Veranstaltungen
Anstehende Veranstaltungen
Fachtagung
Bildung für nachhaltige Entwicklung und soziale Medien – Wie gelingt BNE-Kommunikation in digitalen Räumen?
14. Oktober 2026, Ort: Warburg-Haus,
Organisation: PD Dr. Thomas Klein, Amanda Groschke
Programm (PDF)
Die Fachtagung ist Teil des Projekts „Bildung für nachhaltige Entwicklung im Raum Sozialer Medien: Das Medium für die Botschaft nutzen – Strategien und Herausforderungen“. Das Projekt wird vom BMBFSFJ gefördert.
Internationale Tagung
“Digital Aesthetics: Interdisciplinary Perspectives on Artistic Practices as Applied Technologies”
26. bis 28. November 2026, Ort: Warburg-Haus,
Organisation: Dr. Jasmin Kermanchi & Dr. Henrik Wehmeier,
Programm (PDF)
Diese Tagung wird finanziell gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung.
Abgeschlossene Veranstaltungen
Gastvortrag "Serious Games und das Dilemma des Entscheidens" von Dr. Tobias Conradi
Vorlesung Gesellschaftliche Herausforderungen im Dokumentarischen Film
14.07.2026, VMP 6, Hörsaal G, 14h15 – 15h45 / Alle Interessierten willkommen
Gastvortrag von Dr. Tobias Conradi: Serious Games und das Dilemma des Entscheidens. Gespielte Erfahrung als Elemente dokumentarischer Praxis
In der Moderne war es charakteristisch für Wissenskulturen, die Objekte des Wissens vor denjenigen, die etwas lernen sollten, auf Abstand zu halten. Labore waren stets Orte mit Zugang nur für autorisiertes Personal, Museen beschäftigen Aufsichtspersonen, die sicherstellen, dass die Besucher*innen den Exponaten nicht zu nahe treten. Die Trennung von Subjekt und Objekt ist Teil der von Latour (2008) so bezeichneten modernen Reinigungsarbeit und der Abstand zum Untersuchungsobjekt ist ebenso ein zentrales Motiv der „zweiten epistemischen Tugend“ nach Daston/Gallison (2007), der „mechanischen Objektivität“: Zum Schutz vor ‚subjektiven Verunreinigungen‘ galt es, Bilder weitgehend „‚ohne Berührungen‘ durch die Hand des Künstlers oder Wissenschaftlers“ (ebd., 45f.) herzustellen. Mittel waren häufig die Fotografie oder die Mikroskopie.
Die modernen Praktiken der Wissensgewinnung und musealen Sakralität wandeln sich beständig und werden nicht zuletzt seit den 1990er Jahren herausgefordert – beispielsweise in Science Centern, wenn nicht mehr die Belehrung aus der Ferne, sondern das Erfahren im Experiment die Maxime der Wissensgewinnung werden. In meinem Vortrag möchte ich eine Genealogie epistemischer Praktiken zum Ausgangspunkt nehmen, um eine neue Entwicklung dieser Praktiken zu analysieren: Sowohl in interaktiven Dokumentationen, als auch in verschiedenen Serious oder Humanitarian Games wird die explizite Involvierung der beobachtenden Subjekte zu einem zentralen Moment der Wissensproduktion. Die Zuschauer*innen und Spieler*innen sollen nicht mehr von einer auktorialen Instanz zum Wissen angeleitet und beschult werden und es geht auch weniger darum, ein objektivierbares Wissen überhaupt anzueignen. Im Zentrum stehen dagegen die Erfahrung und das Erfahren – evoziert durch das Fällen von Entscheidungen. Insbesondere dilemmatische Situationen werden so nicht mehr erzählt, sondern im Rahmen eines symbolischen Probehandelns (vermeintlich) selbst durchlebt. Die Trennung zwischen Subjekt und Objekt wird in dieser Praxis der Wissensgenerierung zur Disposition gestellt. An die Stelle ehrfürchtigen Staunens und distanzierter Beobachtung tritt die aktive Teilhabe. Durch Nutzer*innen-Eingaben, Auswahl-Menüs und Entscheidungsmomente, soll das beobachtende Subjekte nicht mehr nur ein distanziertes Wissen aneignen. In das Zentrum der Wissensgewinnung treten vielmehr die Erfahrung, Involvierung und über die Entscheidung ein Moment von Verantwortung.
