Universität Hamburg Institut für Germanistik I
Deutsche Sprache, Ältere Deutsche Literatur, Niederdeutsche Sprache und Literatur, Skandinavistik
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Teilfach Niederdeutsche Sprache & Literatur
Sommer-Semester 2004


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V O R L E S U N G( K O L L O Q U I A L )

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S E M I N A R I a


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S E M I N A R E I b

07.265 Ingrid Schröder
Sprachformel und Sprachspiel

2 st. Di 16-18 Phil 732

Beginn: 06.04.2004

Dor flööch 'n Vagel fedderlos /up den Boom blattlos.
Dor keem de Jungfer mundelos / un freet den Vagel fedderlos
von den Boom blattlos. – Was ist das?*
Neben den Rätseln gehören Kinderreime, Lieder, rituelle Sprachhandlungen wie Heilsegen und Zaubersprüche, Rhythmusformeln, Witze, Redensarten und Sprichwörter zu den Sprachformeln und Sprachspielen. Bei allen Unterschieden eint sie ein Bündel von Merkmalen: Sie sind weit verbreitet, überwiegend mündlich tradiert und präsentieren sich als Mikrotexte, die mit besonderen sprachlichen Mitteln gestaltet sind. Gemeinsam ist ihnen die starre Gestalt, der allerdings die Vielfalt ihres Inhalts und ihrer Verwendungsweisen gegenübersteht. Zu diesen Kleinstformen kommen als längere, variablere erzählende Formen Schwank, Sage und Märchen hinzu.
Ziel des Seminars ist es, in die Theorie dieser Textsorten einzuführen, indem ihre Funktion, Inhalt und Struktur auf dem Hintergrund ihrer Produktions- und Überlieferungsbedingungen untersucht werden. Die Kategorisierung der Texte als "Volkspoesie", "Folklore" oder auch als "Einfache Formen" bedingt eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Deklarationen in ihren texttheoretischen und historischen Bezügen.
Vorbereitung von Grundlagentexten, Diskussionen im Plenum, Gruppenarbeit und Referate dienen der Erschließung des Seminargegenstandes. Der Erwerb eines Leistungsnachweises setzt aktive Teilnahme, Übernahme eines Referates und dessen schriftliche Ausarbeitung voraus.
*Die Lösung des Rätsels gibt es im Seminar.

Literatur:
Bausinger, Hermann: Formen der "Volkspoesie". 2. Aufl. Berlin 1980 (Grundlagen der Germanistik; 6).
Röhrich, Lutz: Erzählforschung. In: Brednich, Rolf (Hrsg.): Grundriß der Volkskunde. Einführung in die Forschungsfelder der Europäischen Ethnologie. 3., überarb. und erweit. Aufl. Berlin 2001 (Ethnologische Handbücher), S. 515-542.


07.266 Andreas Bieberstedt
Sprachliche Varietäten

Blockseminar


S E M I N A R I I

07.267 Ingrid Schröder
Wissensvermittlung im Mittelalter

3st. Mo 16-19 Phil 1304.
Beginn: 05.04.2004

Die Erforschung der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Wissensvermittlung ist auf das Studium schriftlich fixierter Wissensinhalte angewiesen. Zur Wissensliteratur gehören Texte verschiedenster Disziplinen wie der Medizin (Arzneibücher, Kräuterbücher, Pestbücher), der Kochkunst (Kochbücher), der Astronomie und Astrologie (Kalender, die auch praktische Hinweise für das Alltagsleben enthalten), der Seefahrt (Seekarten und Seebücher), der angewandten Mathematik (Rechenbücher für die Ausbildung der Kaufleute), der angewandten Theologie (Katechismusliteratur), weiterhin Hilfsmittel zum Erlernen von Sprachen (Wörterbücher, Grammatiken) und andere Schulliteratur.
Im Seminar soll die volkssprachliche wissensvermittelnde Literatur unter textanalytischen Fragestellungen (situationsspezifische, inhaltlich-thematische, funktionale, strukturelle) untersucht werden. Als Gegenstand fungieren vor allem Texte aus dem norddeutschen Sprachgebiet und dem Hanseraum in mittelniederdeutscher Sprache. Ziel ist die Ermittlung spezifischer Merkmale und die Beschreibung der einzelnen Textsorten. In diesem Zusammenhang sind auch Fragen nach den Feldern des mittelalterlichen Wissens und seiner Struktur zu stellen.

Literatur:
Assion, Peter: Altdeutsche Fachliteratur. Berlin 1973 (Grundlagen der Germanistik; 13).
Crossgrove, William: Die deutsche Sachliteratur des Mittelalters. Bern [u. a.] 1994. (Germanistische Lehrbuchsammlung; 63: Abt. 2, Reihe B).
Wolf, Norbert Richard (Hrsg.): Wissensorganisierende und wissensvermittelnde Literatur im Mittelalter. Perspektiven ihrer Erforschung (Kolloquium 5.-7. Dezember 1985). Wiesbaden 1987 (Wissensliteratur im Mittelalter; 1).

 
  Impressum   Letzte Änderung: 06. Februar 2004