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Nummern und Namen




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Universität Hamburg
Wintersemester 03/04
Oberseminar Linguistik „Nummern und Namen“
Leitung: Prof. Dr. Gunter Presch
Referat: Jutta Stephan und Nadine Vuk




Das Verhältnis von Namen und KZ-Nummern[1]

Eine Untersuchung überwiegend autobiographischer Quellen auf der Grundlage der linguistischen Namentheorie von Gunter Presch


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Inhaltsverzeichnis:

Einleitung
1      Namentheoretische Grundlagen
3
Kontroverse Namentheorien in der Sprachphilosophie
3
Bündeltheorie nach Searle
4
Kausaltheorie nach Kripke
5
Pragmatische Namentheorien
5
Namentheoretische Überlegungen nach Presch
6
2      Untersuchung des Quellenmaterials
7
Erhebung des Quellenmaterials
7
Auswertung des Quellenmaterials
9
Funktionen der Nummer
9
Einordnung der Nummernvergabe in den Registrierungsvorgang
12
Aussprache der Nummer
13
Platzierung der Nummer
14
Gegenstrategien
14
Ambivalente Reaktionen auf die Nummer
16
3      Rückbezug der Untersuchung auf die Namentheorie
17
Namentheorie und Untersuchungsergebnisse im Vergleich
18
Schlussbetrachtung
19
4      Literaturliste
19
5      Datenbank zu den Quellendeckblättern und Quellen
24
Fußnoten



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Einleitung

Im Rahmen eines mehrsemestrigen linguistischen Oberseminars, unter Leitung von Prof. Dr. Gunter Presch, untersuchten wir das Verhältnis von Nummern, Namen und Identität. Der Schwerpunkt unserer Forschungsarbeit lag in der Betrachtung dieser Beziehung im Fall von KZ-Häftlingen, denen beim Einlieferungsritual der eigene Name geraubt und stattdessen eine Nummer zugewiesen bzw. tätowiert wurde. Der Bericht des ehemaligen KZ-Häftlings Primo Levi über seine persönliche Leidensgeschichte enthält Aussagen wie „Ich, Nummer 174517“ [2]oder „Mein Name ist 174517“[3]. Dieses Phänomen führte uns zu der Frage, inwiefern eine KZ-Nummer einen Namen ersetzte und dessen Funktionen übernahm. Waren KZ-Nummern Namen? Gunter Presch entwickelte in seinem Buch „Namen in Konfliktfeldern“[4] eine Namentheorie, die wir als linguistische Basis für unsere Untersuchung heranziehen. Seine Überlegungen zur sprachlichen Funktionalität von Namen werden im ersten Teil zusammengefasst. Zum Thema „Nummern und Namen in Konzentrationslagern“ haben wir (vorwiegend autobiographische) Quellen gesammelt, systematisch erfasst und ausgewertet. Die Untersuchung dieses Materials und die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden im zweiten Teil dargestellt. Abschließend erfolgt ein Rückbezug unserer Quellenuntersuchung auf die Namentheorie von G. Presch.



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1    Namentheoretische Grundlagen


Kontroverse Namentheorien in der Sprachphilosophie[5]

Die Sprachphilosophie wurde vor ca. 150 Jahren Teil des philosophischen Diskurses. Der Versuch der Erkenntnistheorie, sich unmittelbar mit dem Geist zu befassen, wurde zu diesem Zeitpunkt als gescheitert angesehen. Philosophen, oft gleichzeitig Mathematiker, suchten eine Fortsetzung der Erkenntnistheorie mit anderen Mitteln und rückten dem sprachlichen Ausdruck mit neu geschärften Instrumenten der Logik zu Leibe. Gleich in den ersten Arbeiten trat der bis heute noch nicht gelöste Disput der Namentheoretiker hervor. John Stuart Mill beschrieb in seinem 1843 erschienenen Aufsatz „A System of Logic“ Namen als bloße Etiketten ohne Inhalt, die wir in unserem Gedächtnis mit der Vorstellung des benannten Objektes verbinden. Gottlob Frege entwickelte in seinem Aufsatz „Über Sinn und Bedeutung“, der 1892 erschien, eine konkurrierende Namentheorie. Über die referenzielle Funktion von Namen hinaus ordnete er ihnen auch einen Inhalt zu, der ein Bindeglied zwischen Sprache und Welt darstellt. Aus dem Ansatz von Frege, über Russel, Carnap u. a. entwickelte sich die deskriptivistische Namentheorie, die davon ausgeht, dass eine Beschreibung des Bezugsobjekts Teil der Bedeutung von Namen ist. Eine moderner Version dieses Theorieansatzes ist die Bündeltheorie von John R. Searle, während spätestens durch Saul A. Kripke die Millsche Position wieder aktuell wurde.



Bündeltheorie nach Searle

Nach Searle[6] stellt sich der Objektbezug von Namen über ein Bündel von Kennzeichnungen her, durch die wir in die Lage versetzt werden, die bezeichneten Personen/Gegenstände zu identifizieren. Der Bezug von Namen ist untrennbar mit Eigenschaften der bezeichneten Objekte verknüpft. Das heißt, Namen haben einen Sinn (Bedeutung), der den Bezug festlegt. Der Sinn eines Namens liegt in der Übereinstimmung unserer Annahmen und Kennzeichnungen vom Namensträger. Das ist ganz vage; weder ist ausgeschlossen, dass manche unserer Kennzeichnungen schwerer wiegen als andere, noch lässt sich spezifizieren, wie groß die Übereinstimmung sein muss. Gerade in dieser Vagheit sieht Searle den Grund für die Verwendung von Namen. Da wir oft so unbestimmte Identifizierungskriterien für Personen/Gegenstände haben, brauchen wir sprachliche Ausdrücke für diese vagen Annahmen und Kennzeichenbündel; hätten wir für ein Objekt ein eindeutiges Identifizierungskriterium, könnten wir ja einfach dessen sprachlichen Ausdruck verwenden, um ihn zu bezeichnen.



Kausaltheorie nach Kripke

Kripke [7] führt aus, dass Kennzeichnungen nur bei der ursprünglichen Referenzherstellung – vergleichbar mit einem einmaligen Taufakt – eine Rolle spielen können. Ist der Namen einmal „eingerastet“ spielen Beschreibungen keine Rolle mehr. Nach der Referenzfixierung wird der Name, als starrer Bezeichnungsausdruck, durch seine Verwendung von Sprecher zu Sprecher weitergereicht. Nach Schneider [8] stellt sich Kripke eine Art kausale Kette vor, welche den Sprecher mit dem Referenzobjekt verbindet. Damit sei keine mechanische Kausalität gemeint, sondern die Kausalität liegt darin, dass ein Sprecher aufgrund einer Kommunikationskette in der Lage ist, mit Hilfe eines Namens auf ein Objekt Bezug zu nehmen ohne mit der Beschreibung etwas zu tun zu haben. Eine Definition, die voraussetzt, dass jede Verwendung des Namens Referenz bewahrend sein muss.



Pragmatische Namentheorien

Es hat mehrere Ansätze gegeben den alten Disput in der Sprachphilosophie beizulegen und zwischen der Bündeltheorie und der Kausaltheorie zu vermitteln. Evans und Wimmer [9] weisen darauf hin, dass Namen in der Alltagssprache nicht nur eine referenzielle Funktion haben, sondern es bestehe auch eine soziale Notwendigkeit für ihren Gebrauch. Ein Objekt bekommt deshalb einen Namen, weil es für Sprecher wichtig ist und für Menschen sind Namen eine Orientierungshilfe in ihrer Umwelt. Sie fordern eine pragmatische Namentheorie und lehnen die Fixierung der „reinen“ Sprachphilosophie auf ein wahrheitswertfunktionales Namenkonzept ab.



Namentheoretische Überlegungen nach Presch

Gunter Presch [10] entwickelt mit seinen namentheoretischen Thesen, die er auf die Untersuchung empirischer Daten stützt, den pragmatischen Ansatz u. a. von Evans und Wimmer weiter. So weist er darauf hin, dass Namen mehr sind als reine Identifizierer. Andernfalls wären Fahrgestellnummern die perfekten Namen und das sind sie im alltagsprachlichen Verständnis nicht. Dagegen ist der zweithöchste Berg der Welt in vielen Sprachen als „K2“ bekannt, hat also einen sogar berühmten Namen. Anhand von Ziffern/Buchstabenkombinationen untersucht G. Presch was zur Funktion des Identifizierens hinzukommen muss, um einem Ausdruck Namencharakter zuzuschreiben. Seine Ergebnisse fasst er in 6 Thesen zusammen. [11]


These 1 Die Ausdrucksseite von Namen kann aus Ziffern/Buchstabenkombinationen (a) oder deren Kombination mit Appellativen (b) bestehen, wenn sie leicht merkbar und leicht sprechbar sind. Beispiele: (a) K2 (zweithöchster Berg der Welt), (b) 5th Avenue (Straße in Manhattan), D Street (Straße in Washington).
These 2 Nicht alle Kombinationen, die identifizieren, sind auch Namen. Beispiele: Fahrgestellnummern von Kraftwagen (Fahrzeugidentifizierungsnummern), Seriennummern von Geldscheinen).
These 3 Zur Identifikation muss hinzukommen, dass die fraglichen Ausdrücke auch individualisieren. Namen sind bifunktional: sie identifizieren und individualisieren.
These 4 Der Referent muss im sozialen Verkehr so wichtig sein, dass er sprachlich als individueller Gegenstand hervorgehoben wird.
These 5 Individualisierung wird auf zweierlei Weise erreicht. Dem Referenten werden im sozialen Verkehr sowohl einzigartige (nur auf ihn zutreffende) Merkmale/ Merkmalskomplexe als auch einzigartige Geschichten zugeschrieben. Beispiele: K2 (zweithöchster Berg der Welt mit einer bestimmten „Expeditionsgeschichte“), D-503 (Romanfigur mit der und der Geschichte, Erbauer des Integral), 007 (Film- bzw. Romanfigur, einziger Mensch mit einer „licence to kill“ und einer Anzahl bestimmter Spionageabenteuer).
These 6 Die ausdrucksseitigen Buchstaben und Ziffern können in einem mehr oder weniger starkem Gegensatz zur Individualitätszuschreibung stehen. Beispiele: K2: Die Bergsteiger empfinden einen solchen Namen als unangemessen für einen derart wichtigen Berg. Deshalb gab es (gescheiterte) Umbenennungsversuche.


Von seinen namentheoretischen Überlegungen aus stellt G. Presch auch einen Zusammenhang zur Geschichte her. Geschichte ist hier die Interaktionsgeschichte und die Historie von Namen. Die Bedeutung von Namen kann sich im Gebrauch ändern. Das kann abrupt geschehen, man spricht dann vom Namenbruch oder in einem gleitenden Übergang, hier handelt es sich um eine Namenverschiebung:

-        zugeschriebene sozial relevante Merkmale kommen hinzu/verschwinden/werden unwichtig.
-        zugeschriebene Geschichten werden vergessen/treten in den Hintergrund/neue kommen hinzu.



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2 Untersuchung des Quellenmaterials

Nach der linguistischen Auseinandersetzung mit dem Namencharakter eines Ausdrucks richten wir im folgenden Abschnitt unseren Blick auf die Frage, welche Beziehung zwischen Namen und Nummern in Konzentrationslagern bestand.


Erhebung des Quellenmaterials

Der Ausgangspunkt für unsere Untersuchung ist das Phänomen der Nummernvergabe und des damit verbundenen Namenraubes in Konzentrationslagern, unter besonderer Berücksichtigung des KZ Auschwitz, da dort die Nummer den Häftlingen eintätowiert wurde. Im Rahmen unserer Seminararbeit haben wir Quellen zum Thema „Namen und Nummern in KZ“ gesammelt, gewichtet und in Form von Deckblättern erfasst. Diese Quellendeckblätter wurden jeweils mit einer Signatur versehen, auf die wir in unserer Auswertung des Quellenmaterials verweisen.[12] Um dem Leser einen gezielten Zugriff auf die umfangreiche Quellengrundlage zu ermöglichen, haben wir eine Datenbank erstellt.[13] Zur Dokumentation unserer Aussagen ist sie im Anhang abgedruckt.[14] Bei der Quellenauswahl standen zwei Aspekte im Vordergrund: Zum einen wurden Biographien bevorzugt, zum anderen sollte der Informationsgehalt nicht fiktiv, sondern historisch belegbar sein. Hinsichtlich des Aussagewerts unseres Materials ist zu berücksichtigen, dass die Quellen primär die Opferperspektive auf den Nummerngebrauch widerspiegeln. Daraus lässt sich leider nur indirekt schlussfolgern, mit welcher Intention die KZ-Nummern aus der Täterperspektive vergeben und gebraucht wurden.[15] Mit Blick auf unsere Forschungsfrage haben wir die Quellen nach folgenden inhaltlichen Kriterien systematisiert und ausgewertet:

- Funktionen der Nummer

- Einordnung der Nummernvergabe in den Registrierungsvorgang

- Aussprache der Nummer

- Platzierung der Nummer

- Gegenstrategien

- Ambivalente Reaktionen auf die Nummer



Auswertung des Quellenmaterials

Die Untersuchung des Quellenmaterials zum Thema „Nummern und Namen in KZ“ führte uns zu folgenden Erkenntnissen:




Funktionen der Nummer

In erster Linie erfüllte die Nummer folgende Funktionen[16]:

- Identifizierung und Lokalisierung

- Raub der Individualität und menschlichen Würde

- Hierarchisierung und Klassifizierung



Identifizierung und Lokalisierung

KZ-Aufseher gebrauchten die Nummer identifizierend. Im alltäglichen Sprachgebrauch zwischen Funktionsträgern des SS-Regimes und KZ-Insassen trat vermutlich die Nummer als Identifizierer an die Stelle des Namens.[17] In der Autobiographie „Renas Versprechen“ verwendet eine Aufseherin die Nummer an Stelle des Namens, um eine Insassin zu rufen: „1716!“ sagt Emma. Ich hebe meinen Kopf, ohne mit dem Schaufeln aufzuhören, um zu erfahren, warum Emma meine Nummer aus allen ausgewählt hat.[18] Es bestand ein offizielles Verbot für Häftlinge sich beim Appell mit ihrem Namen zu melden. Ihre Anwesenheit mussten sie stets mit der Nummer bestätigen.[19] Die Nummern waren hinsichtlich der Verwaltung des Lagers von Bedeutung. Die Menschenmassen sollten durch die Zuordnung einer Nummer „verwaltbar“ gemacht werden. Aus diesem Grund erscheint die Nummer insbesondere in bürokratischen Kontexten. Sie blieb teilweise mit dem Namen in Verbindung.[20] Die Nummer diente zur systematischen Erfassung von Häftlingen, z. B. bei der Registrierung und danach bei allen anderen bürokratischen Vorgängen im Lager. Primo Levi erhielt einen „Zettel des Arbeitsdienstes, der besagt, dass der Häftling 174517 als Facharbeiter Anspruch auf ein neues Hemd und neue Unterhosen hat und jeden Mittwoch rasiert werden muss.“[21] Eine wichtige Funktion der Häftlingsnummern war die Identifizierung der Toten. „Der Grund für die Einführung der Tätowierung im KL Auschwitz war die große Sterblichkeit unter den Häftlingen, die zeitweilig einen Umfang von mehreren hundert Menschen pro Tag erreichte. Angesichts dieser hohen Zahl an Toten kam es bei der Identifizierung der Leichen zu Problemen.“[22] So wurden, vor Einführung der Tätowierung, den Todeskandidaten Nummern mit Kopierstift zur späteren Leichenidentifizierung auf die Brust geschrieben wurden.[23] KZ-Aufseher gebrauchten die Nummer lokalisierend. Hierbei handelt es sich um die systematische Zuweisung von Aufenthalts- und Arbeitsort der Häftlinge. In Listen wurde zum Teil festgehalten, in welchem Bereich des Lagers die Häftlinge eingeteilt sind. Diese Einteilung wurde anscheinend auch überprüft. Ein Offizier im Krankenbereich verglich „die Bettnummer und die Tätowierungsnummer“ [24] und kontrollierte auf diese Weise, ob sich besagter Häftling am zugewiesenen Aufenthaltsort befand.



