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Forschungskolloquium
Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
Teilfach Ältere Deutsche Literatur
Winter-Semester 2004/05


ZUR BEACHTUNG: Aktuelle Änderungen werden in blauer Schriftfarbe wiedergegeben.



V O R L E S U N G E N

Koordination: Sandra Pott, Detlef Roth
Ringvorlesung: Geschichte der deutschen Literatur von den Anfängen bis zur Gegenwart

2st. Mi 16-18 Phil A, 14tägl. (s. Vorl. Nr. 07.270) Beginn: 27.10.2004

Allen Studienanfängern in den Teilfächern Ältere deutsche und Neuere deutsche Literatur wird der Besuch dieser Veranstaltung dringend empfohlen. Sie ist als Ergänzung zu den Seminaren Ia gedacht. Am Beispiel einzelner Texte will die Vorlesung Merkmale der literaturgeschichtlichen Epochen darstellen und einen ersten Einblick in die reiche Geschichte der deutschen Literatur mit ihren besonderen medien, sozial- und kulturgeschichtlichen Voraussetzungen vermitteln. Doch kann die Vorlesung nur Wege zu einer eigenständigen Erschließung der Literaturgeschichte eröffnen; sie will auf das Selbststudium und auf den Besuch weiterer Vorlesungen zum Themengebiet vorbereiten. Am Schluß jeder Vorlesungseinheit antworten die Vortragenden gerne auf Fragen und geben Anregungen für das Selbststudium. Bitte berücksichtigen Sie für die endgültige Abfolge der Vorlesung die Aushänge am IfG I / IfG II und die Ankündigungen im Internet.

Abfolge der Vorträge:

27.10.04 Probleme der Literaturgeschichtsschreibung: N. Henkel / J. Schönert
03.11. 800-1160/70: H. Freytag
10.11. 1160/70-1400: N. Henkel
17.11. 1400-1600: D. Roth
24.11. 1600-1730: S. Pott
01.12. 1730-1780: G. Dammann
08.12. 1780-1830: K. Bartels/D. Hempel
15.12. 1830-1850: U. Köster
05.01.05 1850-1890: J. Schönert
12.01. 1890-1920: O. Gutjahr
19.01. 1920-1945: H.H. Müller
26.02. 1945-1990: B. Clausen/Ch. Künzel
05.02. 1990ff.: T. Birkenhauer/S. Pott


07.235 Hartmut Freytag
Hartmann von Aue, `Der Arme Heinrich’

1st. Fr 12-13 Phil 256/58 (Phil G) Beginn: 22.10.2004

Gegenstand der Vorlesung ist mit dem `Armen Heinrich‘ eine an Umfang kleinere epische Dichtung Hartmanns von Aue, des frühesten Epikers der sog. Höfisch-ritterlichen Literatur um 1200. Die legendenähnliche Dichtung ist eines der bekanntesten deutschsprachigen Werke des Mittelalters, das bis in die jüngste Zeit zuletzt vor allem für die Bühne bearbeitet worden ist.
Im Zentrum der Vorlesung steht nach der literaturgeschichtlichen Standortbestimmung der Dichtung im Kontext von Hartmanns Gesamtwerk die intensive kommentierende Interpretation größerer Teile der Dichtung auf der Grundlage nicht zuletzt auch eigener wissenschaftlicher Untersuchungen.
Ziel der Vorlesung ist es, einen repräsentativen mittelhochdeutschen Text z. T. en detail kennen und interpretieren zu lernen sowie Einblick in Forschungsmethoden der älteren deutschen Philologie/ Literaturwissenschaft zu gewinnen und den literaturhistorischen Horizont zu erweitern.
Bitte zu allen Sitzungen den Text von Hartmanns `Armem Heinrich‘ möglichst in folgender Edition mitbringen:
Hartmann von Aue, Hartmann von Aue, Der arme Heinrich, hrsg. von H. Paul. 17., neu bearbeitete Auflage besorgt von Kurt Gärtner (Altdeutsche Textbibliothek 3), Tübingen 2001 (oder spätere Auflage).


