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J I D D I S C H
07.162 Dörte Friedrichs [DSL-W]
Kindheit im nationalsozialistischen Wien - Yankev Glatshteyns
Jugendbuch Emil un Karl (für HörerInnen mit Vorkenntnissen)
2st. 14tgl. Do 16.30-19.30. Phil 1273
Beginn: 25.10.2007
Yankev Glatshteyn wurde vor allem bekannt als einer der profiliertesten Vertreter der modernen amerikanisch-jiddischen Lyrik des 20. Jahrhunderts.
Im Jahre 1934 besuchte der seit zwanzig Jahren in den USA lebende Autor seine Heimatstadt Lublin. Die Eindrücke von dieser Europareise, vor allem seine Besorgnis über die bedrohliche Entwicklung im nationalsozialistischen Deutschland, verarbeitete Glatshteyn später in mehreren Prosabänden. In diese Reihe gehört auch sein einziges Jugendbuch, Emil und Karl (1940), das in Wien spielt, kurz vor dem Beginn des zweiten Weltkriegs, und gezielt als Lektüre für die jiddischen Schulen in den USA geschrieben wurde:
Zwei neunjährige Jungen, der jüdische Emil und sein nichtjüdischer Freund Karl, sind beide durch den Naziterror von ihren Eltern getrennt worden und müssen versuchen, sich unter Lebensgefahr allein durchzuschlagen. Am Ende entkommt Emil mit einem Kindertransport nach England; Karls Schicksal dagegen bleibt offen.
Im Mittelpunkt dieser Übung steht die Lektüre von Auszügen aus Glatshteyns Text (der seit kurzem auch in englischer Übersetzung vorliegt). Zur Diskussion stehen Fragen wie: Welches Bild entwirft der Autor vom Wien des Jahres 1939? Welche literarischen Strategien nutzt er, um Jugendliche über die nationalsozialistischen Judenverfolgungen aufzuklären? Welche Handlungsperspektiven vermittelt das Buch?
Kopien der Texte werden in den Sitzungen verteilt. Als Hilfsmittel stehen Übersetzungen und Glossare zur Verfügung. Seminarsprache wird, soweit möglich, das Jiddische sein.
Literatur:
ü Yankev Glatshteyn: Emil un Karl. Nyu-York 1940.
ü Yankev Glatshteyn: Emil and Karl. Translated by Jeffrey Shandler. London 2007.
07.163 Dorothea Greve [DSL-W]
Einführung in die jiddische Sprache und Kultur (1)
- Sprachlehrübung für HörerInnen aller Fachbereiche (ohne Vorkenntnisse)
3st. Di 16.45-19.00 Phil 1013
Beginn: 30.10.2007
Jiddisch - unter den mittelalterlichen Juden des Rheinlands geboren, im 'Schtetl' Osteuropas groß geworden und bis zum 2. Weltkrieg Muttersprache von mehr als 10 Millionen Juden in aller Welt - ist auch heute noch eine lebendige Kultursprache.
Dieser Tatsache wollen wir im Seminar gerecht werden, indem wir die aktive Sprechfertigkeit unter die Lernziele aufnehmen und das Jiddische überwiegend auch als Seminarsprache verwenden. Ferner möchte der Kursus die Teilnehmenden mit der historischen Entwicklung, der dialektalen Gliederung und den linguistischen Bestandteilen des Jiddischen bekannt machen. Dabei soll es einmal aus der Perspektive jüdischer Sprachen betrachtet werden.
Wie alle jüdischen Sprachen wird auch Jiddisch mit hebräischen Schriftzeichen geschrieben. Da die Beschäftigung mit jiddischen Originaltexten später in den Mittelpunkt unserer Arbeit rückt, werden Übungen zum Erwerb der Lesefertigkeit vorangestellt (30.10., 06.11., 13.11.07).
Arbeitsgrundlage ist das eigens für den akademischen Gebrauch entwickelte Lehrbuch Einführung in die jiddische Sprache und Kultur von Marion Aptroot und Holger Nath. Die Salomo-Birnbaum-Gesellschaft für Jiddisch in Hamburg e.V. bezuschußt die Anschaffung des Buches für die Teilnehmenden dieser Veranstaltung. Näheres wird in der ersten Sitzung besprochen.
Bei Rückfragen bin ich ab Mitte September auch telefonisch erreichbar (040/677 3490, werktags, 12.00 bis 14.00 Uhr).
Literatur:
o Aptroot, Marion und Holger Nath, Einführung in die jiddische Sprache und Kultur (Helmut Buske Verlag: Hamburg, 2002).
o Birnbaum, Salomo, Jiddisch, in: Encyclopaedia Judaica, Bd. IX (Berlin, 1932), S. 112-127.
o Weinreich, Uriel, Yiddisch Language, in: Encyclopaedia Judaica, Bd. XVI (Jerusalem, 1971), Sp. 789-798.
o Wexler, Paul, Jewisch Interlinguistics: Facts and Conceptual Framework, in: Language 57 (1981), S. 99-149.
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