Raub der Individualität und menschlichen Würde

Im KZ wurde dem Häftlingen seine individuelle Identität, menschliche Würde und Lebenskraft geraubt. Die tätowierte KZ-Nummer als Namensersatz wurde von vielen als ein sichtbares Zeichen dieser Erniedrigung und Entmenschlichung gesehen. Sie fühlten sich zur Nummer gemacht. Eindringlich stellt Primo Levi das Gefühl der Entwürdigung dar: „Wir sind die Sklaven der Sklaven, denen jedermann befehlen kann; unser Name ist die Nummer, die wir auf den Arm tätowiert und auf die Brust genäht haben.“[25] Einige Häftlinge zerbrachen an diesen Erniedrigungen. Sie gaben sich als Mensch auf. Sie wurden apathisch und kümmerten sich auch nicht mehr darum ihr Leben zu erhalten. Damit wurden diese Häftlinge zur Gefahr für die anderen Häftlingen ihrer Gruppe, da Regelverletzungen Einzelner oft kollektiv bestraft wurden. Primo Levi berichtet wie Mitgefangene einen solchen gebrochenen Häftling „NullAchtzehn“ nannten. ...als sei sich ein jeder bewusst geworden, dass nur ein Mensch es verdient, einen Namen zu haben und dass NullAchtzehn kein Mensch mehr ist.“[26] Gewöhnlich sprachen sich die Häftlinge untereinander mit Namen an.



Hierarchisierung und Klassifizierung

Die Nummer in Verbindung mit den farbigen Winkeln, Buchstaben und Symbolen teilte die Häftlinge in Kategorien auf. Dies machte eine unterschiedliche Behandlung der Gefangenen möglich und war beabsichtigt. So rekrutierte die SS in der Regel aus dem Kreis der mit grünen Winkel gekennzeichneten Berufsverbrecher die Funktionshäftlinge, die [...] setzten Tag für Tag den von der SS ausgeübten Terror in das Lager hinein fort; sie fühlten sich als Herren über Leben und Tod der ihnen unterstehenden Häftlinge, ließen sich auf die verschiedenste Weise an ihnen aus und brachten sogar häufig andere Häftlinge um.[27] Doch in demselben Zitat finden wir auch den Hinweis, dass einzelne Funktionshäftlinge, auch aus der Gruppe der „Grünen“, ihre Stellung und den damit verbundenen Einfluss nutzten, um ihren Mitgefangenen zu helfen.[28] Darüber hinaus war eine besondere Kennzeichnung einzelner Gefangener üblich. Als gefährlich eingestufte Häftlinge bzw. Häftlinge, die verdächtigt wurden, einen Fluchtversuch zu planen, wurden mit einem roten Punkt sowie mit dem Buchstaben 'IL' ('Im Lager') gekennzeichnet, was anzeigte, daß diese Häftlinge das durch die Umzäunung bezeichnete Gebiet des Konzentrationslagers nicht verlassen durften und besonders überwacht werden sollten.[29] Die intentionale Kategorisierung und Hierarchisierung der Häftlinge setzte sich auch in den tätowierten Nummern selbst fort. Bei einigen Häftlingsgruppen wurden den Häftlingen vor der Nummer noch ein Symbol eintätowiert, so z. B. Juden (jedoch nicht allen) ein Dreieck, Zigeunern der Buchstabe 'Z' [...] und den jüdischen Häftlingen ab Mai 1944 der Buchstabe 'A' bzw. der Buchstabe 'B', die die seitdem ausgegebenen, gesonderten Nummernserien bezeichneten.[30] Im alltäglichen Leben wurde die Nummer auch zu einem Mittel der Hierarchisierung und Klassifizierung unter den Gefangenen selbst. Die Nummernstrukturen dienten innerhalb der Häftlingsgemeinschaft als Indikator für bestimmte Merkmale wie beispielsweise Dauer ihrer Gefangenschaft im KZ. Primo Levi spricht in diesem Zusammenhang von der „makabre[n] Wissenschaft der Auschwitz-Nummern, in der die einzelnen Etappen der Ausrottung des europäischen Judentums enthalten sind.“ [31] Ich lernte die Hierarchie der Nummern: Die mit den niedrigeren Nummern waren überlegen, weil sie schon länger da waren, wo doch niemand sein wollte. Verkehrte Welt.[32] Wurde den „Stiften“, den Häftlingen mit den niedrigen Nummern häufig die besseren Überlebenschancen nachgesagt, so heißt es in einer Studie, dass gerade in den letzten Monaten des Krieges, die SS bestrebt war sie loszuwerden, gerade weil sie erfahren waren.[33]



Einordnung der Nummernvergabe in den Registrierungsvorgang

Im Registrierungsvorgang verknüpften sich die Funktionen der Identifizierung mit dem Raub der Individualität. Zum einen wurden die Nummern vergeben, um eine eindeutige Identifizierung zu gewährleisten. Zugleich manifestierte sich im Prozess der Nummernvergabe die Entindividualisierung im KZ. Rose Meth beschreibt im folgenden Zitat ihre Ankunft in Auschwitz und den Schock und die Demütigung, die sie bei der Registrierung erlitt. Sie und ihre Schwestern, bisher behütet aufgewachsen, mussten sich vor den Nazi-Soldaten nackt ausziehen, wurden am Kopf und am ganzen Körper rasiert und bekamen ihre Nummern. Sie wollten sterben. We arrived in Auschwitz late in the afternoon of August 10, 1943. It was Tisha B'Av. My sister and I were fasting. There was a selection on the platform by SS man Trauber. He was in charge next to Mengele. We dressed up my little sisters to make them look older and we all passed the selection. Then we were brought to Birkenau. I can't begin to describe the shock and the humiliation. We were sheltered children. They made us undress completely, naked in front of the Nazi soldiers. We wanted to die. They shaved our heads. They shaved all our hair, everywhere. We were given numbers.[34] Der Registrierungsvorgang leitete den Prozess der Entmenschlichung ein, durch den Verlust der Haare, durch die Austeilung einer uniformen Kleidung, durch die Desinfektion und die Nummernvergabe. Demnach war die Reduzierung auf eine Nummer nur ein Teilaspekt der Entwürdigung. Die Erniedrigung wurde fortgesetzt durch den alltäglichen Kampf ums Überleben im Lager.



Aussprache der Nummer

Drei Aussagen weisen darauf hin, dass die Nummern zur leichteren Sprechbarkeit aufgestückelt werden. Levis Nummer 174517 wird zu: Hundertvierundsiebzig Fünfhundertsiebzehn. Die fünfstellige Nummer im Datensatz 24 wird im KZ Buchenwald als ZehnNullNeunzig ausgesprochen, was Rolf Kralowitz auch durch den Titel seines 1996 erschienenen Buches „ZehnNullNeunzig in Buchenwald. Ein jüdischer Häftling erzählt“ betont. Im Datensatz 76 wechselt die englisch sprechende Zeugin in die deutsche Nummernaussprache „Mine was Vier und funfzig, drei seiben achtzig“. Die Ausnahme ist der Datensatz 85 hier weiß Gideon Greif seine KZ-Nummer auswendig „ in Deutsch und in Hebräisch: Einhundertzweiundachzigtausendsiebenhundertneununddreißig.“ Aber das ist wohl eher eine Aussage darüber, wie er seine KZ-Nummer erinnert und nicht darüber wie sie in Auschwitz ausgesprochen wurde. Hören wir also noch einmal Primo Levi zu: (...) wir sind drei Levi im Kommando 98, aber Hundertvierundsiebzig Fünfhundertsiebzehn bin ich, ...[35] Zu bedenken ist, dass in diesem Beispiel ein Italiener (Primo Levi) gezwungen war, sich in Deutsch zu melden. Das deutsche Zahlenaussprachesystem fordert, im Unterschied zu fast allen anderen Sprachen, dass die Einer vor den Zehnern genannt werden. Diese Tatsache erschwerte es vermutlich wiederum ausländischen Häftlingen, sich mit ihrer Nummer zu melden.



Platzierung der Nummer

In Auschwitz wurden die Nummern meist auf den linken Unterarm tätowiert und/oder auf die Häftlingskleidung genäht.[36] Die Platzierung hatte Einfluss auf die Erniedrigungsfunktion der Nummer: Immerhin machte es einen Unterschied, ob einem KZ-Häftling die Nummer eintätowiert wurde oder diese lediglich an seiner Kleidung befestigt war. Vermutlich wurde die Erniedrigung durch die Tätowierung verstärkt. Aleksej Schramko vergleicht die Tätowierung mit der Brandmarkung von Schlachtvieh. Als ich diese Nummer bekam, hatte ich verstanden, ich bin ein Vieh, denn nur Tiere haben keinen Namen, sondern Nummern und sind zum Schlachten gedacht.[37]



Gegenstrategien

Die Gegenstrategien in Zusammenhang mit der Nummer waren äußerst vielfältig und scheinen häufig aus einem Zufall oder einer genutzten günstigen Gelegenheit zu resultieren. Als Gegenstrategie definieren wir eine Handlung der KZ-Häftlinge, die darauf abzielte, ihre Identität zu bewahren und/oder sich dem Zugriff der KZ-Aufseher zu entziehen, um ihre Überlebenschance zu erhöhen. Eine zentrale Strategie war die Namenbewahrung: Primo Levi und sein Freund versuchten bewusst ihren Namen zu erhalten, indem sie ihr Essgeschirr mit ihren Namen versahen: Wo die anderen ihre Nummer, haben Alberto und ich unsere Namen eingeritzt.[38] Das wichtigste Muster zur Namenbewahrung war die Anrede der Häftlinge untereinander mit Namen, die zur Identitätserhaltung beitrug. „Ich heiße Marek.“... „Rena“... „Danka. Ich bin Renas Schwester... Der Kontakt ist hergestellt, Namen wurden ausgetauscht. Es sind Momente wie diese, die uns das Gefühl vermitteln zu leben. Es gibt noch ein lebendiges Wesen, das weiß, dass wir hier sind.[39] Verbreitet war es auch, bei der Registrierung im Häftlings-Personalbogen falsche Angaben zu machen, um z. B. seine Identität zu verschleiern oder/und die Überlebenschancen zu verbessern.[40] Zum Teil unter aktiver Mithilfe von Mitgefangenen, wie bei der Umtätowierung einer alten KZ Nummer in einen Fisch, um zu verbergen, dass der Gefangene bereits einmal aus dem KZ Auschwitz geflohen war.[41] Andere Häftlinge nutzten das lückenhafte Nummernsystem zu ihrem Vorteil. Zum Beispiel beschreibt Rena Kornreich Gelissen, wie ihr und ihrer Schwester das Fehlen einer Uniform-Nummer zur Flucht vor medizinischen Experimenten verhalf.[42] Ebenso war es möglich, die im KZ herrschende Anonymität auszunutzen, welche u. a. auf die Nummernvergabe zurückzuführen ist. Da die Häftlinge in eine graue, anonyme Häftlingsmasse eingeschmolzen wurden, entstanden Freiräume für Gegenstrategien. Diesen Aspekt hebt Rena Kornreich Gelissen hervor: Er [Mengele] weiß nicht, wer wir sind. Wir haben diesen Vorteil, wir sind anonyme Gesichter in der Masse. Wir haben unsere Anonymität genutzt, um unsichtbar zu sein und seinen Fängen zu entfliehen.[43] Folgendes Beispiel verdeutlicht beide Aspekte einer Gegenstrategie: Die ehemalige KZ-Insassin deutete ihre Nummer nach der Gimatria[44] um und konnte sich durch eine falsche Aussprache ihrer Nummer (Zahlendreher) der Selektion entziehen. Mine was Vier und funfzig, drei seiben achtzig (54387). I'm alive because of confusion with these numbers, 54387. 3, 8, 7 adds up to 18. You know what that is in 'gimatria'? There was a selection in October 1943. My number was taken down. As you read the number in polish it's 54387. In German, the seven is read before the eight. We had to dictate our numbers to the kapo, and I translated from the Polish: 54387, but in German the kapo wrote down the seven before the eight. When they were calling the numbers, I knew my number was written down, and I wanted to step forward, but my friend Astusia grabbed me by my arm and said, 'That's not your number'. I asked, 'What if somebody else goes?' She said, 'You'll have time to go then'. The correct number never came up. [45]



Ambivalente Reaktionen auf die Nummer

Das Verhältnis der Häftlinge zu ihrer KZ-Nummer war ambivalent: In den meisten Fällen wurde der durch sie verstärkte Identitätsverlust als seelische Belastung empfunden. Paradoxerweise konnte sie aber auch einen Freiraum für Gegenstrategien schaffen und somit zum „Lebensretter“ werden. Die Nummer, die ich so sehr gehasst hab, ist nun mein Zufluchtsort, mein Bindeglied ans Leben.[46] Die Tatsache, überhaupt eine Nummer zu haben, konnte im Lager zum Überleben beitragen: Als ich meine persönliche Nummer bekomme, fällt mir ein Stein vom Herzen, denn sie gilt als Zeichen, dass ich arbeitsfähig bin, jene, die für die Liquidation bestimmt sind, erhalten weder Nummer noch Dreieck. Einer Nummer teilhaftig zu werden, bedeutet in der Sklaverei leben zu dürfen und nicht in die Gaskammer geschickt zu werden.[47] Auch die Reaktion auf die Tätowierung war ambivalent. Viele Häftlinge sahen ihre KZ-Nummer als ihren neuen zwangsverordneten Namen an. ...erschien mir dafür höhnisch mein neuer Name, die bläulich unter die Haut eingestrichelte Nummer.[48] Im krassen Gegensatz zu den meisten KZ-Opfern freute sich Ruth Klüger über ihre Tätowierung, da sie ihr einen Beweis für die eigene Leidensgeschichte lieferte. Mit der Tätowierung stellte sich bei mir eine neue Wachheit ein, nämlich so: Das Außerordentliche, ja Ungeheuerliche meiner Situation kam mir so heftig ins Bewußtsein, daß ich eine Art Freude empfand. Ich erlebte etwas, wovon Zeugnis abzulegen sich lohnen würde. Vielleicht würde ich ein Buch schreiben mit dem Titel wie >Hundert Tage im KZ<. (Derartige Titel hat es nach dem Krieg tatsächlich gegeben.) Niemand würde abstreiten können, daß ich zu den Verfolgten zählte, denen man Achtung entgegenbringen mußte (was man mit den einfach Vernachlässigten, den beiseite Geschobenen nicht tat), wegen der Vielfalt ihrer Erlebnisse. Man würde mich ernst nehmen müssen, mit meiner KZ-Nummer. So wie mein Cousin Hans von der Familie ernst genommen wurde. Ich erfand mir also aus dem Erlebnis abgründigen Verachtetseins eine Zukunft, in der mir gerade dieses Erlebnis Ehre einbringen würde.[49]



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3 Rückbezug der Untersuchung auf die Namentheorie

Im Folgendem werden wir unsere Untersuchung des Quellenmaterials auf die Namentheorie von G. Presch beziehen, um herauszufinden, ob KZ-Nummern Namen sind. G. Presch ging der Frage nach, was zur Funktion des Identifizierens hinzukommen muss, um einem Ausdruck Namencharakter zuzuschreiben. Seine Ergebnisse fasst er in sechs Thesen zusammen, denen wir unsere Erkenntnisse in der folgenden Tabelle gegenüberstellen.




