Traumatisierung der Gesellschaft durch Krieg, Kriegsfolgenabschätzung
Wann: Mi, 20.01.2027, 16:15 Uhr bis 17:45 Uhr
Wo: Universität Hamburg, Hauptgebäude, Zoom
Jurko Prochasko, Autor und Psychoanalytiker, L’viv
Öffentliche Vorlesung im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens
Im Sog des Krieges
Einstellungen zu Militarisierung und Bedrohung im östlichen Europa
An den östlichen Grenzen Europas machen die Menschen bereits seit mehreren Jahren traumatische Erfahrungen mit kriegerischen Auseinandersetzungen – von schwelenden Grenzkonflikten bis hin zur militärischen Invasion. Mittlerweile sind Berichte und Bilder von Krieg und Militarisierung allgegenwärtig. Die Gegenwart mit ihren neuen Bildern und Grenzerfahrungen überwältigt und verdrängt dabei die Frage nach dem mentalen und kulturellen Leben der Menschen. Wie denken die Menschen, die unmittelbar von Krieg und Militarisierung betroffen sind? Wie haben sich ihre Einstellungen und Mentalitäten in den letzten Jahren verändert?
In der Ringvorlesung werden Prozesse untersucht, die in Gang gesetzt werden, wenn Kriegslogiken allgegenwärtig werden und den Alltag beherrschen. Im Zentrum der interdisziplinären Beiträge stehen politische und kulturelle Praktiken und Ausdrucksformen sowie gesellschaftliche Positionen, die als Reaktion auf Krieg und Militarisierung entstehen. Die Vorträge beleuchten unter anderem die Problematik der russischsprachigen Minderheiten im Baltikum, dokumentarische Formen der Kriegsdarstellung in der Ukraine, die Symbolik des Militärs und die veränderten politischen Einstellungen der Menschen in Georgien. Auch die gesellschaftlichen Folgen von Krieg, etwa Traumatisierung, sowie Friedensvorstellungen sind Themen der Ringvorlesung.
mittwochs, 16:15 - 17:45 Uhr, Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost, Raum 221
Koordination: Prof. Dr. Anja Tippner, Institut für Slavistik / Prof. Dr. Monica Rüthers, Fachbereich Geschichte: Osteuropäische Geschichte, beide Universität Hamburg / Prof. Dr. Jörn Happel, Geschichte Osteuropas und Ostmitteleuropas an der Helmut-Schmidt-Universität / Prof. Dr. Kirsten Bönker, Nordost Institut/IKGN e.V. / Dr. Regina Heller, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) / Dr. Marina Gerber, Institut für Slavistik, Universität Hamburg