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Prof. Dr. Renata Szczepaniak






Institut für Germanistik I
Von Melle Park 6
20146 Hamburg

Raum: Phil 362
Tel: +49 (0)40 / 42838 - 7254
Fax: +49 (0)40 / 42838 - 4785
E-Mail: renata.szczepaniak@uni-hamburg.de


Sprechstunde

derzeit:
  • Geschäftsführende Direktorin (GD) des IfG I
Wissenschaftlicher Werdegang

Ich bin 1973 in Jarocin (Polen) geboren. Nach dem Studium der Slavistik und Germanistik, das ich an der Adam Mickiewicz-Universität in Poznań (Polen) begonnen und an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz abgeschlossen habe, habe ich von 2002 bis 2005 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Mainzer Uni gearbeitet und promoviert. 2006 war ich an der Uni Mainz und am Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim, im Projekt "Grammatik des Deutschen im europäischen Vergleich" als wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt, bis ich im Oktober 2006 die Juniorprofessur für historische Sprachwissenschaft des Deutschen an der Uni Mainz übernommen habe. 2009 bin ich dem Ruf auf die Professur für Linguistik des Deutschen mit dem Schwerpunkt historische Sprachwissenschaft an die Universität Hamburg gefolgt.

 
Hauptarbeitsgebiete

Mein wissenschaftliches Interesse gilt verschiedenen Aspekten des Sprachwandels, der Sprachvariation und der Sprachtypologie. In meiner Forschung verfolge ich den phonologisch-typologischen Ansatz der Silben- und Wortsprachen bei der Untersuchung der diachronen und diatopischen Entwicklung des Deutschen und anderer (v.a.) germanischer Sprachen. Zu meinen Hauptarbeitsgebieten gehören die Grammatikalisierungsprozesse in der Geschichte des Deutschen und die Rolle der kognitiven Kategorien für die Entwicklung neuer grammatischer Strukturen. Der dritte Großbereich umfasst Phänomene der Sprachvariation, darunter Fugenelemente, die mit korpuslinguistischen Methoden festgehalten werden können. Das Hauptinteresse liegt hier auf (dem Wandel von) Variationsparametern und ihrer sprachhistorischen Analyse.

Im Zusammenhang mit diesen Forschungsschwerpunkten habe ich folgende Tagungssektionen/Workshops durchgeführt/organisiert:
  • "Linking Elements: Origin, Change, and Functionalization" im Rahmen des 13th Internationational Morphology Meeting, Wien, 3.-6. Februar 2008 [zusammen mit Sebastian Kürschner, Uni Erlangen]

  • "Phonological Typology of Syllable and Word Languages in Theory and Practice" Internationaler Workshop am FRIAS (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg), 29.-31.03.2010 [zusammen mit Javier Caro Reina, Uni Freiburg]

  • "Grammatikalisierung im Deutschen - in europäischen Bezügen" Sektion im Rahmen des Deutschen Germanistentags 2010 "Deutsche Sprache und Literatur im europäischen Kontext", Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 19.-23.09.2010 [zusammen mit Antje Dammel und Mirjam Schmuck, beide Uni Mainz]


Aktuelle Projekte

Zweifelsfälle der Verfugung: Gegenwärtiger Sprachwandel und seine Determinanten
(mit Damaris Nübling, Uni Mainz)

Dieses Projekt hat zum Ziel, einen salienten Zweifelsfall der deutschen Standardsprache bezüglich seiner Steuerungsfaktoren sowie des dahinter stehenden Sprachwandels zu untersuchen. Es geht um zahlreiche Schwankungen von sog. Fugenelementen innerhalb von Nominalkomposita vom Typ Merkmal(s?)analyse, Seminar(s?)arbeit, Subjekt(s?)pronomen, Essen(s?)ausgabe, Abitur(s?)feier. Die Hypothese lautet, dass diese Fugenschwankung Ausdruck eines tiefgreifenden typologischen Wandels des Deutschen von einer früheren Silbensprache (Althochdeutsch) hin zu einer heutigen sog. Wortsprache (Neuhochdeutsch) ist und dass diese zunehmende s-Verfugung der Dekodierung phonologisch komplexer Komposita durch den Hörer dient.