Namentheorie und Untersuchungsergebnisse im Vergleich
Namentheorie von Gunter Presch
Auswertung des Quellenmaterials
These 1
Die Ausdrucksseite von Namen kann aus Ziffern/Buchstabenkombinationen oder deren Kombination mit Appellativen bestehen, wenn sie leicht merkbar und leicht sprechbar sind.
KZ-Nummern bestanden aus Ziffern/ Buchstabenkombinationen. Die Häftlinge waren gezwungen sie auszusprechen. Überlebende des Holocaust wussten ihre Nummer noch nach Jahrzehnten auswendig. Die Aufstückelung der Nummer erleichterte vermutlich ihre Aussprache. (vgl. Aussprache)
These 2
Nicht alle Kombinationen, die identifizieren, sind auch Namen.
KZ-Nummern waren Kombinationen, die identifizierten. (vgl. Identifizierung)
These 3
Zur Identifikation muss hinzukommen, dass die fraglichen Ausdrücke auch individualisieren. Namen sind bifunktional: sie identifizieren und individualisieren.
KZ-Nummern identifizierten, konnten aber nicht – im Unterschied zu Namen - individualisieren. Bei der Ersetzung eines Namens durch eine KZ-Nummer wurde dem Häftling seine Individualität geraubt. (vgl. Raub der Individualität) Einige Betroffene versuchten durch vielfältige Gegenstrategien ihre Individualität zu bewahren und/oder die Identifizierung durch die KZ-Nummer zu verhindern. (vgl. Gegenstrategien)
These 4
Der Referent muss im sozialen Verkehr so wichtig sein, dass er sprachlich als individueller Gegenstand hervorgehoben wird.
Die KZ-Aufseher waren nicht daran interessiert, die Gefangenen (Referenten) sprachlich als Individuen hervorzuheben. Die Gefangenen sollten für sie unwichtig sein, damit die Distanz zu den Opfern größer wurde .
These 5
Individualisierung wird auf zweierlei Weise erreicht. Dem Referenten werden im sozialen Verkehr sowohl einzigartige (nur auf ihn zutreffende) Merkmale/ Merkmalskomplexe als auch einzigartige Geschichten zugeschrieben.
Mit der Vergabe von KZ-Nummern wurde den Häftlingen (Referenten) keine einzigartigen (nur auf sie zutreffende) Merkmale/ Merkmals-komplexe oder einzigartige Geschichten zugeschrieben. Den Häftlingen wurde die individuelle Geschichte und einzigartige Merkmale aberkannt, die mit den Namen verbunden waren.
These 6
Die ausdrucksseitigen Buchstaben und Ziffern können in einem mehr oder weniger starkem Gegensatz zur Individualitätszuschreibung stehen.
Bei der Vergabe von KZ-Nummern erfolgte keine Individualitätszuschreibung.



Schlussbetrachtung

Der Vergleich der namentheoretischen Thesen von G. Presch und unserer Auswertung des Quellenmaterials spricht dafür, dass die KZ-Nummern keine Namen waren, da sie nicht die in Kernthese 3 formulierte Bifunktionalität von Namen erfüllten: KZ-Nummern identifizierten, aber individualisierten nicht. Vielmehr zerstörten sie die Individualität des Häftlings. Hierbei ist für uns von peripherer Bedeutung, dass KZ-Nummern sprechbar und merkbar waren und somit die Bedingungen der These 1 erfüllten.

Die KZ-Nummern unterscheiden sich wesentlich von anderen „normalen“ Nummernserien durch die Intention und die soziale Situation des Nummerngebrauchs. Die Verwendung der KZ-Nummern zielte darauf ab, den Gefangenen ihre Individualität zu rauben. So wird einem Auto durch eine Fahrgestellnummer keine Individualität zugeschrieben, aber auch nicht geraubt. Der soziale Rahmen für den KZ-Nummerngebrauch war geprägt durch Zwang, Entwürdigung und Vernichtung. Demgegenüber wird sich z. B. ein erfolgreicher Stürmer einer Fußballmannschaft nicht diskriminiert fühlen, wenn die Fans ihn mit dem Zuruf „Zehn vorwärts“ (Trikotnummer) anfeuern.

Der Auswertung des Quellenmaterials ist zu entnehmen, dass die meisten Häftlinge die Nummernvergabe als äußerst schmerzhafte Erniedrigung erlebten. Auch die verbreitete Gegenstrategie, den Namen zu bewahren, gibt Hinweise darauf, dass der Name eng mit der „Identität“ oder „Seele“ des Namenträgers verbunden ist. Allerdings können wir nicht beantworten, auf welche Weise sie miteinander verknüpft sind. Die Komplexität der Fragestellung zeigt sich z. B. in einigen ambivalenten Reaktionen auf die Nummernvergabe.

Nach der Befreiung aus dem KZ erfolgte bei vielen Überlebenden eine Umdeutung der KZ-Nummer. Im KZ war die Nummer vor allem ein Zeichen dafür, zum Tode verdammt und entmenschlicht zu sein sowie zur anonymen Masse der Gefangenen zu gehören. Nach dem Krieg wurde die KZ-Nummer ein Beweis dafür, ein Überlebender zu sein, der eine eigene wichtige Geschichte erzählen konnte[51]. Dieses Phänomen spiegelt sich in den Titeln autobiographischer Bücher, wie z. B. „ZehnNullNeunzig in Buchenwald. Ein jüdischer Häftling erzählt“.[52]






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4    Literaturliste

Ammann, Herrmann (1962): Die menschliche Rede. Sprachphilosophische Untersuchungen. Teil 1 und 2. Darmstadt.

Broad, Pery: KZ-Auschwitz (1966): Erinnerungen eines SS-Mannes der Politischen Abteilung in dem Konzentrationslager Auschwitz. In: Hefte von Auschwitz, Nr. 9. S. 5-72.

Benz, Wolfgang (1994): Jahrbuch für Antisemitismusforschung 3. Frankfurt / New York.

Bergmann, K. (1934): Familien- und Vornamen in ihrer Wirkung auf Geist und Seele des Menschen, zugleich ein Beitrag zur Familienkunde. In: Zeitschrift für Deutschkunde 1934 (= Zeitschrift für den deutschen Unterricht 48, 1934). S. 75-80, 115-119.

Boesch, B. (1957): Die Eigennamen in ihrer seelischen und geistigen Bedeutung für den Menschen. In: Der Deutschunterricht 9 (1957: Heft 5). S. 32-50.

Buch, Wolfgang von (1974): Name, Ehename und Kennzeichen. In: Juristenzeitung 14/1974 (Jg. 29). S. 445-450.

Bundesinnenministerium (Hg.) (1971): Personenkennzeichen. Meldewesen, Datenverarbeitung, Datenschutz. Bonn (= Öffentlichkeitsarbeit des Bundesinnenministeriums 7).

Calvello, Angelo Anthony (1983): Lived Body and Personal Name: A Philosphic Description of the Constitutive Structures of a Person’s Sense of Identity. Chicago.

Cassirer, Ernst (1994): Philosophie der symbolischen Formen. Zweiter Teil: Das mythische Denken. 9. Auflage. Darmstadt.

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1 A/Levi/2001 Funktion, Reaktion "ich, Nummer 174517,..." [7] "Mein Name ist 174517." [29] "...erschien mir dafür höhnisch mein neuer Name, die bläulich unter die Haut eingestrichelte Nummer." [29] "Ich, Häftling 174517,..." [127]
2 A/Levi/2001 Funktion "Nur wenn man 'die Nummern herzeigt', bekommt man Brot und Suppe."
3 A/Kornr/1996 Funktion "(..)Mengeles Büro. Drinnen befiehlt uns die Schwester, die Arme auszustrecken, damit die Sekretärin jede unserer Nummern in eine Liste eintragen kann. '1716', wiederholt sie leise, '2779'."
4 A/Kornr/1996 Funktion "Wie kommen diese Männer in der Küche dazu ihr Leben zu riskieren, um uns Botschaften zu überbringen?(...) Sie kennen mich nicht, sind nicht blutsverwandt, aber würden eher sterben als meine Nummer zu verraten."
5 A/Levi/2001 Funktion Krankenpfleger: "Nummer 174517 kein Fieber"
6 A/Levi/2001 Funktion Offizier im KB "vergleicht die Bettnummer und die Tätowierungsnummern,..."
7 A/Levi/2001 Funktion Nachts muss der letzte Eimerbenutzer den Eimer zur Latrine bringen und "seine Nummer der Nachtwache hinterlassen"
8 A/Levi/2001 Funktion Prüfung von Kandidaten für Arbeit in der Chemie-Fabrik in Reihenfolge der Nummer: "Ich bin der siebte, ich habe die höchste Nummer, ich muss zur Arbeit zurück."
9 A/Levi/2001 Funktion der Blockälteste "hat jedem seinen Zettel mit Nummer, Namen, Beruf, Alter und Nationalität ausgehändigt..."
10 A/Levi/2001 Funktion, Aussprache Drei Häftlinge fürs Labor werden ausgewählt, Nummer werden in Verbindung mit Familiennamen gebraucht: "169509 Brackier, 175633 Kandel, 174517 Levi (...) wir sind drei Levi im Kommando 98, aber Hundervierundsiebzig Fünfhundertsiebzehn bin ich, ..."
11 A/Levi/2001 Funktion "Zettel des Arbeitsdienstes, der besagt, dass der Häftling 174517 als Facharbeiter Anspruch auf ein neues Hemd und neue Unterhosen hat und jeden Mittwoch rasiert werden muss." "Aber der Häftling 174517 ist zum Facharbeiter befördert worden..." "Der Magazinverwalter schreibt neben Albertos Nummer 'eine Feile'.."
13 A/Jacob/1999 Funktion

These numbers were not for identification of escapees or even live prisoners, but for identification of bodies. Kraus and Kulka called these camps . Factories produce something. They have a product. At Auschwitz/Birkenau the product was dead bodies. And like most products, they each had to have a number. It is also true that not everyone who labored there had a number, for a variety of reasons.

14 A/Broad/1966 Funktion, Platzierung "Die Todeskandidaten werden in einen, im Erdgeschoss liegenden Waschraum geführt. Häftlinge, die im Block 11 als Reiniger und Schreiber tätig sind, verhängen mit einer Decke die Fenster und sorgen dafür, dass sich ihre unglücklichen Leidensgenossen ausziehen. Mit Kopierstift malen sie diese Menschen, die sicherlich mit dem Leben abgeschlossen haben und vielleicht mit gewissen Erleichterung wissen, dass sie in wenigen Minuten für immer von ihren Peinigern befreit und den erduldeten Leiden erlöst sein werden, mit grossen Zahlen ihre Häftlingsnummern auf den Oberkörper, um die Registrierung der Leichen in der Leichenhalle oder im Krematorium zu ermöglichen."
15 B/Kralo/1996 Funktion Bei Vergehen gegen die Lagerordnung mussten die Nummern gemeldet werden
16 X/Drobi/1993 Funktion "Die Ausgabe des Häftlingskennzeichen und der Häftlingsnummer begleitete >die Anweisung, mich nie mehr unter meinen Namen zu melden<(..)"
17 X/Drobi/1993 Funktion Bei Selbstmord der Häftlinge - Anordnung zum Tragen eines Zettels mit dem eigenen Namen.
18 X/Weima/1990 Funktion "KZ-Häftlinge wurden nicht mit Namen, sondern nach ihrer Häftlingsnummer aufgerufen."
19 A/Levi/2001 Funktion, Gegenstrategien "Wo die anderen ihre Nummer, haben Alberto und ich unsere Namen eingeritzt..."
20 E/Kosho/1985 Funktion "An der Bettstatt hat jeder Häftling ein Namensschild anzubringen. Die Gefangenen-Feldwebel haben außerdem ein Namensverzeichnis ihrer Belegschaft (...) an sichtbarer Stelle anzubringen."
21 M/Marsa/1980 Funktion Der Häftling durfte nicht mit seinem Namen, sondern musste stets mit seiner Nummer angesprochen werden und sich auch als Nummer melden.
22 S/Tzur/1998 Funktion, Struktur Maßnahme zur systematischen Identifizierung der Gefangenen: "In Schwarzheide erhielt jeder Häftling eine neue Nummer laut alphabetischer Reihenfolge, von 851712 bis 86170." Es handelt sich hierbei um 1000 Häftlinge, die aus dem Birkenauer Familienlager nach Schwarzheide gebracht wurden.
24 B/Kralo/1996 Funktion, Aussprache "Jedesmal, wenn wir mit unserem Wagen durch das Tor fuhren, musste ich, weil ich an der Deichsel war, dem SS-Mann am Fenster des Durchgangs Meldung machen: '10-0-90 Fuhrkolonne ins Lager'. Das gleiche in umgekehrter Fahrt wieder aus dem Lager."
25 A/Kornr/1996 Funktion Nummern entscheiden über den Arbeitsort der Gefangenen, belegen in einer Liste die Einteilung der Schwester in den Quarantäne-Block
26 A/Kornr/1996 Reaktion "Sie [die SS-Frau] sieht mich halb interessiert an, als wäre ich mehr als nur eine Nummer. Nachdem ich so lange eine Nummer gewesen bin (...)"
27 A/Kornr/1996 Reaktion "Auf diese Weise (...) sehen wir bis auf die weißen Kreuze auf den Rücken unserer Mäntel und unserer auf die linken Ärmel genähten Nummern ganz wie Menschen aus."
28 A/Kornr/1996 Reaktion Alpträume, Schrecken von Auschwitz manifestieren sich in der Nummer: "Wieder bin ich eine Nummer."
29 A/Levi/2001 Funktion " ... als sei sich ein jeder bewusst geworden, dass nur ein Mensch es verdient, einen Namen zu haben und das NullAchtzehn kein Mensch mehr ist." (Andere Häftlinge reden sich untereinander mit Namen an)
30 A/Levi/2001 Funktion "Ihre Straßen und Bauten werden mit Zahlen und Buchstaben benannt wie wir, .."
31 A/Levi/2001 Funktion, Reaktion, Platzierung "Wir sind die Sklaven der Sklaven, denen jedermann befehlen kann; unser Name ist die Nummer, die wir auf dem Arm tätowiert und auf die Brust genäht haben."[86] "...sie sehen uns auf das niedrigste versklavt, ohne Haar, ohne Ehre, ohne Namen,..."[146]
32 A/Broad/1966 Registrierung "Einst elegante, lebenslustige Frauen und junge Mädchen sind nun geschoren, auf dem linken Unterarm tätowiert mit einer Häftlingsnummer und mit einem sackartigen blau-weiß gestreiften Kittel bekleidet. Die meisten brechen nach kurzer Zeit unter der Schwere dieses Schicksals zusammen."
33 A/Kornr/1996 Funktion "Deine Nummer ist dran! (...) Vielleicht droht sie nur, dass deine Nummer auf der Liste steht."
34 A/Levi/2001 Funktion "..makabre Wissenschaft der Auschwitz-Nummern, in der die einzelnen Etappen der Ausrottung des europäischen Judentums enthalten sind. Den Alten des Lagers sagt die Nummer alles: die Zeit des Lagereintritts, den Transport, mit dem man gekommen ist, und demnach auch die Nationalität..."
35 A/Levi/2001 Funktion 30000-80000: Überlebende der polnischen Ghettos, 116000-117999: Saloniki-Griehen. "Schließlich packt der eine von ihnen meinen Arm und sieht sich die Nummer an, und dann lachen sie noch lauter. Jedermann weiß, dass die hundervierundsiebzigtausender die italienischen Juden sind." "Nummer der Holländer"
36 A/Levi/2001 Funktion "Stifte", niedrige Nummern ? "1944 lebten in Auschwitz von den alten jüdischen Häftlingen, (...) von den 'kleinen Nummern' unter hundertfünfzigtausend nur noch ein paar hundert; keiner von diesen war ein gewöhnlicher Häftling in einem gewöhnlichen Kommando mit einer gewöhnlichen Ration." (107)
37 A/Langb/1972 Funktion Hohe und niedrige Nummern bestimmen mit die Häftlingshierarchie
38 X/Weima/1990 Struktur "Arbeitserziehungshäftlinge erhielten in Auschwitz ab dem 2.2.1942 eine eigene Serie, deren Nummern mit einem 'E' begann."
39 A/Kornr/1996 Funktion Niedrige Nummer als Indikator dafür, dass die Person lange überlebt hat und in einem der ersten Transporte war.
40 A/Kornr/1996 Funktion " 'Halt!' Mir klopft das Herz bis zum Hals. Ihre Augen auf meinem Unterarm - Nummer 1716 vom ersten Transport. Sie können nicht glauben, dass ich immer noch da bin. Wird mir das zum Vorteil gereichen? Oder wird es mein Untergang sein?"
41 A/Kornr/1996 Funktion "Der Chef hat Nummer 45. Er ist von denen, die noch am Leben sind, am längsten hier."
42 A/Kornr/1996 Funktion "Ich schaue auf meinen linken Ellenbogen. Die graublaue Tinte flammt zu mir hoch. 1716. Ihre Nummern waren niedriger als meine. Seit wir nach Birkenau gekommen sind, habe ich nicht mehr viele Nummern gesehen, die niedriger waren als meine. Ich frage mich, wie viele vom ersten Transport noch übrig sein mögen."
43 X/Weima/1990 Funktion "Keine Nummern erhielten Deportierte, die sofort in die Gaskammern getrieben wurden."
44 A/Kornr/1996 Funktion Blockälteste verwendet Renas Nummer als Namen
45 A/Kornr/1996 Funktion Nummern werden beim abendlichen Appell gezählt
46 A/Kornr/1996 Funktion " '1716!' sagt Emma. Ich hebe meinen Kopf, ohne mit dem Schaufeln aufzuhören, um zu erfahren, warum Emma meine Nummer aus allen ausgewählt hat."
47 X/Weima/1990 Funktion In manchen Lagern kam es bei Tod oder Überstellung des Häftlings zur Neuausgabe der Nummer
48 M/Marsa/1980 Funktion "Bis 19.02.1942 wurden alle durch Tod, Überstellungen oder Entlassungen freigewordenen Häftlingsnummern neu vergeben. (...) Ab 20.02.1942 wurden die Häftlingsnummern nur einmal besetzt." zu verschiedenen Zeiten hatten verschiedene Häftlinge die gleiche Registriernummer.
49 A/Levi/2001 Funktion Indikator für Anzahl ermordeter Juden
50 A/Alpha/1998 Funktion "Neben mir marschierte ein Häftling aus Pruszana, der ungefähr 30 Jahre alt war. Er hatte auch die Nummer 99 tausender wie ich - er war in der selben Nacht angekommen." [8]" (...) der meine Nummer aufschrieb, 99728" [9]
51 A/Levi/2001 Registrierung Nummernvergabe als "Initiation" und "Taufe"
53 A/Jaege/1985 Registrierung Nummernvergabe nach 'Hygiene', Kleiderwegnahme und Kleiderneuzuteilung
54 X/Schwa/1993 Registrierung, Geschichte "Die in die Konzentrationslager eingelieferten Menschen wurden nach ihrer Ankunft registriert und nummeriert. (...) Die zu den Todeslagern verschleppten Menschen wurden bei ihrer Ankunft weder registriert noch nummeriert. Sie wurden bis auf wenige Ausnahmen direkt (...) ermordet."
55 A/Kornr/1996 Platzierung Narbe am linken Unterarm
56 A/Kornr/1996 Platzierung "(...) gleich unterhalb des Ellenbogens (..)" [Vorwort] linker Unterarm [89]
57 A/Kornr/1996 Platzierung Auf die Jacke aufgenähte Nummern müssen bei Uniformwechsel neu aufgenäht werden.
58 A/Kornr/1996 Struktur, Geschichte Verzicht auf Uniform-Nummern in der Abteilung für med. Experimente. "Es ist seltsam, dass wir keine Nummern auf unseren Uniformen haben."
59 A/Levi/2001 Platzierung " ... werden wir das tätowierte Mal auf dem linken Arm tragen." [29] Mehrfach Verweise auf den "Arm" "...auf der Brust eine angenähte Nummer."[24, 86]
60 A/Alpha/1998 Funktion, Platzierung Transportnummern wurden für die Zugfahrt vergeben und den Häftlingen um den Hals gehängt. Tätowierung am linken Unterarm. [5] "An der Tür stand breitbeinig ein SS-Arzt, neben ihm ein Häftlingsschreiber mit der Kartothek und rief die einzelnen Nummern auf." [9] In der Krankenstube wird die Nummer mit Tintenstift groß auf die Brust geschrieben.[9]
61 A/Broad/1966 Platzierung Tätowierung am linken Unterarm. Nummern werden den Todeskandidaten vor dem Vergasen, zur späteren Identifizierung mit Kopierstift auf die Brust geschrieben.
63 A/Jaege/1985 Platzierung Tätowierung am Arm
64 A/Kein/2002 Funktion, Platzierung der Nummer Tätowierung am linken Unterarm. Zwei Stoffetiketten : Linke Seite der Jacke und rechtes Hosenbein. Jeder Gefangene musste zwei Stoffetiketten mit der Registriernummer und dem Dreieck tragen. Kategorieneinteilung der Dreiecke machte unterschiedliche Behandlung möglich - beeinflusste Überlebenschancen.
65 A/Langb/1972 Platzierung Nummern an der Kleidung
66 B/Kralo/1996 Maßnahme nach der Befreiung Nach der Befreiung konnte das Eigentum abgeholt werden, das nach der Nummer sortiert war.
67 B/Kralo/1996 Platzierung "Auf der linken Brustseite befand sich angenäht der jeweilige Winkel und darunter die Häftlingsnummer; das gleiche noch einmal auf dem linken Hosenbein."
68 B/Kralo/1996 Registrierung "Nach zwei Tagen bekamen wir unsere Nummern aus Stoff und die Winkel."
70 X/Weima/1990 Platzierung generell wurde die Häftlingsnummer auf der Jacke platziert, in Auschwitz wurde bestimmte Häftlingsgruppen an der Außenseite des linken Unterarms tätowiert.
71 X/Weima/1990 Platzierung "Die Nummer war Teil des Kennzeichenwinkels auf der Häftlingsjacke."
72 M/Marsa/1980 Platzierung Häftlingsnummer auf der linken Brustseite, Höhe des Herzens und rechts am Hosenbein, Mitte des Oberschenkel; Blechmarke am Hals oder Handgelenk; Dreieck oberhalb oder neben der Nummer.
73 A/Kornr/1996 Gegenstrategien "Erika hält draußen Wache. Sie hat eine Liste mit unseren Nummern in der Hand. Das ist Glück (...) 'Kannst du mir helfen? Ich gebe dir mein Stück Brot, wenn du es einrichten kannst, dass meine Schwester auch in mein Kommando kommt.' (...) 'Wie ist ihre Nummer?' (...) '2779' (...) "Darf ich sie in den Quarantäne-Block bringen?' fragte ich schüchtern. 'Ja' (...) Keiner ist in der Nähe. Sie kreuzt einen Namen aus der Liste aus. 'Jetzt hole ich deine Schwester.' "
74 A/Kornr/1996 Gegenstrategien Fehlende Uniform-Nummern in der med. Abteilung wird zur Flucht vor med. Experimenten genutzt. "Wir werden so tun, als wären wir so wichtig wie irgendeine Blockälteste oder Aufseherin. Ich werde sie bei der Hand nehmen und wir werden über das Gelände marschieren und ich werde dich erst loslassen, wenn wir in der Sauna sind."
75 A/Kornr/1996 Gegenstrategien "Ich wünschte, ich könnte die Zeichnung aufhängen oder an einem sicheren Ort verstecken (...) Sie ist außerdem signiert: Stasiu Artista"
76 A/Cohen/2001 Gegenstrategien, Aussprache "Mine was Vier und funfzig, drei seiben achtzig (54387). I'm alive because of confusion with these numbers, 54387. 3, 8, 7 adds up to 18. You know what that is in 'gimatria'? There was a selection in October 1943. My number was taken down. As you read the nuber in polish it's 54387. In German, the seven is read before the eight. We had to dictate our numbers to the kapo, and I translated from the Polish: 54387, but in German the kapo wrote down the seven before the eight. When they were calling the numbers, I knew my number was written down, and I wanted to step forward, but my friend Astusia grabbed me by my arm and said, 'That's not your number'. I asked, 'What if somebody else goes?' She said, 'You'll have time to go then'. The correct number never came up."
77 A/Cohen/2001 Registrierung

