| |
V o r l e s u n g e n
52-200
Ringvorlesung: Einführung in das Studium der Neueren deutschen Literatur
[DSL-E3] [DE-E3] [DSL-W]
2st. Di 16-18 Phil A (Kernzeit)
Koordination: Harry Fröhlich
Beginn: 18.10.11
Die Vorlesung führt in wichtige Probleme, Wissensbereiche und Verfahrensweisen der germanistischen Literaturwissenschaft im Teilfach Neuere deutsche Literatur ein. Neben dem in den Ia-Seminaren gebotenen Stoff bilden die Themen der RVL eine solide Grundlage für die kommenden Semester. Anwendungsaspekte werden von den DozentInnen an Textbeispielen erläutert. In den letzten drei Vorlesungen erhalten die Teilnehmenden Einblicke in Gegenstände und Methoden aktueller Forschung. Die Vorlesung ist Teil des Einführungsmoduls NdL [DSL-E3] und kann außerdem von allen BA-Studierenden im Wahlbereich [DSL-W] besucht werden. Für alle Studierende des Fachs Lehramt mit Unterrichtsfach Deutsch ist die Vorlesung ebenfalls eine Pflichtveranstaltung [DE-E3] (in Verbindung mit einem Seminar Ia mit Übung zur 'Einführung in das Studium der Neueren deutschen Literatur').
Um einen Leistungsnachweis zu erhalten, erarbeiten mehrere Studierende ein ausführliches gemeinsames Protokoll einer Vorlesung, das im Rahmen des Tutoriums besprochen und ggf. in die Plenungsarbeit einbezogen wird. Die Verteilung der Themen und Termine erfolgt in den Seminaren Ia bzw. in den Tutorien.
| 18.10.11 |
Organisatorisches (Harry Fröhlich, Silke Lahn, Stephanie Neu) |
| 25.10. |
Texttheorie und Fragen der Edition (Harry Fröhlich) |
| 01.11. |
Was ist Literatur? Was kann Literaturwissenschaft leisten? Methoden und Gegenstände (Jan Christoph Meister) |
| 08.11. |
Geschichte des Teilfachs Neuere deutsche Literaturwissenschaft (Myriam Richter) |
| 15.11. |
Poetik, Gattungstheorie und Rhetorik (Claudia Röser) |
| 22.11. |
Einführung in die gattungsdifferenzierte Textanalyse I: Lyrik, Teil 1 (Harry Fröhlich) |
| 29.11. |
Einführung in die gattungsdifferenzierte Textanalyse I: Lyrik, Teil 2 (Harry Fröhlich) |
| 06.12. |
Einführung in die gattungsdifferenzierte Textanalyse II: Erzählungen, Teil 1 (Jan Christoph Meister) |
| 13.12. |
Einführung in die gattungsdifferenzierte Textanalyse II: Erzählungen, Teil 2 (Jan Christoph Meister) |
| 20.12. |
Einführung in die gattungsdifferenzierte Textanalyse III: Drama, Teil 1 (Claudia Benthien) |
| 10.01.12 |
Einführung in die gattungsdifferenzierte Textanalyse III: Drama, Teil 2 (Claudia Benthien) |
| 17.01. |
Interpretationstheorie und -methodik am Beispiel aktueller Forschung I (Julia Boog, Kathrin Emeis) |
| 24.01. |
Interpretationstheorie und -methodik am Beispiel aktueller Forschung II (Esther Kilchmann) |
| 31.01. |
Interpretationstheorie und -methodik am Beispiel aktueller Forschung III (Anne-Rose Meyer) |
52-201
Geschichte der deutschsprachigen Literatur von 1600 bis zur Gegenwart im Überblick (T/M) (IntLit)
[DSL-A4] [DE-A4] [DSL-A10] [DE-A10] [DSL-A11] [DE-A11] [DSL-W]
Claudia Benthien
2st. Mi 1012 Phil D (Kernzeit)
Beginn: 19.10.11