Dr. Tobias Conradi ist Postdoktorand in der Abteilung Mediale Transformationen und arbeitet für den Leibniz-WissenschaftsCampus – Postdigitale Partizipation – Braunschweig. Er leitet das Projekt „Gespielte Probleme – Entscheiden als Wissenskategorie in postdigitalen Milieus und serious games“. Hier untersucht er den Einsatz von serious games als Bildungsmedien, insbesondere im Kontext der Förderung von Bewusstsein und Achtsamkeit hinsichtlich ‚Fake News‘ und Klimawandel. Zuvor forschte er als Senior Wissenschaftlicher Mitarbeiter im SNF-geförderten Forschungsprojekt „Interaktive Dokumentationen“ an der HSLU Luzern Design Film Kunst. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Diskurstheorie und -analyse, Wirklichkeitserzählungen, Repräsentationspolitiken und dem Zusammenhang von Krise, Kritik und Entscheidung.
Workshop der AG Migration
Workshop der AG Migration, Rassismus und Postkolonialität der Gesellschaft für Medienwissenschaft
22. und 23. Mai 2026, Universität Hamburg, Phil A11006,
Organisation: Dr. Jasmin Kermanchi und Prof. Dr. Thomas Weber
Programm (PDF)
Gastvortrag „Biopics on Artists" von Dr. Anders Marklund (Lund University)
Mo, 26.01.2026, 16 - 18 Uhr, Hörsaal G im Rahmen der Vorlesung „Gesellschaftliche Herausforderungen im dokumentarischen Film" von Prof. Dr. Thomas Weber
In this lecture on biopics we will mainly use contemporary films and television series about 20th century artists – including Paula Modersohn-Becker (1876–1907), Hilma af Klint (1862–1944), Antonio Ligabue (1899–1965), Pablo Picasso (1881–1973), and Gerhard Richter (b. 1932) – to discuss both conventions and the stretching of conventions within the genre, as well as using contextual material to discuss the cultural significance of this strand of filmmaking,
Dr. Anders Marklund is a senior lecturer at Lund University; his research focuses on contemporary European film/TV cultural memory, adaptations, historical films, and intermediality. He is also founder and primary editor of Journal of Scandinavian Cinema and initiator and organizer of the Lübeck Film Studies Colloquium, an international forum on Nordic film during the Lübeck film festival.
Gastvortrag „Death by Banality? Vom dokumentarischen Porträtfilm zu post-digitalen Selbstporträtpraktiken in Sozialen Netzwerken“ von Dr. Laura Niebling (Universität Regensburg)
Mo, 26.01.2026, 16 - 18 Uhr, Hörsaal G (zugeschaltet per Zoom) im Rahmen der Vorlesung „Gesellschaftliche Herausforderungen im dokumentarischen Film" von Prof. Dr. Thomas Weber
Der Vortrag skizziert die Geschichte des dokumentarischen Porträtfilms von seiner zunehmenden Verbreitung nach 1945 bis hin zu den heutigen Selbstporträtpraktiken in sozialen Netzwerken. Er fragt insbesondere danach, wie sich über den Porträtfilm die Darstellung banaler Alltagsthemen und individueller Lebensentwürfe als Fokus von Erzählungen etablierte, die heute wesentlich unsere Nutzung von post-digitalen Plattformen bestimmen.
Dr. Laura Niebling ist Medienwissenschaftlerin und Geschäftsführerin des DIMAS (Department für Interdisziplinäre und Multiskalare Area Studies) an der Universität Regensburg. Sie arbeitet zu post-digitalen Medientrends des Populären, zur Kulturgeschichte des Datenschutzes, zu Praktiken der Dokumentation und zur Medizinkommunikation. Bis 2018 hat sie im DFG-Vorhaben „Geschichte des deutschen Dokumentarfilms, 1945-2005“ mitgearbeitet.
Gastvortrag „Porträtfilme über Edvard Munch" von Prof. Dr. Matthias Bauer (Europa-Universität Flensburg) und Prof. Dr. Thomas Weber (UHH)
Mo, 12.01.2026, 16 - 18 Uhr, Hörsaal G im Rahmen der Vorlesung „Gesellschaftliche Herausforderungen im dokumentarischen Film" von Prof. Dr. Thomas Weber
Die Vorlesung befasst sich mit zwei Porträtfilmen über den norwegischen Maler Edvard Munch: Edvard Munch aus dem Jahr 1974 unter der Regie von Peter Watkins und Munch, der 2023 unter der Regie von Henrik Dahlsbakken fertig gestellt wurde. Beide Filme sind durch völlig unterschiedliche Herangehensweise geprägt. Sie konstruieren damit nicht nur unterschiedliche Sichtweisen auf Edvard Munch, sondern loten zugleich die darstellerischen Möglichkeiten des Porträtfilms aus. Mithin spiegeln sich darin auch die Anliegen der Regisseure und die Erwartungshaltungen des jeweiligen Publikums. Matthias Bauer und Thomas Weber stellen in der Vorlesung diese divergierenden Perspektiven vor und diskutieren, über die Potentiale beider Porträtfilme zur Auseinandersetzung mit Edvard Munch.