07.236 Nikolaus Henkel
Einführung in die Mediengeschichte der Vormoderne:
Mündlichkeit - Schriftlichkeit, Bild - Text, Handschrift - Buchdruck

2st. Mi 10-12 Phil F Beginn: 20.10.2004

Dass die Mediengeschichte der Moderne und insbesondere der Gegenwart eine Vorgeschichte hat, in der sich vergleichbare Verfahren der Adaptation, Mechanismen des Gebrauchs und Strategien des Medienwechsels beobachten lassen, ist angesichts des rasanten Wandels der gegenwärtigen Medienlandschaft in den Hintergrund getreten. Der Mediengeschichte der Vormoderne (bis ins 18. Jahrhundert) ist diese Vorlesung gewidmet. Sie soll in einzelnen synchronen und diachronen Schnitten Fragen des Medienwechsels wie auch der Intermedialität erörtern. So wird beispielsweise die Interaktion von Mündlichkeit und Schriftlichkeit/Hören und Lesen aufgegriffen und etwa der Frage nachgegangen werden, welche Strategien mündlich vermittelte Texte zeigen, wenn sie fiktionalen Räume oder sensuellimaginativ erfahrbare Welten gestalten. Untersucht wird, wie Schriftlichkeit in der Volkssprache sich gegenüber der lingua franca verhält, wie sie den Status von Schriftlichkeit gewinnt und ausbaut, welche Strategien das Erzählen im Bild gegenüber dem im Medium der Sprache nutzt. Untersucht werden sollen auch die Produktions, Distributions und Wirkungsmechanismen im Zeitalter der Handschriften (bis gegen 1500) gegenüber dem neuen Medium des Drucks (ab etwa 1450).
Die Vorlesung wendet sich an Studierende der mediävistischen Fächer ebenso wie an die der Medienwissenschaft.


S E M I N A R E I a

07.239 Hartmut Freytag
Einführung in das Studium der Älteren deutschen Literatur

4st. Fr 13.15-14.45 Phil 256/58
AG: Fr. 15.00-16.30 Phil 259, 328, 362 Beginn: 29.10.2004

Gegenstand des Seminars ist mit dem `Armen Heinrich‘ (AH) die an Umfang kleinste epische Dichtung Hartmanns von Aue, des frühesten Epikers der mittelhochdeutschen `Klassik‘ um 1200. Da der AH leicht zugänglich und Hartmanns Sprache wenig kompliziert ist und weil der Inhalt der etwa 1600 Kurzverse bei der klaren Komposition schnell überschaubar und der Forschungsstand ausgewogen zu sein scheint, bildet der Text eine sehr geeignete Grundlage für die Einführung in das Studium der Älteren deutschen Literatur.
Im Verlauf einer intensiven erklärenden, kommentierenden und interpretierenden Lektüre des AH sollen die Seminarteilnehmer mit Fragestellungen und Inhalten wissenschaftlicher Literaturbetrachtung vertraut werden. Diese sind u.a. Quellenabhängigkeit und Weiterwirkung eines Textes, also die Erfassung literarischer Tradition und die Bewertung ihrer Rezeption, Vergleich der Thematik des AH mit außerliterarischen, vor allem sozialgeschichtlichen und theologischen Sachverhalten; Fragen der Gattungspoetik angesichts der Schwierigkeit, den AH einer bestimmten literarischen Gattung zuzuordnen; Probleme des Erzählens, d.h. die Frage nach dem zwischen Autor, Erzählstoff und Publikum vermittelnden Medium; die Erarbeitung rhetorischer Figuren und ihrer Funktionen im jeweiligen Kontext. Diese im Hinblick auf den Textbefund zu erörternden und nicht zuletzt auch nach dem Interesse der Teilnehmer zu gewichtenden, vielleicht auch zu ergänzenden Gebiete werden im Plenum erarbeitet und in den Gruppen nachbereitet und vertieft. Zugleich mit der skizzierten literaturwissenschaftlichen Behandlung des AH, die mit den besonderen Bedingungen für die noch junge höfische Literatur in deutscher Sprache vertraut machen soll, gilt es, unmittelbar am Text die Fähigkeit zu erwerben, einen einfacheren mittelhochdeutschen Text in Kenntnis vorhandener Hilfsmittel zu übersetzen und angemessen zu kommentieren und zu interpretieren.
Modalitäten des Scheinerwerbs für das Seminar Ia (Abschlußklausur in der letzten Sitzung) und (gegebenenfalls) seine Fortsetzung als Seminar Ib im SoS 2005 (Hausarbeit sowie gegebenenfalls Referat) werden zu Beginn des Semesters besprochen.
Literatur: Hartmann von Aue, Der arme Heinrich, hrsg. von Hermann Paul/ Ludwig Wolff/ Gesa Bonath/ Kurt Gärtner, Tübingen 2001. 17. Auflage (Altdeutsche Textbibliothek 3).