Die Vorlesung gibt einen ersten Einblick in die Geschichte der Neueren deutschen Literatur und ihren medien-, sozial- und kulturgeschichtlichen Voraussetzungen. Die zeitliche Gliederung der präsentierten Werke und epochalen Zusammenhänge folgt dabei einer doppelter Struktur: Sie nimmt Bezug auf die "Leseliste zur deutschsprachigen Literatur für das Bachelor-Studium", zugleich wird die Literaturgeschichte chronologisch anhand wichtiger Schlüsselwerke entfaltet. Die literaturhistorischen Epochen werden überblickshaft sowie am Beispiel einzelner Werke und Autor/innen vorgestellt. Auf diese Weise soll auch die Problematik einer 'Periodisierung' der Literaturgeschichte selbst zum Thema werden - u. a. durch die Fokussierung von Schriftsteller/innen, die sich der historisch-typologischen Einteilung eher widersetzen. Da die Vorlesung auch für Studierende in den BA-Schwerpunkten 'Theater und Medien' sowie 'Interkulturelle Literaturwissenschaft und Deutsch als Fremdsprache' geöffnet ist, wird sie innerhalb der allgemeinen Darstellung der Literaturgeschichte soweit möglich entsprechende inhaltliche Akzente setzen. Materialien zu den einzelnen Vorlesungen (Power-Point-Präsentationen mit Gliederungen, Textauszügen, Literaturhinweisen) werden vor den Sitzungen auf der für die Ringvorlesung eingerichtete Internet-Plattform auf AGORA eingestellt. Die Zugangsinformationen zur Plattform werden in der ersten Sitzung erläutert, ebenso wie die zu erbringende semesterbegleitende Studienleistung, die je nach Studiengang und gewähltem Modul variiert (die Studienleistung für Studierende im Modul A4 im BA "Deutsche Sprache und Literatur" besteht in der regelmäßigen Teilnahme an der Veranstaltung; als ergänzende Studienleistung für andere Module ist ein Sitzungsprotokoll oder eine mündliche Gruppenprüfung vorgesehen).
Aufbau der Vorlesung:
| 19.10.11 |
Möglichkeiten und Schwierigkeiten der Literaturgeschichtsschreibung; Überblick über den behandelten Zeitraum
|
| 26.10. |
1620-1720 / Literatur des Barock |
| 02.11. |
1720-1785 / Literatur der Aufklärung & des Sturm und Drang |
| 09.11. |
11770-1805 / Literatur der Klassik |
| 16.11. |
1800-1830 / Literatur der Romantik |
| 23.11. |
1815-1850 / Literatur des Vormärz/Biedermeier |
| 30.11. |
1850-1900 / Literatur des Realismus und des Naturalismus |
| 07.12. |
1890-1910 / Literatur der Jahrhundertwende |
| 14.12. |
1900-1918 / Literatur des Expressionismus |
| 21.12. |
1918-1933 / Literatur der Weimarer Republik |
| 11.01.12 |
1933-1945 / Exilliteratur |
| 18.01. |
1945-1965 / Nachkriegsliteratur |
| 25.01. |
1965-1989 / Literatur der DDR und der BRD |
| 01.02. |
1989-2011 / Gegenwartsliteratur |
Literaturhinweise:
Geschichte der deutschen Literatur von den Anfängen bis zur Gegenwart. Begr. v. Helmut de Boor und Richard Newald. 12 Bände. München 1949-1994; Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Hg. v. Rolf Grimminger. 12 Bände. München 1980-2009; Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Hg. v. Harald Fricke u. a. 3 Bände. Berlin u. New York 1997-2003.
52-202
Goethe im Kontext - Die Modernität eines Klassikers
[DSL-V3] [DE-V3] [DL-M2] [DSL-W]
Bernd Hamacher
2st. Di 1618 Hörsaal Erzwiss, VMP 8 (Kernzeit)
Beginn: 18.10.11
In den Anfängen der Neueren deutschen Literaturwissenschaft im 19. Jahrhundert diente das Werk Goethes als wichtigster Gegenstand der Disziplin, von dem sich die 'Gründerväter' der Neugermanistik zentrale wissenschaftliche Kategorien und Begriffe vorgeben ließen. Inzwischen scheinen theoretische und methodische Innovationen längst nur noch anderswo stattzufinden, und Goethes - nach der Destruktion der "Klassik-Legende" in den 1970er Jahren - wieder unangefochtener Status als Klassiker führt bei vielen Studierenden überwiegend negative Konnotationen von Langeweile und Unzeitgemäßheit mit sich. Diese affektive Distanz zum Werk Goethes wird durch die inzwischen beträchtlichen, historisch bedingten Verständnisschwierigkeiten seiner Texte noch erhöht.