Konsonantenlänge im Luxemburgischen - ein Beitrag zur (historischen) Grammatik des Luxemburgischen

Dieses kontrastiv angelegte Projekt widmet sich der Konsonantenlänge im Luxemburgischen, einer mit dem Deutschen sehr eng verwandten Sprache. Im Vordergrund steht die Frage, ob und in welchem Maße sich im Luxemburgischen – ähnlich dem (Standard-)Deutschen – ein Geminatenabbau vollzogen hat und ob es auch ambisilbische Konsonanten entwickelt (hat). Diesbezüglich soll die Situation in den luxemburgischen Dialektgebieten und den moselfränkischen Dialekten auf der bundesrepublikanischen Seite empirisch erfasst und anschließend typologisch analysiert werden.
Publikationen

Bücher:


2006 (32010) Historische Sprachwissenschaft des Deutschen. Eine Einführung in die Prinzipien des Sprachwandels. Tübingen: Narr (= narr studienbücher). [zusammen mit A. Dammel, J. Duke und D. Nübling]
2007 Der phonologisch-typologische Wandel des Deutschen von einer Silben zu einer Wortsprache. Berlin, New York: de Gruyter (= Studia Linguistica Germanica, 85).
2009 (22011) Grammatikalisierung im Deutschen. Eine Einführung. Tübingen: Narr (= narr studienbücher).
in Vorb. 45 Lemmata für: Dürscheid, C./Schierholz, S.J. (eds.) Grammatik. Bd. 1.1. Berlin, New York: de Gruyter (= Wörterbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft).
in Vorb. 43 Lemmata für: Habermann, M./Hundt, M. (eds.) Historische Sprachwissenschaft. Bd. 3. Berlin, New York: de Gruyter (= Wörterbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft).
in Vorb. Linking Elements: Origin, Change, and Functionalization. In: Morphology. Special Issue on Linking Elements.
[zusammen mit Sebastian Kürschner].

Aufsätze:

