Institut für Medien und Kommunikation
und Kommunikation
Foto: UHH/Denstorf
21. September 2026, von IMK

Foto: KI-generiert
Dr. Jasmin Kermanchi wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der Sachbeihilfe (Eigene Stelle) für das Forschungsprojekt „AI-Generated Documentaries. Theorie, Praxis und Ethik künstlicher Intelligenz im Dokumentarischen“ eine Förderung über drei Jahre bewilligt. Das mit 397.000 EUR (inkl. Overhead) geförderte Projekt untersucht, wie KI das Dokumentarische verändert – sowohl im Hinblick auf gestalterische Chancen als auch auf ethische Risiken, etwa bezüglich Glaubwürdigkeit und Transparenz.
Wie KI das Dokumentarische verändert – Neues DFG-Forschungsprojekt untersucht Chancen und ethische Risiken von AI-Generated Documentaries
Dokumentarische Filme prägen in einer mediatisierten Gesellschaft die Vorstellungen von Welt in hohem Maße. Durch die Verbreitung von KI-Technologien verändern sich dokumentarische Praktiken und ihre medialen Manifestationen in Dokumentarfilmen, dokumentarischen Webvideos, interaktiven Webdokumentationen und VR-Projekten. Dies führt zu verschiedenen Problemen. Mit Text-, Bild- und Videogeneratoren lassen sich Dokumentarfilme vollständig von KI-Modellen erstellen, was Verunsicherungen hinsichtlich der Glaubwürdigkeit und Misstrauen auslöst. Dokumentarische Videos können ferner durch Roboter mit Computer Vision entstehen, die Objekte maschinell erfassen und visuell sichtbar interpretieren, wodurch Fragen nach der Verantwortlichkeit für die automatisierten Produktionen aufkommen. Zudem verwandeln Technologien der automatischen Bild- und Sprachverarbeitung interaktive Webdokumentationen und VR-Projekte durch das Auswerten von User:innen-Daten in maßgeschneiderte Erlebnisse, was ethische Prinzipien wie Datenschutz und Transparenz gefährden kann. Dies sind nur einige Beispiele für Herausforderungen durch AI-Generated Documentaries – dokumentar(film)ische Projekte, die in der Produktion, Distribution und/oder Rezeption KI-Technologien einsetzen, welche die mediale Manifestation derart verändern, wie es ohne die Technologien nicht möglich wäre. Angesichts dieser neuen Verunsicherungen widmet sich das neue Forschungsprojekt den veränderten Glaubwürdigkeitskriterien und Praktiken der Mensch-KI-Kollaboration im Dokumentarischen und greift damit ein dringendes Forschungsdesiderat auf. Das Projekt erschließt erstmals systematisch das kaum erforschte Feld der AI-Generated Documentaries, ermittelt die Transformationen im Dokumentarischen und entwickelt eine Theorie der AI-Generated Documentaries, um ordnend in kulturpessimistische Debatten einzugreifen. Dabei werden Ansätze der Medien- und (Dokumentar-)Filmwissenschaft, New Media Studies, Kunst- und Literaturwissenschaft, Ethik und Medieninformatik zusammengeführt. Ethische Perspektiven sind auch wichtig für den Transfer zwischen Dokumentarfilmforschung und -praxis, aus dem Handlungsempfehlungen entstehen werden.
Mehr Informationen unter https://ai-generated-documentaries.de/
Kontakt: Dr. Jasmin Kermanchi, Universität Hamburg, Institut für Medien und Kommunikation, E-Mail: jasmin.kermanchi"AT"uni-hamburg.de