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Universität - Fachbereich Sprachwissenschaften - Literaturwissenschaftliches Seminar - KVV Übersicht
Seminare IbFortsetzungsveranstaltungen von Seminaren Ia
Das Seminar soll den Umgang mit neuen Erzählformen an Beispielen von moderner Kurzprosa einüben.-Nicht nur der Roman 'erzählt', auch Kurz- und Kürzesttexte sind fast immer aus narrativen Elementen aufgebaut, die allerdings oft erst in genauer Analyse der komplexen Textstrukturen sichtbar werden. Diesem Erzählen als einem bis heute durchgehaltenen Grundgestus literarischer Kommunikation gilt das Interesse des Seminars. Das Programm bietet dazu auf der einen Seite ein repräsentatives Spektrum von 'Übungsfällen' aus dem vielfältigen Angebot von Kurzprosa aus der Zeit von 1970 bis heute. Auf der anderen Seite sollen einige aktuelle Theorien zum Erzählen auf ihre Leistungsfähigkeit für die Arbeit mit moderner Erzählprosa vorgestellt und diskutiert werden.
Was heißt 'Erzählen' heute? Die Frage sucht verschiedene 'neue' Möglichkeiten aufzuspüren, enthält zunächst aber die Problematisierung und Kritik eines Begriffs von Erzählen im traditionellen Sinne. Nicht zufällig ist in den 90er Jahren (wieder einmal) eine heftige Debatte zwischen 'experimentellen' und 'realistischen' Positionen unter den Jungschrifstellern -etwa Maxim Biller, Christian Döring, Thomas Hettche, Uwe Wittstock- entbrannt. Darin spiegelt sich ein wiederkehrendes Modell von Streit um das 'richtige', das heißt zeitgemäß neue Erzählen und seine Textformen. Grenzbereiche zur journalistischen Reportage und Glosse stehen auf dem Prüfstand, ebenso wie hochkomplexe Textstrukturen, die avantgardistische Entwicklungen aus Film und Cybertext umzusetzen versuchen. Eine Textliste als Kopiervorlage wird rechtzeitig ausgelegt werden, ebenso ein detaillierter Programmplan mit Arbeitshinweisen. Anmeldungen für Referate werden bereits in den Feriensprechstunden (oder schriftlich über das Geschäftszimmer) angenommen.Zum Einarbeiten in Probleme der Erzähltheorie siehe die entsprechenden Beiträge in:
Kaum ein Phänomen ist so facettenreich und schillernd, so präsent in allen Künsten wie das Exotische am Beginn dieses Jahrhunderts. In Deutschland hat es vergleichsweise spät Konjunktur. Entsprechend weitausgreifend und interdisziplinär sind auch die Versuche der wissenschaftlichen Beschreibung und Deutung. In diesem Seminar soll, über die traditionellen stoff- und motivgeschichtlichen Ansätze hinaus, mit Wolfgang Reif, dem Verfasser der bahnbrechenden germanistischen Studie zu diesem Thema, nach der Funktion des Exotischen in der Gesamtstruktur des Textes gefragt werden. Zu überprüfen ist auch Reifs These vom utopischen Grundmuster des Exotismus (intensive Vergegenwärtigung von Wunschräumen), das sich in der Epik als `exotistische Erzählstrategie' mit ihren verschiedenen Ausformungen des Verhältnisses von `Negativbild und Wunschbild' entfalte. Die für das Seminar ausgewählten Lektüren spielen an verschiedenen Schauplätzen des Orients und in der Südsee. Inwieweit diese Schauplätze Ziel einer Fluchtbewegung aus der Zivilisation sind, regressive Sehnsuchtsbilder mit Projektionscharakter, die getrennt von realen Reiseerfahrungen und einem Bewußtsein kultureller Fremdheit stehen, wird die eingehende Beschäftigung mit den einzelnen Texten zeigen. Da von den großen exotistischen Romanen Dauthendeys (Raubmenschen), Müllers (Tropen) und Döblins (Die drei Sprünge des Wang-lun) derzeit nur Müllers Tropen greifbar sind, wird sich das Proseminar auf Novellen und Erzählungen konzentrieren. Diese stammen vorwiegend aus dem Zeitraum von 1890 bis zum Ende des ersten Weltkriegs und repräsentieren verschiedene literarische Stilrichtungen. Behandelt werden Texte von Hofmannsthal, Lasker-Schüler, Dauthendey, Hesse, Edschmid, Müller und Musil. Sie sind, bis auf Robert Müllers Inselmädchen, in der Seminarbibliothek vorhanden. Eine Literaturliste sowie ggfs. Kopiervorlagen stehen ab Februar im Seminarordner zur Verfügung. Wir werden am 12.4. mit dem (von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern vorbereiteten) Text von Hofmannsthal beginnen.
vorbereitende Lektüre:
Literaturhinweise:
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