Arbeitsstelle für Gender-Forschung und Kulturtheorie
(vormals Arbeitsstelle für feministische Literaturwissenschaft)
Die Arbeitsstelle am Fachbereich Sprache, Literatur, Medien hat seit dem Sommersemester 2011 einen neuen Namen. Dieser verbindet literaturwissenschaftliche Gender-Studien und kulturtheoretische Forschungen, wie sie am Institut für Germanistik II und im Fachbereich von einer Reihe von Wissenschaftler/innen in der Einzelforschung und in übergreifenden Arbeitszusammenhängen verfolgt werden.
Der Name ‚Arbeitsstelle für Gender-Forschung und Kulturtheorie‘ wurde nach längeren Diskussionen gewählt, in deren Verlauf auch der Name ‚Arbeitsstelle für postfeministische Literaturwissenschaft‘ erwogen worden war. Dieser Name hätte an die Tradition der seit Anfang der 1985 bestehenden Arbeitsstelle stärker angeknüpft, indem er den alten Namen sichtbar erhält. Jedoch ist der Terminus ‚Postfeminismus‘ nicht unproblematisch, da er sich im theoretischen Feld korrespondierender Begriffe wie ‚Postmoderne‘ und ‚Poststrukturalismus‘ verortet und insofern zeitlich markiert ist. Ferner hat er sich in der Forschung letztlich auch nicht durchgesetzt, weil er z. T. als Abkehr von den Zielen des Feminismus verstanden wurde.
Die Entscheidung für den neuen Namen markiert einerseits einen Neubeginn, insofern nun nicht mehr ‚Feminismus‘, sondern ‚Gender‘ im Titel steht was die selbstverständliche Einbeziehung von Männlichkeitsforschung, Queer-Studies u. a. impliziert , andererseits aber auch eine Fortsetzung der in den letzten Jahren an der Arbeitsstelle verfolgten Forschungen. Denn in Veranstaltungsreihen und Publikationen zu Feldern wie etwa
- dem Tabu-Konzept in Gender- und Interkulturalitätsforschung;
- Kulturtheorien von Scham und Schuld und die Tragödie um 1800;
- Macht- und Wissensstrukturen in der Codierung neuzeitlicher Geschlechterdispositionen;
- Gender-Performance in der Medienkunst;
- ‚City Girls‘ in der Kulturgeschichte der 1920er Jahre;
- der Figur ‚Elektra‘ in Mythos, Psychoanalyse und Film;
- Sigmund Freud und die Antike;
- Gender und Ökonomie in der deutschsprachigen Literatur
wurden durchweg kulturwissenschaftliche Parameter und kulturtheoretische Ansätze gewählt, um literarische und kulturelle Phänomene interdisziplinär zu erschließen.
Die Arbeitsstelle für Gender-Forschung und Kulturtheorie versteht sich als Forschungseinrichtung für Gender-bezogene Fragestellungen im Rahmen einer kulturwissenschaftlichen Öffnung der Philologien. Zentrale Anliegen sind das Initiieren von Arbeitsprozessen in Lehre und Forschung, die Nachwuchsförderung und die wissenschaftliche Vernetzung. In diesem Sinne werden von den beteiligten Hochschullehrer/innen, den Mitarbeiter/innen der Arbeitsstelle sowie von Lehrbeauftragten kontinuierlich Lehrveranstaltungen im Gender-Bereich angeboten. Außerdem werden in regelmäßigen Abständen Arbeitskolloquien veranstaltet, Vortragsreihen organisiert und fächerübergreifende Projekte koordiniert. Die Arbeitsstelle lädt Studierende und Wissenschaftler/innen dazu ein, sich an den durch sie initiierten Debatten zu beteiligen.
Aktuell:
Am 20. Juni 2012 findet das 6. jährliche Kolloquium der Arbeitsstelle für Gender-Forschung und Kulturtheorie statt.
Das Thema des diesjährigen Kolloquiums lautet: „Grenzen darstellen Vorträge von Studierenden zu gender- und kulturtheoretischen Fragen“
Vorschläge für Kurzvorträge können bis zum 1.6.2012 eingereicht werden:
CALL FOR PAPERS (Download Flyer).
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