"We arrived in Auschwitz late in the afternoon of August 10, 1943. It was Tisha B'Av. My sister and I were fasting. There was a selection on the platform by SS man Trauber. He was in charge next to Mengele. We dressed up my little sisters to make them look older and we all passed the selection. Then we were brought to Birkenau. I can't begin to describe the shock and the humiliation. We were sheltered children. They made us undress completely, naked in front of the Nazi soldiers. We wanted to die. They shaved our heads. They shaved all our hair, everywhere. We were given numbers."

78 A/Edvar/1989 Funktion, Reaktion Neuvergabe von Häftlingsnummern nach dem Tod des Häftlings. "Also begann man wieder von vorn und setzte ein A vor die Nummer." [47] "3709 würde nicht vergessen, nicht völlig ausgelöscht sein, solange A 3709 lebte und atmete, wenn auch mit Mühe." [48] "3709, meine Schwester, ich möchte dir das Leben wiederschenken, das man dir geraubt hat, dieser Sommermorgen gehört auch dir, kann auch dein Tod wieder gutgemacht werden in mir? (...) Mein Grab wird auch deines sein, eine Schaufel Erde für mich und eine für dich, einen Stein für dich und einen für mich." [117]
79 A/Edvar/1989 Geschichte "Und doch waren die meisten Neuankommenden schon an den Zügen aussortiert worden und brauchten weder Namen noch Nummer."
80 A/Edvar/1989 Registrierung "Nach der Ankunft in Auschwitz, nachdem sie mit der Nummer tätowiert worden waren.."
81 A/Edvar/1989 Registrierung "In der Schreibstube stehen lange Regale mit schwarzen Wachstuchheften voller Nummern, fast hinter jeder gibt es ein Kreuz. Ein rotes Kreuz für >natürlichen< Tod, ein schwarzes für das Gas - vielleicht war es auch umgekehrt."
82 A/Edvar/1989 Registrierung "(...) das Dreieck vor der Nummer besagte, daß sie Jüdin war; Juden, Asoziale, Jehovas Zeugen und politische Häftlinge hatten verschiedenfarbige Winkel."
83 A/Edvar/1989 Platzierung "Als das Mädchen durch die Pforte mit der Inschrift >Arbeit macht frei< gestoßen wurde, waren die Nummern schon so hoch geworden, da sie auf dem Unterarm der Häftlinge keinen Platz mehr fanden.
84 A/Eonow/2001 Nach der Befreiung

"Holocaust survivor Alice Kern rolled up her sleeves and showed the tattoo on her arm to students as she walk up and down the rows of desks. She kept speaking - about the girl who gave her the tattoo at Auschwitz concentration camp, her decision to keep it, and what she said years later when her daughters first noticed it. She told them it was Hitler's phone number. 'That did it. They never asked again,' said Kern, smiling. The tattoo, A-7903, has faded. But Kern's memories of Auschwitz haven't."

85 A/Greif/1995 Registrierung, Aussprache, Nach der Befreiung "Uns, die wir noch auf dem Bahnsteig übrig geblieben waren, trennte man nach Frauen und Männern, machte noch einmal eine Selektion unter den Männern und brachte uns dann zu Fuß 3,5 Kilometer weiter nach Birkenau, in die Bäder zum Duschen. Bevor wir in die Duschen kamen, tätowierten Gefangene jedem einzelnen Nummern auf den Arm. Meine war 182739. Man rasierte uns den ganzen Körper, von Kopf bis Fuß, und brachte uns in die Quarantäne.
86 A/Greif/1995 Platzierung "Bevor wir in die Duschen kamen, tätowierten Gefangene jedem einzelnen Nummern auf den Arm."
87 A/Hrono/2000 Registrierung, Struktur Jerzy Hronowski wurde 1940 in Auschwitz eingeliefert und bekam die Nummer 227. 1942 wurde er entlassen und 1943 wieder eingeliefert, dann mit der Nummer 138793.
88 A/Jacob/1999 Platzierung

Numbers were usually tattooed on the outside of the left forearm, but not always. Early on, some were also tattooed on the upper chest. I have seen this tattoo on Fillip Muller, the author of , who labored in the Sonderkommando, both in Auschwitz, at the only gas chamber there, and a Krematorium IV, Birkenau.

90 A/Klein/1999 Gegenstrategien

"When I arrived in Auschwitz-Birkenau, 1800 men went directly to the gas chambers - no tattoo. About 500 were tattooed. There was a certain number of prisoners - including myself - who were not tattooed. The reasons are unclear to me but it worked in my favor in the last year of the war. I was not identifiable - when there was mayhem in one barrack I ran to another one and possibly avoided another selection for the gas chamber. It is little known that after the initial selection on the ramp in Auschwitz-Birkenau there were periodic other selections within the camp twice a week. Somehow I played a game of hide and seek, a game of life and death which became very dangerous on the long range. Periodically, transports to work camps outside Birkenau were announced, and plumbers or carpenters required. I did not fill this requirement and was very suspicious about the final destination of the transports (another way to the gas chamber?). Finally I decided that their couldn't be anything worse than Birkenau. I volunteered, got a stamp on the forehead and got to a small "work command" of another concentration camp, Gross Rosen. We were not tattooed their, but were issued numbers sewn on "jacket", trousers and coat."

91 A/Klüge/1992 Reaktion, Gegenstrategien "Mit der Tätowierung stellte sich bei mir eine neue Wachheit ein, nämlich so: Das Außerordentliche, ja Ungeheuerliche meiner Situation kam mir so heftig ins Bewußtsein, daß ich eine Art Freude empfand. Ich erlebte etwas, wovon Zeugnis abzulegen sich lohnen würde. Vielleicht würde ich ein Buch schreiben mit dem Titel wie >Hundert Tage im KZA< bedeutete eine hohe Nummer. Das heißt, es diente als Kürzel für viele vorhergegangene Morde."
96 A/Klüge/1992 Nach der Befreiung "Sicher hat sie mir unter anderem übel genommen, daß ich bei warmen Wetter keine langen Ärmel trage oder auch auf andere Weise, etwa durch Armschmuck, die tätowierte Auschwitznummer (nicht?) zu verbergen trachte."
97 A/Kornr/1996 Reaktion "Das war drei Jahre und Einundvierzig Tage lang mein Name."
98 A/Kornr/1996 Struktur, Reaktion "Ich war im ersten Judentransport nach Auschwitz. Ich war Nummer 1716." Zeitpunkt der Vergabe : "(...) am zweiten Morgen." Nach Ankunft in Auschwitz.
99 A/Kornr/1996 Nach der Befreiung Die Tätowierung wird herausoperiert und in Formaldehyd aufbewahrt.
100 A/Kornr/1996 Funktion Grün : Mord. Rot: politische Gefangene [80] Schwarz: Prostituierte oder Asoziale [90] Schwarzes Dreieck: Prostituierte [102] Grün: Überführte Mörderinnen [109]
101 A/Kein/2002 Funktion "(...)1. politische Arier: rotes Dreieck, nach unten weisend 2. gewöhnlicher Verbrecher: gelbes Dreieck 3. Homosexuelle: rosa Dreieck 4. Asoziale: schwarzes Dreieck 5. Zeugen Jehovas: violettes Dreieck(...)" 6. Juden: Davidstern bestehend aus rotem nach oben weisenden Dreieck und gelbem nach unten weisenden Dreieck. Zusätzliches Kennzeichen für einige Zeit extra Stoffetikett mit gelbem nach unten weisendem Dreieck. Später Abschaffung und Ersetzung durch schwarzes nach unten weisendes Kennzeichen mit gelben Balken.
102 A/Langb/1972 Funktion Binden [26] Zwei feindliche Lager [27] Bedeutung der Farben [29]
103 A/Langb/1972 Geschichte, Struktur Frauen bekamen eine eigene Nummernserie. Zigeuner auch "(...) je eine für Männer und Frauen, mit einem 'Z' vor der Ziffer (...)." ab 13. Mai 1944 gab es eine neue Serie für jüdische Neuzugänge, Anfangs mit 'A' vor der Nummer, später mit 'B'
104 A/Langb/1972 Gegenstrategie Gefangene kennen sich mit Vornamen
105 A/Levi/2001 Gegenstrategien Gefangene reden sich untereinander mit Namen an
106 A/Levi/2001 Funktion, Platzierung "doch die Kriminellen haben neben der Nummer ein grünes Dreieck auf die Jacke genäht, die politischen ein rotes Dreieck, und die Juden (...) den rot-gelben Judenstern. (...) Doch unsere eigentlichen Herren sind die Grünen Dreiecke" [36] " russischer Arbeiter mit der blauen Binde OST am Arm. Ein polnischer Junge mit einem großen weißen P auf dem Rücken und Brust, ein englischer Kriegsgefangener (...), wenn man freilich von dem großen gestempelten KG (Kriegsgefangener) auf dem Rücken absieht. " [80-81] "ein 'Grünes Dreieck' (...) ein Berufsverbrecher "[122] "(...) und seines grünen Dreiecks zu brüsten." [132] die "grünen Dreiecke" [142]
107 A/Maor/1993 Funktion, Platzierung "Nach wenigen Tagen gibt man uns Nummern, jeden seine eigene, die auf dem Arm eintätowiert wird. Meine Nummer ist 141338. Vom Tage an hören wir auf, im Lager als Menschen zu existieren, die mit Vor- und Familienname genannt werden- wir sind Nummern. Wir nähen die Nummer auf Stoffstückchen an einer auffallenden Stelle auf Jacken und Hosen, so dass es möglich ist, sie auch von weitem zu lesen."
108 A/Maor/1993 Gegenstrategien Gefangene reden sich untereinander mit Namen an
110 A/Maor/1993 Registrierung, Reaktion "Als ich meine persönliche Nummer bekomme, fällt mir ein Stein vom Herzen, denn sie gilt als Zeichen, dass ich arbeitsfähig bin, jene, die für die Liquidation bestimmt sind, erhalten weder Nummer noch Dreieck. Einer Nummer teilhaftig zu werden, bedeutet in der Sklaverei leben zu dürfen und nicht in die Gaskammer geschickt zu werden."
111 A/Mott/2001 Gegenstrategie

But the next case - and this I did not witness - is even more astonishing : "The prisoner Czeslaw, after his escape he joined the partisans in Slovakia (he did not care to wipe off the tattoo on his left hand) and was captured by the Germans and sent to Auschwitz again. When he got there a fellow prisoner helped to tattoo a fish where his number was so that the Germans should not identify that he was an escapee from Auschwitz". He survived.