07.240 Detlef Roth
Einführung in das Studium der Älteren deutschen Literatur
Hartmann von Aue: Gregorius

4st. Di 8.30-10.00 Phil 271
AG: Di 10.30-12.00 Phil 271
Beginn: 26.10.2004

Der `Gregorius’ Hartmanns von Aue, den wir in diesem Seminar lesen werden, handelt von einem doppelten Inzest: Gregorius, der eine Inzestgeburt ist, begeht auch selbst unwissentlich mit seiner Mutter Inzest. Nach mehrjähriger Buße auf einer Felseninsel wird er schließlich zum Papst ernannt. Der `Gregorius’ bietet damit einen interessanten Einblick in die mittelalterlichen Vorstellungen von Schuld und Sühne, doch zeigt die Forschung auch, dass der Text in der Schuldfrage nicht auf eine eindeutige Position festgelegt werden kann. Doch damit diese und andere Fragen überhaupt diskutiert werden können, muss erst die Sprache, in der dieser Text abgefasst ist, das Mittelhochdeutsche, erlernt werden. In Arbeitsgruppen sollen zudem die wichtigsten kultur, sozial und literaturgeschichtlichen Rahmenbedingungen der mittelalterlichen Literatur erarbeitet werden. Die genauen Modalitäten zum Erwerb des Seminarscheins (Referate, 4stdg. Klausur) werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben.
Literatur: Hartmann von Aue: Gregorius, hg. von Hermann Paul, 14. Aufl. besorgt von Burghart Wachinger, Tübingen 1992 (ATB 2).
Hilfsmittel: Beate Hennig, Kleines Mittelhochdeutsches Wörterbuch, 4. Aufl., Tübingen 2001, oder Matthias Lexer, Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch, 38. Aufl. Stuttgart 1992 (oder eine andere Auflage).



S E M I N A R E I b

------ Christian Fischer (NSL)
Reynke de vos - ein mittelniederdeutscher „Klassiker“
(zugleich eine Einführung ins Mittelniederdeutsche)

2st. Mi 16-18 Phil 259 (s. Vorl. Nr. 07.261) Beginn: 20.10.2004

Das Tierepos Reynke de vos ist, nicht zuletzt durch die Bearbeitung Goethes, eines der bekanntesten Werke der deutschen Literatur. In buchstäblich fabelhafter Weise werden hier die gesellschaftlichen Umstände karikiert sowie die Lust am Verdorbenen und Verbotenen bedient - eine Mischung, die bis heute als Garant für großen Erfolg beim Publikum gilt.
In der niederdeutschen Literaturgeschichte nimmt der Reynke de vos eine besonders prominente Position ein, und auch in der wissenschaftlichen Beschäftigung mit der niederdeutschen Literatur hat dieser Text stets besonders große Aufmerksamkeit erfahren.
Das Seminar soll einerseits die wichtigsten Informationen zu diesem „Klassiker“ vermitteln und an die literaturwissenschaftliche Reynke-Forschung heranführen. Andererseits sollen die Grundlagen der mittelniederdeutschen Grammatik erarbeitet werden; daneben lesen wir zur Vertiefung und Illustration möglichst viele Passagen im Original.

