Ringvorlesung "Was macht Krieg?"
15. April 2026, von OESt

Foto: Ruzana Liburkina
Kaum etwas ist so vernichtend wie Krieg: Menschen werden getötet und vertrieben, kulturelle Formationen zerstört. Gleichzeitig werden kulturelle Identitätsbildung, kollektive Erinnerungen ebenso wie Musik, Kunst, Architektur, Literatur, Technologie und Wissenschaft maßgeblich durch tatsächliche und drohende Kriege geprägt. Als extreme Form organisierter Gewalt sind Kriege schließlich selbst komplexe kulturelle Phänomene, die fassungslos machen, Faszination ausüben und fundamentale Fragen aufwerfen. Die schonungslos destruktive und die generative Dimension militärischer Konflikte sowie ihr rätselhafter Status als immer wiederkehrende eklatante Normabweichung soll im akademischen Jahr 2025/26 in den Fokus der Arbeit am Fachbereich für Kulturwissenschaften rücken.
Was macht Krieg? Jenseits politologischer und geostrategischer Analysen fragen wir aus den am Fachbereich vertretenen disziplinären Perspektiven: Wie kommen Kriege zustande? Was resultiert aus Kriegen? Woran machen wir Krieg fest, was ist spezifisch daran und inwiefern unterscheidet er sich von anderen Formen kollektiver Gewalt? Wie beeinflussen Repräsentationen von Krieg unser Denken und Handeln?
mittwochs 16:15 – 17:45 Uhr, Hauptgebäude, Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel West, Raum 221
Organisiert von Prof. Dr. J. Otto Habeck, Institut für Ethnologie und Prof. Dr. Ruzana Liburkina, Institut für Empirische Kulturwissenschaft, beide Universität Hamburg
Die Vorträge im Einzelnen
15.04.2026
Was macht Krieg? Eine Einführung
Prof. Dr. J. Otto Habeck, Institut für Ethnologie / Prof. Dr. Ruzana Liburkina, Institut für Empirische Kulturwissenschaft, beide Universität Hamburg
22.04.2026 – in Englisch
The War as Chance: Models of Masculinity and the Neoliberal Condition in Kolyma, Russia
Asya Karaseva, Laboratory for Arctic Research, University of Tartu & Institut für Ethnologie, Universität Hamburg
Between Loyalty and Resistance: Indigenous Peoples of Russia in the War against Ukraine
Dr. Stephan Dudeck, Laboratory for Arctic Research, University of Tartu
06.05.2026 – Achtung Raumwechsel: Flügel Ost, Raum 221
Krieg macht… Mythos
Thorben Frieling, M.A., Institut für Klassische Archäologie, Universität Hamburg
20.05.2026
Nationalsozialistische Kriegsendverbrechen zwischen Beschweigen und Erinnern: Der Umgang mit den Opfern der Cap-Arcona-Katastrophe 1945 in Ost- und Westdeutschland
Prof. Dr. Norbert Fischer, Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Universität Hamburg
Wie Kriege nachwirken. Artikulationen „transgenerationaler Traumatisierung“
Dr. des. Adina Dymczyk, Institut für for Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität zu Berlin
27.05.2026
Krieg macht… Helden und Heilige Erde. Nationalistische Erinnerungskultur in zwei Bildbändern aus den 1920er Jahren
Dr. Anke Napp, Kunstgeschichtliches Seminar, Universität Hamburg
Krieg im Rahmen: Gewalt und ihre Absenz als künstlerisches Stilmittel frühneuzeitlicher Kriegsdarstellungen
Svenja Hasche, Kunstgeschichtliches Seminar, Universität Hamburg
03.06.2026 – Achtung Raumwechsel: Flügel Ost, Raum 221
Streitkräfte im politischen Kampf
Moritz Dreßen, Universität Augsburg
10.06.2026
Kriege vor dem Krieg – Archäologische Perspektiven auf Gewalt und Sicherheit
Prof. Dr. Tobias Mörtz, Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie, Universität Hamburg
Krieg – eine archäologische Spurensuche zu seinen Anfängen
Prof. Dr. Harald Meller, Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle an der Saale
17.06.2026
Musik und Krieg: Was macht Krieg… mit Musik?
Dr. Marc Pendzich, Institut für Systematische Musikwissenschaft, Universität Hamburg
Klingendes Gemetzel: Von Musik im Krieg, Krieg in der Musik und dem Krieg der Musik gegen den Krieg
Benjamin T. Hilger, Bonn
24.06.2026
Was macht Krieg? Roundtable-Diskussion
Mit Teilnehmenden der Ringvorlesung