112 A/Cohen/2001 Struktur 54387, Rose Meth
113 A/Edvar/1989 Struktur, Reaktion Neuvergabe von Häftlingsnummern nach dem Tod des Häftlings. "Also begann man wieder von vorn und setzte ein A vor die Nummer." [47] "3709 würde nicht vergessen, nicht völlig ausgelöscht sein, solange A 3709 lebte und atmete, wenn auch mit Mühe." [48]
114 A/Eonow/2001 Struktur A-7903, Alice Kern
116 A/Jaege/1985 Struktur "Die Mama bekam die Nummer 71501, ich 71502 und Ruth 71503."
117 A/Kein/2002 Struktur A-11953, Marc Klein
119 B/Kralo/1996 Funktion "Die Winkel waren rot, grün, schwarz, rosa - je nachdem, ob man als Politischer, als Krimineller, als Asozialer, als Homosexueller eingestuft worden war." [36] Juden trugen einen Winkel mit einem nach unten gerichteten Dreieck, über diesem war ein gelbes nach oben gerichtetes Dreieck. [36] " Zur Kenntlichmachung musste dann ein Quadrat am Rücken ausgeschnitten und durch ein eingenähtes Zebraviereck ersetzt werden." [48]
120 B/Kralo/1996 Struktur "Ich hatte die Nummer 10 0 90 erhalten. " [36], Rolf Kralovitz. Abbildung der Kennkarte mit der Nummer. [37] In Ravensbrück erhielt die Mutter von Rolf Kralovitz die Nummer 24029 [52]
121 B/Kralo/1996 Funktion "Als er mich sah und an meiner niedrigen Nummer erkannte, dass ich hier nur untergetaucht war, gab er mir mit einer Augenbewegung unmissverständlich zu verstehen, dass ich mich nicht zu den Aussortierten stellen, sondern möglichst verschwinden sollte."
123 X/Drobi/1993 Funktion Auflistung diverser Markierungen, Winkel, Streifen etc.
124 X/Weima/1990 Geschichte "Von Mitte bis Frühjahr 1943 wurden jüdische Häftlinge, danach - mit Ausnahme der 'Reichsdeutschen' und 'Prominenten' - auch alle anderen Tätowiert. Ab Mai 1944 wurden nur noch neu Eingelieferten, die im Lager Auschwitz selbst bleiben sollten, die Tätowierung vorgenommen. Wahrscheinlich wegen Überfüllung des Lagers wurde von diesem Zeitpunkt an bei allen anderen Häftlingen darauf verzichtet."
125 M/Marsa/1980 Funktion Farbiges Dreieck mit Anfangsbuchstaben der Nationalität, Luxemburger und manche Deutsche hatten ein Dreieck ohne Buchstaben. Farbfelder der Dreiecke: Politische Häftlinge: rot; Kriminelle: grün; Asoziale: schwarz; Homosexuelle : rosa; Spanier: blau; Bibelforscher: violett. Zusätzlich: Juden mussten rotgelben Zionstern tragen, nochmalig eingewiesene Häftlinge mussten oberhalb des Dreiecks Balken tragen
126 S/Jaege/2002 Funktion 20. Februar: Jaeger wird in das KZ Sachsenhausen gebracht. Da er nicht aus der Wehrmacht ausgeschlossen wurde, weigert er sich dort, den Befehlen eines unter ihm im Rang stehenden SS-Führers Folge zu leisten. Als er auf seinen Status als KZ-Häftling und die damit verbundene Gehorsamspflicht hingewiesen wird, reißt er sich die Schulterstücke herunter und wirft sie dem SS-Führer vor die Füße. Jaeger erhält auf Brust und Rücken einen tennisballgroßen roten "Fluchtpunkt" aufgenäht. Ein ca. zwei Zentimeter breiter roter Streifen unter seiner Häftlingsnummer signalisiert, dass seine Rückkehr unerwünscht ist.
127 A/Nizko/2001 Funktion

Q. What happened with the people who were brought directly to the gas chambers? Did they undergo registration? A. There was no record in the camp. Q. As if they had not come there? A. No record. Q. They were not registered at all? A. They were not registered at all.

128 A/Nizko/2001 Registrierung, Geschichte

A. They were not registered at all - the "SB" were not registered. Q. But the "SB," you say, were registered in the "Aufnahmebogen" (reception form). A. They were registered on the form, but not in the "Urkunde", not in the death registers.

129 A/Nizko/2001 Funktion Geschichte, Struktur

1944: Q. When the Hungarian Jews arrived, the method of tattooing was changed? A. Yes, very simply, once again in order to cover up and conceal the large numbers that had reached more than two hundred thousand - perhaps even more, but that was how we estimated it to be with the men, and over one hundred thousand in the case of the women - they added the letter "A". Because of this, everyone asks me where is my "A", for mine is a very old number - such numbers hardly exist. Presiding Judge: So they started anew? Witness Kagan: Yes, they started anew. Q. With the addition of the letter "A"? A. Yes. With the men it was series "A" and series "B".

130 A/Nizko/2001 Funktion, Gegenstrategie

Attorney General: And there were those who did not receive tattoo marks, these were Hungarians who came towards the end, is that correct? Witness Kagan: Yes. That was important. There were two possibilities: there were those from the ramp, for whom there was no place in the crematorium, and they were placed temporarily in the depot. They were not given marks. And we know that to be tattooed was a sign, a very small one, for continuing to live. Because of that, it was most important to inform the Hungarian transports that they should ask to be tattooed. This task was performed by a friend of mine who was a Kapo in the "Naehstube" (sewing room). She had her chances. She promised her superior that she would make her a dress, the like of which she had never seen in her life, but she would have to allow her to go on the Sunday to Birkenau, to the camp of the new arrivals. And she went there. She made her promise to her and she kept it. Marta approached the Hungarians and told them, she advised them that they should ask to be tattooed.

131 A/Noar/1986 Funktion "Im Revier wird eine Pflegerin gesucht die massieren kann. Die jüdische Oberärztin welche früher in Birkenau gewesen war und von mir wusste, ließ mich suchen. Meine Nummer wurde festgestellt und ich wurde ins Revier gerufen.
132 A/Noar/1986 Platzierung "Ich rücke in der Reihe weiter und komme zu einem Mädchen, das eine Nadel in der Hand hält; sie hält diese über eine Flamme bis sie rot glüht, dann taucht sie sie in eine Flüssigkeit, anscheinend Tinte, und brennt mir eine Nummer in den linken Unterarm. Es hat weh getan, aber ich habe keine Miene verzogen (...)alle diejenigen Gefährtinnen, die geweint und gejammert haben, sind mit großen Tätowierungen verunstaltet worden (...) meine Nummer dagegen ist klein und zierlich.."
133 A/Noar/1986 Funktion, Platzierung "Ein Stück Stoff, das vor mir auf dem schmutzigen Fußboden liegt, hat eine ganz besondere Bestimmung (...) Sobald ich näher hinsehe, merke ich, daß die gleiche Nummer, welche in meinen Arm tätowiert ist, auf diesem Stückchen Fetzen aufgedruckt ist, das kleine Dreieck darunter ist mit einem Davidstern und einem gelben Winkel versehen. >Euer Identitätsausweis muß links oben deutlich sichtbar befestigst werden... Etwaiger Verlust dieses Ausweises wird sehr streng, gegebenenfalls mit Todesstrafe geahndet..< 'ich nehme diese Worte nicht ernst, glaub' nicht dran..."
134 A/Noar/1986 Nach der Befreiung "Im Reisebüro werden die üblichen Fragen gestellt: Name? Geburtsort? Staatsangehörigkeit? Beruf? - Ich lebe auf: der Namenlose Häftling No 80574 ist wieder ein Mensch!"
135 A/Noar/1986 Registrierung "Sofort beim Eingang stürzen sich je zwei Frauen auf jede von uns.(...) Auch sie haben graublau-gestreifte Kleider, versehen mit Nummern und einem kleinen Dreieck. (...) Kaum hat der Soldat den Rücken gekehrt (...), als ein Geschrei losgeht, fünf stürzen sich auf einmal auf mich und brüllen, indem sie mir mit vereinten Kräften die Goiserer von den Füßen reißen: >...he, das möchte dir so passen (...) Die Dame kommt aus der Freiheit, während dem wir hie seit Jahren verfaulen. (...) uns hat man schon vor einer Ewigkeit alles weggenommen...<"
136 A/Noar/1986 Geschichte "Wieder ist ein Transport direkt zu uns ins Revier gekommen. Man spricht davon, dass nicht mehr tätowiert wird. Ein gutes Zeichen? Gibt es überhaupt gute Zeichen? So viele sterben im Block auf 'natürliche Weise'. Es ist um die Weihnachtszeit 1944."
137 A/Noar/1986 Gegenstrategie Ein Offizier rät vor der Registrierung: "... Ich bin kein Jude, aber ihre Methoden sind überall die gleichen; wir werden beim Militär ebenso behandelt wie ihr - der einzige Unterschied ist nur (...) aber das wirst du schon selber merken (...) Mach dich jünger, gib nie Dein richtiges Alter an, vernichte alle deine Personaldokumente (...) hier liebt man nur ganz junge, kräftige Arbeitstiere..."
138 A/Stern/1997 Funktion "Der Mensch sollte als Todeskandidat bezeichnet werden, damit seine Persönlichkeit um so leichter und sicherer festzustellen sei. Die Zahl der Gezeichneten stieg in die Hunderttausende. (...) als Schandmal der SS gedacht..."
139 A/Stern/1997 Geschichte "Die Tätowierung setzte der Leiter der politischen Abteilung, SS-Untersturmführer Grabner, ein Wiener Faschist, durch."
140 B/CHGS/2002 Nach der Befreiung

I remember getting this card because it was the first time in three years that anyone had bothered to ask me my name, where I was from and who my parents were. In the concentration camp I had been known only by my camp number - 117098. Getting this card was the reverse of what happened to me when I was first imprisoned in 1942. This card gave me back my humanity. It looks very worn because I carried it everywhere. It proved who I was. It was my security