Literatur:
Reynke de Vos. Nach der Lübecker Ausgabe von 1498 herausgegeben und ins Neuhochdeutsche übertragen von Hans Joachim Gernentz. Neumünster 1987.

Peters, Robert: Mittelniederdeutsche Sprache. In: Goossens, Jan (Hg.): Niederdeutsch. Sprache und Literatur. Eine Einführung. Band 1: Sprache. 2., verbesserte und um einen bibliographischen Nachtrag erweiterte Auflage, Neumünster 1983, S. 66-115.


07.244 Nikolaus Henkel
`Frau Welt’ - `Die böse Frau’ - Frauenstereotype
in der Literatur und Kunst des Spätmittelalters

2st. Mi 15-17 Phil 1013 Beginn: 20.10.2004

Wahrnehmung erfolgt stets über vorgegebene Muster (Stereotype), ist nicht unmittelbares Abbild von Realität. Auch literarische Texte sind stets von Stereotypen geprägt, bieten nicht Reflexe ihrer unmittelbaren und realen Wirklichkeit. An zwei Modellen soll dies in Texten des 13. Jahrhunderts untersucht werden. Die „Frau Welt“ mit ihrer berückenden Schönheit, wenn sie sich nähert, offenbart ihre grauenvoll zerfressene und verwesende Rückseite, wenn sie sich vom Betrachter abwendet. Verführungskraft und vernichtende Gewalt gehen von dieser Allegorie aus, die mit lehrhaftem Ziel vielfach in der Literatur und bildenden Kunst des Mittelalters erscheint. „Die böse Frau“ ist ein Sujet, in das in der Regel schwankhaft gestaltet alle stereotypen Elemente der Frauenfeindlichkeit des Mittelalters eingehen, die das Mittelalter ebenso gekannt hat wie die bis ins Religiöse reichenden Verehrung des Weiblichen.

Texte: werden bei Anmeldung zur Verfügung gestellt. Grundkenntnisse des Mittelhochdeutschen (S Ia) werden vorausgesetzt.

Vorbereitende Lektüre: Konrad von Würzburg, `Frau Welt’ (Text mit Lesehilfen in: Die deutsche Literatur. Texte und Zeugnisse, Bd. I, Mittelalter, hg. von H. de Boor, München 1965, S. 486-489; Kopie im Sekretariat [Phil 308] erhältlich)

Themenvergabe: Mi, 14.7.2004, 14 Uhr (Phil 309) sowie in den Feriensprechstunden oder im Sekretariat (Frau Wulff, Phil. 308).


07.245 Detlef Roth
Heldenepik

2st. Mi 12-14 Phil 732 nur 15.12.04 Hörsaal H, ESA 1
Beginn: 20.10.2004

Das bekannteste und wohl auch vielschichtigste Heldenepos des deutschen Mittelalters ist das Nibelungenlied, dem die erste Hälfte des Semesters gewidmet werden soll. Wir wollen uns dabei mit Fragen nach der Gattungsdefinition der Heldenepik, der Abgrenzung des Heroischen vom Epischen, dem Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit, der Rezeption usw. beschäftigen. Anhand weiterer Texte aus dem Bereich der Dietrichepik und der Wolfdietrichepik, denen teilweise ein größerer Erfolg beschieden war als dem Nibelungenlied, sollen die gewonnenen Erkenntnis vertieft werden. Ziel ist es, diesen Großbereich der spätmittelalterlichen Literatur mit seinen verschiedenen Facetten und die Probleme, die er der Forschung aufgibt, kennen zu lernen.
Das Seminar ist zwar als Fortsetzung des Seminars Ia zum Nibelungenlied gedacht, steht aber auch anderen Interessenten offen, die ein Seminar Ia des Teilfachs `Ältere deutsche Literatur’ oder etwas Vergleichbares (Fähigkeit, einen mhd. Text verstehen und übersetzen zu können) mit Erfolg abgeschlossen haben. Die genauen Modalitäten zum Erwerb des Seminarscheins (Referat, schriftliche Seminararbeit) werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben. Themen für die schriftliche Arbeit werden sich aus dem Seminarverlauf ergeben und können jederzeit mit mir abgesprochen werden.