Vor dem Hintergrund dieser Ausgangssituation verfolgt die Vorlesung ein doppeltes Ziel: Durch historische Kontextualisierung sollen Goethes Texte einerseits aus ihrer Entstehungssituation heraus erklärt und kommentiert werden, wodurch Umrisse einer Kulturgeschichte der Moderne von 1770-1830 entstehen. Die Lektüre von Goethes Texten als Schaltstellen der Moderne erlaubt andererseits ihre Verknüpfung mit einem dezidiert gegenwärtigen, problemorientierten Forschungs- und Rezeptionsinteresse. Dabei werden möglichst repräsentative Ausschnitte von Goethes Werk genauer untersucht, wobei die Vorlesung auch hier einer Doppelstrategie folgt: Die bekanntesten und 'kanonischsten' Texte werden interpretiert, aber es werden auch Einblicke in unbekannte und 'unklassische' Teile seines Oeuvres sowie in die nicht im engeren Sinne literarischen Teile seines Werks gegeben.
Der genaue Semesterplan mit Literaturliste wird in der ersten Vorlesung vorgestellt. Vorbereitende und begleitende Goethe-Lektüre ist unabdingbar. Zweckmäßigerweise sollte mit der Lektüre einiger größerer Werke (die Romane, "Faust" I und II) bereits in der vorlesungsfreien Zeit begonnen werden.
Zur Einführung: Bernd Hamacher: Johann Wolfgang von Goethe. Entwürfe eines Lebens. Darmstadt 2010.
52-203
Ringvorlesung: Exil - Literatur - Judentum (IntLit)
[DSL-V3] [DE-V3] [DSL-V5] [DE-V5] [DL-M2] [DSL-W]
Doerte Bischoff
2st. Mo 1820 ESA C
Beginn: 17.10.11
Mit der Flucht vor der nationalsozialistischen Verfolgung stellte sich für viele jüdische Literaten und Intellektuelle die Frage danach, ob eine deutsch-jüdische Symbiose jemals mehr als eine Wunschphantasie gewesen war. Für viele wurden mit der Assimilation an die deutsche Kultur dabei zugleich auch die für die jüdische Moderne prägenden Konzepte von Assimilation und Akkulturation als solche fragwürdig. Wo nicht eine Hinwendung zum Zionismus die Konsequenz war, lässt sich jenseits religiöser Orientierung häufig eine verstärkte Auseinandersetzung mit jüdischen Traditionen von Diaspora und Galut (Exil) beobachten. Gegen die Idee einer nationalstaatlichen Verwurzelung und Identifizierung behauptet diese Tradition Exil nicht als Gegenbegriff zu Heimat, sondern als eine besondere Kondition, in welcher das Ankommen, das Sich-Verorten zugunsten einer Prozessualität und Medialität von Identitätsentwürfen auf Distanz gehalten erscheint (z.B. im emphatischen Bezug auf Buch und Text, Schrift und Schriftauslegung).
Bereits 1943 hat Hannah Arendt in einem Essay mit dem Titel "Wir Flüchtlinge" ("We Refugees") darauf hingewiesen, dass der Flüchtlingsstatus und die ungeschützte Situation als Staatenlose im Zeitalter des Totalitarismus und der Massenvertreibungen kein spezifisch jüdisches Problem mehr sei: "Zum ersten Mal gibt es keine separate jüdische Geschichte mehr; sie ist verknüpft mit der Geschichte aller anderen Nationen." Am Beginn des 21. Jahrhunderts, in dem die Erfahrung der Vertreibung, Exilierung und der Migrationen von immer mehr Menschen geteilt wird und sich die Frage nach dem Verhältnis von Heimat und Exil auf vielfältige Weise neu stellt, spielt die Auseinandersetzung mit dieser Einsicht ebenso wie mit jüdischer Erfahrung und Tradition des Exils eine wichtige Rolle. Indem die Ringvorlesung "Exil - Literatur - Judentum" eine Konstellation in den Blick rückt, deren drei Aspekte unterschiedlich akzentuiert und verknüpft werden können, will sie zu einer Auseinandersetzung mit diesen ebenso geschichtsträchtigen wie aktuellen Fragen einladen.