141 A/Kornr/1996 Gegenstrategien "Er [Mengele] weiß nicht, wer wir sind. Wir haben diesen Vorteil, wir sind anonyme Gesichter in der Masse. Wir haben unsere Anonymität genutzt, um unsichtbar zu sein und seinen Fängen zu entfliehen."
142 A/Kornr/1996 Gegenstrategien „ 'Ich heiße Marek.'... 'Rena'... 'Danka. Ich bin Renas Schwester'... Der Kontakt ist hergestellt, Namen wurden ausgetauscht. Es sind Momente wie diese, die uns das Gefühl vermitteln zu leben. Es gibt noch ein lebendiges Wesen, das weiß, dass wir hier sind."
143 A/Kornr/1996 Gegenstrategien, Reaktion "Die Nummer, die ich so sehr gehasst hab, ist nun mein Zufluchtsort, mein Bindeglied ans Leben"
144 A/Iwasz/1999 Registrierung "Die nun folgende Prozeduren begannen meist damit, daß sich die Neuzugänge nach der alphabetischen Abfolge ihrer Namen aufstellen mußten, bevor dann ein Häftling des bei der Registrierung der neuen Häftlinge eingesetzten Aufnahmekommandos ihre Namen in eine Liste einschrieb und dabei bei jedem Namen die nächstfolgende Häftlingsnummer eintrug. Im Anschluß erhielt jeder Häftling ein kleines Kartonstück in die Hand, auf dem die zugeteilte Häftlingsnummer stand."
145 A/Iwasz/1999 Registrierung Die Neuzugänge mußten sich nackt ausziehen. Sie mußten alles abgeben, bis auf ein Schnupftuch und die Männer durften ihre Gürtel behalten. Alle Sachen wurden in Papiersäcke gesteckt und mit der Häftlingsnummer gekennzeichnet und in der 'Effektenkammer' verwahrt. "Wertgegenstände, wie Eheringe, Siegelringe, Uhren und Füllfederhalter usw., wurden in Papierumschläge gesteckt, die ebenfalls mit der Häftlingsnummer versehen und gesondert als 'Wertsachen' aufbewahrt wurden. Die Habe der seit 1942 mit den Massentransporten nach Auschwitz deportierten Juden wurde dagegen sofort zugunsten des Deutschen Reichs eingezogen; für diese Menschen wurde so eine Prozedur nicht praktiziert. Quittungen wurden den Häftlingen, deren Habe als Deposit zu den Effekten gegeben wurde, nicht ausgehändigt."
146 A/Iwasz/1999 Registrierung In Hast und mit stumpfen Rasierern wurden den Häftlingen die Kopf- und Körperhaare abgeschoren. "Die ausrasierten Stellen wurden mit einem Lappen abgerieben, der zuvor in eine desinfizierende Flüssigkeit getaucht worden war."
147 A/Iwasz/1999 Registrierung "Nachdem sie ihre Kleidung abgelegt hatten und geschoren worden waren, wurden die Häftlinge in Räume getrieben, in denen sie geduscht wurden. Meist war dies zugleich seit längerer Zeit die erste Gelegenheit, den Durst zu stillen. Aber auch diese hygienische Maßnahme, auf die die meisten nach der Qual des Transports voller Ungeduld warteten, lief in der Regel unter Schikanen verschiedenster Art ab, so wenn z. B. meistens zu heißes oder zu kaltes Wasser angestellt wurde. Wer versuchte, sich zu entziehen, wurde mit Schlägen wieder zurück unter die Dusche gejagt. [..] Die Neuzugänge bekamen weder Handtücher, noch Seife, und die nächsten Räume waren ungeheizt."
148 A/Iwasz/1999 Registrierung "Das ständige Antreiben, die Schläge und die Flüche und Beschimpfungen lösten bei den Häftlingen erneut einen Schock aus. Besonders die Frauen und Mädchen litten schwer, wenn sie sich in Anwesenheit der SS-Männer ausziehen mußten, die sie dabei verspotteten und verhöhnten."
149 A/Iwasz/1999 Registrierung "Weil alles sehr schnell vor sich ging und weil zumeist eine große Anzahl neuer Häftlinge abgefertigt wurde, bekam die aus dem Bad herausgejagten Häftlinge die einzelnen Teile der Häftlingsausstattung zugeworfen, während sie weiterliefen. Es dauerte vielleicht eine viertel oder ein halbe Stunde, und aus den eingelieferten Menschen war eine Gruppe von Häftlingen entstanden, die jetzt die meistens verschmutzte, verlauste und zu große oder zu kleine Häftlingsbekleidung [...] anhatten. Statt ihrer Schuhe erhielten sie Holzpantinen, in denen sie nur schwer laufen konnten, besonders wenn die Wege und Straßen im Winter vereist waren."
150 A/Iwasz/1999 Registrierung "Während diese Verrichtungen noch andauerten - alles fand selbstredend weiter in ungeheizten Räumen und im Durchzug statt (im Stammlager mußten sich die Häftlinge häufig im Freien ausziehen oder warten, bis die Häftlingskleidung ausgegeben wurde), ging auf die Häftlinge, die die in deutsch ausgegebenen Anweisungen und Befehle meistens gar nicht verstanden, ein Hagel extrem vulgärer Flüche nieder und sie wurden ständig von den dabeistehenden SS- Angehörigen und auch den Funktionshäftlingen geschlagen. Die Häftlinge standen noch dazu unter dem Schock der brutalen Behandlung, und es bereitete ihnen große Mühe, wenn sie unter den jetzt ihrer Haare beraubten und in zu großen oder zu kleinen Kleidungsstücken steckenden Gestalten Familienangehörige, Kollegen oder Freunde wieder erkennen wollten."
151 A/Iwasz/1999 Registrierung, Platzierung "Sofort nach dem Baden und der Ausgabe der Häftlingskleidung fand die Registrierung der neu eingelieferten Häftlinge statt, in deren Verlauf die entsprechenden Rubriken eines vorgedruckten Formulars, des Häftlings-Personalbogens, ausgefüllt werden mußten. Die Neuzugänge traten an Tische heran, an denen Häftlinge des Aufnahmekommandos saßen, die ihnen in der Reihenfolge dieses Vordrucks die vorgesehenen Fragen stellten. Eingetragen wurde entsprechend Name und Vorname, der letzte Wohnort, die Anschrift des nächsten Angehörigen und der Familie, die Vorbildung, der Beruf, Sprachkenntnisse, Vorstrafen und Angaben zur Personenbeschreibung sowie besondere Kennzeichen. [...] Ein Teil der Rubriken des Häftlings-Personalbogens wurde erst später auf der Grundlage der gesondert übermittelten Haftakten der mit dem neuen Transport eingelieferten Häftlinge ausgefüllt. Dies betraf z. B. die Angaben zum Haftgrund oder die Frage nach der einweisenden Dienststelle. Auch die Häftlingsnummer wurde auf dem Personalbogen vermerkt. [...] Abschließend wurde dem neuen Häftling diese Nummer noch auf den linken Unterarm tätowiert.
152 A/Iwasz/1999 Registrierung "Der Neuzugang erhielt bei der Registrierung seine fortlaufend ausgegebene Häftlingsnummer, die während der Haft im KL Auschwitz den Namen des Häftlings ersetzte."
153 A/Iwasz/1999 Geschichte "Das KL Auschwitz war das einzige Konzentrationslager, in dem die Häftlinge zur Kennzeichnung tätowiert wurden. [...] Der Grund für die Einführung der Tätowierung im KL Auschwitz war die große Sterblichkeit unter den Häftlingen, die zeitweilig einen Umfang von mehreren hundert Menschen pro Tag erreichte. Angesichts dieser hohen Zahl an Toten kam es bei der Identifizierung der Leichen zu Problemen."
154 A/Iwasz/1999 Geschichte Zunächst war die KZ-Nummer nur an der Häftlingskleidung befestigt, doch da die Toten auf mehrere hundert Menschen pro Tag stiegen, war es, wenn die Kleidung von den Leichen gezogen waren nicht möglich die Häftlingsnummer den Toten zuzuordnen. "Mit der Zeit wurde deshalb im Häftlingsbau (HKB), wie viele Häftlinge starben, den Kranken mit Kopierstift die Häftlingsnummer auf die Brust geschrieben. Ebenso wurden auch die Häftlinge gekennzeichnet, die liquidiert werden sollten und erschossen wurden. Die Probleme bei der Identifizierung der Leichen häuften sich, als im KL Auschwitz im Herbst 1941 die Massenvernichtung der sowjetischen Kriegsgefangenen begann. Damals faßte die Lagerführung des KL Auschwitz den Entschluß, die Häftlinge zu Tätowieren. Mehrere tausend sowjetische Kriegsgefangene waren die erste Häftlingsgruppe, die auf diese Weise gekennzeichnet wurde. Sie wurden ab Herbst 191 tätowiert, und vorgenommen wurde diese Tätowierung mittels eines speziellen Metallstempels, auf den aus ungefähr 1 cm langen Nadeln zusammengesetzte Ziffern aufgesteckt wurden, die ausgetauscht werden konnten. Dieser Stempel wurde auf den linken oberen Brustkorb geschlagen, so daß mit einem Schlag sogleich die ganze Nummer eintätowiert wurde. Anschließend wurde Tusche in die blutende Wunde eingerieben. Diese Kriegsgefangenen waren als sie tätowiert wurden, so schwach, daß sie bei diesem Eingriff an eine Wand gelehnt werden mußten, damit sie bei dem Schlag nicht umfielen. Im März 1942 wurde dann im Lager Brkenau auch andere entkräftete Häftlinge, deren Zustand einen baldigen Tod erwarten ließ, auf diese Weise tätowiert [...]. Auch andere 1942 nach Birkenau gebrachte Neuzugänge wurden bereits 1942 so tätowiert. Weil sich die Anwendung des Metallstempels als unpraktisch erwies, ging man dann dazu über, die Häftlinge mit einzelnen Nadeln zu tätowieren, mit denen jetzt am linken Unterarm Einstiche in die Haut vorgenommen wurden. Aus diesen Einstichen setzte sich dann die einzelnen Ziffern der eintätowierten Häftlingsnummer zusammen. Nach diesem Verfahren wurde in Birkenau noch 1942 begonnen, die jüdischen Häftlinge am linken Unterarm zu tätowieren, und im Frühjahr 1943 ordnete die Lagerführung des KL Auschwitz an, allen Häftlingen, sowohl den bereits registrierten als auch den neu eingelieferten Häftlingen, am linken Unterarm die Häftlingsnummer einzutätowieren. Den im KL Auschwitz inhaftierten Frauen wurde die Häftlingsnummer bereits seit Anfang 1943 eintätowiert."
155 A/Iwasz/1999 Geschichte "Nicht mit eintätowierten Häftlingsnummern gekennzeichnet wurden als reichdeutsche registrierte Häftlinge und 'Erziehungs-Häftlinge'. * Auch den Polizeihäftlingen, den während des Warschauer Aufstands im August und September 1944 aus Warschau eingelieferten Häftlingen und einem Teil der ab 1944 nach Auschwitz gebrachten Juden wurden keine Häftlingsnummern eintätowiert [Anm. d. Red.]."
156 A/Iwasz/1999 Struktur "Bei einigen Häftlingsgruppen wurden den Häftlingen vor der Nummer noch ein Symbol eintätowiert, so z. B. Juden (jedoch nicht allen) ein Dreieck, Zigeunern der Buchstabe 'Z' [...] und den jüdischen Häftlingen ab Mai 1944 der Buchstabe 'A' bzw. der Buchstabe 'B', die die seitdem ausgegebenen, gesonderten Nummernserien bezeichneten."
157 A/Iwasz/1999 Platzierung, Geschichte "1943 wurde den Häftlingen mehrerer Transporte die Häftlingsnummer auf der Innenseite des linken Arms eintätowiert; aus welchem Grund dies geschah, ist nicht bekannt."
158 A/Iwasz/1999 Funktion "Die Häftlinge wurden seit der Eintätowierung der Häftlingsnummer auf dem Unterarm identifiziert. Im KL Birkenau wurden die Toten so vor die Blöcke gelegt, daß der Arm mit der eintätowierten Nummer zu sehen war."
159 A/Iwasz/1999 Registrierung, Geschichte "Die Häftlinge wurden neben der Eintätowierung der Häftlingsnummer im Verlauf der Registrierung ferner auch durch die Anfertigung einer in drei Stellungen aufgenommenen erkennungsdienstlichen Häftlingsfotografie erfaßt. Die erste dieser Aufnahmen war eine Profilaufnahme des Häftlings, bei deren Anfertigung ferner auch die Häftlingsnummer und eine die Häftlingskategorie und die Nationalität des Häftlings bezeichnende Buchstabengruppe mit fotografiert wurden. Die Anfertigung dieser Häftlingsfotografien begann bereits wenige Monate nach der Errichtung de KL Auschwitz, und seitdem wurden Neuzugänge und auch die bereits zu früherer Zeit registrierten Häftlinge fotografiert. Diese erkennungsdienstlichen Häftlingsfotografien wurden nicht am Tage der Registrierung des jeweiligen Häftlings, sondern zu einem späteren Zeitpunkt angefertigt; die Häftlinge wurden jeweils in Gruppen zum Block 26 des Stammlagers KL Auschwitz I gebracht, wo sich das Fotolabor befand und wo auch die Negative und die Abzüge der Häftlingsfotografien nach der Nummernfolge der Häftlingsnummern aufbewahrt wurden. Nicht fotografiert wurden die ab Frühjahr mit den Massentransporten nach Auschwitz deportierten jüdischen Häftlinge. (In Einzelfällen hier Ausnahmen). Wegen der seit 1943 bei der Beschaffung des Fotomaterials bestehenden Probleme wurde die Anfertigung dieser Fotoaufnahmen seitdem eingeschränkt, und die Konzentrationslager wurden angewiesen, vor allem reichsdeutsche Häftlinge und im Einzelfall auch bestimmte andere Häftlinge zu fotografieren."
160 A/Iwasz/1999 Funktion "[...] die Häftlinge wurden jeweils in Gruppen zum Block 26 des Stammlagers KL Auschwitz I gebracht, wo sich das Fotolabor befand und wo auch die Negative und die Abzüge der Häftlingsfotografien nach der Nummernfolge der Häftlingsnummern aufbewahrt wurden."
161 A/Iwasz/1999 Platzierung "In der zugewiesenen Baracke angekommen, mußte der Häftling unverzüglich ein mit seiner Häftlingsnummer und einem Dreieck versehnes Stoffstück an die Häftlingskleidung annähen; dieses Dreieck, der sog. Winkel, bezeichnete durch seine Farbe und seine Lage die Häftlingskategorie, und ein Buchstabe innerhalb des Winkels benannte außerdem seine Nationalität. [...] Diese Nummer wurde in Brusthöhe auf der linken Jackenseite sowie bei der äußeren Hosennaht des rechten Hosenbeins angenäht."
162 A/Iwasz/1999 Funktion "Wie bereits ausgeführt, verwendete die Lagerführung die ausgegebenen Häftlingsnummern zur Führung der Häftlingsevidenz, und die Tätowierung erleichterte die Identifizierung der Leichen der hingerichteten oder gestorbenen Häftlinge. Ab 1944 wurde deshalb in dem KL Auschwitz abgehenden Meldungen über die Flucht von Häftlingen als 'besonderes Merkmal' auch die Häftlingsnummer des geflohenen Häftlings genannt."
163 A/Iwasz/1999 Funktion "Je länger Auschwitz als Konzentrationslager bestand, desto weniger Häftlinge mit niedrigen, 1940, 1941 oder 1942 ausgegebenen Häftlingsnummern befanden sich noch im KL Auschwitz. Eine niedrige Nummer zeugte davon, daß dieser Häftling viel durchgemacht und Erfahrungen gesammelt hatte, die ihm (wenn er dazu noch Glück hatte) dabei halfen, in diesem Konzentrationslager mehrere Jahre lang am Leben zu bleiben. Es ist also erklärlich, daß die SS solche Häftlinge loswerden wollte und sie in Transporte mit zur Überstellung in innerdeutsche Konzentrationslager vorgesehenen Häftlingen einreihte."
164 A/Iwasz/1999 Geschichte, Struktur "Ab Januar 1942 wurde für die 'Erziehungshäftling', die bis dahin unter Häftlingsnummern aus der Allgemeinen Häftlingsnummernserie registriert worden waren, eine gesonderte Nummernserie begonnen. Auch die in der Zwischenzeit gestorbenen bzw. die wieder entlassenen Arbeitserziehungshäftlinge wurden bei der Einführung dieser neuen Serie unter neuen Häftlingsnummern registriert; die so frei gewordenen Nummern wurden anschließend erneut an neu eingelieferte Häftlinge ausgegeben. Dies war der einige Fall in der Geschichte des KL Auschwitz, daß Häftlingsnummern erneut ausgegeben wurden. In der Nummernserie der Erziehungshäftlinge wurden insgesamt ungefähr 9.000 Häftlinge (Männer) registriert. Die als Erziehungshäftlinge eingelieferten Frauen erhielten ab 1943 in einer gesonderten Serie geführte Nummern, die erneut mit der Nummer 1 einsetzte und in der ungefähr 2.000 Frauen registriert wurden." [27] "Die "Erziehungshäftlinge" wurden nicht mit einem Winkel gekennzeichnet, sondern allein durch den vor ihren Häftlingsnummern stehenden Buchstaben 'E'." [32]
165 A/Iwasz/1999 Geschichte, Struktur "Die erste Nummernserie wurde seit Mai 1940 ausgegeben und setzte mit den Nummern für die als Häftlinge eingelieferten Männer ei; diese Serie, die bis Januar fortgesetzt wurde, umfaßte insgesamt 202.499 Häftlingsnummern. Bis Mitte Mai 1944 wurden auch die als Häftlinge registrierten jüdischen Männer im Rahmen dieser Serie erfaßt. * Ab Mai 1944 wurden Juden dann nur noch in Einzelfällen in der allgemeinen Häftlingsbummerserie erfaßt [Anm. d. Red.]."
166 A/Iwasz/1999 Geschichte, Struktur "Als am 26. März 1942 die ersten Frauen als Häftlinge in das KL Auschwitz eingeliefert wurden, erhielten sie ebenfalls die Nummern aus einer neuen Serie, die bis zur Auflösung des Lagers fortgeführt wurde. In dieser Serie wurden ungefähr 90.000 Frauen registriert, darunter (bis Mai 1944) auch die als Häftlinge registrierten jüdischen Frauen."
167 A/Iwasz/1999 Geschichte, Struktur "Jede der im KL Auschwitz verwendeten Nummernserien begann jeweils von neuem mit der Nummer 1."
168 A/Iwasz/1999 Geschichte, Struktur "Für die (ab Februar 1943) in das KL Auschwitz verbrachten Zigeuner wurden zwei Nummernserien geführt: Für Männer wurden bis August 1944 insgesamt 10.094 Häftlingsnummern und für Frauen insgesamt 10.888 Häftlingsnummern ausgegeben" [28] Vor die Nummer wurde ein 'Z' tätowiert. [25]
169 A/Iwasz/1999 Geschichte, Struktur "Um nicht weiter die bereits sehr hohen Häftlingsnummern der Allgemeinen Häftlingsnummerserien auszugeben, erhielten die nach Auschwitz deportierten und im Lager als Häftlingen registrierten Juden seit Mitte Mai 1944 Häftlingsnummern aus neu eingesetzten und zusätzlich mit einem Buchstaben gekennzeichneten Nummernserien; diese Nummernserien begannen mit dem Buchstaben 'A', dem eine Häftlingsnummer von 1 bis 20.000 folgen sollte. Nach der Ausschöpfung dieses Nummernkontingents sollten weitere Nummernserien eröffnet werden, denen ebenfalls der nächstfolgende Buchstabe des Alphabets vorgestellt werden sollte. Durchgeführt wurde dies für die Männer, an die im Anschluß an die Nummernserie 'A' auch Nummern der Serie 'B' von 1 bis ungefähr 15.000 ausgegeben wurden; die Frauen-Nummernserie 'A' wurde jedoch durch ein Versehen auch über die Nummer A-20000 hinaus weitergeführt, "Um nicht weiter die bereits sehr hohen Häftlingsnummern der allgemeinen Häftlingsnummerserien auszugeben, erhielten die nach Auschwitz deportierten und im Lager als Häftlingen registrierten Juden seit Mitte Mai 1944 Häftlingsnummern aus neu eingesetzten und zusätzlich mit einem Buchstaben gekennzeichneten Nummernserien; diese Nummernserien begannen mit dem Buchstaben 'A', dem eine Häftlingsnummer von 1 bis 20.000 folgen sollte. Nach der Ausschöpfung dieses Nummernkontingents sollten weitere Nummernserien eröffnet werden, denen ebenfalls der nächstfolgende Buchstabe des Alphabets vorgestellt werden sollte. Durchgeführt wurde dies für die Männer, an die im Anschluß an die Nummernserie 'A' auch Nummern der Serie 'B' von 1 bis ungefähr 15.000 ausgegeben wurden; die Frauen-Nummernserie 'A' wurde jedoch durch ein Versehen auch über die Nummer A-20000 hinaus weitergeführt, so daß in dieser Nummernserie insgesamt ungefähr 30.000 Häftlingsnummern für jüdische Frauen ausgegeben wurde."
170 A/Iwasz/1999 Geschichte, Struktur "Weil die Leitung des KL Auschwitz anordnete, die Akten des Lagers zu vernichten, ist es heute nicht mehr möglich, die letzten der in den einzelnen Häftlingsnummernserien ausgegebenen Häftlingsnummern festzustellen. Insgesamt wurden in den hier erwähnten Häftlingsnummernserien mehr als 400.000 Häftlingsnummern ausgegeben; diese Zahl umfaßt nicht die ungefähr 3.000 Nummern der 'Polizeihäftlinge' (PH),"
171 A/Iwasz/1999 Gegenstrategien "Die meisten Rubriken wurden nach den Angaben des jeweiligen Häftlings ausgefüllt, sie mußten also den tatsächlichen Verhältnissen nicht immer entsprechen. Es wurden auch neueingelieferte Häftlinge registriert, die unter einem falschen Namen verhaftet worden waren [...]. Bei anderen Rubriken, etwa der Frage nach dem Beruf, konnte z. B. der die Eintragung vornehmende Häftling suggerieren, einen anderen Beruf anzugeben. So wurde im Lager versucht, Personen mit Hochschulabschlüssen oder Offiziere zu retten, die im Konzentrationslager besonders gefährdet waren. Wer nicht bestimmte, im Lager besonders gesuchte Berufe hatte, wie etwa die Handwerker, wurde in der Regel einem der bei Erdarbeiten eingesetzten Arbeitskommandos zugewiesen und mußte also schwerste körperliche Arbeiten ausführen. Solche Versuche waren selbstverständlich nur dann möglich, wenn die beim Ausfüllen der Häftlings-Personalbögen eingesetzten Häftlinge nicht gerade von einem SS-Angehörigen überwacht wurden."
172 A/Iwasz/1999 Geschichte, Struktur "Die ersten Häftlinge des KL Auschwitz waren 30 deutsche kriminelle Häftlinge, die SS-Hauptscharführer Gerhard Palitzsch am 20. Mai 1940 aus dem KL Sachsenhausen nach Auschwitz brachte; Palitzsch wurde zum Rapportführer des KL Auschwitz ernannt. Diese Häftlinge erhielten die Häftlingsnummern von 1 bis 30, sie wurden im Block 1 untergebracht und in der sog. Häftlingsverwaltung, die damals den SS-Apparat in das Lager hinein fortsetzte, als Funktionshäftlinge verwendet. Als erster Lagerältester wurde Bruno Brodniewicz eingesetzt und unter der Häftlingsnummer 1 registriert; sein Vertreter war ab August 1940 Leo Wietschorek, Häftlingsnummer 30, der zuvor als Kapo in der Quarantäne verwendet worden war. Beide Häftlinge waren für ihre extreme Grausamkeit bekannt. Die Funktion des Arbeitsdienstes übernahm Otto Küsel, Häftlingsnummer 2. Im Gegensatz zu den anderen Häftlingen, mit denen er nach Auschwitz gebracht worden war, nutzte Otto Küsel seine Stellung und den mit ihr verbundenen Einfluß, um die Anordnungen der SS zu umgehen und seinen Mithäftlingen, insbesondere den Polen, zu helfen. Den Häftlingen hat er sich als außergewöhnlich kameradschaftlicher, aktiver und hilfsbereiter Mensch eingeprägt. Viele Häftlinge verdanken Otto Küsel ihr Leben. Auch Fritz Biessgen (Häftlingsnr. 4; sein Rufname war 'Mateczka', 'Mütterchen'), der Oberkapo der Häftlingsküche, Hans Bock (Häftlingsnr. 5), der 'Tata' ('Papa') genannt wurde und später noch als Kapo, als Blockältester und schließlich als Lagerältester des Häftlingskrankenbaus eingesetzt war, und Johann Lechenich [Nr. 19], der 'Johnny' gerufen wurde, haben andere Häftlinge als menschliche Mithäftlinge in Erinnerung behalten. Die anderen Häftlinge aus der von Palitzsch nach Auschwitz gebrachten Gruppe verhielten sich so, wie dies die Lagerführung von ihnen erwartete, und setzten Tag für Tag den von der SS ausgeübten Terror in das Lager hinein fort; sie fühlten sich als Herren über Leben und Tod der ihnen unterstehenden Häftlinge, ließen sich auf die verschiedenste Weise an ihnen aus und brachten sogar häufig andere Häftlinge um."
173 A/Iwasz/1999 Geschichte "Am 14. Juni 1940 wurde aus dem Gefängnis in Tarnow der erste Transport mit 728 polnischen politischen Häftlingen nach Auschwitz gebracht; dieser Tag gilt als der Tag der Errichtung des KL Auschwitz."
174 A/Iwasz/1999 Geschichte, Struktur "Es handelt sich um: Bruno Brodniewicz (Nr. 1), Otto Küsel (Nr. 2), Artur Balke (Nr. 3), Fritz Biessgen (Nr. 4), Hans Block (Nr. 5), Bernard Bonitz (Nr. 6), Karl Benna (Nr. 7), Arno Böhm (Nr. 8), N.N. (Nr. 9), Michael Gallas (Nr. 10), Erich Grönke (Nr. 11), Arnold Hartwig (Nr. 12), Hans Hennig (Nr. 13), Winant Jansen (Nr. 14), Dietrich Hüchter bzw. Jüchter (Nr. 15), Bruno Kellert bzw. Kehlert (Nr. 16), Max Kuserow (Nr. 17), Konrad Lang (Nr. 18), Johann Lechenich (Nr. 19), Richard Meyer bzw. Meier (Nr. 20), Berthold Missun (Nr. 21), August Müller (Nr. 22), Kurt Müller (Nr. 23), Kurt Pachala bzw. Pachale (Nr. 24), Herbert Romann (Nr. 25), Johann Siegruth (Nr. 26), Paul Schilkowsky bzw. Schilkowski (Nr. 27), Otto Stiel bzw. Stiell (Nr. 28), Albin Vogel bzw. Vogl bzw. Voigt (Nr. 29) und Leo Wietschorek bzw. Witschorek (Nr. 30)."
175 A/Iwasz/1999 Funktion, Geschichte, Struktur Rote Winkel: Politische 'Schutzhäftlinge', auch Frauen und Kinder der besetzten Gebiete. Grüne Winkel: Berufsverbrecher, überwiegend als Funktionshäftlinge eingesetzt. Schwarze Winkel: 'Asoziale' Prostituierte und Zigeuner. Violetter Winkel: Bibelforscher, Geistliche. Rosa Winkel: Homosexuelle. Gelber Winkel mit Winkel der anderen Häftlingskategorie (meist rot) zum Stern kombiniert: Juden. Der gelbe Stern wurde ab Mitte 1944 durch einen gelben Streifen über dem Häftlingswinkel ersetzt. Auf dem farbigen Winkel der Häftlingskategorie war, außer bei den Reichsdeutschen, ein Buchstabe für die jeweilige Nationalität des Häftlings gedruckt bzw. aufgemalt.
176 A/Iwasz/1999 Funktion, Geschichte, Struktur "Auch die täglichen Stärkemeldungen und Stärkerapporte verzeichneten den Häftlingsstand unter Nennung der einzelnen Häftlingskategorien."
177 A/Iwasz/1999 Geschichte, Struktur "Wie diese Rapporte und andere statistische Übersichten belegen, war seit 1943 die zahlenstärkste Häftlingsgruppe die Kategorie der jüdischen Häftlinge, der als zweitstärkste Gruppe die Kategorie der politischen Häftlinge anderer Nationalität folgte." In den Jahren bis 1942 waren die stärkste Häftlingsgruppe polnische, politische Häftlinge.
178 A/Iwasz/1999 Funktion, Geschichte, Struktur "Als gefährlich eingestufte Häftlinge bzw. Häftlinge, die verdächtigt wurden, einen Fluchtversuch zu planen, wurden mit einem roten Punkt sowie mit dem Buchstaben 'IL' ('Im Lager') gekennzeichnet, was anzeigte, da? Diese Häftlinge das durch die Umzäunung bezeichnete Gebiet des Konzentrationslagers nicht verlassen durften und besonders überwacht werden sollten."
179 A/Iwasz/1999 Funktion, Geschichte, Struktur "Die in die 'Strafkompanie' eingewiesenen Häftlinge mußten zusätzlich einen schwarzen Punkt als Kennzeichen tragen, der aus einem kleinen runden schwarzen Stoffstück bestand und auf der Jacke des Streifenanzugs befestigt werden mußte."
180 A/Iwasz/1999 Funktion, Geschichte, Struktur "Ende 1943 oder Anfang 1944 wurden im KL Auschwitz I mehrere Dutzend reichsdeutsche Häftlinge als 'Lageraufsicht' zusammengezogen und im Bereich des Stammlagers eingesetzt. Diese Häftlinge erhielten einen gesonderten Raum und besondere mit der Aufschrift 'Lageraufsicht' versehene, gelbe Armbinden. Ihre Aufgabe bestand darin, die Häftlings-Arbeitskommandos zu beaufsichtigen."
181 A/Levi/1990 Funktion, Platzierung, Reaktion "Der Vorgang [Tätowierung] war nicht sehr schmerzhaft und dauerte nicht länger als eine Minute, aber er war traumatisch. Seine symbolische Bedeutung war allen klar: Dies ist ein unauslöschliches Zeichen, hier kommt ihr nie wieder heraus; dies ist das Brandmal, das man den Sklaven aufdrückt und den Tieren, die geschlachtet werden; zu solchen seid auch ihr geworden."
182 A/Levi/1990 Funktion, Platzierung, Reaktion "Ihr habt keinen Namen mehr, dies hier ist euer neuer Name. Die Gewalttätigkeit der Tätowierung war primitiv, reiner Selbstzweck, ausschließlich als Beleidigung gedacht. Reichten denn die drei Stoffnummern nicht aus, die auf die Hosen genäht waren, auf die Jacke und auf den Wintermantel? Nein, sie reichten nicht aus: es mußte ein Mehr sein, eine nicht in Worte gefaßte Botschaft, damit der Schuldlose spürte, wie sein Urteil ins Fleisch eingeschrieben wurde."
183 A/Levi/1990 Funktion, Platzierung, Reaktion "Darin lag auch eine Rückkehr zur Barbarei, die für die orthodoxen Juden noch viel verwirrender war; denn gerade um die Juden von den 'Barbaren' zu unterscheiden, verbietet das Mosaische Gesetz (Leviticus 19,28) die Tätowierung."
184 A/Levi/1990 Nach der Befreiung "Nach einem Zeitraum von vierzig Jahren ist meine Tätowierung ein Teil meines Körpers geworden. Weder rühme ich mich noch schäme ich mich ihrer, weder zeige ich sie vor, noch verberge ich sie. Ich zeige sie nur ungern dem, der mich aus reiner Neugierde darum bittet, aber bedenkenlos und zornig dem, der behauptet, er könne es nicht glauben. Junge Menschen fragen mich häufig, warum ich sie mir nicht wegmachen lasse, und das versetzt mich in Staunen: warum sollte ich? Wir sind nicht viele auf der Welt, die dieses Zeugnis tragen.
185 A/Levi/1990 Geschichte, Funktion, Platzierung "Anders verhält es sich mit der Tätowierung, einer eigenständigen Erfindung von Auschwitz. Von Beginn des Jahres 1942 an wurde in Auschwitz und in den von ihm abhängigen Lagern (1944 waren es ungefähr vierzig) die Lagernummer der Häftlinge nicht mehr nur auf die Kleider genäht, sondern auch auf den linken Unterarm tätowiert. Von dieser Regelung waren nur die nichtjüdischen deutschen Häftlinge ausgenommen. Die Aktion wurde mit methodischer Schnelligkeit von spezialisierten 'Schreibern' durchgeführt, und zwar im Augenblick der Eintragung der Neuzugänge, die zum Teil aus der Freiheit kamen, zum Teil aus anderen Lagern oder aus Gettos. Entsprechend dem typischen deutschen Talent zur Klassifikation entwickelte sch bald schon ein richtiger Kodex: die Männer mußten auf der Außenseite des Arms, die Frauen auf der Innenseite tätowiert werde. Der Nummer der Zigeuner mußte ein Z vorangestellt werden, der Nummer der Juden, von Mai 1944 an (das heißt, vom Zeitpunkt der Massentransporte ungarischer Juden an), ein A, das kurz darauf durch B ersetzt wurde. Bis September 1944 gab es keine kleinen Kinder in Auschwitz: sie wurden alle sofort vergast. Nach diesem Datum begannen ganze polnische Familienverbände einzutreffen, die während des Warschauer Aufstands aufs Geradewohl verhaftet worden waren: sie alle wurden tätowiert, einschließlich der Neugeborenen."
186 A/Levi/1990 Funktion "Den 'Feind' demütigen, ihm Qualen zufügen, das war ihre [Lager-SS] tägliche Aufgabe; sie dachten nicht darüber nach, sie hatten keinerlei Nebenabsichten: Absicht du Zweck war nur dies."
187 A/Elias/1988 Funktion, Reaktion "Wie Vieh wurden wir in Waggons verladen und nach Auschwitz gebracht, wie Vieh wurden wir jetzt gezeichnet. Die Nummer bedeutet Entpersonifizierung. Ab heute besitze ich keinen Namen mehr. Ich bin nun 'Nummer 73 643'. 'Nummer 73 643' habe ich zu antworten, wenn ich nach meinem Namen gefragt werde.
188 A/Elias/1988 Funktion, Reaktion, Platzierung "Nach diesem so reichhaltigen Frühstück fing die Registrierung, hauptsächlich aber die Nummerierung an. Wir mussten unseren linken Unterarm hinhalten, und einer jeden von uns wurde eine Nummer eintätowiert. Zuerst verstanden wir nicht, warum man uns numerierte, doch langsam fingen wir zu verstehen an. Wir sind keine Menschen mehr."



