Institut für Anglistik und Amerikanistik
und Amerikanistik
Foto: UHH/Denstorf
11. Juni 2026, von JH
Wie wird über weiblich gelesene Körper gesprochen – medizinisch, gesellschaftlich, politisch? Welche Geschichten werden erzählt, welche verschwiegen? Wer bestimmt, was als Wissen über Körper, Gesundheit, Reproduktion und Sexualität gilt?
Die Ausstellung Untenrum verhandelt versammelt studentische Arbeiten aus einem bilingualen Seminar der Institute für Anglistik und Amerikanistik sowie Liberal Arts & Sciences der Universität Hamburg und tritt in Dialog mit historischen Objekten aus der Sammlung des Medizinhistorischen Museums Hamburg. Zwischen Audioinstallation, Collage, Videoarbeit, Postkarte und Sammlungsobjekt eröffnet die Ausstellung Perspektiven auf gynäkologische Wissensordnungen – und auf die Erfahrungen, Affekte, Widerstände und Leerstellen, die sie begleiten.
Die Arbeiten beschäftigen sich unter anderem mit Brust und Mastektomie, Menstruation, Endometriose, Geburt und Hebammenwissen, Klitoris und weiblicher Lust, Periodenapps sowie Formen der Tabuisierung und Aneignung des Körpers. Historische Instrumente und medizinische Objekte werden dabei in Beziehung zu gegenwärtigen popkulturellen, literarischen und aktivistischen Auseinandersetzungen gesetzt.
Ausgehend von Ansätzen der Medical & Health Humanities fragt die Ausstellung danach, wie weiblich gelesene Körper „untenrum“ verhandelt werden: zwischen Fürsorge und Kontrolle, Sichtbarkeit und Scham, medizinischer Autorität und Selbstbestimmung. Sie versteht Gynäkologie nicht nur als medizinisches Feld, sondern auch als kulturellen, politischen und historischen Aushandlungsraum.
Die Ausstellung lädt Besucher:innen dazu ein, eigene Erfahrungen, Erinnerungen und Fragen einzubringen – und gynäkologische Wissensgeschichten anders zu betrachten und neu zu erzählen.
Eine Kooperation der Institute für Anglistik und Amerikanistik und Liberal Arts & Sciences der Universität Hamburg mit dem Medizinhistorischen Museum und der Klinik und Poliklinik für Gynäkologie des UKE.
Paula Bannasch, Alena Borg, Sophia Dienel, Sandra Dinter, Henrik Eßler, Zoé-Joana Fettke, Temenuga Fiebig, Maya Freiesleben, Edda Hach, Mareike Mühring, Jonna Pelz, Anja Sattelmacher, Sophie Witt
sandra.dinter (at) uni-hamburg.de (sandra.dinter"AT"uni-hamburg.de)
sophie.witt (at) uni-hamburg.de(sophie.witt"AT"uni-hamburg.de)
Die Ausstellung kann zwischen dem 20.6. und 8.7.2026 zu den regulären Öffnungszeiten des Medizinhistorischen Museums besucht werden: Mittwochs, samstags und sonntags von 13-18 Uhr.
Martinistraße 52, Fritz-Schumacher-Haus (Haus N30.b), 20246 Hamburg
17.06.2026, 20:00-22:00 Uhr: Eröffnung der Ausstellung mit einer Lesung von Julia Haennis Theatertext „Frau heilt (Party)“; es liest Johanna Dähler (Leipzig)
28.06.2026, 15:00-18:00 Uhr: Künstlerischer Workshop "Unerhörte Körper": Schreiben, Collagieren und Basteln mit Temenuga Fiebig und Maya Freiesleben
01.07.2026, 18:00 Uhr: Vortrag „Körper, Macht, Gesellschaft: Umkämpfte Wissensordnungen der Gynäkologie“ von Prof. Dr. Sophie Witt und Prof. Dr. Sandra Dinter (UHH) mit anschließendem Rundgang in der Ausstellung
08.07.2026, 18:00 Uhr: Finissage zum Thema Endometriose: Präsentation der Installations- und Videoperformance-Arbeit „String Tension History“ von Kirstin Burckhardt und Mario Asef, sowie Vortrag von Dr. med. Johann Kornowski
Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch statt.
Zu weiteren Informationen gehen Sie bitte auf die Seite der Philosophie.
Hier finden Sie das Poster zur Ausstellung und hier das Programm als PDF.