2003 Nowak - Müller czyli różnice strukturalne pomiędzy polskim i niemieckim systemem nazwisk. (Nowak vs. Müller - Strukturelle Unterschiede zwischen dem polnischen und dem deutschen Familiennamensystem) In: Onomastica. Pismo poświęcone nazewnictwu geograficznemu i osobowemu 47. S. 273–294.
2005 Onymische Suffixe als Signal der Proprialität - das Polnische als Paradebeispiel. In: Brylla, E., Wahlberg, M. (eds.): Proceedings of the 21st International Congress of Onomastics. Uppsala 19-24 August 2002. S. 295–308.
2007 Konsonantenassimilationen im Alemannischen aus phonologisch-typologischer Perspektive. In: Klausmann, H. (ed.): Raumstrukturen im Alemannischen. Beiträge der 15. Arbeitstagung zur alemannischen Dialektologie, Schloss Hofen, Vorarlberg, 19.-21.9.2005. Graz-Feldkirch: Neugebauer. S. 61–72.
2007 Vokalharmonie im Althochdeutschen und im Walserdeutschen - ein Vergleich. In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 74,1. S. 38–60.
2008 On the Way from Morphology to Phonology. German Linking Elements and the Role of the Phonological Word. In: Morphology 18. S. 1–25.
[zusammen mit Damaris Nübling]
2009 Wortsprachliches Deutsch und silbensprachliches Spanisch. Ein phonologisch-typologischer Vergleich. In: Estudios filológicos alemanes, 17. S. 251–267.
2009 Religion+s+freiheit, Stabilität+s+pakt und Subjekt(+s+)pronomen: Fugenelemente als Marker phonologischer Wortgrenzen. In: Peter O. Müller (ed.) Studien zur Fremdwortbildung. Hildesheim u.a.:Olms (= Germanistische Linguistik, 197–198). S. 195-222.
[zusammen mit Damaris Nübling]
2009 Silbensprachen versus Wortsprachen. In: Natur & Geist. Das Forschungsmagazin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, 2/2009. S. 49–52.
2010 Phonologisch-typologischer Wandel des Deutschen und des Luxemburgischen im Kontrast. In: Dammel, A., Kürschner, S., Nübling, D. (eds.) Kontrastive Germanistische Linguistik. Hildesheim u.a.: Olms (= Germanistische Linguistik, 206-209). S. 85–110.
2010 Wird die deutsche Nominalphrase wirklich analytischer? Zur Herausbildung von Diskontinuität als synthetische Verdichtung. In: Bittner, D./Gaeta, L. (eds.) Kodierungstechniken im Wandel. Das Zusammenspiel von Analytik und Synthese im Gegenwartsdeutschen. Berlin, New York: de Gruyter (= Linguistik: Impulse und Tendenzen, 34). S. 123–136.
2010 Jespersen's Cycle in German from the phonological perspective of syllable and word languages. In: Breitbarth, A. et al. (eds.) Continuity and Change in Grammar. Amsterdam/Philadelphia: John Benjamins (= Linguistik Aktuell/Linguistics Today, 159).  S. 321-333.
2010 Während des Flug(e)s/des Ausflug(e)s: German Short and Long Genitive Endings between Norm and Variation. In: Lenz, A., Plewnia, A. (eds.) Grammar between Norm and Variation. Frankfurt a.M.: Peter Lang (= VarioLingua, 40). S. 103–126.
2010 Was erklärt die Diachronie für die Synchronie der deutschen Gegenwartssprache? Am Beispiel schwankender Fugenelemente? In: Schmid, H.U. (ed.) Perspektiven der Sprachgeschichtsforschung. Berlin, New York: de Gruyter (=Jahrbuch für germanistische Sprachgeschichte, 1). S. 205-224. [zusammen mit Damaris Nübling]
2011 Englische Familiennamen in Deutschland. In: Eichler, E. et al. (eds.) Familiennamen im Deutschen - Erforschung - Nachschlagewerke. Festschrift zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Jürgen Udolph. Leipzig: Leipziger Universitätsverlag. S. 81–100.
2011 Merkmal(s?)analyse, Seminar(s?)arbeit und Interessen(s?)konflikt: Probleme der Verfugung als Zeichen von Sprachwandel. In: Zeitschrift für Sprachwissenschaft 30,1. S. 45–73. [zusammen mit Damaris Nübling]
2011 Gemeinsame Entwicklungspfade im Spracherwerb und im Sprachwandel? Kognitive Grundlagen der onto- und historiogenetischen Entwicklung der satzinternen Großschreibung. In: Köpcke, K.-M./Ziegler, A. (eds.) Grammatik verstehen lernen. Berlin, New York: de Gruyter (= Reihe Germanistische Linguistik). S. 341–359.
eingereicht Linking elements as a case of grammaticalization? In: Morphology. Special Issue on Linking Elements (geplant für 2012). [zusammen mit Damaris Nübling]
eingereicht Lautwandel verstehen. Vom Nutzen der Typologie von Silben- und Wortsprachen für die historische und die synchrone germanstische Linguistik. In: Maitz, P. (ed.) Wohin steuert die Historische Sprachwissenschaft? Berlin, New York: de Gruyter (= Studia Linguistica Germanica).

Rezensionen:

2008 Rezension von: Götz, U., Stricker, S. (eds) (2006): Neue Perspektiven der Sprachgeschichte. Internationales Kolloquium des Zentrums für Mittelalterstudien der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, 11. und 12. Februar 2005. Heidelberg (Winter). In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 75,1. S. 97–99.
2008 Kurzrezension von: Loon, Jozef van (2005): Principles of Historical Morphology. Heidelberg (Winter). In: Germanistik 48, 3–4. S. 589–590.
2009 Kurzrezension von: Rabanus, Stefan (2008): Morphologisches Minimum. Distinktionen und Synkretismen im Minimalsatz hochdeutscher Dialekte. Stuttgart. In: Germanistik 50.
2009 Rezension von: Müller, Stefan (2007): Zum Germanischen aus laryngaltheoretischer Sicht. Berlin, New York. In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 76,3. S. 359–361.
2010 Rezension von: Schwerdt, Judith (2008): Morphosemantik der schwachen Verben im Ostgermanischen und Kontinentalwestgermanischen. Frankfurt a.M. In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 77, 1. S. 108–109.
eingereicht Rezension von: Werner Besch / Norbert Richard Wolf (2009): Geschichte der deutschen Sprache. Längsschnitte - Zeitstufen - Linguistische Studien. Berlin. In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik.




  Impressum   Letzte Änderung: 22. Dezember 2011