| 17.10.11 |
Exil und Wahlheimat (Guy Stern, Wayne State University, Detroit/USA) |
| 24.10. |
Exil und Exemplarität. Jüdische Wurzellosigkeit als Denkfigur (Vivan Liska, Jüdische Studien, Universität Antwerpen)
|
| 31.10. |
Exil und Galut. Reflexionen jüdischer Historiker, Philosophen und Theologen (Fritz Yitzhak Baer, Leo Strauss, Alexander Altmann)
(Thomas Meyer, Universität München) |
| 07.11. |
Per-sonare. Der Sound von Hannah Arendts Denken und Schreiben (Sigrid Weigel, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin) |
| 14.11. |
"ausschließlich diasporesk" - Politik und Poetik des Exils bei Hermann Broch (Daniel Weidner, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin) |
| 21.11. |
Die "Jeckes" und das hebräische Theater (Thomas Lewy, Tel Aviv University) |
| 28.11. |
The Jewish Aesthetics (and Ethics) of Exile (Sidra DeKoven Ezrahi, Hebräische Universität, Jerusalem) |
| 05.12. |
Dichtung unterwegs ins Exil: Zu Else Lasker-Schüler (Marianne Schuller, Universität Hamburg) |
| 12.12. |
"Jüdisch, römisch, deutsch zugleich …" Karl Wolfskehl, seine Identität und sein Exil (Micha Brumlik, Goethe-Universität Frankfurt/Main) |
| 19.12. |
Die Notwendigkeit der Diaspora. Reflexionen einer deutschen Jüdin im Exil - Eva Reichmann (1897-1998)
(Kirsten Heinsohn, Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg) |
| 09.01.12 |
Doppeltes Exil. Jiddisch schreibende Autorinnen in Amerika am Beispiel der Dichterin Kadya Molodowsky (1894-1975)
(Christina Pareigis, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin) |
| 16.01. |
Ernst Kantorowicz in Amerika - Rückblicke auf eine Trümmerlandschaft (Gianluca Solla, Universität Verona) |
| 23.01. |
Das Volk des Buches. Zur Medientheorie der Diaspora (Andreas Kilcher, ETH Zürich) |
| 30.01. |
"Mut zum Profanen". Lea Goldberg und die exilierte semitische Philologie
(Yfaat Weiss, Institut für die Geschichte des Jüdischen Volkes, Hebräische Universität, Jerusalem; Rosenzweig Zentrum, Jerusalem) |
52-204
Theaterautorinnen heute: Traditionen Themen Theaterästhetik (T/M)
[DSL-V3] [DE-V3] [DSL-V4] [DE-V4] [DL-M2] [DSL-W] [MUK-V1]
Christine Künzel
2st. Mi 1214 Phil B
Beginn: 19.10.11
In ihrem 1989 erschienenen Band zu den wenigen damaligen Theaterautorinnen der Gegenwart bezeichnete Anke Roeder Dramatikerinnen noch als "Herausforderung" an das Theater. Heute, angesichts der großen Zahl von Theaterautorinnen und ihrer Präsenz auf den deutschsprachigen Bühnen und in Theaterzeitschriften scheint sich die Situation "normalisiert" zu haben. Inzwischen gibt es eine Reihe junger Dramatikerinnen, deren Stücke mindestens so populär und erfolgreich sind wie die ihrer männlichen Kollegen. Man denke beispielsweise an Dea Loher, die - neben Elfriede Jelinek - als eine der erfolgreichsten Theaterautorinnen, als Nachfolgerin einer Theatertradition von Brecht bis Heiner Müller gehandelt wird. Die Vorlesung wird sich mit deutschsprachigen Autorinnen beschäftigen, die quasi der "Töchtergeneration" von Jelinek u.a. angehören und danach fragen, wie sich die Dramatikerinnen positionieren, ob sie sich einer bestimmten (feministischen?) Theatertradition verbunden fühlen.
Zudem sollen auch die Arbeitsbedingungen von Theaterautorinnen diskutiert werden, etwa die Frage, ob sie an bedeutenden Häusern von prominenten RegisseurInnen inszeniert und gefördert werden, oder ob sie in ihrer Arbeit ebenso ernst genommen werden wie männliche Theaterautoren und ob ihre Werke nachhaltig in die Spielpläne der Theater einfließen und ihre Stücke auch in fünf bis zehn Jahren noch gespielt werden. Da es bis jetzt kaum Forschungsliteratur zu den Autorinnen der jungen Dramatikerinnengeneration gibt, besteht ein wesentliches Ziel der Vorlesung darin, möglichst viele Autorinnen mit ihren Stücktexten und ihrer Arbeitsweise vorzustellen.
