Universität - Fachbereich Sprachwissenschaften - Literaturwissenschaftliches Seminar - KVV Übersicht


Oberseminare

Oberseminare sind keine Doktoranden-Seminare, sondern sollen fortgeschrittene Studierenden
wissenschaftliches Arbeiten in kleineren Gruppen ermöglichen. Sie sind allgemein zugänglich für alle,
die ein Hauptseminar erfolgreich abgeschlossen haben.

 

  • O7.270 Hans-Gerd Winter
    Literarisches Feld und Literaturwissenschaft

    2st. Di 16-18 Phil 1211 Beginn: 13.04.

    "Soziologie und Kunst vertragen sich nicht." Dieses von Pierre Bourdieu selbst zitierte Vorurteil widerlegen seine eingehenden Analysen zur Genese von Geschmacksurteilen, zur Lektüre fiktionaler Welten als sozialer Welten und zur Struktur des literarischen "Feldes". Das letztere untersucht er als einen partiell autonomen Bereich sozialer Beziehungen, in dem eigene Regeln und Legitimitätsnormen gelten, der zugleich aber eingeordnet ist in ein übergeordnetes "Feld der Macht". Das mittlerweile recht umfangreiche Werk des einflußreichen französischen Kultursoziologen und auch politisch engagierten Intellektuellen bietet viele Anschlußmöglichkeiten für Literaturwissenschaftler, wie inzwischen schon erkannt wurde. Gegenstand dieses Seminars, das vor allem auf gemeinsamer Lektüre aufbauen soll, ist die Kulturtheorie Pierre Bourdieus, insbesondere der ihr zugrundeliegende feldbezogene Untersuchungsansatz und seine Anwendungsmöglichkeiten im Rahmen literaturwissenschaftlicher Untersuchungen. Nach einem Einstieg über Äußerungen von Beteiligten am "Literaturbetrieb" (vor allem Autoren) sollen die wichtigsten Kategorien der Feldanalyse Bourdieus ("Distinktion", "Feld", "Habitus", "Klasse", "Kapital" u.a.) aufgrund einer exemplarischen Auswahl von Texten diskutiert werden. Einbezogen werden soll auch Bourdieus Definition des "Intellektuellen". Als Literaturwissenschaftlern wird es uns immer auch um die Konsequenzen aus Bourdieus Analysen für die Begriffe von Autor und Werk und um seine Sicht der Rolle des Interpreten gehen. Daran anknüpfend sollen auch exemplarisch Anwendungsmöglichkeiten und Anschlüsse in der Literaturwissenschaft (vor allem bezogen auf die deutschsprachige Literatur) untersucht werden.
    Literatur: Pierre Bourdieu: Das literarische Feld. In: Louis Pinto, Franz Schulheis (Hg.): Streifzüge durch das literarische Feld, 1997; P.B.: Rede und Antwort, 1992. P.B.: Die feinen Unterschiede, 1982.


  • 07.271 Bettina Clausen
    Arno Schmidt: Die Entwicklung des literarischen Werks.

    Exemplarische Textanalysen (II)
    2st. Fr. 15-17 Phil 1211 Beginn: 09.04.

    Unbestritten ist: Kein Werk der literarischen Moderne zeigt _hnlich markante Entwicklungssch¸be wie das Oeuvre Arno Schmidts. Besonders eindringlich zeigen sich diese in der fortschreitenden Radikalisierung der Erz_hlprosa-Formen. Und dennoch lassen sich ñ vom fr¸hest ¸berlieferten (1937) bis hin zum letzten, posthum verffentlichten Fragment (1983) ñ unaufgegebene Konstanten ausmachen, die die seminarleitende Frage nach der ÑEntwicklungì des Werks insbesondere legitimieren.
    Die Vorveranstaltung im WS 1998/99 bezog sich auf exemplarische Analysen des Jugend- und ÇFr¸hwerksë (einschlie_lich der ÑGelehrtenrepublikì von 1957) ñ die Lekt¸ren der ÑTextanalysen IIì werden sich auf das sog. mittlere und auf das Sp_twerk beziehen, voraussichtlich auf ÑKaff auch Mare Crisiumì (1960), auf ausgew_hlte Kurzprosatexte (aus ÑK¸he in Halbtrauerì 1964) und Ausschnitte aus ÑZettelís Traumì (1970), zumal aber auf die letzte Romankonstruktion ÑAbend mit Goldrandì (1975).
    Das Veranstaltungsangebot setzt zwar basale Textkenntnisse, nicht aber die Teilnahme am Vor-Seminar voraus. Eine Vorbesprechung zu Beginn des Semesters (Termin und Raum s. Schwarzes Brett) wird auf die Anspr¸che auch Neu-Hinzukommender reagieren; s_mtliche Texte stehen griffbereit im Handapparat der LWS-Bibliothek.


  • 07.272 Ortrud Gutjahr
    Theorien der Interkulturalität (IntLit)

    2st. Mi 9-11 Phil 1361 Beginn: 07.04.

    Dieses Seminar wird sich mit Theorien und Theorieansätzen zur Interkulturalität aus unterschiedlichen Teildisziplinen der Kulturwissenschaften auseinandersetzen. Es soll untersucht werden, wie die Kategorien Selbst, Differenz, Alterität und Geschlecht (gender) bei der Analyse der kulturellen Verfaßtheit des Einzelnen oder von Kollektiven und Ethnien eingeführt und bestimmt werden. In der gemeinsamen Textarbeit wird nach der jeweiligen Funktion und Reichweite dieser Ansätze auch im Hinblick auf eine theoretische und methodische Fundierung der Interkulturellen Literaturwissenschaft zu fragen sein.
  • Über die Semesterferien empfehle ich die Lektüre von:
    Jared Diamond: Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gemeinschaften, Frankfurt a. M. 1998. Clifford Geertz: Dichte Beschreibung. Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme, Frankfurt a. M. 1987 (stw 696). Julia Kristeva: Fremde sind wir uns selbst, Frankfurt a. M. 1990 (es 1604).

    In der ersten Seminarsitzung wird die weitere gemeinsame Lektüre festgelegt.


     


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