Literatur:
Das Nibelungenlied. Nach der Ausgabe von Karl Bartsch hg. von Helmut de Boor, 22. Aufl., Mannheim 1988.


Christine Künzel
Die Nibelungen ein Mythos und seine Geschichte (M)

2st. (s. Vorl. Nr. 07.293)


S E M I N A R E I I

07.250 Hartmut Freytag
Die `Gregorius’-Dichtung Hartmanns von Aue und
ihre Adaptation im 13., 16. und 20. Jahrhundert

2st. Do 12-14 Phil G
Beginn: 21.10.2004

Gegenstand des Seminars ist mit dem 'Gregorius' eine an Umfang kleinere epische Dichtung Hartmanns von Aue, des frühesten Epikers der sog. höfisch-ritterlichen Dichtung um 1200. Hartmanns legendenähnliches Gedicht ist eine Bearbeitung der altfranzösischen 'Vie du pape Gregoire'; es wurde bald nach seinem Entstehen von Arnold von Lübeck im Auftrag Wilhelms von Braunschweig-Lüneburg aus dem Mittelhochdeutschen ins Lateinische übertragen. Im 15. und 16. Jahrhundert gelangte der Erzählstoff in Legendare (Heiligenleben). Thomas Mann hat in seinem späten Roman 'Der Erwählte' Hartmanns Dichtung zuletzt bearbeitet.
Im Vordergrund der Arbeit im Seminar steht Hartmanns 'Gregorius', mit gebührendem Abstand folgen seine altfranzösische Vorlage und Bearbeitungen des mittelhochdeutschen Textes: Arnolds von Lübeck 'Gesta Gregorii peccatoris', die 'Gregorius'-Viten spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Legendare, endlich Thomas Manns 'Der Erwählte'.
Im Seminar werden die einzelnen 'Gregorius'-Bearbeitungen in enger Textarbeit unter intensiver Einbeziehung der wissenschaftlichen Literatur vergleichend literaturhistorisch untersucht; dabei könnten außer der immer wieder erstrebten Interpretation des poetischen Textes Komplexe erörtert werden, wie z.B. Adaptation und Rezeption, Rhetorik und Poetik, literarische Gattung, Deutsch und Latein, Vers und Prosa und nicht zuletzt Entstehungsort und Überlieferung. Die nach dem Interesse der Teilnehmer zu gewichtenden und möglicherweise zu ergänzenden Gebiete werden in Gruppen oder einzeln vorbereitet. Ergebnisse können in Form von Referaten vorgelegt werden, um dem Plenum eine Diskussionsvorlage zur Hand zu geben. Ziel des Seminars ist es auch, eine gewisse Vertrautheit im Abfassen einer Hausarbeit zu erwerben. Interessenten können in der Sprechstunde weitere Informationen über das Seminar erhalten und auf Wunsch auch ein Thema für eine Hausarbeit übernehmen, falls sie schon während der Semesterferien daran arbeiten wollen. Eine Themenliste ist vom 25. Juni in der Sprechstunde erhältlich.

