Schwerpunkt Militarisierung
1. Oktober 2026, von OESt

Foto: Stewart Martin, Peace Eagle, Öl auf Leinwand, 120x100 cm, 2026.
Im kommenden Wintersemester 2026-27 bieten die BA NF und MA Studiengänge Osteuropastudien einen Schwerpunkt zum Thema "Militarisierung der Gesellschaft" an. Die Informationen zu den einzelnen Lehrveranstaltungen und öffentlichen Vorträgen finden Sie nachfolgend.
Die RIngvorlesung „Im Sog des Krieges. Einstellungen zu Militarisierung und Bedrohung im östlichen Europa" findet mittwochs von 16.15-17.45 in ESA Ost 221 statt.
An den östlichen Grenzen Europas machen die Menschen bereits seit mehreren Jahren traumatische Erfahrungen mit kriegerischen Auseinandersetzungen – von schwelenden Grenzkonflikten bis hin zur militärischen Invasion. Mittlerweile sind Berichte und Bilder von Krieg und Militarisierung allgegenwärtig. Die Gegenwart mit ihren neuen Bildern und Grenzerfahrungen überwältigt und verdrängt dabei die Frage nach dem mentalen und kulturellen Leben der Menschen. Wie denken die Menschen, die unmittelbar von Krieg und Militarisierung betroffen sind? Wie haben sich ihre Einstellungen und Mentalitäten in den letzten Jahren verändert?
In der Ringvorlesung werden Prozesse untersucht, die in Gang gesetzt werden, wenn Kriegslogiken allgegenwärtig werden und den Alltag beherrschen. Im Zentrum der interdisziplinären Beiträge stehen politische und kulturelle Praktiken und Ausdrucksformen sowie gesellschaftliche Positionen, die als Reaktion auf Krieg und Militarisierung entstehen. Die Vorträge beleuchten unter anderem die Problematik der russischsprachigen Minderheiten im Baltikum, dokumentarische Formen der Kriegsdarstellung in der Ukraine, die Symbolik des Militärs und die veränderten politischen Einstellungen der Menschen in Georgien. Auch die gesellschaftlichen Folgen von Krieg, etwa Traumatisierung, sowie Friedensvorstellungen sind Themen der Ringvorlesung.
Organisation:
Prof. Dr. Anja Tippner (UHH), Prof. Dr. Monica Rüthers (UHH), Prof. Dr. Jörn Happel (HSU), Prof. Dr. Kirsten Bönker (Nordost Institut/IKGN e.V.), Dr. Regina Heller (IFSH), Dr. Marina Gerber (UHH)
Programm
04.11.26
„Russian-speaking Minorities in the Baltic States: Securitization and Strain amid Geopolitical Turmoil“
Prof. Dr. Vello Pettai, Institut für Frisistik, Universität Flensburg
11.11.26
„Kein Kirschgarten. Wahrnehmungen des Krieges im ukrainischen Dokumentartheater“
Prof. Dr. Anja Tippner, Slavistik/Osteuropastudien, UHH, Dr. Lydia Nagel, Universität Greifswald
25.11.26
„Folklorisierung des Krieges“
Prof. Dr. Monica Rüthers, Europäische Geschichte/Osteuropastudien UHH
2.12.26
„Räume des Friedens. Friedensideen in der russ. und ukrainischen Diaspora in Deutschland und ihr Potenzial für die Konflikttransformation“
Dr. Regina Heller und Dr. Christian Fröhlich, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik/Osteuropastudien UHH
9.12.26
„Between Mustaches and Sovereignty: Carrot and Stick in Russian–Georgian Relations”
David Jishkariani, Max-Weber-Stiftung, Georgien
16.12.26
„Nordisch-baltische Perspektiven und Reaktionen auf die russische Aggression gegen die Ukraine (nach 2014)“
Dr. Fredrik Stöcker, Nordost-Institut (IKGN e.V.)
13.1.27
„Political Judgements without Political Opinions: How Russians Talk About the Russo-Ukrainian War.“
Dr. Svetlana Erpyleva, Forschungsstelle Osteuropa Bremen
20.1.27
„Traumatisierung der Gesellschaft durch Krieg“
Jurko Prochasko, Autor und Psychoanalytiker, Lvyv
Weitere Lehrveranstatlungen in den Osteuropastudien (Anmeldung über Stine):
Seminar: Alltag und Remilitarisierung in den baltischen Staaten, mit Prof. Dr. Otto Joachim Habeck, Instiitut für Ethnologie, UHH.
Seminar: Expertise und blinde Flecken: Der westeuropäische Blick auf „Osteuropa“ zwischen Holodomor und dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, mit Prof. Dr. Kirsten Bönker, Nordost-Institut (IKGN e.V.) und Fachbereich Europäische Geschichte,
Seminar: Neuordnung der Sicherheitsarchitektur in Osteuropa seit 1989, mit Dr. A. Zaganczyk-Neufeld, Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg.
Seminar: Vom Warschauer Pakt zur NATO. Transformationen der Sicherheitsordnung in Osteuropa, mit Dr. A. Zaganczyk-Neufeld, HSU, Universität der Bundeswehr Hamburg.
Übung: Resilienz oder Militarisierung? Ethische Perspektiven auf zivil-militärische Zusammenarbeit, mit Dr. Veronika Bock, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik.
Übung: Hybride Kriegsführung, mit Oberstleutnant i.G. Thilo Geiger, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik.