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Verzeichnis der Quellen
Signatur
Literatur
Funktion
Bemerkung
A/Alpha/1998 URL=http://www.br-online.de/alpha/forum/
vor9811/19981109_i.html
Häftling BR-Alpha: Alpha-Forum. Max Mannheimer Überlebender des Holocaust und Maler im Gespräch mit Andrea Bönte
A/Broad/1966 Broad, Pery (1966): KZ-Auschwitz. Erinnerungen eines SS-Mannes der Politischen Abteilung in dem Konzentrationslager Auschwitz. In: Hefte von Auschwitz, Nr. 9 (1966) SS-Gestapo Pery Broad beschreibt Auschwitz wie ein Journalist, obwohl "er in der so genannten Politischen Abteilung, dass heißt in der Lagergestapo gearbeitet und an den von ihm beschriebenen Verbrechen teilgenommen hatte, " wie Jerzy Rawicz in einem Vorwort zu Broads Erinnerungen schreibt. Aus dem Vorwort geht auch hervor, dass Broad den Text vermutlich kurz nach dem Krieg schrieb.
A/Cohen/2001 Cohen, Judy (2001): Woman and the Holocaust. Rose Meth.
URL=http://www.interlog.com/~mighty/
valor/rose1.htm
[Stand: 20.12.2001]
Häftling Der Bericht basiert auf einem Interview, dass Bonnie Gurewitsch am 28.10.1985 mit Rose Meth führte.
A/Edvar/1989 Edvardson, Cordelia (1989): Gebranntes Kind sucht das Feuer. Hameln Häftling
A/Elias/1988 Elias, Ruth (1988): Die Hoffnung erhielt mich am Leben. Mein Weg von Theresienstadt und Auschwitz nach Israel. München Häftling
A/Eonow/2001
EO NOW.com(2001): Memories of the Holocaust.
URL=http://www.eonow.com/news/
stories/2001/jan/19.shtml