Literaturhinweise:
Zur Einstimmung empfehle ich die Lektüre von Thomas Manns 'Der Erwählte' und die einer Übersetzung von Hartmanns von Aue 'Gregorius' (z.B. die von Burkhard Kippenberg, Hartmann von Aue, Gregorius. Der gute Sünder, Stuttgart 1963 u.ö., Reclams UB 1787/87a/b). Textgrundlage: Hartmann von Aue, Gregorius, hrsg. von Hermann Paul, 15. Auflage besorgt von Burghart Wachinger (Altdeutsche Textbibliothek 2), Tübingen 2004. Weitere Literatur: Volker Mertens, Gregorius Eremita. Eine Lebensform des Adels bei Hartmann von Aue in ihrer Problematik und ihrer Wandlung in der Rezeption (Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters 67), München 1978; Oliver Hallich, Poetologisches, Theologisches. Studien zum 'Gregorius' Hartmanns von Aue (Hamburger Beiträge zur Germanistik 22), Frankfurt am Main u.a. 1995; Hartmut Freytag, 'sun, des bewîse dich der/ der dich nâch im gebildet hat.' Bemerkungen zu Antonomasien in Hartmanns von Aue 'Gregorius' und seinen lateinischen und volkssprachigen Bearbeitungen. In: Latein und Volkssprache im deutschen Mittelalter. 11001500. Regensburger Colloquium 1988, hrsg. von Nikolaus Henkel und Nigel F. Palmer, Tübingen 1992, S. 142157; ders., diu seltsænen mære/ von dem guoten sündære. Über die heilsgeschichtlich ausgerichtete interpretatio auctoris im Gregorius Hartmanns von Aue. In: Euphorion [im Druck; erscheint voraussichtlich bis Herbst 2004].


07.251 Nikolaus Henkel
Die Minnelyrik Walthers von der Vogelweide

3st. Di 9.30-12.00 Phil 1304
Beginn: 19.10.2004

Walther von der Vogelweide ist die wohl bekannteste Gestalt der hochmittelalterlichen Literatur. Seine Bedeutung ist von den Zeitgenossen uneingeschränkt anerkannt worden, seine Geltung als Klassiker des Hochmittelalters auch heute unbestritten. In seiner Liebeslyrik entwickelt Walther, ausgehend von einer bereits etablierten Gattungstradition, neue literarische Modelle für das Verhältnis von Mann und Frau innerhalb der Gesellschaft, in denen die Verehrung der höfischen Dame ebenso wie die Liebesbegegnung mit dem Mädchen in der Natur zum Sujet werden.

Textausgabe: Walther von der Vogelweide. Leich, Lieder, Sprüche. 14., völlig neu überarbeitete Aufl. der Ausgabe Karl Lachmanns hg. von CHRISTOPH CORMEAU mit Beiträgen von THOMAS BEIN und HORST BRUNNER, Berlin 1996.

Vorbereitung: HAHN, GERHARD, Walther von der Vogelweide, in: VL 10, 1999, Sp. 665697. Zu Semesterbeginn müssen die Nrn. 6, 15, 16, 26, 66 der genannten Ausgabe gelesen sein.

Themenvergabe: Mi, 14.7.2004, 14 Uhr (Phil 309) sowie in den Feriensprechstunden oder im Sekretariat (Frau Wulff, Phil. 308)



O B E R - u n d E R G Ä N Z U N G S S E M I N A R E

07.256 Hartmut Freytag
Literaturästhetik im Mittelalter

2st. Do 14-16 Phil 259 Beginn: 21.10.2004


F o r s c h u n g s k o l l o q u i u m

07.255 Nikolaus Henkel
Examenskolloquium

1st. Mi 13-14 Phil 328 Beginn: 20.10.2004

Das Kolloquium richtet sich in erster Linie an Studierende in der Examensvorbereitung. Themen sind u.a. die Besprechung der einschlägigen Prüfungsordnungen, Methoden und Strategien der Examensvorbereitung, Klausurübungen anhand von Probeklausuren, Simulationen mündlicher Prüfungen (einschlägige Vorkenntnisse in Spezialgebieten sind Bedingung). Das Kolloquium kann auch zur Vorbereitung und Planung des Hauptstudiums genutzt werden.


  Impressum   Letzte Änderung: 25. November 2004