Matthias Bauer ist Professor für Literatur am Seminar für Germanistik im Institut für Sprache, Literatur und Medien der Europa-Universität Flensburg. Thomas Weber ist Professor für Medienwissenschaft an der Universität Hamburg.
Gastvortrag „Der Porträtfilm und seine Spannungsfelder“ von Dr. Katharina Pethke
Mo, 05.01.2026, 16 - 18 Uhr, Hörsaal G im Rahmen der Vorlesung „Gesellschaftliche Herausforderungen im dokumentarischen Film" von Prof. Dr. Thomas Weber
In ihrem Vortrag gibt die Dokumentarfilmerin Katharina Pethke Einblicke in ihre filmische Praxis und zeigt ausgewählte Ausschnitte aus eigenen Filmen. Aus dieser praktischen Auseinandersetzung entwickelt sie zentrale theoretische Überlegungen zum zeitgenössischen Porträtfilm.
Der Porträtfilm ist heute in Kino, Fernsehen und Streaming in einer Vielzahl von Formen präsent – dokumentarisch, animiert, experimentell, hybrid oder fiktional. Pethke beleuchtet die ästhetischen und zwischenmenschlichen Spannungsfelder, die in der Herstellung filmischer Porträts entstehen und ordnet diese im Kontext aktueller dokumentarischer Formen ein.
Ein Schwerpunkt der Sitzung liegt auf der Frage der Referenzialität: Welche Art von Wirklichkeitsbezug wird im porträtierenden Arbeiten hergestellt, verhandelt oder problematisiert? Und wie lassen sich aus der filmpraktischen Erfahrung grundsätzliche Überlegungen zur Referenzialität im (dokumentarischen) Film ableiten?
Diese Reflexionen entfaltet Katharina Pethke ausführlich in ihrem Buch “Der Porträtfilm und seine Spannungsfelder”, das theoretische und praktische Ansätze miteinander verbindet.
Zur Person: Katharina Pethke ist vielfach ausgezeichnete Dokumentarfilmerin. Sie studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Visuelle Kommunikation in Hamburg und Köln und war von 2012 bis 2019 Professorin für Film an der HFBK Hamburg. Publikationen: Katharina Pethke: Der Porträtfilm und seine Spannungsfelder. Von der Praxis zur Theorie. Hamburg: AVINUS 2026; Filme in Auswahl: Louisa (2011), Jedermann und ich (2021), Reproduktion (2024)
Tagung „Abschied von der Wirklichkeit? KI und die audiovisuellen Medien”
Am 23. und 24. September 2025 fand auf dem Campus der Universität Hamburg die medienwissenschaftliche Tagung „Abschied von der Wirklichkeit? KI und die audiovisuellen Medien“ statt. Organisiert wurde die Veranstaltung als Kooperation des Instituts für Medien und Kommunikation (UHH) und des Instituts für Ethik in der Technologie (TUHH) von Dr. Jasmin Kermanchi, Dr. Oliver Schmidt und Prof. Dr. Thomas Weber. Gefördert wurde die Tagung von der Akademie der Wissenschaften in Hamburg, der wir für ihre Unterstützung herzlich danken.
Zwei Tage lang drehte sich alles um die Frage, welchen Wirklichkeitsbezug KI-generierte (Bewegt-)Bilder haben – und wie sich unser Umgang mit ihnen künftig gestalten lässt. Die Vorträge spannten dabei einen Bogen von der Ontologie und Geschichte von KI-Bildern über ihren Einsatz in künstlerisch-kreativen Produktionen bis hin zu Fragen von Glaubwürdigkeit und Täuschung im dokumentarischen Kontext.
In den Diskussionen zeigte sich schnell: Von „dem“ KI-Bild zu sprechen, greift zu kurz. Vielmehr eröffnet die Vielfalt generativer Bildtypen ganz unterschiedliche ästhetische, ethische und gesellschaftliche Fragen. Ebenso deutlich wurde, dass die Wirkung von KI-Bildern entscheidend vom Kontext ihrer Nutzung abhängt – von Intention, Transparenz und Kommunikationsrahmen.
Die Tagung bot nicht nur spannende Einsichten, sondern auch den Auftakt für ein entstehendes Forschungsnetzwerk zur KI-Bild-Forschung. Bereits jetzt sind Publikationen und weitere Kooperationen in Planung.
Mit inspirierenden Beiträgen, intensiven Gesprächen und neuen Perspektiven hat die Veranstaltung gezeigt, wie wichtig der akademische Dialog in diesem dynamischen Forschungsfeld ist – und wie gewinnbringend die Zusammenarbeit zwischen den Hamburger Universitäten gestaltet werden kann.