Behandelt werden u.a.: Dea Loher, Theresia Walser, Gesine Danckwart, Kathrin Röggla, Rebekka Kricheldorf, Ulrike Syha und Tine Rahel Völcker. Der Leistungsnachweis soll in Form des Bestehens einer Abschlussklausur (zu einem abgesteckten Themenbereich) erbracht werden.
Literatur u.a.: Christine Künzel (Hg.): Radikal weiblich? Theaterautorinnen heute (= Recherchen, Bd. 72), Berlin: Theater der Zeit Verlag, 2010.
Hauptankündigung des IMK:
52-333
Mediengeschichte und Mediengegenwart. Zur Diskurs- und Wahrnehmungsgeschichte technisch-apparativer Medien (T/M)
[MUK-A2] [MUK-W] [DSL-A10] [DE-A10]
Kathrin Fahlenbrach
Mo 10-12 Phil C
Beginn: 17.10.11
Seit ihren frühesten historischen Anfängen prägen technische Medien die Art, wie wir unsere Welt wahrnehmen und miteinander kommunizieren: Bereits mit der Erfindung der Schrift verändern sich die Kommunikations- und Wahrnehmungsverhältnisse grundlegend: Gedanken und Ideen werden seitdem nicht mehr nur interaktiv und mündlich ausgetauscht, sondern werden schriftlich fixierbar. Neue mediale Wahrnehmungs- und Kommunikationsformen entstehen, wie erst das laute und dann das leise Lesen; Wissen wird durch Schrift archivierbar und seit dem Buchdruck für immer mehr Menschen zugänglich.
In der Vorlesung werden wir uns zunächst mit der Frühgeschichte der Kommunikationsmedien beschäftigen, wie Bild, Schrift und Stimme, welche den technisch-apparativen Medien vorausgegangen sind. Danach werden wir uns fragen: Wie verändern sich Wahrnehmung und Kommunikation mit dem Aufkommen technischer Medien, wie dem Buchdruck, der Camera Obscura, dem Fotoapparat oder dem Grammophon sowie schließlich den bis heute führenden Medientechnologien des Kinos, des Rundfunks oder der digital-interaktiven Medien, wie das Internet? Dabei soll auch gezeigt werden, dass nicht nur medienspezifische, sondern auch medienübergreifende Wahrnehmungskodes und -techniken entstanden sind, die vor allem im Zeitalter der Digitalisierung über die Grenzen von Einzelmedien hinaus inter- und transmediale Formen ausgebildet haben. Während die Vorlesung einerseits die Entwicklungsgeschichte der Kommunikationsmedien seit ihren Anfängen skizziert, führt sie andererseits ein in kanonische medienkritische und medientheoretische Diskurse, welche diese Entwicklungen von Beginn an begleitet haben. - Leistungsanforderungen: Regelmäßige Anwesenheit; Klausur.
Literatur: Crary, Jonathan (1996). Techniken des Betrachters. Sehen und Moderne im 19. Jahrhundert. Dresden/Basel; Hörisch, Jochen (2001). Der Sinn und die Sinne. Eine Geschichte der Medien. Frankfurt/M.; Ruchatz, Jens (2003). Licht und Wahrheit. Eine Mediumgeschichte der fotografischen Projektion. München; Schnell, Ralf (2000) Medienästhetik. Geschichte und Theorie audiovisueller Wahrnehmungsformen. Stuttgart; Segeberg, Harro (Hg.) (1996). Die Mobilisierung des Sehens: Zur Vor- und Frühgeschichte des Films in Literatur und Kunst. München.
Hauptankündigung des IMK:
52-343
Geschichte des französischen Kinos (T/M)
[MUK-V1] [MUK-W] [DSL-V4] [DE-V4]
Thomas Weber
Di 12-14 Phil G
Weitere Angaben und Kommentar siehe IMK-Homepage unter: <http://www.slm.uni-hamburg.de/imk/KVV.MK/Kommentare_WS11_12/343.html>.
|