] 2st. Mi 12-14 Phil 259 Beginn: 07.04.2010 Schütz / Luckman haben 2003 mit den Strukturen der Lebenswelt ein fundamentales Werk geschaffen, in dem sie die grundsätzliche Aufgabe formulieren und in allen Details analytisch erfassen, die dem sozial konstituierten Menschen in seiner natürlichen Einstellung stets und allgegenwärtig auferlegt ist, nämlich: dass mir die Welt zur Auslegung aufgegeben ist. Dabei geht es ganz zentral und über mehrere Kapitel des Buches um das Wissen von der Lebenswelt und wie diese letztlich auch sprachlich kommunikativ fassbar und handhabbar wird. Ziel des Seminars ist es, diesen Bezug des umfassenden Konzepts der Lebenswelt auf Sprache und Kommunikation anhand eines kritisch deutenden Zugriffs auf den Text zu erschließen und damit dieses Werk auch für eine kommunikationsorientierte Linguistik fruchtbar zu machen. Vorraussetzung für die Teilnahme an diesem Seminar ist eine schon zumindest weitgehende Kenntnis des Buches. |
| Impressum | Letzte Änderung: 14. Juli 2010 |