(Stand:09.01.2002)
Häftling Reportage im lokalem Online-Magazin, >eo Now.comA daily guide to Eastern Oregon for residents and visitors<
A/Greif/1995 Greif, Gideon (1995): Wir weinten tränenlos. Augenzeugenbericht der jüdischen "Sonderkommandos" in Auschwitz. Köln. Böhlau Verlag Häftling
A/Hrono/2000 URL=http://www.flensburg-online.de/diverses/
jerzy-hronowski.html
Häftling Auf Einladung vom Stadtpräsidenten Peter Rautenberg besucht Jerzy Hronowski Flensburg
A/Iwasz/1999 Iwaszko, Tadeusz und Helena Kubica, Franciszek Piper, Irena Strzelecka, Andrzej Strzelecki (1999): Auschwitz 1940-1945. Studien zur Geschichte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Band II. Verlag des Staatlichen Museums Aschwitz-Birkenau. Oswiecim Sekundärliteratur, Zusammenfassende Studien, mit Zitaten aus autobiografischen Quellen
A/Jacob/1999 Häftling
A/Jaege/1985 Jaegermann, Judith (1985): Meine Erinnerungen Häftling geb. Pinczovsky
A/Kein/2002 URL=http://Pweb.uunet.de/osiris.sb/
mcauschw.html
Häftling Beobachtungen und Überlegungen zu den Konzentrationslagern der Nazis von Marc Klein, Professor an der medizinischen Fakultät in Straßburg.
A/Klein/1999 URL: http://h-net.msu.edu/
cgi-bin/logbrowse.pl?trx=vx&list
=h-holocaust&month=9909&week=b&msg
=aJlDNkWFBM/b/
PoZ3%2b6YVQ&user=&pw=
Häftling I wrote a book "No Name, No Number" where I describe these experiences. It is available only from me, I publish on-demand. If interested, contact me at my email address privately, please. My [phone number is (323) 874-7585. I live in Los Angeles.
A/Klüge/1992 Klüger, Ruth (1993): Weiter leben, eine Jugend. Göttingen. Wallstein Verlag Häftling
A/Kornr/1996 Kornreich Gelissen, Rena (1996): Renas Versprechen. Zwei Schwester überleben Auschwitz. München. Heyne Häftling
A/Langb/1972 Langbein, Herrman (1972): Menschen in Auschwitz. Wien. Europaverlag Sekundärliteratur, mit Zitaten aus autobiografischen Quellen
A/Levi/1990 Levi, Primo (1990): Die Untergegangenen und die Geretteten. München Häftling
A/Levi/2001 Levi, Primo (2001): Ist das ein Mensch? 10. Auflage. München. DTV Häftling Autobiographischer Text mit literarischen Qualitäten
A/Maor/1993 Maor, Zenek (Selig) (1993): Von Auschwitz nach Haifa. Erinnerungen eines polnischen Juden. Bremen. Donat Häftling Autobiographischer Text. Bildmaterial: Aufnahmebogen von Zenek Maor, Nummer; Kopie eines Nummernregisters von Häftlingen, Facharbeiter aus einem Nebenlager.
A/Mott/2001 "Mott, Jim" (2001): Re: Acrimony (Tsur)
URL: http://h-net.msu.edu/cgi-bin/
logbrowse.pl?trx=vx&list=h-

holocaust&month=0101&week=c&msg=
2%2bRkETnnzj3oAojW/2UczA&user=&pw=
Häftling Vorfall nicht selbst gesehen oder erlebt.
A/Nizko/2001 The Nizkor Projekt (2002): The Trial of Adolf Eichmann. Session 70.
URL: http://www.nizkor.org/ftp.cgi/people/e/
eichmann.adolf/ transcripts/ftp.py?people/
e/eichmann.adolf/transcripts/Sessions/
Session-070-01 bis Session-070-05
Häftling Raya Kagan, Zeugin im Eichmannprozess, arbeitete im 'Standesamt' von Auschwitz
A/Noar/1986 Noar, Simha (1986): Krankengymnastin in Auschwitz. Aufzeichnungen des Häftlings Nr. 80574. Freiburg. Verlag Herder Häftling Aufzeichnungen wurden direkt nach dem Krieg gemacht
A/Stern/1997 Stern Verlag Wien(1997): Konzentrationslager Auschwitz. 6.500.000 Tote klagen an. Frankfurt a. M. Private Reproduktion Sekundärliteratur, mit Zitaten aus autobiografischen Quellen
B/CHGS/2002 Center for Holocaust and Genocide Studies (CHGS): Identity Card. 'This card gave me back my humanity'.
URL_ http://www.chgs.umn.edu/Histories__
Narratives__Documen/Fragments/Identity_
Card/identity_card.html
Häftling Auf der Webseite des CHGS an der University of Minnesota gibt es weitere Quellen.
B/Kralo/1996 Kralovitz, Rolf (1996): ZehnNullNeunzig in Buchenwald. Ein jüdischer Häftling erzählt. Köln. Walter Meckauer Kreis Häftling Abbildung der Kennkarte mit der Nummer. [37]
E/Kosho/1985 Koshorst, Erich und Bernd Walter (Hrg.) (1985): Konzentrations- und Strafgefangenenlager im Emsland 1933-1945: Zum Verhältnis von NS-Regime und Justiz. Darstellung und Dokumentation. S. 85-89. Düsseldorf Sekundärliteratur, mit Zitaten aus autobiografischen Quellen
M/Marsa/1980 Marsalek, Hans (1980): Die Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen. S. 45-46. Dokumentation. Wien Sekundärliteratur, mit Zitaten aus autobiografischen Quellen, Abbildung der Kennzeichen für Häftlinge S. 46
S/Jaege/2002 URL: http://www.dhm.de/lemo/
html/biografien/JaegerWerner
Häftling Werner Jäger ist Oberstleuntnat und wird wegen Kontakte zum Widerstandskreis des 20.Juni verhaftet
S/Tzur/1998 Tzur, Yaakov (1998): Bitte zu reagieren. In: Martyrs Remembrance Association. Newsletter Theresienstadt 45. Häftling Sekundärliteratur, mit Zitaten aus autobiografischen Quellen, Umfangreiches Literaturverzeichnis
X/Drobi/1993 Drobisch, Klaus und Günther Wieland (1993): Das system der NS-Konzentrationslager 1933-1945. Berlin.
X/Schwa/1993 Schwarz, Gudrun (1993): Die nationalsozialistischen Lager. Frankfurt a. M.. Fischer Sekundärliteratur, mit Zitaten aus autobiografischen Quellen
X/Weima/1990 Weimann, Martin (1990): Das nationalsozialistische Lagersystem. Frankfurt a. M. Sekundärliteratur, mit Zitaten aus autobiografischen Quellen



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Fußnoten

[1] III. überarbeitete Fassung vom 26.02.2004
[2] Levi, Primo (2001): Ist das ein Mensch? 10. Auflage. München. S. 7
[3] Levi, Primo (2001): S. 29
[4] Vgl. Gunter Presch: Namen in Konfliktfeldern. Wie Widersprüche in Eigennamen einwandern. Tübingen: Narr, 2001
[5] vgl. Spohn, Wolfgang (1993): Skriptum der Vorlesung von Wolfgang Spohn Uni-Konstanz, WS 92/93. Namen...
http://www.uni-konstanz.de/FuF/Philo/Philosophie/
Mitarbeiter/spohn_files/Sprachphilosophie.pdf
[6] Searle, John R. (1958): Proper Names. In: Mind 67, 166-173. Searle, John R. (1982): Proper Names and Intentionality. In: Pa cific Philosophical Quarterly. Nach: Presch, Gunter (2001): Namen in Konfliktfeldern. Wie Widersprüche in Eigennamen einwandern. Tübingen. S. 46-47
[7] Kripke, Saul A. (1972): Naming and Necessity. In : Davidson, D./ Harman. G. (Hg.): Semantics of Natuaral Languages. Boston. Nach: Presch, Gunter (2001): Namen in Konfliktfeldern. Wie Widersprüche in Eigennamen einwandern. Tübingen. S. 46-49
[8] Schneider, Edgar (1994): Eigennamen. Eine sprachphilosophische Untersuchung. Würzburg. S. 25. Nach: Presch, Gunter (2001): Namen in Konfliktfeldern. Wie Widersprüche in Eigennamen einwandern. Tübingen. S. 48
[9] Evans, Michael J. / Wimmer, Rainer (1980): Seale’s theory of proper names, from a linguistic point of view. In: Burkhardt, Armin (Hg.): Speech Acts, Meaning and Intentions. Critical Approach to the Philosophy of John R. Searle. Berlin/ New York, S. 271. Namen in Konfliktfeldern. Wie Widersprüche in Eigennamen einwandern. Tübingen. S. 54
[10] Presch, Gunter (2001): Namen in Konfliktfeldern. Wie Widersprüche in Eigennamen einwandern. Tübingen
[11] Presch, Gunter (2001) S. 79-81
[12] Die Signatur eines Quellendeckblatts besteht aus 12 Stellen und ist folgendermaßen aufgebaut: An erster Position steht der Anfangsbuchstabe des KZ (z. B. „A“ für „Auschwitz“). Falls eine Quelle mehrere KZ thematisiert, wird dies erkennbar an einem „X“. Nach einem Schrägstrich erscheinen die ersten fünf Buchstaben des Autorennachnamens. Nach einem weiteren Schrägstrich folgt das Erscheinungsjahr der Quelle.
[13] Wir haben 178 Datensätze aus 32 Texten erfasst, von denen sich 150 Datensätze auf das KZ Auschwitz beziehen. Von den 30 Quellen waren 23 autobiografische Texte von ehemaligen KZ-Häftlingen, 18 davon aus Auschwitz. Ein Buch ist von einem SS-Mann aus Auschwitz geschrieben (A/Broad/1966) und 8 sind Sekundärliteratur mit Zitaten aus autobiographischen Quellen. Im Anhang ist auch das Quellenverzeichnis abgedruckt.
[14] Wenn wir uns in unserer Auswertung auf das Material beziehen – Fußnoten von Zitaten – steht die Datensatznummer in Klammern hinter der Signatur.
[15] Eine Seminar-AG suchte bisher erfolglos nach historischen Dokumenten, die eine eindeutige Täterperspektive auf den KZ-Nummerngebrauch dokumentieren. Vgl. „Arbeitsbericht“ der AG Täterperspektive.
[16] Wir unterscheiden hier zwischen dem intentionalen und dem strukturellen Funktionsbegriff. Während die Identifizierungs- und Hierarchisierungsfunktion der Nummer klar beabsichtigt ist, können wir, solange uns Täterdokumente fehlen, bei dem Raub der Individualität der Häftlinge durch die Nummern eine strukturelle Funktion erkennen.
[17] In den Quellen besteht vereinzelt keine klare Trennung zwischen KZ-Tätern und KZ-Opfern, da bestimmte Kapos sowohl Täter als auch Opfer waren.
[18] A/Kornr/1996 (46).Vgl. auch: A/Levi/2001 (1), A/Levi/2001 (5), A/Levi/2001 (11), A/Kornr/1996 (44), A/Greif/1995 (85), A/Kornr/1996 (97), A/Maor/1993 (107), A/Iwasz/1999 (152)
[19] M/Marsa/1980 (21) , vgl. auch: X/Drobi/1993 (16), D/Weima/1990 (18)
[20] Vgl.: A/Levi/2001 (9), A/Levi/2001 (10), A/Noar/1986 (131), A/Iwasz/1999 (151)
[21] A/Levi/2001 (11), vgl. auch: A/Levi/2001 (2), A/Levi/2001 (3), A/Levi/2001 (6), A/Levi/2001 (7), A/Levi/2001 (8), B/Kralo/1996 (15), A/Kornr/1996 (45), A/Alpha/1998 (60), B/Kralo/1996 (66), A/Iwasz/1999 (160)
[22] A/Iwasz/1999 (153), vgl. auch: A/Jacob/1999 (13), A/Stern/1997 (138), A/Iwasz/1999 (154), A/Iwasz/1999 (158), A/Iwasz/1999 (162)
[23] A/Broad/1966 (14), vgl. auch: A/Broad/1966 (61), A/Iwasz/1999 (154)
[24] A/Levi/2001 (6), vgl. auch: A/Kornr/1996 (25), B/Kralo/1996 (24), A/Alpha/1998 (60)
[25] A/Levi/2001 (31), vgl. auch: A/Levi/2001 (1), A/Kornr/1996 (26), A/Kornr/1996 (27), A/Kornr/1996 (28), A/Levi/2001 (30), A/Greif/1995 (85), A/Kornr/1996 (97), A/Kornr/1996 (98 ), A/Maor/1993 (107), A/Noar/1986 (134), A/Levi/1990 (182), A/Elias/1988 (187)
[26] A/Levi/2001 (29)
[27] A/Iwasz/1999 (172), vgl. auch: A/Klein/2002 (64), A/Kornr/1966 (100), A/Langb/1972 (102), A/Levi/2001 (106), A/Iwasz/1999 (175)
[28] A/Iwasz/1999 (172)
[29] A/Iwasz/1999 (178), vgl. auch: M/Marsa/1980 (125), S/Jaege/2002 (126), A/Iwasz/1999 (179), A/Iwasz/1999 (180)
[30] A/Iwasz/1999 (156), vgl auch: X/Weima/1990 (38), A/Edvar/1989 (78), A/Nizko/2001 (129), A/Langb/1972 (103), A/Iwasz/1999 (165), A/Iwasz/1999 (166), A/Iwasz/1999 (167), A/Iwasz/1999 (168), A/Iwasz/1999 (169), A/Iwasz/1999 (170)
[31] A/Levi/2001 (34)
[32] A/Klüger/1992 (92), vgl. auch: A/Levi/2001 (34), A/Levi/2001 (36), A/Langb/1972 (37), A/Kornr/1996 (39), A/Kornr/1996 (40), A/Kornr/1996 (41)
[33] A/Iwasz/1999 (163)
[34] A/Cohen/2001(77), vgl. auch: A/Broad/1966 (32), A/Levi/2001 (51), A/Noar/1986 (135), A/Iwasz/1999 (144), A/Iwasz/1999 (145), A/Iwasz/1999 (148), A/Iwasz/1999 (151), A/Iwasz/1999 (159)
[35] A/Levi/2001 (10), vgl. auch: B/Kralo/1996 (24), A/Cohen/2001 (76), A/Greif/1995 (85)
[36] Vgl.: A/Kornr/1996 (55), A/Kornr/1996 (56), A/Kornr/1996 (57), A/Levi/2001 (59), A/Alpha/1998 (60), A/Broad/1996 (61), A/Jaege/1985 (63), A/Klein/2002 (64), A/Langb/1972 (65), A/Edvar/1989 (83), A/Greif/1995 (86), A/Jacob/1999 (88), A/Klüger/1992 (93), A/Noar/1986 (132), A/Noar/1988 (133), A/Maor/1993 (107), A/Iwasz/1999 (151), A/Iwasz/1999 (157), A/Iwasz/1999 (161), A/Levi/1990 (185), A/Elias/1988 (188)
[37] Vgl. Protokoll des Gesprächs mit drei ehemaligen KZ-Häftlingen aus der Ukraine am 2.5.02 im Seminarordner Presch.Vgl. auch: A/Levi/2001 (31), A/Levi/1990 (181), A/Levi/1990 (182), A/Elias/1988 (187). Im Datensatz 183 weist Levi darauf hin, welche besondere Demütigung die Tätowierung für gläubige Juden war.
[38] A/Levi/2001 (19)
[39] A/Kornr/1996 (142), vgl. auch: A/Langb/1972 (104), A/Levi/2001 (105), A/Maor/1993 (108)
[40] A/Noar/1986 (137), A/Iwasz/1999 (171)
[41] A/Mott/2001 (111)
[42] A/Kornr/1996 (73), A/Kornr/1996 (74)
[43] A/Kornr/1996 (141)
[44] Ein Altes Jüdisches Zahlensystem, in dem jeder Buchstabe den Zahlenwert seiner Stellung im Alphabet hat. 18 = י"ח (Yod Gershayim Het). Information von:
http://www.qsm.co.il/Hebrew/GimatriaH.htm
[45] A/Cohen/2001 (76)
[46] A/Kornr/1996 (143)
[47] A/Maor/1993 (110), vgl. auch: A/Nizko/2001 (130), hier berichtet die Zeugin von einer Freundin, die ihre bevorzugte Stellung als `Kapo’ der Nähstube nutzte, um die neu eingelieferten Ungarn (Mitte 1944) zu informieren, dass sie sich um Tätowierung der Häftlingsnummer bemühen müssten, weil sie sonst sofort vergast würden.
[48] A/Levi/2001 (1), vgl. auch: A/Kornr/1996 (26), A/Kornr/1996 (27), A/Kornr/1996 (28), A/Levi/2001 (30), A/Levi/2001 (31), A/Greif/1995 (85), A/Kornr/1996 (97), A/Kornr/1996 (98), A/Maor/1993 (107), A/Noar/1986 (134), A/Levi/1990 (182), A/Elias/1988 (187)
[49] A/Klüger/1992 (91)
[50] Vgl. Im Anhang des Berichts der AG Täterperspektive die `Dienstvorschriften für die Begleitposten und Gefangenenbewachung´ des KZ Dachau, die verbot sich von den Gefangenen `Duzen´ zu lassen. (S. 3)
[51] A/Levi/1990 (184)
[52] Kralovitz, Rolf (1996)



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