Wann wird Pop politisch? Populärkultur im transregionalen Vergleich Asien-Afrikas
Wann: Mi, 21.10.2026, 14:15 Uhr bis 15:45 Uhr
Wo: Universität Hamburg, Flügel Ost, Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg, Raum 221
Prof. Dr. Bianka Siewert, Institut für Pharmazie, Universität Hamburg
Öffentliche Vorlesung im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens
Pop und Protest: Ringvorlesung am Asien-Afrika-Institut
Identität, Widerstand und Musik in Asien und Afrika
Die Ringvorlesung am Asien-Afrika-Institut untersucht Popkultur als Medium gesellschaftlicher Kritik, politischer Mobilisierung und Identitätsbildung in unterschiedlichen kulturellen Kontexten Asiens und Afrikas. Der Fokus auf dem Gebiet der Musik erlaubt einen vergleichenden Blick über Regionen und disziplinäre Grenzen hinweg. Die Vorlesung behandelt Pop als politisches und gesellschaftliches Feld und greift dabei Theorien zu Popkultur, Protest, Öffentlichkeit, Kunst und Medien jenseits einer eurozentristischen Perspektive auf. Die behandelten Themen reichen von Protest Liedern in Syrien und popkulturellen Massenpartys in Saudi-Arabien über Cui Jian und Rockmusik in China, Kerzenlichtproteste in Südkorea bis Hip Hop in Vietnam.
Wann wird Pop politisch – und wann Protest popkulturell? Welche Rolle spielen Kommerz, Zensur und Medien? Wie verhandeln Künstler*innen Macht und Moral, Gender und Nation, Religion und Globalisierung? Die Vorlesung fragt nach den Bedingungen kultureller Produktion in autoritären, postkolonialen und demokratischen Kontexten, nach Zensur und Selbstzensur, nach Kommerzialisierung und Vereinnahmung, aber auch nach subversiven Strategien, Ironie und ästhetischer Codierung.
Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Islamwissenschaft, Japanologie, Koreanistik, Turkologie und Südostasienstudien entsteht ein transregionaler Vergleichsraum, der Gemeinsamkeiten ebenso sichtbar macht wie spezifische historische Konstellationen. Pop erscheint so weder als bloße Unterhaltung noch als romantisierter Widerstand, sondern als ambivalentes Feld zwischen Markt, Staat und Straße – als Klangraum politischer und gesellschaftlicher Imagination.
mittwochs, 14:15 - 15:45 Uhr, Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost, Raum 221
Koordination: Jun.-Prof. Dr. Nora Derbal, Islamwissenschaft / Jun.-Prof. Dr. Kerstin Fooken, Japanologie / Prof. Dr. Yvonne Schulz Zinda, Koreanistik / Jun.-Prof. Dr. Alexander Balistreri, Turkologie / Prof. Dr. Elsa Clavé, Südostasienstudien, alle Universität Hamburg